Historisches in der Natur der Eifel. Unterwegs in der Gegend von Hürtgenwald bietet sich hierfür die Gelegenheit. Ich folge der Route 66, siehe auch GPS Track, dieser startet am Museum „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“
Landschaft 2Ich starte bei noch einigermaßen trockenem Wetter in Vossenack an der Kirche. Ein paar Schritte durch die kleinen Straßen und schon bin ich auf einer Anhöhe. Von hier aus habe ich einen schönen Blick in die sanft wirkenden Berg und Tallandschaften dieser Gegend.
Mein Gedanke bei dieser Wanderung war eigentlich, mich der Geschichte um Vossenack und Schmidt zu widmen und vor allem den noch vorhandenen Zeichen. Dazu sollte es aber nicht kommen, da das Wetter so fies wurde, dass ich am Ende froh war wieder am Auto zu sein.

Landschaft 1Davon war zu diesem Zeitpunkt nicht sooo viel zu sehen.

KreuzIch glaube davon müssten hier tausende stehen, im Angedenken an die vielen Gefallenen.

Kall-BrückeGedenkskulptur Kall Brücke

Hier befinde ich mich an der Kall Brücke, der Ort an dem in einem begrenzten Umfeld eine Weile eine Art Waffenstillstand herrschte, um die Verwundeten zu bergen und zu versorgen. Diese Gedenkskulptur ist dem Stabsarzt Dr. Stüttgen gewidmet, der für diese humane Geste verantwortlich war.

Spuren unserer Vergangenheit finden sich an vielen Orten der Eifel. Das durfte ich bei unserem Abteilungs- Kulturwochenende in die Eifel bereits erfahren.
Die Ordensburg Vogelsang und das Kraftwerk in Heimbach waren im September diesen Jahres unser Ziel und schon dort rückte die Geschichte des zweiten Weltkrieges sehr nah.

Es ist erschreckend, was unsere Vorfahren in der Eifel erleben mussten.
Hier in der Gegend um Schmidt und Vossenack tobte ab 2. November 1944 die Allerseelenschlacht, die diese unberührt erscheinende Eifel in ein Massengrab verwandelte. Schon die Zeit davor war von den Bemühungen der US Kräfte gekennzeichnet diese Gegend einzunehmen, was ihnen aufgrund ihrer miserablen Ausstattung und der mangelnden Kenntnisse über die Begebenheiten des Geländes, nicht gelingen konnte. rd. 50.000 Soldaten fielen wegen Erfrierungen, Lungenentzündungen und psychischer und physischer Krankheiten aus. Das waren mehr als die Zahl jener, die den Kriegshandlungen zum Opfer fielen.
Aber nun zur Wanderung und der Landschaft, die mich umgibt.

Wasser von überallherDurch die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage sind die Bäche voll und wie man hier sehr schön sehen kann, fliesst es aus allen Richtungen herunter in die Bäche und Flüsse, hier die Kall.

PfadeSchöne Wege finden sich hier, auch wenn über Strecken noch die Spuren der erfolgten Forstarbeiten erkennbar sind. Die von mir gewanderte Strecke wechselt von Wald in Feld und Wiese und erweist sich damit als ausgesprochen abwechslungsreich. Bei besserem Wetter, ohne Plastiktüte über meiner Kamera, werde ich weitere Wanderungen hier erleben.

Wurzelwerk Weitergehts Wassersuchtsichseinen Weg

Wasserreiche WegeViel Wasser, immer wieder und auch auf den Wegen. Das ist ja fast wie im Helenental bei mir zu Hause, allein die Kraft des Wassers ist hier erheblich größer, kein Wunder bei den Höhenunterschieden.

FutterstellenFutterstellen und Salzsteine für die Winterversorgung des Wildes.

Zossen2 Die Beiden hatten es mir angetan und offensichtlich kennen Sie uns Wanderer, aber wohl eher die Unerschrockenen, die auch Futter reichen. Mir sind die erheblich zu groß, deshalb bleibe ich auf Abstand. Tanja, eine Freundin,  hätte da so gar keine Probleme, sie fasst die auch an 🙂

Hier noch einmal die Fotos in der Gesamtheit. Viele sind es nicht und brilliant sind sie aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten mit Plastiktüte über der Kamera, auch nicht.Ich habe an diesem Tag Hagel, starken Wind und viel Regen erlebt und trotzdem war es sehr schön hier.

8 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    Ich bin die Route ein Jahr zuvor im Frühjahr gewandert. Deine Eindrücke kann ich bestätigen.
    Ich musste während der Wanderung ganz oft darüber nachdenken, dass dort, wo ich gerade gehe, vielleicht Soldaten gefallen sind usw. Jetzt ist es ein Wanderweg. Das hat etwas Seltsames wenn man dort wandert, finde ich.

    Gruss

    Michael

  2. Endlich Ferien, endlich Zeit, deinen schönen Bericht zu lesen. Seitdem ich Urlaub mache in der Rureifel, zieht mich die Gegend um Schmidt und Vossenack an; ich war noch nicht dort, aber genau wie du, interessiere ich mich für die Geschichte der Schlacht im Hürtgenwald. In der Serie „Band of Brothers“ wird der Schlacht eine ganze Sendung gewidmet. Auch mein (verstorbener) Schwiegervater muss dort als 17-Jähriger mitgekämpft haben. Er wollte nie viel darüber erzählen. – Wie lange fährst du denn von Leverkusen bis dorthin? Von hier aus wären es knapp 2 Stunden, glaube ich; bisschen zu weit für einen Tag. Übrigens ist schon wieder kein schönes Wanderwetter, nur Regen in Sicht. Ach, einfach mal abspannen tut auch gut. Wünsche dir frohe Weihnachten. Guido

    1. Hallo lieber Guido,
      also von hier aus ist es bei wenig Verkehr ungefähr 1 Stunde Fahrt, durch die Landstraßen knapp drüber. Ich muss ja sowieso immer mind. eine Stunde Anfahrt für Wanderungen in der Eifel rechnen. Die Gegend um Simonskall, Vossenack und Hürtgenwald sind sehr interessant. Ich verbinde wandern gerne auch mit Information, das ist in den Jahrzehnten vorher ein wenig zu kurz gekommen und ich weiß leider relativ wenig über mein eigenes Land.
      Ich werde wohl am Montag eine kurze Tour wandern, das Wetter soll dann ja kurzfristig eine Regenpause einlegen 🙂
      Ich wünsche dir und deiner Familie auch ein paar entspannte Feiertage.
      Viele liebe Grüße
      Elke

  3. Hallo Elke, wie lang ist die Strecke ungefähr und gibt es eine Beschilderung? Würde die Tour gerne laufen, aber unsere 11 Jahre alte Hündin schafft keine 2o km Strecke, leider! danke für die schöne Tour! Ein frohes Weihnachtsfest Martina

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