Der Hunger nach Sonne, Natur und Bewegung schickt mich wieder einmal in die Eifel und hier auf denTraumpfad Vier Berge Tour. Zu diesem Zeitpunkt ist mir noch nicht klar, dass ich im Anschluß auch den Traumpfad Heidehimmel Volkesfeld wandern werde.

P1120956Bei absolut optimalen Wanderbedingungen starte ich in Mendig am großen Wanderparkplatz „Erlenmühle“. Im Vorfeld habe ich mir den GPS Track von der Traumpfade-Webseite herunter geladen und in den Track die Besonderheiten der Strecke mit eingezeichnet. Den von mir aufgezeichneten Track finden Sie bei GPSIESDas Fotoalbum bei Picasa gibt noch mehr Einblicke in die Tour.

Ein kurzer Blick in die Umgebung klärt mich darüber auf, dass hier auch ein Natursteinlehrpfad startet, allerdings genau in entgegen gesetzte Richtung. Früher waren hier 80% der erwerbsfähigen Männer in der Steinverarbeitenden Zunft tätig. Die unterschiedlichen Materialen, die hier und in Nachbarländern verarbeitet wurden, werden auf diesem Pfad vorgestellt.

Die Erlenmühle diente früher als wasserbetriebene Kornmühle. Ein erster Pachtvertrag stammt aus 1599. Seit 1882 befindet sich die Mühle im Besitz der Familie Schmitz in fünfter Generation. Leider ist aus der früheren Gaststätte ein rein privat genutztes Gebäude
Die Erlenmühle diente früher als wasserbetriebene Kornmühle. Ein erster Pachtvertrag stammt aus 1599. Seit 1882 befindet sich die Mühle im Besitz der Familie Schmitz in fünfter Generation. Seit 2001 wird das Gebäude rein privat genutzt. Schde, mir wäre es lieber sie würde weiterhin als Gaststättenbetrieb geführt. Ein idyllisches Fleckchen ist das hier.

P1120978Am Kellbach entlang, an der Erlenmühle vorbei führt der Zuweg alsbald über einen schmalen Waldpfad zum Erlenbrunnen, dem eigentlich Startpunkt dieser Wanderung.
Der Erlenbrunnen, angelegt 1809, ist einer der für die Gegend typischen Sauerbrunnen mit hohem Eisengehalt. Auf dem Traumpfad Heidehimmel Volkesfeld ist ein größerer, gut zugänglicher Platz, wo sich die Bevölkerung und wie ich persönlich feststellen durfte sogar Bewohner der Stadt Bonn, regelmäßig ihren Trinkwasservorrat auffüllen.

P1120984Auf herrlich schmalen Pfaden, wie schon auf dem Zuweg, geht es weiter voran, zunächst Richtung Layfelsen.P1130018P1120992Entlang einer riesigen Tuffsteinwand führt der kleine, teils mit Holzstufen und Geländer versehene Pfad. Am Rauhbuur wurden früher Tuffsteine für den Backoffenbau abgebaut.

Mich faszinieren die unterschiedlichen Schichtungen und die Tatsache, dass dies alles Ergebnis vulkanischer „Verwüstung“ ist.  So viele Menschen verdienen nach dieser für die Vorgängergenerationen katastrophalen Ereignisse ihren Lebensunterhalt mit dem was ein Vulkanausbruch uns hinterlässt. Was des einen Leid…..

P1130033Auch über etwas breitere Wege führt diese Wanderroute, mit schönen Grasnaben. Licht dringt durch das Bläterdach der hohen Bäume und malt auf dem Waldboden unterschidlichste Bilder.

P1130037 P1130044Auffällig sind die informativen Schilder, die mir erklären, was ich hier alles vorfinde.

Hier wird z.B. erklärt, dass Ameisen sich ihre Nester gerne entlang von Erdspalten bauen, aus denen vulkanische Gase austreten. Außerdem wird erklärt, dass Brücken zum Schutz der Ameisen gebaut wurden. Welch ein Aufwand, der im Interesse des Fortbestandes der Natur und für den Wanderer betrieben wird.

Hier möchte ich dann mal den Wegepaten für diesen Traumpfad Herrn Nazif Selcuk, erwähnen, der meiner Meinung nach gute Arbeit leistet.

P1130063P1130043Auf dem Weg stehen regelmäßig diese Tafeln und das lesen lohnt sich. So wird der Wanderer an einer Stelle im Wald darauf hingewiesen, dass es lohnt einen kleinen Abstecher zur Marxe Lay zu unternehmen. Dieser Steinbruch liegt etwas abseits vom Traumpfad. Durch einen schluchtenartigen Eingang, links und rechts ca. 12 Meter hoffe Tuffwände, gelange ich dort hin.

Ein Rastplatz für Groß und Klein und eine etwas merkwürdig, historische Stimmung empfangen mich hier. Hier wechsle ich die Akkus für Kamera und Navi, esse eine Kleinigkeit und treffe wieder auf Mutter und Tochter, die mir schon am Start der Wanderung begegnet sind. Das ist der unterhaltsame Teil dieser Wanderungen, man trifft sich immer wieder.

P1130065Zurück geht es wieder durch das kleine, heimelige Tannenwäldchen. Der Boden federt so schön, das tut den Gelenken gut 🙂

P1130074Hier stehe ich an der Aeiche. Auch hier, sonst hätte ich sie vermutlich auch nicht wahrgenommen, befindet sich ein erklärendes Schild.

Zwei separat stehende und fest im Boden stehende Eichen beschliessen in einer Wuchshöhe von rd. 1 Meter, den Weg gemeinsam fort zu setzen.

Eine Laune der Natur? Oder steht vielleicht ein Plan dahinter, ein Sinn der sich uns Menschen nicht erschliesst? Der/die Bäume sind gesund und tragen Laub und Früchte wie ihre Artgenossen. Mir fällt zu diesem Kuriosum ein „Gemeinsam sind wir stark“ „Wir stützen uns gegenseitig“ Schöne Gedanken, finde ich.

Vermutlich eine Labyrinthspinne - Agelena labyrinthica
Vermutlich eine Labyrinthspinne – Agelena labyrinthica

Und dann finde ich dies hier! Die bauen sich eine Wohnröhre und lauern am Eingang auf Beute. Hätte ich das gewusst, ich hätte gewartet, bis sie sich etwas krallt. Tolle Geschöpfe gibt es in Wald und Feld.

P1130082 P1130086An der Gänsehalshütte (hierfür verlasse ich den Traumpfad kurz, auch das ist ausgeschildert) habe ich Ausblicke auf den Laacher See und das nicht zum ersten Mal. Ich bin begeistert, dass ich das sofort erkannt habe, bin ich doch ansonsten ziemlich blind in dieser Hinsicht. Hier begegnet mir übrigens auch der Waldseepfad Rieden, auch ein Traumpfad, den ich gerne gegangen bin. Aus dem Grund steht auch an dieser Hütte die Traumpfadefahne.

P1130130Wieder auf dem Weg geht es erneut durch ein Waldstück, parallel mit dem Riedener Traumpfad. Selten hat mir eine waldreiche Wanderung so gut gefallen, wie diese hier. Aber unterbrochen werden diese Wege ja auch immer wieder durch Möglichkeiten in die umliegende Landschaft zu schauen.

Die Motocross Strecke Ettringen
Die Moto Cross Strecke Ettringen

P1130140Die nächste Attraktion für mein begeistertes Auge ist die Moto Cross Strecke Ettringen. Hier finden übrigens mehrmals jährlich Veranstaltungen statt. Gehört habe ich das verräterische Brummen und Jaulen ja schon eine ganze Weile, aber nun erreiche ich sie auch sichtbar. Leider machen die Akteure kurz nach meinem Eintreffen Pause. Das ist richtig gemein 🙁

Mit der kleinen Kamera habe ich sowieso keine rechte Chance auf einen sauberen Treffer, der Autofokus ist nicht schnell genug.

P1130145Die nächste Gelegenheit das Auge mit ungewöhnlichen Ansichten zu entzücken ergibt sich nach kurzer Zeit hier an den Sandsteinhöhlen, die den Bewohnern der umliegenden Ortschaften als Schutz vor Fliegerangriffen gedient haben. Der weiche Stein ließ sich leicht bearbeiten, so hat wieder einmal die vulkanische Hinterlassenschaft den nachfolgenden Generationen Positives gegeben. Leider sieht so manche Höhle eher nach einer Müllkippe aus.

P1130163P1130167Nach einem Kräfte zehrenden Aufstieg zum Hochstein kann ich hier eine weitere kleine Rast einlegen und eine schöne Aufnahme aus meiner Sicht bei FB zu posten.

Ich weiß, ich bin ein Ferkel. Schuhe leiden bei meiner Art den Erdboden zu berühren, immer an regelmäßiger Verschmutzung.

Die Genovevahöhle
Die Genovevahöhle

Ich bin ein wenig verwirrt, weil ich diese Sagen umwobene Höhle bei Trier vermutet habe. Nun, es scheint sie mehrfach zu geben 🙂

P1130182Diese altehrwürdige Buche macht wirklich einen imposanten Eindruck. Mit einem Umfang von 6 Metern gehört sie zu den mächtigsten Buchen der Region. Man vermutet die Entstehung im 17. Jahrhundert.

P1130191Ich bin begeistert von diesen Wegen und bin fast traurig, dass meine Wanderung auf diesem Traumpfad nun fast am Ende ist.

P1130215Als Tüpfelchen auf dem „i“ bleibt dieses herrliche Exemplar solange dort leigen, bis ich all meine Fotos auf dem Chip habe. Herzlichen Dank, auch für das freundliche Grinsen.

P1130222Dieses Mal nehme ich den Wirtschaftsweg, um wieder zu meinem Auto zu gelangen, vorbei an Familien mit ihren Kleinkindern, teils auf kleinen Rädchen, mit Papas Unterstützung die ersten Fahrkünste übend.

Ein schöner Weg war das und weil der Tag trotz gemütlichen Gehens noch recht jung ist, fahre ich in das nur 12km entfernte Volkesfeld, um dort den nur 10km kurzen Traumpfad dort auch noch zu erwandern.

Foto von Ideemedia
Foto von Ideemedia

Wer sich vorab zur den Traumpfaden Informationen erlesen möchte, kann dies gut in den kleinen Wanderführers des idee media Verlages tun. Unter dem Thema „Schöneres Wandern“ gibt es die beiden Bücher zu den 26 + 1  Traumpfaden. Inzwischen gibt es ein aktualisiertes Buch, siehe Abbildung links, darin sind alle Traumpfade vereint.

 

4 Kommentare

  1. Habe neulich auch mal wieder eine Runde auf der Vier-Berge-Tour gedreht. Und egal, wie oft man einen Weg geht: Man findet immer einen neuen Aspekt, ein neues Detail oder einen Ausblick, den man bisher übersehen hat 🙂

  2. Ohh Elke, den Traumpfad kenne ich aber noch 🙂 Der ist mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben, weil wir damals patschnass auf Höhe der Motocross Strecke geworden sind 🙁 . An sonsten muss man sagen, dass alle Traumpfade richtig gut gepflegt werden, und auch sehr gut durchdacht sind!

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