Als der Herbst zum Winter wurde – Unser Wochenende auf dem Rheinburgenweg

Mädelstour Herbst 2012
Bacharach – Oberwesel
Oberwesel – St. Goar
Fotos

Seit unserer gemeinsamen Maiwanderung auf dem Rheinsteig stand fest, das wiederholen wir nun im Herbst und Frühjahr jährlich. Leider musste Iris absagen, weil sie mit einer häßlichen Erkältung zum Heimaufenthalt verdonnert ist. Das war sehr sehr schade.

Samstag der 27.10.2012 war dann unser Tag. Freitag hat der Himmel noch eimerweise Wasser über uns ausgeschüttet, kaum zu glauben, dass es Samstag anders aussehen sollte.

Aber der Himmel hatte ein Erbarmen und schloß die Schleusen zeitig, sodass wir bei Eiseskälte, aber immerhin trocken um 7 Uhr früh starten konnten.
Ziel war St. Goar, von dort aus wollen wir mit dem Zug zum Startpunkt unserer Wandertour, Bacharach um dann in einer Zweitagestour wieder St. Goar zu erreichen.

Ein wenig schwummerig wurde uns schon, als wir feststellen mussten, dass in den höheren Lagen tatsächlich eine dünne Schicht Schnee lag. Conny noch mit Sommerreifen unterwegs, musste höllisch aufpassen und so landeten wir sehr knapp vor Abfahrt des Zuges, in St. Goar. Ein außerordentlich freundlicher Herr hörte unsere Diskussion über fehlendes Kleingeld für den Fahrkartenautomaten und bot uns an, auf seinem Jobticket mit zu fahren. Das fing gut an 🙂

In Bacharach angekommen, gab es erstmal einen geruhsam getrunkenen Kaffee. Anschließend Besichtigung der Stadt Bacharach und eine kleine Kletterpartie hoch zur Burg Stahleck, die heute als Jugendherberge dient.
Zu den Fotos kann ich nur sagen, ich habe die Kameraeinstellungen im ISO Bereich irgendwie versemmelt. Teils sind die Aufnahmen grottenschlecht geworden.

Bacharach überzeugt den Besucher durch wirklich zauberhafte Fachwerkhäuser. Leider sind größere Bereiche derzeit wegen Straßenbauarbeiten mit Straßensperren und und Umleitungen bestückt, sodass das Gesamtbild darunter etwas leidet. Aber diese Arbeiten sind zum Erhalt einer Stadt nun mal nötig.

Das „Alte Haus“ ist eines der schönsten, noch original erhaltenen Fachwerkhäuser der Stadt Bacharach.

1368 war die Grundsteinlegung. Erstaunlich, dass solche Bauten heute noch stehen, wenn ich bedenke, dass unsere neueren Gebäude oft das 30ste Jahr nicht erleben.

Der Ruine der Werner Kapelle werden wir noch lange von allen Seiten betrachten können, auf unserem laaaaangen Weg nach Oberwesel.

Wie so oft, laufen  Schleife um Schleife, sehen hier ein wenig und dort.

Aber erst einmal steht uns der Aufstieg zur Burg Stahleck bevor.
Die liebe Conny erweist sich auf dieser Wanderung als Gruppen-Clown :-), sie liebt die Gefahr und das Verbotene, das hat sie immer wieder bewiesen 🙂
Also stand auch nicht lange die Frage im Raum, gehen oder klettern. Conny entscheidet: einfach ist doof, das kann jeder. Also hangeln wir uns auf matschigen, mit Sträuchern versperrten Pfad, an einem Seil entlang in Richtung Burg empor. Und sie straaaaaahlt.

Ich mit meinem Monsterrucksack, hänge an den zahlreich vorhandenen Stachelranken fest, sodass Conny mich davon erstmal befreien muss, Tanja ist zu dieser Zeit schon lange oben.
Runter schauen ist immer wieder schön 🙂

Oben die Burg schauen aber auch. Windig ist es und noch sehr leer.
Das Wetter lockt hier nicht gerade Bsucherströme an. Wir bleiben auch nicht lange hier oben, immerhin möchten wir ja wandern und zum rasten ist es noch erheblich zu früh.

Da ist sie wieder, schön platziert in den bunten Herbsthängen.

Und wieder wird nicht lange diskutiert, wir nehmen den Hangelpartieweg und es geht hoch hinauf. Ohne Seilsicherung wäre hier ein Aufstieg nur auf allen Vieren möglich gewesen.

Tapfer kämpfen wir uns hinauf, um dem Tag die nötige Würze zu geben. Tanja begründet ihre Bereitschaft heute gerne zu klettern damit, dass sie in höheren Lagen den Schnee sehen will (von diesem Wunsch ist sie im  Laufe der nächsten Kilometer allerdings weit abgekommen)

Manchmal lohnt ein Blick zurück!

Ohne Worte 😀

Diese Trauben, ich gestehe, hingen nach dem Foto nicht mehr an ihrem Platz. Viele waren nicht mehr zu sehen, die Ernte der frühen Trauben ist vorbei, die ersten Reben schon zurück geschnitten, sodass so mancher Hang schon recht kahl aussieht.

Nur die Trauben für den köstlichen Eiswein warten auf die frostigen Zeiten.

Und hier sind wir gegenüber von Kaub. Im Frühjahr führte unsere Wanderung in der ersten Etappe dort hin. Hier zu sehen, die Burg Pfalzgrafenstein, eine ehemalige Zollwache.

Es sieht hier

Es sieht hier alles so friedlich und schön aus, aber in Wirklichkeit, hier nicht zu erkennen, tobte auf den freien Flächen in Höhenlagen ziemlich heftig der Wind und trieb die wenigen Schneeflocken um unsere Ohren. Unsere tapfer erkämpften, am Ende rd. 19 km gelaufene Strecke, hat uns ziemlich was abverlangt. Ich habe aus diesem Grund auch bei weitem nicht alles fotografiert.

Aus diesem Grund haben wir uns auch geweigert noch die Burg Schönburg dort oben zu besichtigen. Wir waren einfach am Ende unserer Kräfte. Es bekümmert mich etwas, weil Burgen für mich immer ein Highlight meiner Wanderungen sind.

Auf Asphaltwegen, teilweise auf Straßen, wandern wir Oberwesel entgegen.

Oberhalb der Stadtmauer führt der Weg hinunter in die Stadt, vorbei an zahlreichen Türmen und herrlichen Ausblicken auf die Weinberge und die Schönburg, sowie auf all das alte Gemäuer von Oberwesel.Und nach einem Kaffee schauen wir uns die Stadt auch noch von oben, nämlich über die begehbare Stadtmauer laufend an.

Ich denke an der Körperhaltung ist erkennbar, dass die Lust am Wandern auf ein Minimum geschrumpft ist. Jetzt geht es erstmal in unser Hotel, duschen.

Vor dem Abendessen machen Tanja und ich uns noch einmal kurz auf den Weg, um die Stadt in der Dunkelheit zu bestaunen und ein paar Fotos zu machen, die aber mangels gescheitem Stativ und dadurch entstandener Unlust, nicht so toll geworden sind.

Wir machen uns also auf den Rückweg und belegen den von uns reservierten Tisch im Hotel Pfropfenzieher. Dort beenden wir unseren ersten Wandertag mit Steak, Hirschragout und ein-zwei Gläschen herrlichem Wein. Schon um 22 Uhr verschwinden wir in unsere Gemächer um uns fit zu schlafen, für den zweiten, hoffentlich sonnigeren Tag.

Wobei Tanja in Erwägung zieht den Tag mit wärmenden Getränken zu beginnen 🙂

10 Kommentare

  1. Eine wunderschöne Gegend, die ihr da besucht habt. Die Pfalz bei Kaub auf der Insel Falkenau kann man im Sommer übrigens auch besuchen. Ich fand es echt toll da, aber leider kann man nicht auf der Insel übernachten. Das hätte ich total gerne mal gemacht 🙂

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  2. Hallo Elke, der war gut! 😀 das deine letzten Bilder im Dunklen nicht so gut geworden sind.
    Ich habe in einem anderen Blog auch gelesen das der Rheinburgenweg sehr gut sein soll! Mir ist auch aufgefallen, das der immer auf der anderen Rheinseite geht? Ich muss die Tage doch mal nach Siegburg, und mir die Wanderkarte für den Rheinburgenweg kaufen! Es klappt auch einfach prima mit den Bahnen am Rhein. An der Wied zu wandern ist zwar auch ohne frage toll, aber da kommt man schlechtesten falls nicht mehr ohne Taxi zum Auto. An der Agger kann man auch noch gut gehen bzw drum herum, da geht das meist alles noch, solange man nicht hinter Gummersbach eine Strecke läuft! An der Sieg geht das auch wunderbar, da die Bahn zumindest 1x die std fährt, an der Mosel geht es bis Alf/Bullay. Weiter Richtung Trier weis ich nicht wie da Busse fahren?

    Da wo man genau weis hier komme ich wieder zum Auto oder Hotel zurück, da kann man ne Streckenwanderung Problemlos machen. Da wo man sich nicht sicher ist, in der Eifel,Westerwald,Sauerland,Bergisches Land etc sollte man es lassen und eine Rundwanderung Planen! Ich spreche aus eigene Erfahrungen!
    Nun bin ich zu weit abgekommen Entschuldigung dafür 😦 . Was ich noch fragen wollte, liebe Elke Habt ihr schon den Sicherungsgurt dabei gehabt, also schon vorher gekauft? Ihr habt euch da ja schon Profimässig gesichert, oder sehe ich das falsch? Sieht sehr Interessant aus!

    Was du allerdings vergessen hast, wäre eine Empfehlung zumindest wert, zu sagen das man sich besser ein Hotelzimmer bucht, wenn man hier aus der Kölner gegend dort wandern will. Es ist doch schon ne weite strecke, und wenn man zusammen gute 3 std alleine an fahrt hat, wird der Spaß etwas getrübt, da man ja nach der Wanderung Einkehren muß oder will. Unser Ritual ist immer, dass wir am Ausgangspunkt nach der Wanderung immer irgendwo Einkehren! Um auch zur ruhe zu kommen und alles zu bequatschen, was man so alles erlebt hat etc. Daheim lässt man den Tag mit Wein eh ausklingen 🙂

    Gruß markus

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    • Lieber Markus,
      wir hatten uns nicht gesichert. Wir mussten an den seilen entlang.
      Da wir eine Zweitagestour gemacht haben, war eine Übernachtung selbstverständlich.
      Je nachdem von wo der Wanderer anreist, muss er ja nicht übernachten, das macht nur für Weithergereiste Sinn.
      Vielen Dank für deine ausführliche Antwort 🙂

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      • Hallo Elke
        ah danke dann ist das in etwa vergleichbar mit dem Calmont an der Mosel. Da du ja schon in einer anderen Antwort schreibst, die Strecke Oberwesel-St.Goar wäre viel Interessanter, werden wir die auch mal gehen, ich gehe mal davon aus das diese strecke auch so um die 15km hat?
        Ja, es kommt natürlich drauf an von wo man startet, und wie lange man zeit hat bzw wie lange es Hell ist etc..
        Am Donnerstag oder Freitag je nach Wetter machen wir die nächste Tour, mal sehen wo es und hin zieht! Das Planen wir nach Lust und Laune, es soll ja auch Spaß machen!

        Liebe grüße markus

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  3. Hach, schön Elke, so mit einer kleinen Gruppe eine mehrtägige Tour – der Anfang eurer Tour war ganz schön abenteuerlich so zu sehen, an dem Seil auf glitschigem Boden. Komisch, gell, am Samstag hat in Aachen den ganzen Tag die Sonne geschienen (wohl auch kalter Wind).

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