Wanderparadies – Ahr Steig von Blankenheim bis Sinzig

Wie schon in meinem zuletzt verfassten Erlebnisbericht erwähnt, bin ich nun im Besitz des kleinen Wanderführer „Wanderparadies AhrSteig“ von Blankenheim bis Sinzig.

Diese Pocket Serie vom idee media Verlag habe ich bereits ausgiebig mit den Büchlein zu den Traumpfaden erprobt und das mit sehr großen Erfolg. Inzwischen sind die beiden ebenfalls im Set (Buch – Wanderkarte- Gürteltasche) erhältlichen Exemplare sehr abgenutzt, aber ich liebe diesen Zustand. Sie erinnern mich, wie oft ich darin geblättert habe und dass sie so manche Wanderstrapaze mit mir gemeinsam erlebt haben.

Abends ein wenig in diesen Wanderführern schmökern, unterwegs im Cafe´oder im Wartezimmer des Arztes, das reduzierte Format ermöglicht die Unterbringung in einer kleinen Handtasche und bei den Herrn in der Innentasche des Sakkos. Und wer da glaubt in solch einem kleinen Buch kann ja nichts drin stehen, wird sich wundern.

BuchcoverSchon auf dem Buchdeckel gibt es Hinweise zum Inhalt, wie auf die West- und Ostetappen des Ahrsteiges, die Verbindungswege, sowie den Rotweinwanderweg und die beiden Rundwanderungen „Sahrbachtal“ und „Dörferblick-Schleife“  Auch auf die Möglichkeit an GPS Daten zu gelangen wird hingewiesen.

Dem Set liegt eine Wanderkarte im Maßstab 1:25 000 mit den eingezeichneten Wanderrouten dieses Buches bei. Ich liebe dieses Format.


Herausgeber: Uwe Schöllkopf

Titel: Wanderparadies AhrSteig – Start-Set Buch & Karte 1: 25000. Auf neuen Wegen durch das Rotweinparadies.

Untertitel: 14 traumhafte Touren auf AhrSteig, Rotweinwanderweg, Dörferblick-Schleife und durch das Sahrbachtal

Autor: Olaf Goebel

Erscheinungsort, Verlag: Neuwied, ideemedia

Erscheinungsjahr: 2012

Seiten: 176

Beilagen: Wanderkarte 1. 25.000, Gürteltasche

ISBN: 978-3-934342-64-4

Verkaufspreis: 18,95 Euro

Format: 16,4 x 11,0 cm


Ahrsteig_1 (51)Auf meiner Wanderung auf dem Ahr Steig von Walporzheim – Bad Neuenahr – Heimersheim hatte ich das neue Büchlein und Karte mit dabei. Schon im Vorfeld hatte ich geblättert und mir Gedanken darüber gemacht, welche Etappe für diesen Tag in meine Planung passt.

Hier kommt auch gleich eine kleine, aber aus meiner Sicht auch einzige Kritik zum Buch. Es wird bei den beiden östlich verlaufenden Etappen (rotes Ahrsteigsymbol) nicht erwähnt, dass es dort ausnahmsweise Bahnverbindungen gibt, die es ermöglichen ohne große Umstände, wie Nutzen eines Zweitfahrzeuges oder Taxi Ruf, von „A“ nach „B“ zu kommen. Diese Angabe habe ich mir dann über andere Blogs, bzw. die Ahrsteigseite besorgt. (Später finde ich die Angaben an überraschender Stelle)

Nun aber zu den Einzelheiten dieses Wanderführers, der sich „Offizieller Wanderbegleiter durch das Rotweinparadies“ nennen darf.

Auf den ersten Seiten erfahren Sie welche Strecken Sie anhand dieses Buches erwandern können und es wird Ihnen eine zweiseitige Kartenansicht über das in diesem Buch behandelte Wandergebiet links und rechts der Ahr gezeigt.

Die Zeichenerklärung und eine kurze Erklärung zu verwendeten Begriffen folgen auf der nächsten Seite. Im Anschluss erzählt der Autor Olaf Goebel Wissenswertes und Geschichtliches  zur Region. Mir gefällt die mit zuweilen sanftem Humor gewürzte Erzählart.

Die Autoren Olaf und Renate Goebel geben später auch zu jeder einzelnen Wanderung eine Menge an Information. Dem Text entnehme ich, dass die Begeisterung für das Ahrtal groß und das Interesse, auch an der Regionalpolitik, scheint ebenfalls durch. Olaf Goebel als langjähriger Redakteur der Rhein-Zeitung bringt natürlich beste Voraussetzungen für tiefer gehende Recherchen mit.

Alle Texte werden durch ansprechende Fotos ergänzt, die einen kleinen Eindruck des zu erwandernden Gebietes zeigen.

Viele Ahrsteigwanderer werden das Buch lehrbuchmäßig angehen, eine Etappe nach der anderen absolvieren. Es gibt aber auch „Wanderchaoten“ wie mich, die einfach dem Bedarf entsprechend mitten drin beginnen. Alles kein Problem mit diesem Wanderführer.

Sie erhalten auf der bebilderten Seite zur Etappe – hier die o.g. Etappe Walporzheim – Bad Neuenahr-  den Scan to go Code, anhand dessen man mit einem Smartphone und entsprechender App den Startpunkt der Wanderung angezeigt bekommen. (Anleitung hierzu und dem Beschaffen von GPS Tracks finden Sie im Anhang auf Seite 172ff)

Das Layout des Buches ist fast das Gleiche, wie bei den Traumpfadeführern und diese Tatsache beruhigt mich, finde ich mich doch gleich gut zurecht.
Auf der linken Seite oben finde ich ein Foto zur Tour und darunter Angaben zu:

Start und Ziel mit Koordinaten, Länge der Wanderstrecke (mit empfohlenen Abstechern) und Gehzeit (durchschnittliches Wandertempo ohne Pausen), Höchster Punkt, Steigung und Gefälle, sowie den eingeschätzen Schwierigkeitsgrad.

Die Anfahrt- und Rückfahrtbeschreibung wurde mit aufgenommen, ebenso die bekannten Parkplätze an Start und Ziel. In Form von Wegpunkten wird dem Wanderer/in nahe gebracht wo es lohnt näher hin zu schauen, hier ebenfalls mit Koordinaten.

Auf der rechten Seite finde ich eine Karte mit eingezeichneter Ahr Steig-Strecke (sehr gut lesbar) und auch der angrenzenden Ahrverbindungswege, der Rotweinwanderwegeverlauf und die Zuwegungen. Ganz unten bekomme ich das Höhenprofil, hier wurden ebenfalls die Wegpunkte eingearbeitet. Mich wundert wirklich, wie man auf so kleinem Raum gut erkennbare Informationen unterbringen kann. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben. Die Karte ist eindeutig von besserer Qualität als die der Traumpfadebücher, also steht die Entwicklung nicht still, es wird nach wie vor nach gedacht. Sehr schön.

Mitten im Buch finde ich eine halbe Seite, frei gelassen für Notizen. Die Idee würde ich durchgängig, nach jeder Wanderroutenbeschreibung, als angenehm empfinden.

Auf den folgenden Seiten wird eine m.E. gesunde Mischung aus Wissen und Angaben zum Wegeprofil geboten, immer mit ansprechenden Fotos bereichert.  Es wird einiges zum Weinanbau erklärt, aber auch zu den Wegpunkten, wie auf meiner Strecke den „Langen Köbes“. Mich als Bloggerin interessieren solche Details natürlich brennend und mein Wissens-Hunger wird hier fast komplett gestillt.

Der "Lange Köbes"
Der „Lange Köbes“

Die anstrengenderen Wegebereiche werden mit Bemerkungen wie: „Der Steig sagt wieder „steig“ und führt uns über Serpentinen durch den Fels“ Wie schon eingangs erwähnt, der sanfte Humor überzeugt mich. Nun haben wir die Wegebeschreibung gelesen, sind vielleicht schon durch mit unserer Wanderung und erfahren dann noch Einzelheiten zur Etappe oder Rundtour. Und was erblicke ich da, meiner Meinung nach viel zu spät? Ja, die Angabe, dass es eine Bahnverbindung gibt. Das gehört meiner Meinung nach eindeutig auf die linke Seite zu den wichtigsten Informationen.

Auf einer nächsten Seite empfiehlt der Autor noch Orte in der Nähe, die eine Besichtigung lohnen. Insgesamt meines Erachtens ein gut…sehr gut durchdachtes Konzept.

Mit diesem Buch ist es Ihnen dann, wie mir auch, möglich eine zweite Etappe an die Wanderung anzuschliessen oder auch nur ein Stück. Ich bin nicht bis Sinzig, sondern nur bis Heimersheim gekommen, konnte aber dort mit der Bahn bequem zu meinem Parkplatz in Bad Neuenahr zurück reisen.

Das Buch beinhaltet auch zwei Rundwanderungen, die Sahrbachtal Wanderung  habe ich bereits kennen gelernt. Ein Bericht findet sich ebenfalls in diesem Blog. Die Dörfer Blick Schleife steht in Kürze an.

Die Verbindungswege, sowie Rotweinwanderweg und Ahrtalweg starten und enden an den Bahnhöfen Kreuzberg und Walporzheim und erfordern keine besonderen Vorkehrungen wie zwei PKW oder ähnliche Umständlichkeiten.

Fazit:

Für mich hat dieser Wanderführer alles was sich ein Wanderherz wünschen kann, aus meiner Sicht. Eine sehr große Menge an Information auf kleinstem Raum untergebracht machen diesen Wanderbegleiter zu einer sinnvollen Anschaffung.

Das kleine Büchlein ist, das weiß ich aus den zwei Jahren Nutzererfahrung mit den baugleichen Poketversionen zu den Traumpfaden, ein Leichtgewicht, das trotz seines filegranen Äußeren über eine erstaunliche Robustheit verfügt. Nichts reisst ein, nichts löst sich auf oder ab. Die Gürteltasche habe ich nie benutzt, schützt aber sicher effektiv vor Regen und Verschmutzung.

13 Kommentare

  1. Ein sehr schöner, ausführlicher Bericht über diesen Wanderführer. Ich mag die Dinger aus dieser Serie auch und habe z.B. den über den Rheinburgenweg zur Vorbereitung meiner Wanderungen dort intensiv eingesetzt. Zuletzt hatte ich das Büchlein über die Rhein/Westerwald-Region ein paar Mal im Einsatz. Kompakt, gut gemacht und alles drin, was man so braucht. Außerdem machen die Bücher Laune. Man will sofort losmarschieren. 🙂 Ein winziger Kritikpunkt zum Ahrsteig-Führer betrifft die dazu gehörende Wanderkarte. Die enthält zwar genügend Details, um sich nicht zu verlaufen (nicht nur die Hauptwege, aber die Eifelvereins-Karte Nr. 9 ersetzt sie natürlich nicht). Allerdings ist das Papier sehr wenig strapazierfähig, so daß die Karte einen Outdoor-Einsatz bei Wind und Wetter kaum lange überleben dürfte. Aber das schmälert den Eindruck dieses tollen Sets nicht wirklich.

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    • Das mit der Karte ist mir, als seltener Kartennutzer während des laufens, garnicht aufgefallen :(. Die reduzierte Streckenangabe kommt mir als Wanderstreckenchaot sehr entgegen, sonst sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht 🙂
      Die kleinen Ausschnitte zu den jeweiligen Wanderungen finde ich in der überarbeiteten Form sehr aussagekräftig. Das Format wird von mir jetzt möglichst eingesetzt, die großen Schinken nehme ich nämlich nur ungern mit.
      Danke für deine positive Enschätzung meiner Auslassungen 🙂

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      • Ja, bei der Eifelvereinskarte Nr. 9 siehst Du tatsächlich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Die ist ebenso detailliert wie unübersichtlich. Auch als Kartenkundiger steht man da manchmal kopfkratzend (soweit dies trotz Haltens der Karte möglich ist) und mit typischem „Hääähhh???“-Gesichtsausdruck in der Landschaft. Da gibt’s noch Verbesserungspotential in der Darstellung. 😉 Insofern ist die kleine Karte zum Wanderführer schon nicht schlecht.

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        • Ich habe mir das jetzt bildlich vorgestellt, wie du dastehst, häää? und am Kopf kratzend mit einer schnellen Bewegung die Karte wieder auffangend. Genau hier habe ich beschlossen, du läufst mit der Eifelkarte und ich mit der reduzierten, übersichtlichen Fassung des Wanderführers. So habe ich was zum lachen und du was zum heulen 😀

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        • Och, das geht auch anders. Bei der letzten Wanderung dort hatte ich mir vorher einen Track gezeichnet und bin dem dann gefolgt. 🙂 Die Karte ist für Notfälle aber trotz GPS dabei. Ahrsteig und Verbindungswege sind übrigens ziemlich gut ausgezeichnet. Da kann die Karte arbeitslos bleiben und sich über das Spazierengetragenwerden freuen. 😉

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  2. Da hast du dir aber die Mühe einer ausführlichen Rezension gemacht und es klingt gut, was du über das Büchlein schreibst. Bei nächster Gelegenheit werde ich mir das mal angucken. An der Ahr waren wir dieses Jahr noch gar nicht.
    LG, ‚Franka‘

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