Wir erobern den Rheinsteig – Etappe Aßmannshausen – Lorch

Mädelstour Frühjahr 2012
1. Etappe: St. Goarshausen – Kaub
2. Etappe: Kaub – Lorch (anschließend per Schiff nach Aßmannshausen)
3. Etappe: Aßmannshausen – Lorch

Unser dritter und letzter Tag: Fotos hier
beginnt mit der traurigen Tatsache, dass Conny heute früh schon zurück nach Hause muss, leider hat sie sich keinen Urlaubstag nehmen können. Nach einem ausgiebigen Frühstück noch zu viert, begeben wir verbliebenen Drei uns auf den Wanderweg nach Lorch.

Der Weg führt uns zunächst an einem kleinen Geschäft vorbei, in dem wir uns mit Getränken versorgen. Offensichtlich auch eine Gelegenheit für vorbeiziehende Rheinsteiger zu duschen usw.
Durch das Dorf hindurch führt uns der Zuweg zu Rheinsteig.

Die Weinberg- Besprüher sind unterwegs und vermiesen uns die ersten Minuten

Aber wir haben Glück und bald entschwindet der Heli in eine andere Region und wir nehmen etwas gemächlicher noch als die vergangenen Tage, die Wanderung durch die Weinberge auf.

Und haben Gelegenheit einen Blick zurück auf Aßmannshausen zu werfen.

Schon bald erreichen wir diesen schönen Pavillion, der für uns aber nur kurz die Gelegenheit zum Wasser trinken gibt. Außerdem werden die ersten Kleidungsstücke abgelegt, da es schon recht warm ist.

Und rechts ist die moderne Fassung des „Sesam öffne dich“ aus der vorigen Etappe kurz vor Lorch zu sehen. Während vor Lorch die kleinen Fläschchen einfach gegen ein Entgelt aus dem Schrank genommen werden konnten, muss sich hier der Wanderer per Personalausweis oder Führerschein als Trinkberechtigter (also über 18 Jahre alter) Bürger beweisen. Dann öffnet sich, nach Bezahlen der 0,75l großen Weinflasche, ein s.g. kleiner Keller und man kann die Flasche entnehmen. Sehr umsichtig die Bürger der umliegenden Orte, alle Achtung.

An dieser Stelle beginnt eine der schönsten Strecken auf dieser Route, etwas für Abenteuerer und Tanja stellt an solchen Stellen immer wieder fest, dass das trotz teils steiler Abgründe, die schönsten Pfade sind.

Aber vorher…..

muss Tanja durch dieses Tor. Es dient dazu die Wildschweine aus den Weinbergen zu halten, habe ich irgendwo gelesen. Die räumen nämlich sonst sehr ab und das finden die Weinbauern, die sowieso ein anstrengendes Geschäft betreiben, gar nicht gut.

Aber nun zurück zu Tanja, die das letzte Törchen fast dazu genutzt hat sich die Gräten zu brechen, weil sie eine Schwelle, die sich dort befand, übersehen hatte. Da wir lästerliche Weiber sind, haben wir sie natürlich lautstarkt gewarnt, aber hier fehlte diese Schwelle und es bestand keine Gefahr für unser hoch geschätztes Wandermitglied.

Und nun wird es mediteran und Tanja, mit Höhenangst, lässt sich wieder von der Begeisterung für die Gegend hinreissen doch ein wenig mehr zu wagen, und zu klettern.
Iris, die sich durch sowas nicht von der ihren Bedenken ablenken lässt, hält sich dann doch lieber vornehm zurück und fotografiert das Ganze lieber aus sicherer Entfernung.

An den Hängen des sagenumwobene Teufelskadrich bei Lorch wachsen verschiedene wärmeliebende Wälder. Ebenso wie in den benachbarten Naturschutzgebieten dominiert die Traubeneiche. Die während der Eiszeit aus dem verwitterten Fels entstandenen Blockschuttfelder sind so unwirtlich, dass sie die Natur bis heute nicht zurückgewinnen konnte. Der Sage nach wohnte der Teufel im Berg Kadrich. Erst der kriegserprobte Ritter Rudhelm konnte ihn von dort vertreiben und die dort von ihm gefangengehaltene Ritterstochter Garlinde befreien.

Da tun sich die Wurzeln zarter Pflanzen und Bäume natürlich schwer. Aber für jede Gegend gibt es eine passende Vegetation und sei sie noch so spärlich. Das macht dann den mediteranen Charaker aus, den ich besonders mag.

Dort unten schuftet ein Weinbauer in seinem Weinberg. Das kann man ja nicht mit ansehen…schnell gehen wir weiter, nachdem wir aber einen Blick auf die kräftigen Armmuskulatur des Herrn geworfen hatten (die Zeit muss sein)

Am Gegenhang, auf der anderen Rheinseite, befindet sich die Burg Sooneck und links davon ein großer Quarzit-Steinbruch zu erkennen. Wenn die da sprengen wackelt die Burg oder das was drin steht.

Dieser Käfer war mir extrem zu groß, um ihn auf meinem Hemd zu übersehen und bei meiner erschreckten Bewegung flogen sowohl Käfer als auch Brille aus den Boden und das freche Tier mach sich sofort über meine Brille her. Ob der die weg räumen wollte???
Fragen über Fragen

Diese kleine Hornisse blieb netterweise auch so lange sitzen, bis ich sie an visiert und abgeschossen hatte (fototechnisch meine ich)

Und dann hörten wir ein verdächtiges Geräusch im Gebüsch. Es war so anders, als das gewohnte rascheln einer schnell weg huschenden Maus. Es klang viel größer und bedrohlicher. Ich wollte ja nicht voreilig sein, aber es hörte sich nach einer Schlange an und so stellte sich Iris vor den Bereich mit den Geräuschen und ich ein Stück weiter links in der klaren und absolut sicheren Überzeugung, dass das unbekannte Tier in meine Richtung ausweichen und mir damit die Gelegenheit zum fotografieren geben würde.
Glück gehabt, das Ungeheuer bewegt sich, nachdem Iris ein paar Mal nervig laut mit den Füßen im Laub gescharrt hatte, in meine Richtung. Was für eine Sorte Natter das ist, keine Ahung… aber spannend war es.

Tanja hatte sich inzwischen, nichts Gutes ahnend, weit von uns entfernt.
Ihre fast panische Angst vor Schlangen hat es ihr kaum ermöglicht die Fotos anzusehen und es erklang nur ein monotones „mmmh“ gut dass ich weiter gegangen bin 🙂

Und weiter geht´s. Wir erzählen einander die schönsten Schauermärchen rund um Kriech- und Fliechtiere und freuen uns auf eine Rast, die wir langsam als sehr notwendig erachten. Mein rechter Fuß  sendet ja schon seit gestern schmerzvolle Signale wegen einiger nicht gut verheilter Blasen und Druckstellen und heute sind manche Schritte, obwohl die Landschaft traumhaft ist, doch eine Qual.

Es sind nur noch wenige km bis Lorch und so lassen wir uns viel Zeit zum ausruhen, Futter fassen und trinken. Die letzten Vollkornplätzchen werden vertilgt, der ein oder andere Leckerbissen wechselt den Besitzer und dann kommen schon die ersten Erinnerungen an Ereignisse der letzten Tage auf und auch die Wehmut über die viel zu schnell vergangene Zeit. Mein Diktiergerät nimmt auf, was an witzigen Begebenheiten noch mal erzählt wird, damit mir das Verfassen dieses Berichtes nicht so schwer fällt.

Aber irgendwann ist auch diese Rast vorbei und wir machen uns wieder auf den Weg, so langsam dem Ende unserer Wanderung entgegen.

Diese Tetrapacks werden als Kälteschutz über die jungen Reben gestülpt. Man könnte natürlich auch annehmen, es würde hier Eistee angepflanzt, ich habe gehört, dass es hierüber Spekulationen gab.
Auf einigen Verpackungen waren Pfirsiche abgebildet, was landläufig zu der Annahme führen könnte, dass hier Pfirsiche angebaut werden 😉
Ein Tetrapack kann manchmal zur langfristigen Erheiterung in einer Wandergruppe führen. Ebenso wie hin und her ziehende Wolken. Frauen allein auf Tour, das kann nur heiter sein! Gut, dass uns niemand zugehört hat.

Und so erreichen wir Lorch und auch bald darauf den Bahnhof. Pünktlich 10 Minuten vor der Abfahrt, stehen wir am richtigen Gleis und sind innerhalb von 16 Minuten wieder in St. Goarshausen.

Auf dem Weg zum Auto sehen wir einen kleinen Weinhandel. Leider hatten wir ja in Lorch keine Gelegenheit mehr uns mit dem Wein der Region einzudecken und dieser Anblick war dann doch ermunternd, in dieser Hinsicht. Die Dame des Hauses „Secthaus Delicat“ begrüßt uns freundlich und kredenzt uns, obwohl heute Ruhetag, ein paar Weinproben und führt uns durch die Keller ihrer Handlung, erklärt uns die Abläufe wie Sekt vor der Enthefung gelagert und gedreht wird.
Es gab die Tränen der Loreley und leckere Weine, die uns ein wenig den Kopf benebelten, sodass wir anschließend noch einen kräftigen Kaffee und ein Teilchen drauf legen mussten. Iris hatte sich der Weinprobe weitgehenst entsagt, da sie fahren musste.

Wir sind vollkommen hingerissen von diesem wahnsinns Abschluß unserer Mädelstour.

Sehen Sie rechts außen im Foto? Das ist der Weingeist 🙂

Fazit dieser Tour:

Es war klasse. Es wird weitere Mehrtagestouren geben und wir haben uns absolut toll miteinander amüsiert. Wir hatten mit allem, was wir vorfanden ein großes Glück, hatten die schönsten Tage erwischt, wenn man die Tage vor und nach unserer Wanderung betrachet. Also wenn Engel reisen…. mehr gibt es dazu nicht zu sagen, oder?

6 Kommentare

  1. Hallo Elke, Klasse Bilder (also doch eine Spiegelreflex), Klasse beschrieben; hab eure Tour so richtig mitgenießen können. Wo ihr das schöne Wetter hergeholt habt, ist mir ein Rätsel 😉 Morgen geht’s auch für mich los, endlich!!! Meld mich später.

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