Traumpfade an der Wupper

Heute führt mich meine Wanderung an die Wupper
Oben das Titelbild zeigt den Wupperhof

Schon voriges Wochenende stand dieser Trip auf meinem Plan, aber auch Wanderinnen werden manchmal krank, und so hatte ich Knast, so hab ich es empfunden. Um so größer war der Hunger heute, endlich vor die Tür zu kommen.

Die Wupper hat mir  Rainer ans Herz gelegt, der hier schon so manchen Kommentar hinterlassen hat und seit Jahrzehnten wandernd durch alle möglichen Gebiete streift. Er hat mit diesem Vorschlag genau meinen Wandernerv getroffen.

Vor allem der Landrat Lucas Weg hat mir Freude gemacht, weil seine Pfade in diesem Abschnitt herrlich schmal und felsig sind, die An- und Abstiege knackig.

Umgestürzte Bäume, einer krachte während ich dort unterwegs war einfach ins Unterholz, und massenweise Pilze säumen oder blockieren den Weg. Teilweise haben Forstarbeiter einfach Trittstufen in die über dem Weg liegenden Bäume gesägt, damit der Baum liegen bleiben kann, aber der Wanderer trotzdem ungestört und ungefährdet seinen Weg fortsetzen kann. Meiner Einschätzung nach ein guter Kompromiss,  der sowohl die Bedürfnisse der Natur, als auch die des Wanderers berücksichtigt.

Zur heutigen Tour die Daten:
Streckenlänge: 18,8 km
4:30 Stunden in Bewegung
1:30 Stunden mit fotografieren und 1 Futterpause zugebracht.
Höhe: 453 m
Abstig 495 m
GPS Tracke hier:
Weitere Fotos

Ich starte bei noch sehr grauem Himmel um ca. 1o:00 Uhr in Solingen Unterberg, auf dem großen Parkplatz direkt an der Seilbahn.
Die Wupperbrücke überquert und ab  rechtsseitig der Wupper auf den Bergischen Weg, deutlich zu erkennen an dem orangen Logo. Der Bergische Weg zieht sich auf 242 km in 13 Etappen vom Ruhrgebiet durch die Naturparke Bergisches Land und Siebengebirge bis nach Königswinter .

Auf diesen Pfaden bleibe ich eine ganze Weile, gelange aber bald zusätzlich auf dem Geologische Pfad der Naturfreunde. Dem Wanderer wird erklärt wie die unterschiedlichen Faltungen des Gesteins und die Kerbtäler der Umgebung entstanden sind und wie man diese nennt.

Zunächst zeigen sich die Wege größer und übersichtlich, das sollte sich später sehr ändern.

Der Herbst hat die Landschaften voll im Griff und der kommende Winter kündigt sich an. Es findet sich kaum noch Laub auf den Bäumen, dafür raschelt es unter meinen Füßen, sodass es unmöglich ist auf leisen Sohlen über die Waldwege zu gelangen.

Die bizarren Wuchsformen mancher Gewächse kommen nun wieder deutlicher zum Vorschein, überhaupt legen Herbst und Winter Dinge frei, die ansonsten unter dichtem Blattgrün verborgen sind. Ich denke da an die Ruinen der alten Industriebauten, die man nur in der blattlosen Zeit auf Anhieb erkennt.

Diese Gewächse wiederum, sind nur bei genauem Hinsehen erkennbar, da das Laub schnell dafür sorgt, dass sie bis zur Unsichtbarkeit zugedeckt werden. Riechen kann man sie allerdings sehr deutlich, vor allem heute, da die Feuchtigkeit der vergangenen Regentage noch in der etwas wärmeren Luft hängt.

Hier sind zahlreiche Reiterinnen unterwegs und teils, so wie hier, von einer Hundestaffel begleitet. Überhaupt war am heutigen Sonntag einiges los, auf Solinger Waldwegen, nur auf den sehr schmalen Pfaden war ich nahezu allein.

Hier konnte ich mich kaum losreißen, zu schön war dieses Fleckchen und es war niemand anwesend, der mich bei der andächtigen Betrachtung gestört hätte.

Dank Rainers Vorinformation konnte ich einem etwas öderen Weg ausweichen, indem ich mich auf den Erzgebirgspfad begab, der kurz vor dem Balkhauser Kotten endet.

Und da ist er, einer von den zwei noch fast komplett erhaltenen Schleifkotten in Solingen. Der Kotten wird als Industrie- und Schleifermuseum genutzt und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Auf Anraten eines Paares, dass ich hier antraf, bin ich noch einen Pfad hoch gelaufen, von dem aus ich den Kotten in sehr schöner Weise von oben betrachten konnte.

Diesen Weg möchte ich irgendwann dann auch mal komplett bewandern, die schmalen Pfade sind einfach herrlich und auch im Winter angenehm zu wandern.

Wieder herunter geklettert, laufe ich weiter durch Balkhausen, durch eine Ansammlung schönster kleiner Fachwerkhäuser.

Immer öfter treffe ich auf den Weiden diese Rinder mit der Alf- Frisur.
Der kleine Widerkäuer hatte eine so dermaßen gleichmässige Kaubewegung drauf, dass ich kein Problem hatte die Kamera abzudrücken, just in dem Moment, da er die Klappe aufriss.

Der Herbst ist nicht das Ende der Natur, nein sie legt sich nur schlafen. Vorher werden allerdings Vorbereitungen für das kommende Frühjahr getroffen, wie man hier sehr schön sehen kann.

Gestern Abend wünschte mir jemand viel Spaß auf den bergischen Traumpfaden und daran musste ich denken, als ich diese Traumpfadebänke sah. Sie passen hier sehr gut hin, finde ich.

Nicht nur Wald, auch freies Feld beinhaltet diese Strecke, wie man sieht, die Sonne zeigt sich und gibt mir nochmal blauen Himmel. Der Kontrast des braunen Feldes, der Wiese und dem belebten Himmel, gefällt mir sehr gut.

Es wird Zeit den Rückweg anzutreten, allerdings und  natürlich nicht auf gleichem Weg zurück. Mein Weg führt mich auf die andere Wupperseite, auf den Landrat- Lucas Weg, der sich auf 24 km von Leverkusen- Opladen Stadtmitte bis Solingen Unterberg zieht.

Ein unglaublich schöner felsiger und teilweise auch etwas schwieriger Weg, zumindest für wenig ausdauernde Menschen sicher ungeeignet. Aber zunächst muss ich die Wupper überqueren und das tue ich am Wupperhof (tolles Restaurant, lohnt sich dort mal hinzugehen)

Standort der Fotografin, die Wupperbrücke 🙂

Der nun beginnende Anstieg nach oben auf die Wupperhöhen hatte es wirklich in sich. Ich hatte das Gefühl, das hört nie auf, aber die Pfade waren super, super schön. Um nicht aus dem Tritt zu kommen, habe ich hier allerdings so gut wie gar nicht fotografiert.

Wenn der gesamte Landrat- Lucas Weg, der nach Webseite kaum asphaltierte Wege aufweist, dann lohnt es sich die 24 km auf jeden Fall mal zu laufen.

Belohnt wird die quälende Last des Aufstieges natürlich mit grandiosen Ausblicken auf das kleine Örtchen Balkhausen, durch das ich vorhin vollkommen gelassen und unangestrengt gewandert bin. Selbst das Rind habe ich dort unten erkannt 🙂

Hier wird es sehr belebt, zig Autofahrer stellen ihre Fahrzeuge in der Nähe des kleinen Wasserwerkes (hier wird das Wasser aus der Sengbachtalsperre zu Trinkwasser aufbereitet)  ab, um ein paar Schritte in der Natur unterwegs sein zu können. Unzählige Hunde werden offenbar aus dem naheliegenden und unüberhörbaren Tierheim Gassi geführt.

Den Obergraben hätte ich auf der Hinrunde sehen können, wenn ich der Empfehlung von Rainer gefolgt wäre, den Wupperweg zu wandern. OK, das nächste Mal nehme ich dieses fotografische Highlight natürlich mit.

Kurz hinter dem schmalen Pfad, der mich nach Unterburg zurück führen wird, steht einer der beiden Diederichstempel. Der andere steht in Sichtweite zur Müngstener Brück, dort war ich vor einiger Zeit auch wandernd unterwegs, habe aber damals wohl keinen Bericht dazu verfasst.

Der Stifter dieser Tempel hat den Aufbauort selber bestimmt und verfügt, dass beide Anlagen zu jeder Jahreszeit für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind.

Ich habe diesen Ausblickpunkt als einen sehr schönen Abschluß meiner Wanderung empfunden. Rechts vom Tempel hatte ich freien Blick auf Schloß Burg, die sich aber mangels gescheitem Licht, nicht gut fotografieren ließ.

Wieso sich dieser Felsbrocken in Paulchen Panters Farben präsentiert, konnte ich leider nicht heraus finden, sah aber irgendwie doof aus.

Ich verweise auf den Kommentar von Rainer, am Ende des Berichtes, er weiß etwas zu diesem Stein zu erzählen.

Unter der Seilbahn hindurch, die den fußkranken Besucher hinauf auf die Burg befördert, gelange ich nach 18,8 gelaufenen km wieder am Parkplatz. Schön wars 🙂

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8 Kommentare

  1. Hallo Elke

    Da haben wir ja am gleichen Tag eine Wanderung gemacht, wir sind allerdings den Mittelrheinsteig gegangen, etwas gefährlich bei der nässe, es ging aber noch wenn man sich drauf vor bereitet 😉
    Deine Tour scheint auch super gewesen zu sein, was man so ließt und zu sehen bekommt! Von der Landschaft her könnte das auch bei uns im Bergischen gewesen sein, irgendwie sieht das alles recht ähnlich aus

    Wie war den die Beschilderung bei dir, außer die Strecke vom Bergischen weg? Wir haben bisher keine guten Erfahrungen machen können, da wo wir unterwegs waren, entweder war der Weg zu gewachsen keine Beschilderung etc.

    Am Donnerstag werden wir mal gucken ob noch ein Traumpfad aussteht 😉

    Liebe grüße markus

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  2. Hallo, Elke! Hier eine kleine Information zu dem von Dir fotografierten Felsbrocken. Der wird seit ewigen Zeiten weiß angestrichen. Das soll an den legendären „Rittersturz“ erinnern. Warum seit einiger Zeit jemand rosa Farbe verwendet, erschließt sich mir nicht. Modische Gründe? Geschmacksverirrung? Geistige Umnachtung?
    Zitat aus Mittelalter-Forum: „Rittersturz vom Weissen Stein – Der Weiße Stein unterhalb von Schloss Burg an der Wupper auf der linken Fluss-Seite. Der Stein ist nicht natürlich von dieser Farbe, jemand trägt von Zeit zu Zeit weiße Pigmente auf. Der Sage nach stürzte sich der Ritter Gerhard von Steinach, angeklagt auf Schloss Burg des Mordes und Verrates, in den Abgrund. Angeblich zu Unrecht angeklagt, sollte Gott über sein Schicksal urteilen. Er landete hier unverletzt, und zurückgewandt rief er an die teilnehmenden Ritter, auf seinen stürzenden Pfad deutend: „So mag, was dort grünet, verdorren und nimmer dort ein ein Halm sprießen, auf dass ein ewiges Mal bleibe zum Gedächtnis, wie Gott die Unschuld errettet!“ Das Wort erfüllte sich, und bis heute wächst an jener Stelle weder Strauch noch Gras. Und was auf dem Foto grün erscheint, ist nur eine optische Täuschung. Dies alles firmiert unter dem Oberbegriff: Rittersturz“ (Zitatende).
    Rittergeschichten sind ja an der Wupper verbreitet. Ca. 1 km vom Wupperhof aus flußabwärts liegt der Rüdenstein, ein Denkmal mit einer Hunde-Skulptur (wie bekloppt ist das denn?). Der Sage nach hat der gute Rüde des Herzogs Robert von Berg diesem dort das Leben gerettet. Lt. Wikipedia kennen in Wirklichkeit die Geschichtsbücher gar keinen Robert von Berg… 😉
    Aber liebenswert sind die Märchengeschichten der Guttenbergs von anno dazumal schon, oder wie die Italiener sagen: Se non e vero, e ben trovato! Viele liebe Grüße, Rainer Motte

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  3. Schön, dass du wieder fit bist, liebe Elke, und so eine tolle Wanderung machen konntest. Diesem Tipp wäre ich auch gefolgt, und du hast die Tour wieder super schön beschrieben und abgelichtet. Vor allem die Fachwerkhäuser sehen wunderschön aus inmitten dieser Herbstfarben. Und das grün besabberte Rindermaul… 😀
    Stufen in die umgefallenen Bäume schlagen – das ist wirklich eine gute Idee!
    Liebe Grüße
    von Katrin

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  4. Ah, ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Aber da bist Du wieder mit einem schönen Wanderbericht und tollen Herbstbildern, sozusagen in Deinem Hintergarten 😉 Macht Lust, dort auch mal wandern zu gehen. LG, Guido

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