Malerische Eifel bei Niederehe und Kerpen

Heute gibt es wieder einmal eine Wanderung durch die Eifel bei Kerpen. Das  NaturAktivErleben Team hat sich hier eine tolle Tour ausgedacht, die mir erlaubt einige der schönsten Flecken der Region kennen zu lernen.
Hier mein GPS Track die auf fast 20km angewachsenen Wanderstrecke.

Klosterkirche Üxheim Niederehe (1175)
Klosterkirche Üxheim Niederehe (1175)

Ich starte, wie auf den Seiten vorgeschlagen mit dem GPS Track auf dem Garmin an der Klosterkirche in Üxheim Niederehe.

Eine riesige Anlage mit einer sehr langen Geschichte. Heute halte ich mich nicht mit der Erkundung auf, das werde ich ein nächstes Mal nachholen

Es geht aufwärts über Ortsstraßen, vorbei an teils imposanten Wohnhäusern.

Strohner_Mühle_Kerpen-(11)

Der hier und sein kleiner Kumpel kommen laut bellend auf mich zu gerast. Naja mulmig ist mir ja immer, wenn Hunde so wachsam sind, aber andererseits laufen die offensichtlich immer dort herum. Also nicht beachten und dran vorbei.

Ein Blick zurück zeigt was aus dem bellenden Fellknäul geworden ist. Mal riechen wer da lang gegangen ist. 🙂

Strohner_Muehle (2)Und hier hat ein Wanderteufel, den wir alle gut kennen, seinen Halt verloren. Hat er zugenommen, dass das Abschleppen so schwer ist, dass das Seil reisst?

Und wo ist Michael jetzt? Hmmmm

Strohner_Muehle (4)Und schon erreiche ich die natürlichen Pfade dieser Wanderung, vorbei an Pferdeweiden hoch hinein in das Naturschutzgebiet Hönselberg und das Wacholdergebiet von Niederehe. Herrliche Aussichten in die Eifelgegend darf ich von hier genießen.

Strohner_Muehle (6) Strohner_Muehle (9)Auf den angrenzenden Wiesen tummeln sich unzähliche Schmetterlinge

Strohner_Muehle (11)Strohner_Muehle (14)Holz wurde hier in unglaublichen Mengen geschlagen und gestapelt. Es riecht soooo gut. Frisch geschlagenes Holz hat einen unvergleichlichen Geruch.

Die Schmetterlinge scheinen sowohl den Geruch, als auch die im Holz leicht gespeicherte Wärme zu lieben und nutzen sie gerne.

Strohner_Muehle (15)Über eine sehr schmale und wenig Vertrauen erweckende Brücke geht es hinauf zum nächsten Waldstück, vorbei an der Loogher Mühle, sehr schön saniert und landwirtschaftlich genutzt.

Strohner_Muehle (19)So, nun hatte ich hier erwartet einfach durch die Landschaft zu gehen und dann irgendwann vor einem Vulkankrater zu stehen. Dem war aber nicht so. Da ist ein hölzerner Tunnel und vor dem Tunnel wird vor Steinschlag gewarnt und dem Durchgehenden eine Helmpflicht verordnet.

Mmm, also an einen Helm hatte ich jetzt nicht gedacht, Rücksack auf Kopf??? Nööö, erscheint mir auch nicht so sinnvoll. Helm ausleihen? Nööö, nicht vor gesehen. Tja, da ist guter Rat teuer, also gehe ich argwöhnisch immer wieder nach oben schauend, durch diesen dunklen Tunnel (Taschenlampe liegt gut und sicher im Rucksack). Erleichtert vernehme ich Kinderstimmen aus dem Areal hinter dem Tunnel. Doch alles nicht so schlimm?

Strohner_Muehle (20)Entstanden ist der Arensberg durch vulkanische Tätigkeit. Vor 32 Millionen Jahren erschuf ein gewaltiger Vulkanausbruch eine aus den ursprünglich hier vorhandenen Gesteinsbrocken und der Vulkanasche eine Erhebung, die dann 8 Millionen Jahre später durch einen weiteren, diese Mal nicht so gewaltigen Ausbruches verfestigt und nochmal angehoben wurde. Früher war der Arensberg viel höher, der Mensch hat ihm durch den Basaltabbruch viel von seiner Höhe genommen und natürlich davor die Jahre Witterung. Mit der Zeit buddelten sich die Menschen immer tiefer in den Schlot des Vulkans und so kann man denn heute hinein gucken. Hinein gucken, naja die Oma mit dem kleinen Enkel hat das wohl nicht erfasst, dass dort wirklich Steinschlaggefahr herrscht. So lebensmüde bin ich denn doch nicht.

Strohner_Muehle (21)Voll mit Informationen trete ich den Rückweg, wieder durch den Tunnel an, klar geht ja auch außen herum nicht, bin ja keine Bergziege.

Strohner_Muehle (23)Diese kleine Kapelle erinnert an die mittelalterliche Kirchenruine, die fürher auf dem Arensberg stehend, dem Basaltabbau weichen musst.

Ein steinaltes Prozessionskreuz gehört zur Kapelle. Ach ja übrigens, hier führt auch der Geopfad Hillesheim entlang. Informationen finden sie auf den Seiten Natur- und Geopark der Vulkaneifel.

Strohner_Muehle (24)An Felder vorbei und über sie hinweg gerate ich so langsam in Sichtweite der mittelalterlichen Burganlage Kerpen.

Diese möchte ich nachher natürlich besichtigen. Zunächst genieße ich aber die Ausblicke in die schöne Umgebung. Kann mich kaum von den riesigen und zahlreichen Sonnenblumen eines Gartens lösen. Ich habe nicht mal mit bekommen, dass sich inzwischen ein älterer Herr verwundert zu fragen scheint, was ich da so lange fotografiere.

Strohner_Muehle (27)  Strohner_Muehle (31) Strohner_Muehle (32)Strohner_Muehle (34)Als ich mich der Ortsmitte nähere, gerät die Burg immer wieder und näher in mein Blickfeld. Dieses offene Häuschen, das gleichzeitig einem Ortsbriefkasten, dem öffentliche Telefon, einem Denkmal von Fritz von Wille –  Eifelmaler und auch einer Bushaltestelle Raum gibt, erregt meine Aufmerksamkeit.

Nach Zahlung einer Zutrittsgebühr von 5 Talern werde ich von einer freundlichen Magd empfangen und ersucht ein passendes Gewand zu wählen um angemessen gekleidet die Burg zu durch schreiten. Auch eine persönlich Führung wird mir angeboten.

Strohner_Muehle (40)Ich beschließe auf eigene Faust und in Wandergewand die Burg zu erkunden und im Burgcafe einen gebackenen Taler und einen Milchkaffee zu trinken.

Für den kleinen und den großen Hunger gibt es auch warme Gerichte. Die neben mir sitzende Gruppe von Niederländern spricht ausnahmsweise mal so, dass ich auch etwas verstehe.

Gesättigt sehe ich mich noch im unteren Teil der Burg um. Ich besuche den Schmied, der aber wohl bei seinem kargen Mahl bei seiner Gattin weilt.

Strohner_Muehle (44)Reinlich ist er, gut sortiert und ordentlich gepflegt ist sein Werkzeug.

Strohner_Muehle (48)Auf schmalen Waldpfaden, an der Grabstätte des Eifelmalers Fritz von Wille vorbei führt mich der Weg kontinuierlich weg von der Burg.

Seitlich von mir rast plötzlich ein kleines Eichhörnchen einen Baum hinauf, bleibt dort sitzen und weiß offensichtlich nicht ob es weiter hinauf steigen oder lieber abwarten soll. So habe ich Gelegenheit das kleine Beißerchen zu fotografieren, wenn auch nicht 100% scharf.

Strohner_Muehle (50)Strohner_Muehle (57)Nun betrete ich Waldgebiet und links von mir befindet sich der Steinbruch. Augenblicklich scheinen Sprengungen nicht geplant, die Tafel ist nicht beschriftet. Ist schon ein eigenartiges Gefühl hier lang zu laufen.

Strohner_Muehle (54)

Die tun mir irgendwie leid, die Pferde des Scheriffs. Es ist doch arg trostlos und dunkel dort. Dabei sind Weiden in der Nähe, wo sie schön herum laufen könnten.
Die tun mir irgendwie leid, die Pferde des Scheriffs. Es ist doch arg trostlos und dunkel dort. Dabei sind Weiden in der Nähe, wo sie schön herum laufen könnten.

Strohner_Muehle (56)

Strohner_Muehle (61)Nächstes Etappenziel ist der berühmte Wasserfall der Dreimühlen. Hier schon ein kleiner Vorgeschmack an diesen natürlichen Stufen.

Dreimühlen Wasserfall
Er ist durch Ablagerungen von drei stark karbonathaltigen Zuflüssen des Ahbaches entstanden. Solche Karbonatablagerungen heißen Karbonat-Sintergesteine (Travertin). Wegen seiner Einmaligkeit wurde der Wasserfall von Dreimühlen zum Naturdenkmal erklärt. Zitat von der Webseite „Eifel“

Strohner_Muehle (66)

Es gefällt mir hier, eine Pause  machen und dem Plätschern zuhören. Das ist sehr beruhigend.

Hier treffe ich auf ein Ehepaar mit denen ich in ein mittellanges Gespräch gerate. Im Verlauf erfahre ich, dass die beiden früher in Rösrath gelebt haben und später nach Baden Würthenberg gezogen sind. Sie kennen also die bergische Region sehr gut.

Strohner_Muehle (67)Nun noch die Nohner Mühle, die ich über einen schmalen Waldpfad und anschließend einem kurzen Aspahltstück erreiche. Auch dieser Weg ist einfach nur schön zu begehen.

Nohner MühleNohner MühleDie Nohner Mühle, eine ehemalige Wassermühle, liegt etwas ausserhalb von Nohn im Abachtal. Selbst gebackene Kuchen und köstliche Waffeln können hier vernascht werden. Es gibt nicht nur Parkplätze für Autos in der Nähe, sondern auch Parkplätze für vierbeinige Reittiere und davon sind zahlreiche Möglichkeiten vorhanden, scheint also ein beliebtes Ausflugsziel, auch für Reiter zu sein.

Nohner MühleFalter in Kerpen (7)

Nachdem ich eine der leckeren, aber sehr dicken Waffeln verputzt hatte, ließ ich mir die zweite einpacken und zog los um die restlichen rd. 2km Wegstrecke zurück zu legen. Anfänglich über eine Ashaltbahn, später durch ein kleines Stück Wald und am Ende noch an den Feldern am Rande Niederehe entlang, erreiche ich den Parkplatz, nicht ohne noch eben zwei sehr beschäftigte Schmetterlinge abzulichten. Die Gelegenheit war wirklich günstig.

Nohner MühleIm Klostergarten werden die Beete begutachtet, eine meditative Haltung hatte dieser Herr dabei und er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Ein idyllisches Bild

Mein Auto steht genauso einsam, wie ich es abgestellt hatte, noch immer auf dem Parkplatz nahe der Kirche. Innerhalb kurzer, stauloser Zeit bin ich wieder daheim.

Eine Diashow zur Tour gibt es auf Picasa in meinem Webalbum

22 Kommentare

  1. Bin zufällig auf diesen wunderbaren Fotospaziergang gestoßen. Vor allem hat mir das Tempo gefallen. Ich bin in Kerpen geboren und aufgewachsen, aber schon seit über 40 Jahren im Süden Deutschlands zu Hause. Es wird Zeit mir mal wieder einen Aufenthalt zu gönnen und wie ich gesehen habe sind acht Stunden keine vertane Zeit. Zumal ich weiß wo das „Kleine Landcafé“ ist und der Ahr-Burgunder eine echte Belohnung ist. Vielen Dank für die „Reportage“. Der Baumbestand um den Wasserfall herum ist übrigens vor Kurzem radikal „rasiert“ worden.

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    • Hallo Wolfgang,
      wie schön, dass dich die Fotostrecke animiert wieder Heimatluft zu schnuppern.
      Mich hat dein Kommentar daran erinnert wieder einmal eine reine Eifelwanderung zu unternehmen.

      Die unglaublich radikale Rasur der Natur rund um den Wasserfall hat so manchen Liebhaber dieses Ortes schockiert.
      Ich danke für das Feedback und sende Grüße in den Süden 🙂

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  2. Ach, welch eine Überraschung; im April waren wir noch dort und besuchten die Wasserfälle und die Mühle; wir wohnten im Landgasthof Schröder, gegenüber der schönen Kirche von Niederehe. Als wir an dem Wasserfall waren, war übrigens wohl Sprengalarm (siehe: http://guidowke.wordpress.com/2013/04/05/spaziergang-zum-dreimuhlen-wasserfall-und-zur-nohner-muhle/#more-1584 ) und mussten wir uns aus dem Staube machen. Sehr schöner Bericht übrigens. LG. Guido

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    • Noch ein kleiner Nachtrag: in Kerpen hinter dem Wille-Denkmal gibt es ein tolles Café, Das Kleine Landcafé. Und – hast du den Straßennamen in deinem einen Foto gelesen? (in deiner Dia -Show, übrigens auch sehr schön) … Irrweg 😉

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        • Kerpen: ‚Irrweg‘ heißt die Straße (in deiner Picasa-Diashow, das Eifeler Haus mit dem modernen daneben, Foto Nr. 27). Ich finde das witzig.
          Und das Nohner Café kannte ich bis jetzt noch nicht.
          Niederehe: Darüber habe ich bei mir einiges geschrieben. Dieses Kirchlein ist ganz toll und hat eine berühmte Orgel. Gegenüber der Landgasthof Schröder ist eines unserer Lieblingsrestaurants.

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  3. Diese Route habe ich vor 2 Jahren bewandert, ein schöner Weg.
    Und zufällig habe ich heute einen Bericht von einem weiteren Route bei den Wasserfällen online gestellt. Natürlich bin ich diese auch wieder vor dir gewandert! (fiesgrins) 🙂 🙂 🙂
    Aber du hast zu deiner Runde einen wirklich schönen Bericht verfasst.

    Ach ja Michael ist hier!!! Und ich möchte betonen, dass ich jetzt 14 Kilo abgenommen habe – und dass das Seil n i c h t wegen meines Gewichtes gerissen ist. Ich habe nur jegliche Kraft aufgewendet, die ich hatte, um flüchten zu können. Ich wusste ja , dass du in der Gegend bist! So – ÄTSCH! 🙂

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  4. Hallo Elke,
    das hast du sehr schön beschrieben.
    Die Bilder von unterwegs sind sehr schön, eben echte „Elke-Qualität“ (Eichhörnchen inklusive).
    Es hat wieder Spaß gemacht, bei dir zu lesen.
    Viele liebe Grüße
    von Frieder

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  5. nääääää……watt Holz !!!!! 😉 Dagegen bin ich ja ein Waisenknabe.

    Super schöne Bilder sind dir da in den „Kasten“ gegangen, besonders die Letterschminge sind super geworden. Hach…..könnt doch immer nur Sommer bleiben *lechz*

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