Die Fliegenberg Tour – Herbstliche Impressionen in der Wahner Heide

Den ganzen Vormittag schütten die dunklen Wolken am Himmel ihr Wasser auf uns herab. Plötzlich ziehen die Wolken ab und es zeigt sich blau. Mißtrauisch warte ich eine halbe Stunde ab, doch dann hält es mich nicht mehr. Es sind rd. 30km Anfahrt bin nach Troisdorf. Mein Auto darf die gut 2 Stunden Wanderzeit auf dem Parkplatz an der Taubengasse, direkt am Aggerstadions warten. Ich folge, dort wo vorhanden, dem Wegezeichen Widerkopf. Mein GPS Track

Riesenporling
Riesenporling

Das erste was mir vor die Kamera geriet waren diese riesigen Ansammlungen des Riesenporlings. In junger Version ist er essbar. Schnell gerate ich in den Wald der Wahner Heide und dort bleibe ich auch eine ganze Weile.

Herrlich lichte Wege
Herrlich lichte Wege
Ein Blick nach oben zeigt den überraschend blauen Himmel
Ein Blick nach oben zeigt den überraschend blauen Himmel
Kronenweiher
Kronenweiher

Kronenweiher und Quarzitsteinsee sind so zugewachsen, dass vernünftige Fotos nicht drin sind. Stört mich nicht wirklich, denn ich kann so sicher sein, dass sich Flora und Fauna dort vollkommen ungestört entwickeln können.

Der Kronenweiher ist seit 1914 ein Naturdenkmal. Durch exzessives Torfstechen wurde das ehemalige Moorgebiet zerstört. Nun renaturiert sich das Gebiet zunehmend.

Heide, wo das Auge hin schaut
Heide, wo das Auge hin schaut
Sie blüht hier ab August
Sie blüht hier ab August

Ich kann nur einen kleinen Ausschnitt von der Tour zeigen. Die Waldgebiete überwiegen, aber auch ein erheblicher Anteil ist Heidegebiet. Da die Wegezeichen, der Widerkopf, leider nicht mehr regelmäßig anzutreffen sind, ist die Mitnahme einer Gebietskarte empfehlenswert. In meiner Karte sind alle Wanderwege, incl. Wegezeichen, die es dort gibt, eingezeichnet.

Wahner Heide Karte 1 : 12 500

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Auf dem Weg hier herauf hat man so schöne Ausblicke.

Blick unterhalb der Fliegerberghanges
Blick unterhalb der Fliegerberghanges
Auf dem Telegrafenberg
Auf dem Telegrafenberg
Abgesperrter Militärbeireich
Abgesperrter Militärbereich
Ehemalige Eremitage
Ehemalige Eremitage

 

1670 wurde auf dem Ravensberg eine zweigeschossige Kapelle mit Wohnhaus, in der fortan mehrere Brüder wohnten, errichtet. Diese lebten vom Betteln, teilweise gar nicht schlecht. Und manchen von ihnen wird bis heute nachgesagt, dass sie wussten, wie man Feste feiert. 1833 ließ der Kölner Erzbischof die Eremitage abreißen, um dem wilden Treiben ein Ende zu machen.
Der Ringelstein – eine etwa 15 Millionen Jahre alte natürliche Quarzitplatte – , die auf dem Gelände heute noch zu sehen ist, diente Teilen der Kapelle als Fundament. Außerdem erinnern noch ein Fußfall, ein Gedenkstein und ein Grenzgraben an diese Zeit.
Auf dem Ravensberg fand man die ältesten Nachweise von Menschen im Heidegebiet. Bereits in der Älteren Altsteinzeit (die Funde stammen aus dem Zeitraum zwischen 200 000 und 180 000 v. Chr.) hatten Jäger und Sammler hier ihren Werkstattplatz. Auch während der folgenden Mittel- und Jungsteinzeit kamen Menschen hierher, um den Quarzit zu schlagen und zu Faustkeilen, Klingen und Kratzern zu verarbeiten. Im Mittelalter verbaute man die Steine als “Ravensberger Brocken”, wie z.B. in der Remise der Burg Wissem in Troisdorf.
2001 wurden nicht nur ein Fußfall und ein Gedenkstein auf dem Gelände renoviert und neu postiert, seit dem steht dort auch eine neue Infotafel, und der Pfad zum Mauspfad wurde wieder hergestellt.
„Zitat „
Fliegenberg_Tour (64)
Aus den Steinen der ehemaligen Fußfällen gebaut

Fliegenberg_Tour (65)

Solche Straßen sind immer wieder mal zu überqueren.
Solche Straßen sind immer wieder mal zu überqueren.
LEYENWEIHER Bei dem Leyenweiher handelt es sich um einen bereits vor 1845 angelegten Stau-Teich. Der Leyenbach wurde hier mit Dämmen aufgestaut, um seine Hochwasser besser kontrollieren zu können.
LEYENWEIHER
Bei dem Leyenweiher handelt es sich um einen bereits vor 1845 angelegten Stau-Teich. Der Leyenbach wurde hier mit Dämmen aufgestaut, um seine Hochwasser besser kontrollieren zu können.
Die Waldwege sind zwar etwas breiter, aber unglaublich schön
Die Waldwege sind zwar etwas breiter, aber unglaublich schön

Nur rd. 9 km aber sehr schön zu laufen. Wer in der Nähe wohnt, sollte sich einen Ausflug in die Wahnerheide nicht entgehen lassen. Einkehren können Sie z.B. im Restaurant Forsthaus Telegraph und den Heidekönig

9 Kommentare

  1. Lauter Postkartenhimmel über der Heide! Hach, ist das schön!!! 🙂 Und deine Kamera fängt immer besser das Licht, das durch die Bäume scheint (neid); oder ist es der Fotograf?!? Mal gespannt, ob ich selbst noch ein Stückchen blühende Heide mitkriege am Wochenende. LG

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    • Irgendwie habe ich immer mehr raus, wie ich mit der kleinen Kamera umgehen muss. Bin gespannt wie das demnächst mit der Großen wieder sein wird. 🙂
      Ab mit dir in die Heide, du hast es auch nicht weit. Es lohnt sich auch nur eine Stunde davon zu genießen 🙂

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