Traumpfad Rheingoldbogen

An römischen Wasserleitungen vorbei und durch die Weinberge mit Aussichten auf Vater Rhein am Bopparder Hamm, stehen heute auf meinem Programm. Bei zunächst bedecktem Himmel, fahre ich in Leverkusen los, erreiche den Parkplatz am Friedhof Brey gegen 10 Uhr.

Mit 13,3 km ist dieser Traumpfad Rheingoldbogen relativ kurz und deshalb plane ich im Anschluß in das nur 2km entfernte Rhens zu fahren und dort den Traumpfad Wolfsdelle zu erwandern. So kann ich diesen wandertechnisch perfekten Tag sehr gut ausnutzen.

Rheingoldbogen (9)_bearbeitet-1Aber nun erobere ich erst einmal diesen Traumpfad hier.
Nur kurze Zeit nach meinem Start erreiche ich die erste Attraktion, nämlich die Römischen Wasserleitungen. Unglaublich, was in unseren Böden so alles zu finden ist. Immerhin sind diese Leitungen um die 2000 Jahre alt und sie führen immernoch Wasser.  Sehr viel ist nicht zu sehen, weil die Schächte, wie auf dem Foto zu sehen, sehr zugewachsen sind.

Rheingoldbogen (45)_bearbeitet-1Der Weg führt weiter durch hellen, freundlichen Wald und zahlreiche Schilder weisen auf weitere Wanderwege hin, unter anderem auch auf den nur rd. 5km entfernten  Bopparder Klettersteig, den ich in diesem Jahr endlich erfolgreich absolviert habe. Das war ein Abenteuer! Und ebenso wie der Klettersteig führt auch dieser Wanderweg hier, über den Rheinburgenweg. Immer wieder tauchen die Schilder auf.

Rheingoldbogen (29)_bearbeitet-1Und schon bald erreiche ich die erste Traumliege, natürlich so gestellt, dass eine hervorragende Aussicht auf die umliegende Landschaft gewährleistet wird. Allerdings nichts zum fotografieren, weil all die Herrlichkeit voll im Gegenlicht der Sonne liegt.

Nach einer kurzen Pause, in der ich ein paar Mal in mein Baguette beisse und die große Kamera in den Rucksack packe, geht es weiter an lichten Waldgebieten entlang, in dem für mich kaum erkennbar, die Hügelgräber liegen.

Rheingoldbogen (48)_bearbeitet-1

Ach ja, hin und wieder trifft man auf solche Kreuze. Es sind auch früher auf den Pilgerwanderungen wohl einige der Pilger um ihr Leben gekommen. Da waren sicher auch einige dabei, die bei schlechter Gesundheit oder schon recht alt waren.

Nach einer Runde um die Hügelgräber erreiche ich das imposante und riesige Golfhotel Jakobsberg. Einen kleinen Einblick in die Geschichte des ehemaligen Klosters gibt die Webseite des Golfclubs/hotels

Für mich mehr als Sonderbar ist die Tatsache, dass hier eine Ausstellung von Haribo zu besichtigen ist, mit Verkauf. Sollten sie Interesse haben, die Öffnungszeiten erfahren Sie  jede Woche an der Hotelrezeption Tel.  06742.80 80.
Nachtrag: Von den Betreibern der Facebookseite der Traumpfade bekomme ich eine Erklärung für diese sonderbare Mischung Golf/Haribo: Das Hotel Jakobsberg ist ein Anwesen des Firmengründers von Haribo – Hans Riegel.

Rheingoldbogen (102)_bearbeitet-1Quer über das Gelände führt der Traumpfad schnell wieder in den Wald und ganz schnell nun auch zu den ersten Aussichten auf den Rhein. Und die dort häufig anzutreffenden Mauereidechsen sind auch zahlreich vorhanden. Sie huschen fast kaum mal für mich sichtbar, schnell ins Gesträuch wenn sie mich kommen hören.

SchmetterlingeAuf dem Weg befindet sich eine Pfütze, in der sich unzählige Kohlweißlinge versammelt haben.

Rheingoldbogen (112)_bearbeitet-1Und da sind sie, die Schilder die ich auf dem Weg durch die Weinberge an der Mosel vermisst habe. Warnschilder an den Wanderer, sich in Deckung zu begeben, wenn ein Hubschrauber naht.

Ich frage mich nur, wohin soll ich, wenn die giftigen Flieger sich nähern. Ein wenig mißtrauisch gucke ich mich um und hoffe sehnlichst, dass mir die „frische“ Brise der Spritzung nicht erreicht. Noch viel zu leidvoll habe ich diese Erfahrung in Alf an der Mosel in Erinnerung. Nun, ich bleibe verschont, kein Flieger in meiner Nähe.

Rheingoldbogen (115)_bearbeitet-1Rheingoldbogen (124)Statt dessen geniesse ich einfach großartige und erholsame Ausblicke am Bopparder Hamm, spüre den kühlenden Wind  und gleichzeitig die wärmende Sonne. An Stellen, die noch nicht mit Insektiziden besprüht wurden atmet auch meine Nase köstliche Düfte ein.

Hímmel, wie sehr geniesse ich das hier und ich wünsche mir, dass diese Passage hier möglichst lange währt.

Es wird zwar nicht mit Fliegern gesprüht, aber mit Kleingeräten und Bindearbeiten werden noch am Weinstock ausgeführt.
Es wird zwar nicht mit Fliegern gesprüht, aber mit Kleingeräten und Bindearbeiten werden noch am Weinstock ausgeführt.

Rheingoldbogen (144)

Herrliche bunte Blüten bereichern die Wege links und rechts an den Rändern und auch reichlich an den Schieferhängen.

Doch irgendwann biege ich ab, vom Rhein weg in die Felder mit den wogenden Getreidehalmen. Der Duft wechselt jetzt in den warmen Hauch von Sommerfeldern. Das trockene Heu ist unverwechselbar in seiner Intensität.

Rheingoldbogen (177)_bearbeitet-1Die Böden sind ausgetrocknet und auch das riecht irgendwie, finde ich.

Die obere Schicht platzt auf und hinterlässt Risse im Boden, mit fantasievollen Mustern

Eine eigenwillige Art Bienenhäuser zu gestalten. Hier wimmelt es nur so von den fleißigen Sammlerinnen
Eine eigenwillige Art Bienenhäuser zu gestalten. Hier wimmelt es nur so von den fleißigen Sammlerinnen

Schnell, bevor die sich wieder überlegen sich in meiner krausen Haarpracht zu vergnügen, wandere ich weiter.

Die Marksburg auf der grünen Wiese?
Die Marksburg auf der grünen Wiese?

Da ist sie deutlich zu sehen, die Marksburg . Diese mittelalterliche Wehranlage wurde hauptsächlich im 13. und 15. Jahrhundert gestaltet. Die Anlage ist eine der wenigen Burgen, die die an den Bau anschließenden Jahrhunderte unbeschadet überstanden haben. Sie thront über dem Örtchen Braubach und ich weiß sicher, das ist eines meiner nächsten Ziele.

Rheingoldbogen (190)Für mich paradiesische Aussichten. Wenn ich nicht so erledigt wäre, ich würde nicht hier sitzen und schreiben, sondern wieder unterwegs sein.

Rheingoldbogen (196)Weiter über Wiesen und Felder und an der Muttergotteskapelle vorbei, sowie den auf meinen Wegen stets anzutreffenden Rinderwiesen geht meine Wanderung dem Ende zu. Ich kann mich nur wiederholen und erkären, das war ein Spitzenweg.

Und nach Erreichen des Parkplatzes am Friedhof Brey fülle ich meine Wasserblase wieder auf, frühstücke endlich vernünftig und begebe mich zum nächsten Startpunkt eines Traumpfades, in das 2km entfernte Rhens. Der Traumpfad Wolfsdelle erwartet mich!

Foto von Ideemedia
Foto von Ideemedia

Wer sich vorab zur den Traumpfaden Informationen erlesen möchte, kann dies gut in den kleinen Wanderführers des idee media Verlages tun. Unter dem Thema „Schöneres Wandern“ gibt es die beiden Bücher zu den 26 + 1  Traumpfaden. Inzwischen gibt es ein aktualisiertes Buch, siehe Abbildung links, darin sind alle Traumpfade vereint.

 

9 Kommentare

  1. Hallo liebe Elke,
    mir ist geradeso, als hätte ich dir bei der Wanderung über die Schulter schauen können. Es muss wunderschön sein, da zu wandern.
    Wunderschön sind auch deine Fotos.
    Wenn man in deinem Blog liest scheint auch an Regentagen die Sonne.
    Viele liebe Grüße
    von Frieder

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  2. Vielen dank fûr die schönen Fotos. Ich bin heute vor einer Woche diesen weg auch bei traumhaften Wetter gewandert, hatte aber leider meinen Fotoapparat vergessen. So kann ich diese schöne Wanderung nochmal virtuell erleben.

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  3. Bei Elke scheint immer die Sonne, weil Elke mit ihrer Liebe zu den Details die Sonne im wahrsten Sinne des Wortes verpflichtet .
    Wer die Natur so sieht wie sie mit dieser Liebe zum Detail der hat immer schönes Wetter und wenn es im Herzen ist.
    Ja Elke ,du weisst ja es gibt für mich 3 Lieblingsblogs die mich immer wieder aufbauen und mich ermutigen einer davon ist Deiner.danke für die imposanten und informativen Berichte mit diesen brillianten Fotos.
    Schönes Restwochenende
    Ilona

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    • Liebe Ilona,
      danke für deine aufbauenden Worte 🙂
      Mit meinen Wanderungen und dem anschließenden schreiben darüber tue ich auch für mich selber sehr viel :-). Die Natur ist mein Seelentröster, sie ist immer da, auch wenn es regnet :-).
      Deine Worte tun mir aber auch unendlich gut.
      Ganz liebe Grüße
      Elke

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  4. Wunderschöne Bilder und ein schöner Bericht.Jetzt hab ich schon mal eine Menge Hintergrundwissen, wenn ich mir den Rheingoldbogen und die Wolfsdelle gönne. Das Stück Rheinsteig an der Marksburg lang bin ich übrigens schon gegangen. War anstrengend aber wunderschön.
    Die neuen Smileys hast du ja auch schon ausprobiert :-). Sieht gut aus 🙂

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