Layensteig Strimmiger Berg – Oma lernt klettern

Ein paar Tage Urlaub habe ich noch und die möchte ich an der Mosel verbringen.
Bevor ich mich im Gästehaus Grolig in Moselkern einquartiere, will ich den frühen Tag nutzen und die Traumschleife Layensteig Strimmiger Berg wandern.
Diese Traumschleife wurde durch das Deutsche Wanderinstitut mit 82 Erlebnispunkten bewertet.

Die Traumschleifen, das muss ich an dieser Stelle mal bemerken, sind wirklich gut durchdacht und interessant. Es macht Spaß sie zu erwandern und ich freue mich jetzt schon auf einen weiteren Urlaub in der Gegend, wo diese Wanderwege vorzufinden sind.

Wandern kenne ich, kleinere Pfade kenne ich auch und Felspfade, aber klettern?
Bisher war ich noch allen mir gestellten Anforderungen gewachsen, also sollte sich das heute doch wohl auch nicht ändern!?

Ich starte in Mittelstrimmig an einem Parkplatz mit Schutzhütte.
Zunächst geht es über Wiesen und an Feldern entlang, ganz harmlos, völlig easy.
.
Bei Liesenich steht auch schon die erste Schutzhütte mit einer der typischen Ruhebänke.
Es nieselt, der Regen hat seine Spuren auf dem Sitzmöbel hinterlassen, also teste ich erst gar nicht. Bei schönem Wetter, und das sollte ja erst Donnerstag wieder zurück kehren, muss es hier herrlich sein, eine erste kleine Rast einzulegen.

Aber bald tauche ich in den Wald ein und vergessen ist der Regen, vergessen ist der Alltag. Der pure Genuss wartet auf mich.

Die freundlichen Traumschleifenerfinder haben klugerweise daran gedacht den Waldbesucher darüber zu informieren, dass diese riesigen Ahorn über 95 Jahre alt sind und 13 cbm Holz liefern. Unglaublich.

Und noch eins ist auf dieser Traumschleife eine wirklich praktische Sache, nämlich die Besen, die an jeder Tischgruppe vorzufinden sind. Ich finde es auch ganz beachtlich, dass nicht einer der Besen fehlte.

Mitten im Wald sind Tische und Bänke im Herbst praktisch immer mit einem Laubteppich versehen, und die ordentliche Hausfrau macht ja sauber, bevor sie auftischt – auch im Wald 🙂

In einer der Schutzhütten gab es sogar Haken für Rucksäcke, Jacken oder Ponchos.
Die Fürsorge für den Wanderer hier, ist wirklich recht groß.

Arglos wandere ich also durch die herrliche Landschaft, schon gar nicht mehr an Klettersteige denkend.

Die Aussichten sind sehr schön und trocken ist es inzwischen auch.

Nein es wird nicht gerastet

Und dann kommt die erste etwas anspruchsvollere Passage. Es ist nass, ich bin es nicht gewohnt und ein wenig schlug das Herz schon höher. Hoch klettern finde ich ja nicht sooooo schlimm, aber rückwärts runter…naja. Es war auf jeden Fall so aufregend, dass ich zunächst mal das fotografieren nicht mehr so ernst genommen habe. Liegt vielleicht am Alter, dass mir solche neuen Herausforderungen erstmal etwas mehr Nerven abverlangen.

Aber, geschafft und ich war schon recht zufrieden mit mir.

Dies hier war die nächste Herausforderung und ich habe sie gleich zweimal gesucht.
Es ging aufwärts

und als ich stolz wie Bolle meinen Enzian pflücken wollte – nein ich habe nur die Heide fotografiert.

verabschiedete sich mein Objektivdeckel. Also noch mal runter um das kostbare Teil zu retten und wieder hoch.

Training ist alles!

 Aber die Aussichten waren grandios, eine tolle Belohnung für Schweiß und leichte Panikattacken.

Der nächste Abstieg sollte dann noch ein wenig mehr fordern. Die Eisen waren nicht einfach schön sauber und gerade nach unten angeordnet, nein sie verliefen im Bogen.

Nun denn, ich wusste es nicht, aber für heute hatte ich die Kletterei weitgehenst hinter mir. Was jetzt folgte, war einfach und Genuss pur.
Auf dem weiteren Weg plätschert es ohne Pause, erst ist es der Flaumbach, später der Mörsdorfer Bach.

Unterwegs treffe ich immer wieder auf die, für die Traumschleifen typischen Hinweistafeln zur Gegend, in der ich mich befinde. Hier wird insbesondere über den Schieferabbau informiert, der erst deshalb interessant für die Menschen im 19ten Jahrhundert wurde, weil die Stroheindeckung der Hausdächer wegen Brandgefahr verboten wurde. Lange Zeit konnten sich die Männer der Region mit dem Schieferabbau Geld dazu verdienen. Mühselig war diese Tätigkeit und gefährlich.

Später in den Kriegsjahren, wurden die Stollen als Schutzraum vor Fliegerangriffen genutzt. Heute sind diese Stollen vergittert. Feldermäuse überwintern hier gerne und die Schilder hinter den Gittern bitten den Wanderer und Neugierigen, die Tier in Ruhe zu lassen.

Nun finde ich auch Gelegenheit die Pilze wahrzunehmen. Die finden hier natürlich allerbeste Voraussetzungen für gutes Wachstum.
Es riecht herrlich hier.

Wie Streichhölzer liegen die abgeknickten Baumstäme hier im Wald herum.

Und hin und wieder geht es nun auch wieder unter freien Himmel.
Eine Wohltat, denn solche Strecken gehören für mich zu einer Wanderung unbedingt dazu. Nicht mehr lange und mein Weg ist – eigentlich – zu Ende. Aber natürlich muss ich mal wieder die Schilder aus den Augen verlieren, die narrensicher überall deutlich wahrnehmbar aufgehangen wurden. Und so lege ich ein paar Extrakilometer drauf, um mein Auto wieder zu finden. Immerhin war ich so klug, nicht genau an einem Portal zu beginnen und den Startpunkt auch auf dem Navi nicht zu vermerken. Den vorigen Track nicht gelöscht, hatte ich sowieso Endlosmeilen auf dem Streckenzähler, sodass eine Trackback Funktion auch nicht gestartet werden konnte. Tja Frau macht eben alles gründlich, auch das verschusseln von Dingen und Situationen 🙂

Aber schön war es, das ist sicher.

Am Abend genehmigte ich mir noch einen kleinen Besuch in Treis – Karden.

Foto von Ideemedia
Foto von Ideemedia

Passend zu den Traumschleifen  gibt es beim Ideemedia Shop Bücher mit zusätzlichen Informationen zum Weg und Tipps zu Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, sowie nahe am Weg befindliche Sehenswürdigkeiten.

19 Kommentare

    • Das waren die ersten Kletterleitern meines Lebens. Eine tolle Erfahrung und in diesem Jahr der Klettersteig in Boppard war dann für mich das Schlusslicht und gleichzeitiger Höhepunkt meiner Kletterlaufbahn 🙂

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  1. Klasse Bericht, der viel Spaß beim Lesen macht. Ich bin diese Strecke vor einer Woche bei schönem Wetter gegangen, allerdings anders herum. Das hat zwei Vorteile: Zum einen kommen dann die Höhepunkte in der zweiten Hälfte (wie bei einem guten Krimi: Die Spannung steigt 😉 !). Zum anderen ist die einzige etwas schwierigere Stelle, nämlich die Felswand mit den Eisenbügeln, dann bergauf statt herunter zu gehen, was ich als angenehmer empfinde. Ein sehr schöner Weg, der durch seine Vielfalt besticht: Die meditative Ruhe in den stillen Bachtälern kontrastiert wunderbar die „Dramatik“ in den Kletterpassagen und den schmalen Pfaden dort. Aber nach Elkes schönem Bericht bedarf es ja eh keiner Extra-Empfehlung mehr… 🙂

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    • Ja Rainer,
      ich habe das hinterher auch gedacht. Anders herum wäre praktischer gewesen, wobei es ein Härtetest für den Mittelrhein Klettersteig war. Da MUSSTE ich ja runter und noch viel längere Passagen….grusel 🙂

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  2. Hey super!! Das passt ja, denn diesen Weg habe ich für morgen geplant. Dein Bericht kam sehr passend und macht noch mal Lust auf mehr 🙂 Tolle Fotos!!!

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  3. Oma lernt klettern… 😀 😀 ..
    Herzlichen Glückwunsch, liebe Elke, zu deiner Klettertour!! Sieht ja wieder traumhaft aus. Die Kletterpassagen hätten mein Herz sicher auch erst einmal schneller schlagen lassen. Aber du hast ja alles prima gepackt. Also das würde ich jetzt auch gern mal probieren. In dieser Gegend habe ich letztes Jahr Urlaub gemacht, es ist wirklich schön da, und ich wünsche dir noch einen wunderbaren Urlaub!
    Liebe Grüße
    von Katrin

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  4. Schreib bitte weniger Wanderberichte, ich komm ja gar nicht nach, alle nachzuwandern. 🙂 Alleine schon wegen der Fotos von den Kletterpassagen weiß ich, dass ich die Tour auch gehen muss.

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