Wacholder, Orchideen und einen Heidentempel – Die bunte Wandermischung

Eine Wanderung für Sonnenhungrige verspricht dieser Tourverlauf. Michael, ein Wanderbekannter, hat diese Strecke selber entworfen. Das ist immer ein Garant für viele Weitblicke und relativ wenig Wald und sie sind naturnah.

P1080584Recht spät entschließe ich mich doch noch auf Tour zu gehen, also lande ich erst um  11:00 Uhr in Gilsdorf auf dem Wollweg, stelle mein Auto ab und ziehe in der schön kräftig scheinenden Sonne los.

Gilsdorf4Schon die ersten Schritte durch das kleine Dörfchen beschäftigen meine Kamera. Dieses Gebäude kann ein richtige Schmuckstück werden, wenn es einmal fertig saniert ist.

Tollerschuppen
Und das hier gehört zu meinen Traumhäusern, hach neeee

Aber nun zur Tour, die hier im Grund beginnt, mit Wiesen, Felder und Wiesen und Feldern und Wiesen……. Und da das Ganze mitten durch Naturschutzgebiete verläuft, finde ich hier Orchideen und unzählige bekannte und weniger bekannte Gewächse. Ein Paradies für die Nase, weil einige dieser Gewächse einen herrlichen Duft verströmen, ein Paradies für die Ohren denn die Vögel singen Konzerte  in unterschiedlichen Tonlagen. Was soll ich viel schreiben, seht doch selber, geht hin und wandert dort und riecht es!

P1080479Hier waren die Holzfäller am Werk und kurzeitig verliere ich ein wenig den Pfad aus den Augen, aber drüber weg und schwupps nach unten, weiter geht es auf der Wanderroute. Das trockene Nadelholz duftet so herbe, das mag ich. Auch auf der Buntsandsteinroute ist dieser Duft sehr stark wahrzunehmen. HütteDer Blick von diesem Punkt aus ist der Schönste während meiner Reise durch die Naturschutzgebiete dieser Gegend. Rund herum schaue ich in die weichen Wellen der Eifel.

P1080415In diesem Moment wünsche ich mir ein paar Grad weniger und damit die Ruhe hier oben zu sitzen und einfach nur zu genießen und zu schauen. Das werde ich auf jeden Fall bei einer nächsten Runde nach holen.

InfoschildEin weiteres Highlight sind die Ruinen eines römische Matronenheiligtum „Heidentempel“

Um diesen ungewöhnlichen und geheimnisvollen Ort aufzusuchen muss ich ein Stück Anhöhe mitten im Wald erklimmen und dort kann einem schon der Atem weg bleiben und das nicht weil der Anstieg steil ist.

Römische Anlagen

Brunnen
Der Brunnen galt früher im Grunde als Eingang zur Anlage. Hier wurde sich gereinigt und vermutlich auch die ersten Rituale vollzogen

SchmucksteineIm Sonnenlicht, das sich seinen Weg durch die Laubbäume sucht, wirkt dieses Heiligtum irgendwie verwunschen.

Sophie Lange, die sich intensiv mit der Geschichte und den Geschichten der Eifel befasst und die in einer sehr berührenden Art nieder schreibt, hat auch zu dieser Stätte umfangreiche Recherchen angestellt und dies auf ihrer Webseite dokumentiert.

Eine Kollegin hatte bei einem in der Eifel verbrachten Wander-Wochenende unserer Abteilung einige Auszüge aus Sophie Langes Büchern vorgelesen, unter anderem auch die Beschreibung des typischen Eiflers. „Der Eifeler als solcher“, köstlich kann ich nur sagen.

GrabsteinEin weiteres Kleinod steht in diesem Wald. Ein Grab- Gedenkstein an einen Wanderer des Eifelvereins, der 1972 hier an dieser Stelle, während einer Wanderung verstarb.

Merkwürdige Gedanken kommen da auf, das ist nicht der erste Gedenkstein dieser Art. Ich möchte gar nicht während des Wanderns sterben, lieber danach. So habe ich die gesamte Tour noch genossen. Ich sag ja, merkwürdige Gedanken.

Ich lasse diesen geschichtsträchtigen Ort hinter mir und schlendere den Weg wieder zurück auf die Wanderstrecke.

Nun ändert sich ein wenig das Landschaftsbild, es gibt nach einer Weile weiteren wanderns an Wiesen und Hecken entlang und weiteren herrlichen Blicken in die kleinen Täler, wie das Horntal, auch ein wenig Wald. Jetzt tut das auch richtig gut. Die Kühle des Waldes lässt meinen Gang wieder etwas beschwingter werden. Die Wanderung darf langsam ausklingen.

Reh1+2
Die beiden Rehe sind sich auf dieser Wiese begegnet und ziehen nun gemeinsam weiter, sehr bedächtig, immer wieder die Nase in den Wind haltend. Ich konnte sie gut 10 Minuten bei ihrem Tun beobachten

P1080576Das letzte Wegstück führt dann aber wieder auf offene Flächen, an einem Reiterhof vorbei, überall stehen Pferde, ich höre sie hinter den Hecken, sehe sie auf der anderen Seite des Weges friedlich grasen.

Eine Augenweide, wie die gesamte Wanderstrecke. Da kann ich nur „Danke“ sagen, dass Michael mich auf dieses Naturerlebnis hingewiesen hat.

Wer die Tour nachwandern möchte sollte bedenken, dass es bei sommerlichen Temperaturen recht anstrengend sein kann durch die offenen Flächen zu wandern. Wen das nicht stört, wird mit einer unbeschreiblich schönen Landschaft beschenkt und die Pflanzenfreunde werden seltene, geschützte Pflanzen entdecken können. Lange Hosen sind empfehlenswert, da die Gräser im Sommer recht hoch wachsen.

Bei allen Touren an geschützen Wiesen, bzw. Gebieten vorbei möchte ich darum bitten. Pflückt niemals diese Kostbarkeiten ab, lasst sie in Ruhe wachsen. Viel zu wenige haben wir noch, auch wenn sie so anscheinend reichlich auf einer einzelnen Wiese wachsen.

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6 Kommentare

  1. Mann Elke – den Bericht hast du aber schön geschrieben. Und die ganzen Hintergrundinfos!
    Ich denke ich werde da in meinem Bericht mal einen Link zu deinem setzen.
    Ich habe die Route ähnlich erlebt wie du. Und ich arbeite bereits an einer zweiter Route in diesem Gebiet. Danke für die netten Worte zu diesem Weg. 🙂

    Viele Grüße

    Michael

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  2. Hallo Elke,
    schöne Bilder zeigst du uns.
    Aus jedem Wort und aus jedem Bild kann man erkennen, wie sehr du die Natur liebst.
    Pusteblumen mag ich so gern. 🙂
    Viele liebe Grüße
    von Frieder

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    • Lieber Frieder,
      ja die Nähe zur Natur ist mir wichtig und im Frühjahr, Sommer und Herbst ganz besonders, aber auch der Winter hat seinen Reiz, wenn er nicht zu lange andauert 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Elke

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  3. Hallo Elke, mal wieder ein schöner Bericht mit tollen Bildern! Den Matronentempel habe ich mir auch schon auf einer Touren im letzten Jahr angeschaut. Viele Grüße aus Krefeld Hans

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