Der Titel verspricht eine Umrundung zweier Meere und wer dann Google bemüht wird feststellen, dass es sich hier um Seen handelt. Im niederländischen nennt man einen See – meer. Und zee – bedeutet im niederländischen – Meer.

Heute werde ich, trotz der Nähe zur deutschen Grenze, sehr viel niederländisch lesen und sprechen. Prima, so frische ich meine inzwischen fast ins unkenntliche verschwundenen Kenntnisse der niederländischen Sprache auf, die mit einen Hauch von flämischem Akzent durchsetzt ist. Ob mich jemand verstehen wird?

Ich erreiche Bergen und damit den Nationaal Park De Maasduinen gegen 9 Uhr morgens. Schon auf der Fahrt entlang der Heide- und Moorlandschaften dieser Gegend gerate ich in Vorfreude auf den heutigen Tag.
Die Fotos, die ich bei Facebook bei einem Orchideenliebhaber gesehen habe, der in Kevalaer lebt und den Nationaal Park sehr oft auch zum joggen und fotografieren aufsucht, haben mich neugierig gemacht. Reizvoll präsentiert er die karge Landschaft, die sich rund um das Reindersmeer gebildet hat.

P1110693Ich parke etwas argwöhnisch mein Auto auf einem vollkommen verwaisten Parkplatz. Was nützen Sorgen? Nichts, also los und darauf hoffen, dass kein böser Schelm böses will. Nach Erkunden der näheren Umgebung begebe ich mich auf die eigentliche Runder, die mich zunächst über rd. 8km um das Reindersmeer führen wird.

Zunächst überquere ich die Brücke über der ehemaligen Schleuse zwischen Reindersmeer und Leukermeer, die nach Ende der Auskiesung mit einem Informationsgebäude überbaut wurde. Ein Café gibt es auch. Sitzt man dort auf der Außenterrasse, so schwebt man quasi über dem Wasser (habe ich nach Umrundung des Reindersmeeres auch getestet).

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Eine wunderschöne Terasse mit Blick auf das Reindersmeer

Das größte stehende Gewässer im Nationaal Park ist das Reindersmeer, ein durch den Abbau von Sand und Kies in den Jahren 1971–2001 entstandener Baggersee, der für Freizeitaktivitäten nicht genutzt werden darf und seiner natürlichen Weiterentwicklung überlassen ist. Es ist mittels einen kleinen – nicht schiffbaren – Kanals mit dem Leukermeer, einem weiteren heute touristisch erschlossenem Baggersee unmittelbar außerhalb des Nationalparks und im weiteren Verlauf mit der Maas verbunden. Weitere, deutlich kleinere Gewässer, sind aus ehemaligen Torfstichen entstanden. (Wikipedia)

P1110708Meine Runde führt mich an einigen Attraktionen für die kleinen Besucher vorbei.

Wenn der Pumpenschwengel ordentlich betätigt wird, fliesst Wasser in die Rinne, bis hinunter in den See. Das habe ich natürlich sofort ausprobiert, ist ziemlich anstrengend. Als ich einige Stunden später auf der gegenüber liegenden Seeseite vorbei wandere, ist dieser Ort hier rappel voll mit spielenden Kindern. Das dürfte so manchen Vater an seine Grenzen bringen, das Wasser am fliessen zu halten 😀

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Balanceübungen für die Kleinen. Macht Spaß, hab es ausprobiert 🙂
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Eine Bucht, hier ist das Wasser ruhiger als an den anderen Seerändern, denn die vorstehenden Landspitzen (Kap) verhindern, dass hier das Wasser Bewegung erhält

P1110719Ich liebe diese Art Wege. Die Mischung aus Kiefern und Birke, erinnern mich an die Zeit in Lommel, im belgischen Flandern. Dort habe ich viele Jahre fast jedes Wochenende und jeden Urlaub zu gebracht.

P1110748Niedrig wachsende Brombeersträuchen mit ihren satt schwarzen Früchten wachsen hier in unglaublichen Mengen. Nahe am Boden vermeide ich das Pflücken, aber dort wo sie hoch hängen, klaube ich mir so viele wie möglich von den dornigen Sträuchern. Erst kürzlich erklärte mir mein Fitnesstrainer, dass sich auf den von Insekten gut besuchten Naturfrüchten erheblich besser das wertvolle Vitamin B12 entwickeln kann.

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Wenn ich das richtig sehe, handelt sich sich hier um den auf der roten Liste für bedrohte Pflanzenarten stehende Gagelstrauch, dessen Blätter giftig sind.

Zum Gagelstrauch hat Guido, ein belgischer Wanderfreund, noch etwas bemerkt, nämlich dass hier ein Naturbier  von einer Naturschutzorganisation Naturpunt gebraut wird, unter zur Hilfenahme der Gagelblüte.  Übrigens eine Angewohnheit, die es schon vor Jahrhunderten gab. Schön, das zu wissen, vielen Dank Guido. Noch etwas lesenswertes zur Bierherstellung.

P1110766Hier, erklärt mir der heimische Tippgeber für die Wandergegend, wächst auch der breitblättrige Stendelwurz. Habe ihn leider nicht gesehen.

P1110773Die Heide beginnt schon mit der Blüte, im August wird hier alles in zartem rosa blühen. Wohl ein Grund noch einmal hierher zu fahren, wenn sich die Chance ergibt.

P1110830Nein, hier hat niemand seine Schuhe vergessen. Ich folge dem Tipp ab und an barfuß zu laufen. Den Versuch gebe ich allerdings schnell wieder auf, mein Herr Achilles murrt zu schmerzhaft.

Ins Wasser darf man hier sowieso nicht.

P1110832P1110849Plötzlich höre ich lautes Gezeter und ziehe hektisch meine Kamera hoch. Unzählige Gänse machen mit ihrem Nachwuchs Flugübungen. Nach und nach landen weitere Gruppen auf dem Stück See. Die haben sich hier ganz offensichtlich verabredet.

P1110922Wer auf die andere Seite überwechseln möchte, also nicht umwandern oder umradeln, der betätigt sich hier als Fährmann/frau. Eine schöne Lösung, vor allem da sich in diesem Bereich hüben wie drüben die Attraktionen für die Jüngsten befinden.

P1110930Es geht aber auch hier über diese schöne Brücke hinüber auf die andere Seite.

P1110932Ein riesiger Abenteuerspielplatz macht es für Familien zu einem riesen Vergnügen zu pausieren oder einfach den Tag hier zu verbringen. Herrlich, was die Niederländer sich einfallen lassen um ihre Kinder zu bespaßen.

P1110942P1110945Noch an ein paar fantasievollen, schön geschnitzten Holzfiguren vorbei lande ich wieder an dem schönen Restaurant und lasse mich zu einem „Limburgse Vlaai“ und einem Cappuccino nieder, bevor ich die Runde um das Leukermeer angehe.

Die freundliche Bedienung hat mein niederländisch-belgisches Kauderwelsch verstanden und ich erhalte das gewünschte.

Die Preise sind moderat und der Kuchen typisch recht süß. Dabei gibt es immer einen kleinen Likör mit Sahne. So liebe ich das!

Hier noch ein paar Fotos im Video:

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Schon sehr schnell wird klar, dass hier viel Geld unterwegs ist. Viele Boote, große und kleine, tummeln sich auf dem Wasser oder liegen still in der Sonne. Ein schönes Bild.

P1110966Hier ein Beispiel für das Wegeleitsystem, dass sich durch das niederländische, aber auch das belgische
Fahrradnetz zieht. Unter dem jeweiligen Knooppunt befindet sich eine Karte, nach der man sich orientieren und den nächsten Knoppunt ansteuern kann.

In der Nähe befindet sich ein Nobel Ferienpark Leukermeer

P1110969Und wieder die von mir so geliebten Wege mit dem typischen Kiefernduft

Im folgenden gibt es noch ein paar Fotos, denn ich umrunde im Grunde lediglich diesen Ferienpark mit seinem Gewässer. „Lediglich“ bedeutet nicht, dass das uninteressant war, ganz im Gegenteil. Es riecht gut, das Wetter ist ideal zum wandern und die Wege gefallen mir sehr gut.

Der GPS Track zur Tour.

22 Kommentare

  1. Hallo Heike, danke für diesen tollen Beitrag. Wir waren auch gerade am Reinders Meer und haben uns gründlich verfahren. Irgendwie erschließen sich uns die Knotenpunkte nicht. Hast Du eine Route ,sprich die Knotenpunkte in Reihenfolge für uns.
    Danke, es hat mir großen Spaß gemacht deinen Bericht zu lesen und zu sehen.
    Ein freundlicher Gruß von Haus zu Haus, Marlene

  2. Hallo Elke,
    ich war in diesem Sommer – auch aufgrund Deines sehr schönen Berichts – am Reindersmeer und habe den Tag sehr genossen. Sehr schöne und auch abwechslungsreiche Wege. Und im Gegensatz zu Dir habe ich die komplette Strecke ums Wasser barfuss zurückgelegt. Eine schöne Erfahrung, gerade durch den ständig wechselnden Untergrund aus Sand und Gras. Nur für die Schotterwege in Parkplatznähe habe ich meine Schuhe gebraucht. Solltest Du vielleicht nochmal probieren.

    1. Klasse, ich freue mich, dass dir die Umgebung gefallen hat. In diesem Jahr habe ich leider keinen Besuch einschieben können, aber in 2015 werde ich es erneut versuchen und dann sicherlich auch barfuß, aber die gesamte Strecke….naja 🙂
      Einen lieben Gruß
      Elke

  3. ist das Reindersmeer Natur Schutz gebit suche eine see oder meer wo ich mit mein rc modellbau Rennboot rum fahren
    kann es ist elektrisch kein Benziner kann oder ist es da verboten mit rc booten da zu faren

  4. Liebe Elke, sehr schöner Bericht und tolle Fotos! Nachdem wir im Frühjahr mit unserem Boot auf der Durchreise von Roermond nach Friesland kurz das Leukermeer besucht haben, planen wir für diesen Sommer ein langes Wochenende dort zu verbringen und das hübsche Bild auch mit unserem Boot zu bereichern 🙂 Dann werden wir auch Zeit und Gelegenheit haben, etwas mehr von der Gegend zu erkunden, und da kommen uns dein Bericht und deine Tour sehr gut aus!

    Viele Grüße,
    Simone

    1. Und wieder eine Erinnerung an ein Erlebnis der besonderen Art. Es kribbelt geradezu in den Füßen mich dort wieder einmal umzuschauen.
      Danke für deinen super schönen Kommentar und lieben Gruß
      Elke

  5. Das Reindersmeer habe ich bei einer Vortour zur Radtour für Xantour endeckt. zweiTage später gleich mit Gitti zur Wanderung aufgebrochen. Toller Track super Bilder
    Vielen Dank
    Gruß Klaus-D. Lau

    1. Hallo Klaus,

      da möchte ich auf jeden Fall auch einmal wieder hin 🙂
      Interessante Seite habt ihr da in Xanten 🙂
      Vielen Dank für deinen Kommentar und Gruß hinüber nach Xanten
      Elke

  6. Beste Elke,
    Zufall brachte mir auf deine Reportage über das Reindersmeer. Ich wohne ganz nah an diese Meer und komme da sehr gerne, meistens mit Mann und Rad, weil es da auch Knotenpunkte gibt für Radfahrer.
    Mit grossen Freude und Interesse habe ich dein Text gelesen und die schöne Bilder gesehen. Erstaunlich wie gut Du alles beschrieben hast und vor allem richtig getroffen hast.
    Es ist fast eine Werbung fürs Fremdenverkehramt. Ich bin ganz froh dass das Zufall mir auf dein Website gebracht hat.

    Mieke Bosmans

  7. Liebe Elke,
    ich genieße deine Berichte immer wieder.
    Tolle Infos gespickt mit schönen Fotos und nun auch noch mit Videos – einfach KLASSE!
    LG Petra

    1. Danke liebe Petra, das macht mir auch eine Menge Freude und auch für mich,wenn ich nach Wochen oder Monaten die alten Berichte lese. So habe ich immer eine schöne Erinnerung. 🙂
      LG Elke

  8. Sehr schön beschrieben, Elke. Ich wusste zwar, dass Du in Lommel die Ferien verbracht hast, aber auch die Wochenenden? Zu dem Knooppuntenfoto nur dies: es handelt sich in diesem Fall um Wanderknotenpunkte, nicht Fahrradknotenpunkte, ist aber das gleiche System. Und noch dies zum Ndl: ‚meer‘ heißt zwar See, dafür heißt ‚zee‘ (sprich: See) wiederum Meer. Logisch, gell?! Stimmungsvolle Bilder auch 😉 (Ich fuchtele immer noch mit der Makrofunktion meiner Kamera rum, krieg es einfach nicht hin) LG, Guido

    1. Ja Guido, wir hatten dort einen großen Holzcaravan gekauft und rd. 10 Jahre jede freie Minute dort zugebracht. Sogar unsere Katzen waren in den Ferien mit dort und haben sich sehr wohl gefühlt.
      Unsere belgischen Nachbarn haben uns im Winter schon Freitags früh die Heizung angemacht, damit wir es schön warm hatten. Ach es war eine schöne Zeit.
      Oh ja die zee, sollte ich noch in den Text einfügen 🙂

      Du, wenn alles gut geht, komme ich in den nächsten Wochen nach Lommel, ich möchte dort eine Runde mit dem Rad fahren. Vielleicht lappt es ja, dass wir uns mal treffen, dann können wir mal Makros fotografieren 🙂

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