Auch heute wandele ich auf einer selbst gebastelten Tour.

Einer meiner Blogleser hatte nach einer Höhle an einem See im Siebengebirge gefragt. Diese Höhle sollte sich in einer Basaltwand befinden. Nun ja, ich wusste es nicht, wohl aber Inge, die bei Facebook die Seite „Wir sind Rechtsrheinisch“ betreibt. Sie kennt diese Gegend wie ihre Westentasche.

Irgendwie hatte ich es geahnt, dass diese Höhle am „Blauen See“ zu finden ist. Inge spricht sogar von drei existierenden Höhlen. Ich freue mich, dass ich dem anfragenden Leser eine Antwort geben kann, aber nun möchte ich auch selber sehen was es dort zu sehen gibt.

_EBL4148Grob plane ich, auf dem Rheinsteig und Rheinhöhenweg ab: ( für Navigationsgeräte: Parkplatz Oberkasseler Str./ Rheinhöhenweg) zu wandern. Hier schonmal mein GPS Track.
Hier ist auch einer der Startpunkte für den 9km Naturerlebnispfad Ennert.

Ich warne, bevor ich an die weiteren Details gehe, ausdrücklich diese knapp 12km/ rd. 500 Höhenmeter  Strecke  nicht leichtsinnig zu begehen. Bei Nässe sind die Anstiege schon beschwerlich, vorallem auf den Pfaden am Ende der Tour. Auch vom Rheinsteig hinunter zum Blauen See bitte äußerst vorsichtig sein. Entsprechendes Schuhwerk ist ratsam und Wanderstöcke auch.

_EBL4157Wer sich in einer trockenen Periode auf den Weg macht, hat einige abenteuerliche und sehr schöne Erfahrungen vor sich, mal von den breiteren Rheinsteigpassagen abgesehen, die aber durch die zahlreichen Aussichten bis in die Eifel und in den Bonner Raum wieder sehr aufgewertet werden.

Oberhalb der  Steinbruchseen Dornheckensee, Blauer See und Märchensee wandere ich zunächst auf dem Rheinhöhenweg und später auf einem parallel laufenden schmalen Pfaden. Immer wieder habe ich Aussichten auf das Rheintal von Bonn und links auf die Kette des Siebengebirges. Gut zu erkennen besonders der Drachenfels mit seiner hoch aufragenden Ruine.

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Hinter dem Dornheckensee liegt in kurzer Entfernung der Blaue See und hier möchte ich so nah wie möglich hinunter. Ein schmaler, recht steiler Pfad führt hinunter und von dort aus geht es dann wirklich reichlich glitschig bergab zum See. Auf halber Strecke habe ich meinen Abstieg beendet, aber einen Blick auf die Höhle gehabt und das war ja Sinn der Sache.

Auf allen Vieren und unter Einsatz meiner Stöcke krebse ich dann wieder hoch. Puh, geschafft 🙂

Weiches Licht, der Drachenfels ruft
Weiches Licht, der Drachenfels ruft
Bäume, die sich lieb haben, umarmen sich :-)
Bäume, die sich lieb haben, umarmen sich 🙂

_EBL4201Hier oben ist es still, kaum jemand wandert in dieser Jahreszeit so früh auf diesen Wegen.

Über Wald- und später Wiesenwege und pfade erreiche ich eine kleine Wohnsiedlung, tauche wieder in Wald hinein um dann Weinberge streifend den Aussichtspunkt Hülle zu erreichen. Ein historischer Steinkreis schmückt die Plattform, eine Schutzhütte und Bänke in größerer Anzahl laden Wanderer zu rasten und schauen ein.

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Blick auf den Bonner Bogen
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Aussichtsplattform „Hülle“ mit historischem Steinkreis

_EBL4247 _EBL4252 _EBL4284Wiederum erst einmal durch Wald gelange ich später auf den Nücker Felsenpfad, wandern wir hinunter zu den Basaltwänden, auf denen wir vorhin herum gelaufen sind.

Basaltwand unterhalb der Rabenlay
Basaltwand unterhalb der Rabenlay, imposant und ein wenig unheimlich wirkt die gewaltige Wand auf mich.
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Am Kuckstein
In der Wand die Abbauflächen sehen mit etwas Fantasie aus, wie Figuren und Fratzen, finde ich
In der Wand die Abbauflächen sehen mit etwas Fantasie aus, wie Figuren und Fratzen, finde ich

_EBL4353Leider gerate ich hier bereits hörbar in die Nähe der A59. Diese Wandergegend neigt sich sowieso sehr dem Lärm der Zivilisation entgegen, aber hier ist es doch deutlich und unüberhörbar laut.

Einen kurzen Besuch an der Infotafel über den Fund der Skelette 1914. Oberhalb der Tafel haben Steinbrucharbeiter unter Basaltplatten Skelette einer ca. 20jährigen Frau, eines ca. 50jährigen Mannes und eines Hundes gefunden. Der Fund wurde mit 12.000 v. Chr. datiert. Toll, das wusste ich bisher garnicht.

_EBL4357 Aufgrund des Verkehrslärms von der Autobahn ändere ich meine geplante Wanderoute etwas ab. Ich strebe also wandertechnisch nun eher in höhere  Lagen und damit vom bequemen Wanderweg weg. Das bedeutet für uns beide, es wird steil, noch schmaler und teilweise durch die aufgeweichten Böden auch rutschig.  So entlasse ich Spike schon bald von der Leine, um nicht versehentlich ihn oder mich in gefährliche Situationen zu bringen. Wir wandern also dicht an den Basaltwänden entlang, hoch und runter auf kaum sichtbaren Pfaden. Es war abenteuerlich und schön und Spike blieb auf mein Kommando sehr schön bei Fuß

_EBL4360_EBL4371Bald erreichen wir den Blauen See erneut, dieses Mal von unten und wir gehen die schmalen Pfade dort hin, sehen an den Müllbergen, dass der Sommer viele Menschen hierher gelockt hat. Das dunkle, undurchsichtige Wasser wirkt auf mich bedrohlich und ich habe Angst, dass der Wasser-begeisterte Spike sich dort hinein wagt. Nö, der gehorcht mir und bleibt dort weg.

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Zufällig schaue ich auch hier hoch und entdecke weitere Höhlen, also auch von unten erreichbar gibt es etwas zu entdecken.
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Spike, friedlich, geduldig, einfach klasse

_EBL4380 _EBL4389Am Dornheckensee ist der Uferbereich wesentlich freundlicher, aber auch hier darf Spike sich nur die Füße kühlen. Die Schilder, die das Baden hier verbieten weil Strömungen hier lebensgefährlich sein können, gelten auch für Spike.

Von hier aus ist es nicht mehr weit hinauf zum Parkplatz und ein schöner Wandervormittag geht dem Ende zu. Das Wetter ist kurz hinter dem Kuckstein deutlich eingeknickt, ein paar sonnige Stunden waren aber unser Begleiter.

Eine komplette Fotostrecke gibt es wie immer bei Picasa in Form einer Diashow.

16 Kommentare

  1. Danke schön….hab alles gelesen und gesehen💜Ich liebe diese Ecke auch sehr.habe heute den blauen See Dornheckensee und Märchensee gefunden 💜die Hölen suche ich auch noch💜Elke aus Bonn

    1. Liebe Höhlenforscher,

      letzes Jahr war ich auch kurz da. Habe den Höhleneingang an der Seite nicht gefunden. Soweit ich es aus meiner Jugendzeit mit den Pfadfindern erinnere, gibt es eine Höhle, die in der Steilwand zwei Ausgänge und einen Eingang im Wald hat. Dieser ist, wenn man vom See auf die Wand schaut, auf der rechten Seite.

      Als ich letzten Sommer dort war, sagte mir ein Spaziergänger dass der Höhleneingang aus Sicherheitsgründen zugeschüttet worden sei . Es sollen oft Jugendliche dort gefeiert haben und das sei zu gefährlich gewesen. Erschrocken hat mich die Aussage, dass KZ-Häftliche den Stollen getrieben haben sollen.

      Als Kind hatte man mir eine Geschichte erzählt, danach sei jemand vom Höhlenausgang in den See gesprungen und dabei tödlich verunglückt. Habe keine Ahnung, ob diese Geschichte stimmt.
      Bin gespannt, ob jemand weiteres in Erfahrung bringt.

      Viele Grüße ins geliebte Rheinland
      Winfried

      1. Guten Abend Winfried
        schön mal wieder von Dir zu lesen.
        Ja in den Kriegszeiten und früher auch zu Friedenszeiten wurden schon gerne Häftlinge und Sklaven anderer Coleur genutzt um solche Arbeiten zu erledigen.

        Horrorgeschichten gehören zu Höhlen und gruseligen Orten dazu, wobei man gerne Kinder unter Kontrolle hielt, indem man die dann abends als Gutenachtgeschichten weitergab 😀

        Ich wünsche Dir einen tollen Abend und ein schönes Restpfingswochenende
        Elke

  2. Hallo Elke,
    das ist ja wahnsinnig schön. Leider sind es für mich etwa 500 km bis dahin,
    sonst würde ich morgen gleich losgehen. Aber durch Deinen schönen Bericht
    habe ich sehr schöne Bilder. Vielen, vielen Dank für diesen wunderschönen
    Reisebericht. 2014 werde ich sicher auch dahin kommen.
    Liebe Grüße
    Winfried

    1. Hallo Winfried,
      ich freue mich, dass ich oder eigentlich ja eher Inge, helfen konnten.
      Mir hat es Freude gemacht wieder ein Stück Siebengebirge kennen gelernt zu haben und einen Menschen, der dort gelebt hat.
      Wer weiß, vielleicht treffen wir uns in 2014 am Blauen See.
      Viele liebe Grüße in den Norden
      Elke

  3. Hallo Elke, sehr interessant mit den Höhlen usw.
    Das erinnert mich stark an meinem Urlaub im Siebengebierge im Frühjahr ´13. Da hat mir mein Herbergsvater nen Tip zu einem Steinbruch gegeben. Weilberg und Stenzelberg. Hatte ich auch von berichtet.

    1. Ja ich erinnere mich Uwä und die Höhlen hat Herr Jansen auch zunächst am Weilberg gesucht und nicht gefunden. Das Siebengebirge ist voll mit Dingen, die der Normalwanderer nicht kennt. Gut dann jemanden zu kennen, der dort Bescheid weiß 🙂

  4. Ach so, Steinbruchstollen, keine Sollbruchstellen wie zuerst vermutet. Was die Fratzen in der Felswand betrifft, so könnte man doch ein deutsches Rushmore daraus basteln? Allerdings lieber nicht mit den Konterfeis von Bundespräsidenten (sicher keine Publikumsmagnete), sondern mit bedeutenden Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft – wie auf Geldscheinen?

    1. Sollbruchstellen haben die meisten technischen Geräte heute ja schon, im Steinbruch eher unvermeidlich 😀

      Die Idee mit den Rushmore ist super, wäre eine Anregung für den Verschönerungsverein Siebengebirge 🙂

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