Am Abend vor dieser Wanderung, hatte ich erwogen in der Gegend von Gerolstein zu wandern, nur die Anfahrt von 1 1/2 Stunden hat mich etwas abgeschreckt. In der Winterzeit sind Tageslicht gesegnete Stunden rar und ich eine langsame Wandererin. So lasse ich offen, ob es eine Runde in näherer Umgebung oder die Dolomiten von Gerolstein  werden sollen.

P1020651Gegen 4 Uhr klingelt mein innerer fröhlicher Wecker und meinte mich wach halten zu müssen.

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Also was hilft es, Kaffee gekocht, endgültig wach getrunken und Spike den dringendsten Drang erledigen lassen.
So starte ich recht früh (8 Uhr, ha ha) und parke mein Auto gegen 9:30 Uhr in Gerolstein am Bahnhof. Mit allen Besichtigungspunkten hat diese Strecke mit 15,2 km satte 720 Höhenmeter zu bieten. Hier der GPS Track.

_EBL4829Hier fließt die Kyll und die überquere ich, ebenso wie die vielen Bahngleise, mittels einer Brücke. Die fiese Gitterrostbrücke ist für Hundepfoten eine Qual, aber Spike nimmt sie tapfer. Wer denkt sich sowas aus? Hier schon habe ich einen Blick auf die mächtige Felslandschaft der Munterley.

_EBL4849Ein paar Schlenker über Gerolsteins Straßen, dann befinde ich mich auf einem schmalen Pfad hinauf zur Munterley, eine anständig große Felsenformation. Die Felsen wirken schroff und ungeschliffen und so kann man sich gut vorstellen, dass diese ehemals im Meer gelegene Felsformation, ein Korallenriff bildeten. Schon hat mich der Weg und das Wetter gepackt. Ganz schön steil geht es bergauf und das so früh am Tag.

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_EBL4885Dafür haben wir, oben angekommen, eine herrliche Aussicht über Gerolstein, hinüber zum Auberg und in die Eifel.

Übrigens, diese Tour wurde schon mehrfach bewandert, bzw. der Eifelsteig in dieser Gegend. Lohnenswerte, liebenswerte und fotografisch wertvolle Berichte finden Sie unter:

Wanderhund Indy
Wander Pauly
EifelSüchtig

Weiter geht es über schmale Pfade und später auf Wiesenwegen ein Stück hinunter, wir folgen hierbei dem Eifelsteig und berühren die Partnerwege der Region, dem Gerolsteiner Keltenpfad und dem Gerolsteiner Felsenpfad. Auch ein Geopfad führt hier durch.

Es ist ein Genuß in die weite Landschaft zu sehen, die Farben des Herbstes leuchten im warmen Sonnenlicht immer noch so schön. Bald wird kein Laub mehr da sein, um der Umgebung Farbe zu verleihen, so bin ich doppelt froh die Gelegenheit zu haben diesen Tag zu nutzen.

Dann, wieder in einem Waldstück, zwischen vielen dicken Basaltsteinen, steht dieses Kreuz. Es ist von Kinderhänden bemalt und wirkt etwas unreal und doch mystisch.Auf dem Kreuz ist ein Spruch geschrieben, der mich berührt, der mich anspricht.
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Wir haben im Leben viele Chancen das zu sein, was wir uns wünschen, wir sollten es tun, denn das Leben währt nicht ewig 🙂

Die Fotos können nicht wiedergeben, wie das Licht in diesem Wald an diesem Morgen wirkt. Manchmal denke ich, dass ich noch immer zu schnell unterwegs bin. Eigentlich müsste ich an solchen Orten verweilen und die Stimmung tief in mich aufnehmen. Während ich diesen Bericht schreibe genieße ich noch einmal nach und das tue ich leider viel zu selten.

An den Buchenlochhöhlen lasse ich mir mehr Zeit, schon allein weil ich einmal schauen möchte, wie groß die sind. 30 m tief geht die Hauthöhle in den Felsen. Die Höhlen liegen an der Nordseite der Munterley und waren früher bewohnt. Es wurden behauene Steinwerkzeuge gefunden, die das belegen. Neandertaler haben hier gelebt, das gilt als erwiesen.

_EBL4956Meine Nerven halten aber die spannende Dunkelheit dort oben nicht lange aus. Nach ein paar Fotos flüchte ich, denn die Dunkelheit ist wirklich gruselig, trotz Spike der mich tapfer begleitet hat und total interessiert die Höhlen erkundet.

Erleichtert wieder unten und im Licht zu sein, wandere ich recht zügig weiter.

Nach einem weiteren kleinen Stück Weg durch den Wald erreiche ich wieder die Höhen mit herrlichen Aussichten in die umgebende Landschaft.

Rastplätze gibt es auf diesen Wegen ebenso viele wie Aussichten. Für einen der wenigen sonnigen Herbsttage ist das genau die richtige Umgebung.

_EBL5000Dann erreiche ich die Kletterfelsen Hustley. Klettern ist hier nur nach vorheriger Genehmigung gestattet. Die Anzahl der Kletterer wird beschränkt und die Art der Nutzung strengen Vorschriften unterworfen (finde ich persönlich sehr vernünftig). Das Gebiet liegt in einem Naturschutzgebiet.

Informationen können Sie sich auf der Webseite Gerolsteiner Land erlesen.

An den Felsen vorbei führt ein schmaler Pfad hinunter nach Gerolstein, hier verhilft mir die Eselsbrücke über die Kyll und die Eisenbahngleise- ich befinde mich hier an der östlichen Stadtgrenze zu Gees.

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Eselsbrücke

_EBL5009Nach einer Weile durch Gerolsteins Straßen, die mir unbequem und lästig sind, nach soviel Hilghlights, die ich bisher genießen durfte, erreiche ich den nächsten Waldabschnitt. Die Sonne steht inzwischen wieder tiefer – ich erwähnte sicher bereits, ich wandere langsam.

_EBL5050Hier erreiche ich die Büscherkapelle, dazu verlasse ich eine kurze Weile die vorgegebene Wegstrecke.

In einem Buch mit Eifeler Geschichten hatte ich die Sage zu dieser Kapelle bereits gelesen. Sie ist romantisch, etwas abenteuerlich und sie handelt von der Weitsichtigkeit einer Ehefrau.

Die Sage von der Büschkapelle aus dem Buch „Sagen und Geschichten aus der Eifel“ vom J.P. Bachem Verlag.  In dem Buch werden Sagen und Geschichten zu jeder Region in der Eifel beschrieben, eine kleine Fundgrube.

_EBL5059 _EBL5065 _EBL5066 _EBL5076 Die Anzahl der Fotos zeigt, ich war hingerissen, von dem Licht.

_EBL5084Hier hängt ein Hinweisschild auf den Aussichtsturm auf der Dietzenley, aber leider hat der Baum es gefressen.

Na wohl bekomms!

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'Aussicht auf die KAsselburg
‚Aussicht auf die Kasselburg

_EBL5099Und hier ist er der Turm. Ich muss da hoch, aber Spike muss unten bleiben, was er mit elendigem Gejammer quittiert. Dem war das gar nicht geheuer.

Also halte ich mich nicht so extrem lange hier oben auf und erlöse das Jammerbild von seinem Kummer. Es erstaunt mich immer wieder wie sehr der sich freut wenn ich wieder auftauche, egal wie kurz ich mich von ihm entferne.

_EBL5111Dieses Geländer erinnert mich an den Film „Untergang der Titanic“Bilder von dem jungen Paar vorne auf dem bald untergehenden Schiff, die Arme weit ausgebreitet.
Schade, keine Tanja da, die als Darstellerin herhalten müsste, um die Szene nachzustellen.

_EBL5121Es geht wieder bergab, nun wieder Richtung Gerolstein.

_EBL5128 _EBL5132Ein kurzer Stop am Davitskreuz.

Unten in Gerolstein besuche ich noch die Burg Gerolsteins und wandere dann langsam wieder zurück zum Parkplatz. Ein wunderschöner Tag geht dem Ende zu und auch der Stau auf der A1 kann daran nichts ändern. Spike liegt müde auf seinem Platz und rührt sich erst wieder, als wir von der Autobahn runter fahren. Ich denke ihm hat es auch gefallen 🙂

NaturAktivErleben hat die Strecke (57) pupliziert. Dort finden Sie auch noch einige Fotos, die GPS Daten und einiges mehr.

Eine Diashow bei Picasa gibt es hier:  Diashow

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p style=“text-align:left;“>Und ein Video mit Musik gibt es auch:

11 Kommentare

    1. Umgekehrt wird derzeit ein Schuh draus lieber Michael: Gut, dass ich die Zeit nutze und draußen bin, aus gesundheitlicher Sicht 🙂

      Ja, Spike ist wie für mich gemacht und umgekehrt hoffe ich das auch 🙂

  1. Hallo, Elke, Deinen Bericht und die herrlichen Fotos habe ich mit Genuss gelesen bzw. gesehen! Selbst im Spätherbst sieht die Gegend immer noch toll aus – ich kenne sie vom Frühsommer. Vor lauter Fotografieren bin ich kaum vom Fleck gekommen, Dir ging es sicher genau so. Schön für Dich, dass Du noch diese Gelegenheit wahrnehmen konntest, einen sonnigen Tag in der Eifel zu verbringen. Aus Erfahrung weiß ich: davon zehrt man noch eine Weile im Winter!!

    1. Ich denke auch im Winter hat diese Gegend eine tolle Ausstrahlung. Ich hatte die Fotos von euch gesehen, bzw. den Blogeintrag. Ich bin schon froh, dass es so leicht ist, bei euch zu stöbern und sich etwas passendes raus zu suchen 🙂
      Ja, ich zehre sehr von solch schönen Tagen :-), aber auch die heutige Tour hatte was entspannendes und erfreuliches, sogar sehr viel 🙂

  2. Hey, dann hast du ja gleich beide Seiten von Gerolstein gesehen bzw. bewandert. Der Ort selbst ist nicht das ‚Highlight‘, aber die Umgebung ist schon ganz besonders mit den Korallenfelsen. Die Büschkapelle müsstest du mal bei Nacht sehen; wenn du dich ihr näherst, lässt ein Sensor das Licht angehen und sie leuchtet dann wie ein Martinslaternchen. Und sie ist offen. Welch ein Vertrauen … wo doch sonst immer alles verschlossen ist. Oben am Aussichtsturm war eine keltische Fliehburg.
    LG, Franka

    1. Ja die Umgebung ist wirklich schön und es gibt noch so viel mehr dort zu entdecken. Die Kapelle bei Nacht, naja ich glaube da hätte ich doch ein wenig Panik so im Dunkeln 🙂
      An der Dietzenley vermutet man, dass dort eine Fliehburg war, stimmt. Habe ich nun auch gelesen. Ein keltischer Ringwall, ist erkennbar.
      LG Elke

  3. Hallo Elke,
    ja das Gerolsteiner Land ist eine echte Wanderperle. Ich schrieb es ja bereits in meinem Blog. Hillesheim-Gerolstein, später dann Gerolstein-Daun – das waren echt die bisher schönsten Abschnitte des Eifelsteigs.
    Das Schildchen haste ja nun schonmal gesehen, vielleicht in Zukunft ja öfter 😉
    Sehr schöne Bilder hast du da mitgebracht und einen lesenswerten Bericht obendrein abgeliefert.
    LG

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