Die Drover Heide – Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt

Die Drover Heide ist ein schmaler Streifen Naturschutzgebiet, ganz nahe bei Nideggen. 

  • Aufmerksam wurde ich auf dieses Juwel durch NaturAktivErleben (Tour 85). Hier habe ich mich auch mit Grundinformationen und GPS Track versorgt.
  • Hier mein Track!
  • Ich parke an der Feuerwehr in Drove (Navi: Wehrstr./ In den Benden)

Entstehung der Drover Heide

Nachdem die Drover Heide eine militärische Nutzung von rd. 100 Jahren hinter sich gebracht hat, wurde sie nach Abzug der belgischen Truppen in 2004, für die Öffentlichkeit frei gegeben. Das gesamte Gebiet ist von kleinen und mittelgroßen Rundwanderwegen durchzogen, die eindeutig aber naturnah markiert sind. Seit 2005 steht das Gebiet unter Naturschutz und gehört zur Natura 2000

Die Tatsache, dass diese Flächen regelmässig mit Panzern befahren wurde hat bewirkt, dass der Untergrund stark verdichtet und damit wasserundurchlässig wurde. Überall wo Senken entstehen konnten, sammelt sich nun das Regenwasser und ließ Tümpel entstehen, die dann auch eine typische Flora und Fauna entstehen ließen. Die Wahner Heide ist auf ähnliche Weise entstanden. Bagger ersetzen nun die Panzer von damals und sorgen für die erforderlichen offenen Wasserflächen.

Drover Heide heute

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Weite Bereiche der Heide sind derzeit abgesperrt, um die störungsempfindlichen Brut- und Gastvögel nicht zu stören. Erst im August wird hier wieder der Zugang ermöglicht.

Solche Naturschutzräume sind ungeheuer wertvoll und der dringenden Bitte auf den Wegen zu bleiben komme ich gerne nach. Leider ließen immer wieder vor zu findende, fort  geworfene Tempotaschentücher darauf schließen, dass sich nicht jeder bewusst darüber ist, was Naturschutz bedeutet.

Sogleich geht es durch das Nachtigallental an der Drove vorbei, dann durch ein Waldstück (Buche, Birke, Eiche und Nadelhölzer wachsen hier), um nach einer kleinen Weile schon in der Heide zu landen.

Ein Schachbrettfalter und er flog leider gleich wieder weg, bevor ich mich näher heran pirschen konnte.

 

An einer Bank in einem kleinen Waldgebiet mache ich meine kleine Pause.

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Mit diesem ortsansässigen Herren habe ich mich bei der Gelegenheit eine ganze Weile unterhalten. Er geht hier oft durch das Gelände und wunderte sich darüber, dass ich mich so gut auskenne. Nachdem ich ihm erklärte, dass ich nach einem GPS Track laufe, war er dann wieder beruhigt. Er erzählt mir, dass nachmittags eine Aufsicht hier durch wandert um die Wege zu kontrollieren, Wege frei zu schneiden und ggf. kaputte Planken von den Holzstegen zu erneuern, die oft durch Reittiere beschädigt werden.

Libellen sind an den niedrigen Tümpeln zu sehen, sie sind mit der Eiablage beschäftig. So nah wie in der Wahner Heide, komme ich heute nicht dort hin.

David und Goliath

„Ein kleiner David kämpft gegen einen Goliath“, so lautet meine persönliche Überschrift, als ich sehe wie verbissen eine rote Waldameise sich an einen Mistkäfer gehangen hat. Immer wieder versuchen andere Ameisen auf den Mistkäfer auf zu springen, rutschen aber immer wieder ab. Ich habe das nicht lange beobachtet (jetzt könnte ich mich wohin beissen, dass ich die Geduld nicht hatte).

Auszug aus Wikipedia: Trifft eine einzelne Arbeiterin auf ein (für sie allein) zu großes Beutetier, so greift sie es meist trotzdem an und versucht, ihm mit den Kiefernzangen eine Wunde zuzufügen, in die sie aus der Giftdrüse Ameisensäure sprüht. Die leicht flüchtige Ameisensäure signalisiert Artgenossen, dass Unterstützung gebraucht wird.

Da fällt mir eine nette Geschichte ein: Die fleißige Ameise, also echt…blöd wer eine fleißige Ameise ist 🙂

Ortskundiger Wanderführer

An diesem größeren Tümpel, der sicherlich nicht so schnell austrocknen wird, treffe ich wieder auf den unterhaltsamen Wanderer und den Aufseher. Schnell sind wir in ein nettes und sehr informatives Gespräch verwickelt. Ich habe eine kleine Broschüre über die im Kreis Düren vorkommenden Amphibien und einen Flyer zur Drover Heide abgestaubt und eine Einladung zu einer Exkursion …..erzähl ich später 🙂

Das sind die Momente in denen ich weiß, warum ich so gerne in der Natur unterwegs bin. Ich treffe dort so oft auf Gleichgesinnte und sehr freundliche Menschen, die sich gerne mitteilen, die ihr Wissen teilen. Danke 🙂Drover Heide (54).jpg

 

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Frösche und Nichtfrösche

Zu dem kleinen Kerl gibt es auch etwas zu erzählen. Der freundliche Wanderführer der NABU und dem Eifelverein erklärte uns, dass dieser kleine Teichfrosch eigentlich keine richtige Zuordnung hat, weil er eine Kreuzung (Hybride) aus Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch ist. Er kann sich aber, anders als andere hybridogenetische Hybride auch ohne Rückkreuzung mit den Elternarten existieren und sich fortpflanzen. Schaut sicherheitshalber bei Wikipedia

Nach diesem ereignisreichen Zwischenspiel begebe ich mich auf den Rest meines Weges, der nun nur noch rd. 4km lang sein wird. Ich habe arg getrödelt, aber das tat meiner Achillesferse sehr gut und meiner Seele auch.

Bis auf das kleine Stück paralell zur K26, die mir nach so viel Stille wirklich auf die Nerven ging, habe ich vollendete Ruhe genossen. Die Landschaft ist nicht sehr wechselvoll, man muss Heide mögen, um sich auf solchen Wanderungen wohl zu fühlen.

Mir hat dieses Paket sehr gut gefallen und vielleicht schaue ich Ende August-September noch einmal vorbei, um die Vollblüte der Heide zu betrachten.

Schaut halt noch einige Fotos zum heutigen Tage:

 

11 Kommentare

  1. Hallo Elke,

    eine wunderschöne Tour mit teils fantastischen Bildern untermalt. Ich bin ja erst neulich durch die Dreiborner Hochfläche gewandert und war fasziniert von der tollen Landschaft. Schön, wie schnell sich die Natur erholt, wenn der Mensch ihr die Chance dazu gibt.
    Bei solchen Eindrücken, zwickt die Achillessehne auch nicht mehr ganz so schmerzhaft, oder?

    Lieben Gruß

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  2. Hallo Elke, wie immer wunderschöne Bilder. Es Ist schon toll was sich auf diesen ehem. Truppenübungsplätzen an Natur erhalten hat. Ich bin auch an einem Projekt der Nabu beteiligt das Teile des Truppenübungsplatzes Schmittenhöhe in Koblenz betreut. Größte Kleinode in diesem Gebiet sind die Wildkatze und der Laubfrosch. Gruß Rüdiger

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    • Oh Rüdiger,
      die Schmittenhöhe kenne ich garnicht, Wildkatzen tauchen doch immer häufiger auf, in Berichten und Fotostrecken.
      Ein Grund mehr solche Ruhezonen einzurichten. Toll, dass du dich dort mit einbringst.
      Liebe Grüße
      Elke

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    • Lieber Frank,
      war das auch Drover Heide?
      Die Bank in dieser Form gab es dort, aber solche gibt es ja fast überall mal.
      Spätestens im Spätsommer zeigst du uns was deine Heimat so aufzuweisen hat. 🙂
      Liebe Grüße
      Elke
      PS: ich tickere dich mal über PN an, möchte ja wissen wo du bist und wie es dir geht.

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  3. Das ist doch die schönste Nutzung für einen ehemaligen Truppenübungsplatz. Überall sieht man mittlerweile wieder Natur statt Panzer. Ob Brüggen, Dreiborner Höhe oder gar Düsseldorf. Wenn man die Natur in Ruhe lässt dann zeigt sie uns was eine Harke ist. Und Elke fotografiert sie dann.

    Liebe Grüße
    Jürgen

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    • Ja Jürgen,
      und es ist erstaunlich wo sich die Natur einfach wieder breit macht 🙂 und es ist erstaunlich, dass gerade aus militärisch genutzten Gebieten ganz besondere Raritäten wachsen können.

      Ja ich fotografieren alles 😀
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Sehr sehr schöne Bilder elke, danke dafür, und für Natur und Tierliebhaber ein unbedingtes Wanderziel 🙂
    In 2 wochen wenn die Urlaubszeit beginnt, werde ich endlich auch mehr zeit zum Wandern haben 🙂 Ich freue mich schon sehr darauf, da ich derzeit nur noch gefrustet bin 😦

    An Solch schönen Wanderberichten kann ich mich derzeit noch mehr erfreuen als sonst 🙂

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      • DAS ist sowas von sicher Elke 🙂 Das wochenende an der mosel war Traumhaft gewesen, aber irgendwie is nu schon alles aufgebraucht davon 😦 Schrecklich ist sowas. Ich werde morgen hier in der umgebung ne Wanderung machen, nur um etwas ab schalten zu können 🙂

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