Traumschleife Baybachklamm – Leise, verwunschen – unglaublich schön

Mein dritter Urlaubstag ist angebrochen. Traurig aber wahr.
Auf dem Programm steht heute die Traumschleife Baybachklamm

Morgen geht es wieder heimwärts, also steht zunächst die Fahrt nach Ellenz an, dort will ich Wein kaufen. Bis ich dann am Portal der Baybachklamm, am Steffenshof ankomme, ist es 11 Uhr. Ich bin hier um mit Genuss zu wandern und das erfordert Zeit. Schon allein die 100te Fotos wollen ja geschossen werden.

Seit 2 Wochen bin ich in Besitz eines kleinen Stativs, ein Joby GorillaPod. Es ist klein, leicht und hat drei vollkommen flexible Füße für Gelände. Teilweise habe ich es ins Wasser gestellt oder auf Steine und die Neigung der Kamera konnte immer leicht gewählt werden. Die Anschaffung hat sich ebenso gelohnt, wie der Kauf eines Graufilters. Ich muss noch üben und einen zweiten Filter dazu kaufen, aber es kommen schon recht brauchbare Ergebnisse zustande.

Nun denn, Schuhe an, Rucksack geschultert und die Kamera umgehängt und schon geht es los ins Gelände. Schon sehr schnell befinde ich mich im Wald und höre nichts, außer gelegentlich einen motorisierten Flieger aus der Zivilisation.

Die gesamte Traumschleife ist, wie alle anderen auch, perfekt und unverlaufbar ausgeschildert. Die markanten Zeichen der Traumschleifen begleiten mich stets zuverlässig. In der kleinen Schutzhütte findet man zudem einen Flyer zur Tour.
Der Baybach, der mich mit gurgeln und plätschern begleitet, hin und wieder lauter weil er Wasserstufen überwindet, ist die Hauptgeräuschkulisse in diesem Kerbtal. Wenige Vögel sind noch zu hören, die singenden sind wohl schon alle auf dem Weg in den Süden. Hin und wieder raschelt ein Eichhörnchen durch das Herbstlaub. Selten bin ich in solch einem Frieden gewandert.

Hier rüste ich mich für die erste „Kletter– bzw. Hangelpartie. Etwas trinken, Rucksack festziehen.

Die Steine sind so schmal und vorallem rutschig, dass ich froh um die Seilsicherung bin. Es macht tierisch Spaß ein wenig anspruchsvolleres Gelände vorzufinden. Von einfach nur dahin trotten kann in der Baybachklamm keine Rede sein.
Dazwischen immer wieder hell und dunkel im Kontrast, so wie der Herbst sich nun mal zeigt. Hier könnte ich tagelang unterwegs sein, ohne dass es mir langweilig wird.

Ich kenne mich mit Pilzen überhaupt nicht aus, aber ich finde sie sind so unterschiedlich und so schön anzuschauen.

Ich nehme an, dass hier früher auch Schieferstollen in die Felsen getrieben wurden. Nun dienen sie den Fledermäusen als Winterquartiere. Schilder bitten auch hier den Wanderer, die Tier in Ruhe zu lassen, sie nicht zu stören.

Ungefähr auf halber Strecke befindet sich die Schmausermühle. Dort mache ich ausgiebig Rast und esse einen vorzüglich zubereiteten Hunsrücker Wildschweinbraten, mit Pfifferlingen und Spätzle. Neben sehr gutem Essen bietet das Haus auch mehrtägige Wanderarrangements an. Die Mühle ist auf Übernachtungsgäste eingestellt.

Nach dem köstlichen Mahl mache ich mich auf, die zweite Hälfte der Tour zu erwandern und wie man unschwer erkennen kann, hat der Herbst diese Gegend voll im Griff. Es ist ausnahmsweise auch richtig schön solch einen breiten Weg zu gehen, nicht nur weil er so bunt ist, sondern weil das Wildschwein in meinem Magen ruht. 🙂

Und dies hier will ja auch noch bewältigt werden. Das war schon ein wenig anstrengender, aber sehr gut zu schaffen.

Romantisch gelegen, hier die Heyweiler Bauernmühle, in privatem Besitz befindlich.

Immer wieder Wasser

Vorbei an Wiesen und zankenden Pferden

Weitsichten, hier auf das Paar, dem ich auf dieser Wanderung immer wieder begegne. Auch er fotografiert und so kann es passieren, dass entweder ich schneller voran komme oder die beiden. Begeistert sind wir alle.
Überhaupt, es ist wunderbar zu erleben, wie sich Wanderkontakte bilden, für diese eine Wanderung immer wieder freundliche Schwätzchen, beleben das Wandern, selbst wenn ich allein unterwegs bin.

Das Baybachtal ist wunderschön. Ich habe hier eine der schönsten Wanderstrecken vorgefunden. Zuletzt noch ein paar Eindrücke von der Gegend.
Und wer hier zum Geocachen mal wandern möchte, kann sich hierüber auf den Seiten von GEWUM = Geocachen, Wandern und Mehr, informieren.

Foto von Ideemedia
Foto von Ideemedia

Passend zu den Traumschleifen  gibt es beim Ideemedia Shop Bücher mit zusätzlichen Informationen zum Weg und Tipps zu Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, sowie nahe am Weg befindliche Sehenswürdigkeiten.

22 Kommentare

  1. ochh Elke jetzt nach Deinen Bildern muss ich da wirklich unbedingt hin – daß ist genau was ich so liebe – bischen rumkraxeln und schön am Wasser laufen ! Steht somit auf jeden Fall dieses Jahr auf der Liste 🙂
    Danke Gruss Angelika

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  2. Hallo Elke, da hätten wir uns ja sogar Treffen können, wir sind gestern den Rheinsteig von Braubach nach Filsen gegangen, wollten zuerst noch bis Kamp gehen, da ich aber schon seit 3 uhr wach war, haben wir das bleiben lassen

    heute mal ausruhen und Morgen gehts ins Ahrtal, die restlichen schönen tage muss man ja ausnutzen!

    Schönen Sonntag Markus

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  3. Wunderschön, dein Bericht und die Fotos, da kann man ins Schwärmen kommen. 🙂
    Ich habe die Baybachklamm letztes Jahr leider nicht geschafft, dieses Jahr wieder nicht, aber nächstes Jahr muss es sein!
    Und nun verstehe ich auch, wie du das Foto von dir auf dem Layensteig hinbekommen hast – wandernderweise, obwohl du allein unterwegs warst: Das neue Stativ?

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    • Hi Katrin,
      ja die Klamm ist absolut erste Sahne.
      Du solche Fotos von mir habe ich öfter gemacht, Kamera auf einen Tisch oder Baumstumpf stellen, Selbstauslöser an und du hast das „perfekte“ Wanderfoto, allerdings sitzt der Fokus meist nicht gut und daran ändert auch das Stativ nüscht.

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  4. Hallo
    Da kommt Mann ja ins schwellgen 😉
    Kannst Du mir über diese gesamte Tour,
    eine zusammen gefassten Tourne verlauf
    zu kommen laßen.
    Liebe Grüße Harald

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    • Hallo Harald,
      ja diese Gegend ist schon wirklich traumhaft.
      Einen Tourenverlauf kann ich dir nicht liefern, aber wenn du zum Steffenshof fährst und dort startest, dann findest du dort auch schon die Wegezeichen der Traumschleifen. Die sind tatsächlich zuverlässig an jeder nur erdenklichen Stelle angebracht und leiten dich den gesamten Weg über.
      Viele Grüße
      Elke

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  5. Das sieht wirklich wunderschön und spannend aus. Die Traumschleife werde ich auf jeden Fall in die Liste meiner Wanderziele aufnehmen.
    Danke für die tollen Bilder.

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  6. Ich weiß zwar nicht, wo man in Ellenz-Poltersdorf guten Wein kaufen kann, obwohl ich da schon 4x in Urlaub war (den tollen BREVA-Wein gibt’s dort -glaube ich- bei Dehren; ich kaufe den meist in Ernst bei Goebel-Schleyer oder in der Vinothek). Was ich aber weiß: Baybach und Ehrbach (eine ganze Ecke weiter moselabwärts) sind die spektakulärsten Seitentäler der Untermosel. Der Ehrbach ist vielleicht in der Klamm noch schöner, die aber leider recht kurz ist. Der Baybach ist auf längerer Strecke spannend, ich sag‘ mal, zwischen Weinsmühle und Abzweig zur Waldeck (die man als 68er Nostalgiker -wie ich das bin- natürlich nicht auslassen darf). Da beide Täler aber inzwischen sehr bekannt sind, möchte ich auf die „Wilde Endert“ bei Cochem und das winzige Dörtebachtal zwischen Klotten und Pommern hinweisen. Die Endert ist nicht ganz so dramatisch wie Baybach oder Ehrbach, aber kaum weniger schön. Das kleine, steile Dörtebachtal ist für Pflanzenkundler und andere Naturliebhaber extrem interessant. Durch Elkes tolle Berichte wird hoffentlich der eine oder andere Wanderfreund animiert, sich auch mal in dieser Gegend umzutun. Es lohnt sich wirklich, denn die Vielfalt der Moselregion ist nahezu ohnegleichen!

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    • Lieber Rainer,
      danke für deine ausführliche Kommentierung.
      Die Endert hat mir die Wirtsfrau in der Pension auch schon empfohlen.
      Die Baybachklamm war außer dem Paar, dem ich immer wieder begegnet bin, absolut ruhig. Also ich hab´s genossen.Ein weiterer Urlaub in dieser Gegend wird mich sicher noch in so manche verschwiegene Ecke tragen.

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