Heute schaue ich mich mal in Herrenstrunden um.
Fotos zur Tour und GPS Track

Ich starte am kleinen Friedhof am Rosenthaler Weg und laufe zunächst Richtung Malteser Komturei. Dort erwartet mich dann auch sogleich eine kleine Attraktion.

Die Malteser Komturei, Wahrzeichen der Ortschaft Herrenstrunden Im Jahr 1648 gebaut, beherbergte das denkmalgeschützte Gebäude einst den Verwaltungssitz der Malteser im Bergischen Land. Bis heute ist die Komturei fast komplett erhalten geblieben. 2005 wurde sie nach historischem Vorbild renoviert.
Hier kann man wohl vorzüglich speisen und hat dabei einen Blick auf den Hausweiher, die darauf befindlichen Wassertiere und die angrenzende Reithalle.

Keine Ahnung ob Herr Schwan nur auf Frau Schwan aufpasst, oder ob er erwartet, dass ich etwas Fressbares anschleppe. Auf jeden Fall schießt er mit drohend ausgebreiteten Flügeln über den Weiher auf mich zu und das wiederholt er, egal an welchem Standort ich mich aufhalte.

Es war herrlich unterhaltsam dem eifrigen Tiefflieger zuzusehen. Leider ist der Autofokus meiner kleinen Kamera zu langsam, um das Tier wirklich gut festzuhalten.
Nachdem ich meinen Spaß hatte wandere ich nun weiter zur Maltesermühle, die erstmals 1329 in Schriftstücken erwähnt wird. Zu Zeiten der Malteser wurde sie als Zwangsmühle für die umliegenden Kommendehöfe verpachtet, das bedeutete dass die Pächter eine vorgeschriebene Menge gemahlenes Korn an die Kommende abgeben mussten. Das heutige Gebäude wurde 1728 errichtet und um 1800 wurde in

der Mühle Kaffee, Bier und Brandwein ausgeschenkt. Die Mühle war bis 1930 in Betrieb. Die letzte umfassende Renovierung fand 1961 statt.

Die Wege hier sind ausgesprochen nass und gerade heute habe ich nur meine Halbschuhe an, um mich langsam wieder an das knöchelfreie Laufen zu gewöhnen. Mal sehen, ob ich trockenen Fußes den Marsch überstehe.
Nur ein kleine Weile hinter dem Weiher mit Herrn und Frau Weiß- Schwan darf ich diese wirklich schönen Exemplare bestaunen.

Trauerschwäne

Das erinnert mich an den bekloppten Schwan in Münster am Aasee, der in 2006 Monate lang einen riesigen weißen Tretboot-Plastikschwan als seinen treuen Begleiter erkoren hatte.

Weiter geht´s auf meiner Route und schon stehe ich am Strundener Teich mit der Burg Zweiffel im Hintergrund.

Der Rittersitz Burg Zweiffel war nachweislich der Sitz der Adelsfamilie Stude aus dem 13./ 14. Jahrhundert. Ende des 14. Jahrhunderts ging die Burg Zweiffel an die im gesamten Rheinland begüterte Familie Zweiffel über.

Der heutige Bau entstand um 1660. Ein  1942 zerstörte das Burghaus. Seit 1976 ist die Burg Zweiffel in Privatbesitz der Familie Schaeffer-Rahtgens und wurde 1978 vollständig wieder aufgebaute.

Nach der Renovierungen  steht die Burg heute für Konzertveranstaltungen, Lesungen und Ausstellungen zur Verfügung

Hier befinde ich mich am Gut Schiff in Herrenstrunden. Der Grund für meine Wanderung in dieser Gegend ist unter anderem, dass es hier ebenfalls alte Pulvermühlen gibt, bzw. die Reste davon. Bereits im 16 Jahrhunder wird diese Anlage erwähnt, ebenso wie die dazu gehörige Ölmühle.

1761 erwarb ein Kölner Ratsherr und Kaufmann die Mühle und beantragte ein Jahr später die Konzession zum Betrieb einer Pulvermühle. Aufgrund nachhaltiger Proteste der Nachbarn, entschied er sich unterhalb der bestehenden Mühle eine neue Mühle zu errichten. 1765 kam eine zweite dazu, das s.g. Staubmühlchen.

Genau dieses Staubmühlchen ist die einzige, von der noch Reste übrig geblieben sind, die übrigens heute..so las ich gerade im Internet im Wald freigelegt werden sollte. Ich bin dran vorbei gekommen, habe die Kameraleute gesehen und eine Menge Volk und habe deshalb auch keine Aufnahmen machen können. Schade, das wird aber nachgeholt.

1803 kam es zu einer Explosion, wie so oft bei diesen Mühlen und dabei starben zwei Pulvermacher.
Rd. 40 Jahre später brannte die obere Mühle ab.

In den Jahren 1854 bis 1860 baute der spätere Besitzer Gut Schiff so um, dass die Anlage nun 4 Pulvermühlen und ein Wohnhaus umfasste. 1910 wurde der Betrieb der Anlagen wegen zurück gehender Nachfrage  eingestellt.

Heute ist Gut Schiff eine landwirtschaftliche Anlage mit Hofladen. Hier kann man auch Familiefeiern ausrichten lassen und jährlich im September findet das über die Stadtgrenzen von Bergisch Gladbach bekannte Event: mittelalterlische Belagerung von Gut-Schiff statt. Auch andere, vorallem Open Air Veranstaltungen, finden hier regelmässig statt.

Und hier werden sie gleich herum buddeln
und nach den Überresten des Staub-
mühlchens zu suchen Pressebericht

Leider weiß ich nicht, welchem Zweck dieses Gebäude dient oder diente, aber es passt zu all den alten Gebäuden hier sehr gut. (Nachsatz: Dieses Gebäude gehört zur Igeler Mühle)

Die eigentliche Mühle habe ich leider nicht fotografiert, sie ist aber aus dem gleichen Stein gebaut.  Die Igeler Mühle ist die jüngste Mühle im oberen Strundetal. Sie wurde 1860 erbaut und diente als Getreidemühle. In den vergangenen Jahren wurde aufwändig renoviert. Hier finden heute Meditationen der Religionsgemeinschaft Won- Buddhismus statt.

Frühlingsvorboten. Schneeglöcken in unglaublichen Mengen, sind in den letzten Tagen aus dem Waldboden gekrochen. Überhaupt ist die gesamte Natur auf Hochtouren, die Vögel randalieren, alles ist aktiv. Herrlich!So nun geht es weiter auf dem Geopfad und hier ist einiges zu lernen

Das Gebiet der heutigen Eifel, des Bergischen Landes und des Sauerlandes lagen zur Zeit des Devon in einem Meeresbecken.

Ich schrieb ja schon, die Natur ist aktiv, so wie hier auch die Feldmäuse, die in flinker Manier durch das Laub huschten, aber nicht scheu genug, um vor dem Klick der Kamera zu verschwinden.

Ja, wir befinden uns NOCH auf dem Geopfad

Und so langsam neigt sich meine Wanderung, die nur knapp 9 km umfasst, dem Ende zu. Für diese schlappen 9 km habe ich aber tatsächlich viel gesehen und gelernt.

Dort drüben steht mein Auto und wartet darauf mich ins Sportstudio zu transportieren, damit ich dem Tag noch die schlussendliche Würze geben kann.

Da isser wieder 🙂

Praktisch so ein Ständerhaus 🙂

Fazit zur Strecke:
Es war eine lehrreiche Wanderung und das war für ich auch ausschlaggebend. Für Wanderungen in der Natur würde ich ganz sicher andere Strecken bevorzugen, da heute der Asphaltanteil doch recht hoch war.

2 Kommentare

  1. Tag Elke,
    wollte flott loswerden, dass ich vor kurzem auf deine Berichte gestoßen bin und sie seither sehr gerne verfolge. Sie haben in den letzten Wintertagen in mir die Lust zum Wandern wieder entfacht, auch wenn es noch kaltgrau ist ( bzw. da war 🙂 ) und nur kurze Tagestouren anstünden. Vielen Dank für die Erweckung aus meinem Winterschlaf durch deine Artikel und die Tourinspirationen.
    Beste Grüße,
    Kim

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