Sieben Berge – Kloster Heisterbach – Weilberg – Petersberg und Gänse

Angeregt zu dieser Wanderung durch´s Siebengebirge wurde ich durch die herrlichen Fotografien von Inge Graf, die eine Facebookseite namens „Wir sind rechtsrheinisch“ unterhält und mich immer wieder mit fantasiereichen, manchmal ganz einfachen Motivserien überrascht. In letzter Zeit versucht sie sich erfolgreich an fliegenden, landenden und startenden Wildgänsen und die wollte ich kennen lernen, also persönlich 🙂

Gleich vorneweg, gesehen habe ich sie, aber geflogen sind sie für mich nicht, zumindest nicht in der Nähe meiner Fotobüchse. Da kann ich nur singen „Ich wollt ich wär ein Hund, dann….. würden die Gänse auch fliegen“ und gerade sagt mir Inge, das sind gar nicht die Gänse am Kloster, die sie da dauernd fotografiert 😦

KlosterruineNun, ich parke direkt am Kloster Heisterbach.

Als grobe Orientierung für meine Tour habe ich mir die Wanderwege von Siebengebirge – Geh doch mal  Wanderfibel Königswinter – Strecke 3/ Klosterlandschaft Heisterbach und die Geowanderung Stenzelberg herunter geladen. Eine Mischung von beiden Strecken wird es heute werden, wobei ich dort wo es möglich ist, die sandigen aber relativ matschfreien Reiterpfade bevorzuge.

Wand am Weilberg
Wand am Weilberg

Das erste Etappenziel ist der Weilberg.
Der Weilberg ist ein stillgelegter Steinbruch. Hier kann man die verschiedenen Gesteinsschichten die durch die vor 30 Millionen Jahren begonnene Vulkantätigkeit entstanden, sehr gut erkennen. Seitlich des Wegs stehen haufenweise von den schönen Krokussen, leider tief gefrostet und gar nicht mehr schön anzuschauen.

P1010949Ich will wieder bunt und schön 😦

Dieses Foto musste ich einfach dazwischen fuschen, weil ich nur grau und flache Winterfarben nicht ertrage 🙂

BasaltwandOk, wieder zurück zur heutigen Wanderung. Hier eine Nahansicht der Gesteinsschichten des Weilbergs.

Man sieht sehr schön die auf der Infotafel erklärten farblichen Abgrenzungen, vor allem die roten, die irgendwas mit Magma zu tun haben 🙂

Tieffrierblatt

.Und hier ein erfrorenes Blatt auf einer Bank. Sicher verständlich, dass ich auf die Idee mich hier häuslich niederzulassen um mein Bütterchen zu essen, nicht komme. Das verspeise ich später im Gehen.

Inzwischen bin ich auf Abwegen, sprich die o.g. Strecken habe ich verlassen und wandere auf Reitwegen und das gefällt mir deutlich besser als nur auf geteerten Strecken unterwegs zu sein. Der Sand lässt Wasser gut versickern und so bleiben die Beinkleider deutlich sauberer, als auf Waldboden. Ein Hoch dem Pferdesport.

RheinsteigsymbolUnterhalb des jetzt bald erreichten Petersberg gesellt sich der Rheinsteig zu meinem Weg. Dem folge ich jetzt eine ganze Weile – und es geht schon wieder eine ganze Weile bergauf. Schnauf!

Ich muss an Tanja denken, die solche Wege mit Todesverachtung klettert. Später erfahre ich, dass sie auf La Gomera nichts anderes im Sinn hatte, als zu wandern. Die haben dort richtig Touren unternommen und etwas gepflegter Neid kommt auf. Andererseits bin ich mit dem Wandervorhaben in den hiesigen Regionen so ausgefüllt, dass solche kostspieligen Urlaube für mich eher ungeeignet sind. Wer weiß, vielleicht lande ich aber doch nochmal auf diesem Inselchen.

P1020160
St. Peter Kapelle im Jahre 1764 am Ostersamstag geweihte Wallfahrtskapelle von den Zisterziensermönchen Kloster Heisterberg

Die Glocken der kleinen Kapelle läuten zur Mittagszeit, als ich hier oben eintreffe. Im Sommer bietet sich die Terrasse zum Rhein hin an, um ein Käffchen und ein Stück Kuchen zu geniessen. Bei sonnigem Wetter ganz sicher mit grandiosen Ausblicken.

Drachenburg3Heute allerdings, begnüge ich mich eher mit Ratespielen, was es dort wohl zu sehen gibt 🙂

Jawoll, den Drachenfels und die Drachenburg. Ja und ein Ausflug zur Drachenburg steht in diesem Jahr auch mal wieder an. Ich war ewig nicht dort.

Drachenburg2Mehr war nicht herauszuholen, die Sicht war echt bescheiden. Aber gut, es geht weiter einen kleinen Pfad hinunter, die paar Stufen hinter dem Tor waren s…glatt und fast hätte ich eine Landung hingelegt. Gerade noch abgefangen.

NasenbaumIch liebe solche Bäume und es gab reichlich davon auf diesem Weg.

KnorrigeBäume

EnltalngStreuobstwiesenDann geht es an Streuobstwiesen vorbei Richtung Oberdollendorf. Hier dürfte es in ein paar Wochen ganz toll aussehen, mit den ganzen Obstblüten. Eine Idee wäre es eine weitere Strecke zu basteln und bei der Gelegenheit den Stenzelberg auch noch mitzunehmen, den habe ich heute geschlabbert.

Gut SülzDieses nette Häuschen mit dem Balkon ist das Gut Sülz, ein Weingut. Von hier aus kann der interessierte Wanderer eine Weinwanderung machen. Die Weinberge liegen jetzt frisch geputzt vor mir, aber eben noch absolut blattlos. Das wird sich in den nächsten Monaten noch sehr verändern, sofern der Winter sich bequemt seinen weissen Hut zu nehmen und uns bis Dezember in Ruhe zu lassen.

Das Fachwerkhaus Gut Sülz stammt aus dem Jahr 1656. Erstmals Erwähnung findet das Gut aber bereits im Jahre 996. Im 13. Jahrhundert gelangt es in den Besitz der Mönche des Klosters Heisterbach und bildet daraufhin bald den Mittelpunkt seiner umfangreichen Weinwirtschaft.

WeinbergDa sind sie, die Weinberge, die nun noch ein wenig trostlos erscheinen.

RasenmäherUnd hier hat der Eigner des Gut Sülz seine biologischen Rasenmäher eingesetzt, damit das Gras an sonnigen, warmen Tagen den Gästen auf der Weinterrasse nicht an den Füßen kitzelt, sondern schön kurz ist.

SchafiegeOb das wohl ein weibliche Rasenmäherin ist? Eine die sich nicht entscheiden konnte welche Farbe ihr Kleid haben soll? Sehr schön auch bei der Schur, falls sie denn geschoren wird. Ein Häufchen braun und ein Häufchen weiß- entzückend oder?

WeinbergeAusichtDort oben wollte ich auch hin, war aber zu weit ab von meinem Weg. Aussichtspunkt Hülle mit der Schutzhütte Rheinblick.  Man genießt von dort eine schöne Sicht auf das Endstück des Mittelrheins.

Baumstraße2Oberhalb der Weinberge geht es dann schnell wieder in den Wald und dort lässt man offensichtlich nicht all das Holz liegen, sondern verwertet es. Eine s.g. Holzstraße hat sich gebildet. Sieht irgendwie toll aus, finde ich.

P1020239Und dann geht es an Feldern vorbei. Immer wieder erwische ich mich bei dem Gedanken, wie das wohl ganz in grün aussieht und dazu die Felder. Herrrrlich und ich freue mich mal wieder auf die heran nahende Zeit, die dann die Erfüllung all dieser Wunschträume sein soll.

Noch aber ist es trüb.

KlostergreznmauerUnd weil mir die gelaufene Zeit zu kurz erscheint, umrunde ich großräumig das nun in Sichtweite befindliche Kloster. Ein kleiner Pfad führt dann um die Anlage herum, überall sind Steine aus den Mauern gebrochen, sicher nicht nur durch Unwetter.

Klosteranlage

Am Ende noch eine kleine Runde durch das Klostergelände und da es nun beginnt zu schneien ist es doch sinnvoll mich auf den Heimweg zu begeben.

GansDie Gans ist gemein, sie fliegt immernoch nicht 🙂 und verärgern will ich sie nun auch nicht. Vielleicht hat sie bei schönem Wetter mehr Lust.

Und da, da höre ich sie über mir, zwei Gänse und sie lachen mich aus, weil ich die Kamera nicht so schnell in Position bekomme.

Blöde Gans, sage ich da nur 🙂

Eine schöne Tour war es, auch wenn weder Wetter noch Farben ein Übermaß an Fotografien gerechtfertigt hätten. Sie kommen doch immer irgendwie zusammen, die vielen Fotos.

Schönwetterfotografie kann jeder, sieht auch schöner aus. Aber wandern nur bei schönem Wetter wäre mir zu wenig.

Den GPS Track zur Tour finden Sie hier: GPS Siebengebirge

Und noch ein paar Fotos

8 Kommentare

  1. Hallo Elke, mir gefällt wiederum das geheimnisvolle Bild von Drachenburg und Drachenfels besonders gut. Dafür dass Du die Wanderung heute gemacht hast, hast Du den schönen Bericht samt Bilder unwahrscheinlich schnell hingekriegt: Respekt! – Noch ein paar Tage und dann werde ich endlich Dein on-line Schüler in Sachen Navi 🙂 (hab schon mal auf Deinen GPSies-Link geklickt)

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    • Heute war ja nur ein kurzer Bericht 🙂
      Ich bin mal gespannt, wie du den Umgang mit deinem neuen Spielzeug empfindest.
      Helfe dir gerne, wo ich kann.

      Hast auch das Blogstöckchen bekommen und musst in deinen Rucksach schauen. Da kannst du ja dein neues Garmin unterbringen 🙂
      Bis bald
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Hallo Elke,
    die Bäume könnten aus dem Märchenwald sein.
    Auf dem Westweg zwischen Schonach und der Kalten Herberge hatte ich mal ähnliches gesehen, aber nicht so viele, wie du sie auf deiner Wanderung gesehen hast.
    Ganz liebe Grüße
    von Frieder

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      • Hallo liebe Elke,
        bei dir regelmäßig lesen und auch etwas dazu schreiben macht einfach Spaß.
        Man merkt immer deine Liebe zur Natur und du kannst deine Eindrücke von deinen Wanderungen sehr schön zu Papier 🙂 bringen.
        Du hast auch noch Enkel, die ihr Recht verlangen. So ist dein Tag mit Sicherheit immer aisgefüllt. Das alles finde ich richtig klasse.

        Liebe Grüße
        von Frieder

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  3. Hallo Elke,
    ja es wird echt Zeit, daß die Bilder Farben bekommen 🙂 – aber Deine Bäume sind klasse – mich begeistern auch immer wieder die grossen Buchenbäume bei uns auf der Alb – man steht dann immer ganz beeindruckt da und denkt, was die einem alles zu erzählen hätten 🙂
    Drücken wir uns mal die Daumen, daß der Wintereinbruch sich bald verzieht.
    Liebe Grüsse aus dem Süden – hier wirds jetzt auch pfuiii ungemütlich !
    Angelika

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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