Grafen- und Mönchsweg oder vom Winde verweht

Schon lange steht der 11,7 km lange Bergische Streifzug Nr. 6 –  „Grafen- und Mönchsweg“ auf meinem Wanderplan. GPS Track
Solche Touren lege ich gerne in die dunkle Jahreszeit, weil sie relativ kurz sind und ich keine lange Anfahrt habe. Ich freue mich auf die Wanderung auf meistenteils bekannten Wegen, in vertrauter Umgebung.
Der Beschreibungstext der Webseite beschreibt das Thema der Wanderung:

„Auf die Spuren der späteren Grafen von Berg führt dieser 11,4 Kilometer lange Rundweg ebenso wie zu den berühmten Spuren, die Zisterziensermönche im Dhünntal hinterlassen haben. Auf dem Weg begibt sich der Wanderer auf eine Zeitreise.
Er erfährt, wie die Mönche den Dom gebaut haben, warum die Menschen des frühen Mittelalters die Grenzen ihrer Besitzungen befestigen mussten oder entdeckt die Überreste einer alten Fliehburg.“

Grafen_und Moenchsweg (1)Als offizieller Startpunkt der Wanderung wird der große Parkplatz am Rösberg in Odenthal empfohlen. Mir ist der Start direkt am Altenberger Dom heute lieber.

Nach der Wanderung kann ich so noch das Innere des Doms anschauen.
Grafen_und Moenchsweg (5)Grafen_und Moenchsweg (6)Hier ein Blick zurück auf die Anlagen rund um den Dom. Immer wieder komme ich hierher, zu jeder Jahreszeit ist es hier schön. Den Dom habe ich schon so oft abgelichtet und jedes Mal hoffe ich auf ein besonders schönes Foto. Ich gebe nicht auf 🙂

Am Dom vorbei werde ich an den Teichen vorbei hin zur Altenberger Dom Straße geführt, der ich ein Stück zu folgen habe, bevor es dann links hinauf in den Wald Richtung Wildpark weiter geht.

Die Teiche hatten für die Mönche des früheren Zisterner Klosters eine wichtige Bedeutung. Da es verboten war sich von vierfüßigen Tieren zu ernähren, wichen sie auf Fisch aus, die in den Teichen heran gezüchtet wurden. In der Dhünn gab es damals noch Lachse, da es keine Wehre gab, die den Fischen den Weg zu ihren Laichplätzen verwehrte.

Grafen_und Moenchsweg (10)Kurz nachdem ich die Straße verlasse erreiche ich diesen Mauernachbau.

Mauern aus Grauwacke sollten verhindern, dass die Mönche, die sich in der Abgeschiedenheit vollständig dem Klosterdasein widmen sollten,  von weltlichen Einflüßen zu sehr ablenken ließen.

Übrigens können interessierte Wanderer/innen diese Informationen auf den sehr regelmäßig angebrachten Informationstafeln erlesen. Gerade dieser Themenweg glänzt geradezu damit, es gibt aber auch viel zu entdecken und zu erfahren. Auch die Wegezeichen sind in beiden Gehrichtungen reichlich und lückenlos vorhanden.

Grafen_und Moenchsweg (17)Was ebenfalls sehr auffällig ist, sind die Beschilderungen des Sauerländischen Gebirgsverein, die scheinbar derzeit flächendeckend erneuert werden. Super sieht das aus und verlockt sehr zum Erwandern auch dieser zahlreich vorhandenen Wege.

Grafen_und Moenchsweg (18)Farben gibt es nur in gedeckten Tönen, aber schön ist es hier trotzdem. Ich genieße diese Tour durch die Heimatwälder nach den Festtagen so sehr. Die Ruhe tut sehr gut.

Grafen_und Moenchsweg (27)Über diese Brücke hinweg erreiche ich dann leider wieder die Altenberger Dom Str., der ich wieder eine Weile (satte 550m) folgen muss, bis ich rechts abbiege auf die Bergstraße.  In der Ferne sichtbar Schloss Strauweiler.

Grafen_und Moenchsweg (30)Grafen_und Moenchsweg (36)Auf den kleinen Straßen des Örtchens stehen die Häuser noch im Weihnachtsschmuck. Über mir kreisen Bussarde, deren Rufe in regelmäßigen Abständen zu hören sind. Täusche ich mich oder sind da auch die Rufe von Jungvögeln dabei?

Hier befindet sich das private Steiner Wind- und Wassermuseum des Modellbauer Günter Blömer. Schon die Häuschen und auch die dort befindliche Steiner Mühle (in privatem Besitz) lassen mich immer wieder in Verzückung geraten. Stets ein gerne durchwandertes Gebiet für mich.

Grafen_und Moenchsweg (49)Hier am Schloss Osenau erfahre ich dann dank der aufgestellten Stele etwas mehr über das Gebäude. Ende des 19. Jahrhunderts herrschte ein Bedürfnis nach Präsentationsbauten. Otto Weiler, ein wohlhabender Bürger ließ es bauen. Ihm gehörte auch der etwas weiter stehende Osenauer Hof (siehe folgendes Foto)

Grafen_und Moenchsweg (50)Grafen_und Moenchsweg (52)Meiner Meinung nach ein schönes Ensemble.
Grafen_und Moenchsweg (57) Grafen_und Moenchsweg (60)Bald trete ich wieder in ein Waldstück und in einem Hohlweg werde ich zur nächsten Stele geführt, die mir erklärt, dass diese Hohlwege entstanden sind, weil die Menschen früher mit ihren Gefährten hier durch zogen. Tiefe Spuren entstanden so in dem wasserreichen Boden und mit den Jahren und Jahrzehnten immer tiefere Wege.

Grafen_und Moenchsweg (72)Schneller als mir lieb ist, lande ich wieder auf der Straße. Dieser Weg hat mich zwischen Fluch und Segen hin und her geworfen (echt wie Himmel und Hölle).

Teilweise waren die Wegeteile über die Straßen nervig und immer wenn ich so richtig die Nase voll hatte, kam ein Abschnitt der mich zum schwärmen brachte.

Also kann ich am Ende nur bestätigen, die Wegeführung ist ausgesprochen wechselvoll und interessant. Noch einmal laufe ich ihn sicher nicht, aber Wegteile möchte ich noch einmal wandern und sie deshalb in selbst gebastelte Strecken einbauen.

Aber noch bin ich ja nicht am Ende meiner heutigen Tour.

Grafen_und Moenchsweg (84) Grafen_und Moenchsweg (86) Grafen_und Moenchsweg (89)

Nach einem neuerlichen Waldabschnitt erreiche ich wieder Straße und bald auch wieder die Altenberg Dom Straße. Diese verlasse ich und biege links vor dem Sportplatz auf einen schmalen Weg ein, der mich alsbald hooooch hinauf führt. Dieser Abschnitt ist ein mir bisher unbekannter und für mich gleichzeitig das Hifhlight des heutigen Wandertages. Schmal an Heidegesträuch vorbei klettere ich in die Höhen, blicke hinab auf die Straße, genieße weite Aussichten in das Bergische Land, je höher ich komme. Ich lasse da doch einfach mal Bilder sprechen. Mag sein, es ist nicht jedermanns Sache, ich liebe es, auch wenn dunkle Wolken mit Regen drohen 🙂

Grafen_und Moenchsweg (115)Hier stehe ich an einem alten Steinbruch, davor eine sehr interessante geologische Bodenfläche, die natürlich unter Denkmalschutz steht. Woran erinnert das Muster auf dem Boden?  Ja sicher, an trocken gelegte Böden.

Die Tafel an dieser Stelle beginnt mit der Botschaft: „Als Odenthal noch an einer tropischen Küste lag.“ 380 Millionen Jahre ist es her, als hier ein tropisches Meer Wellen schlug. Das Austrocknen des Bodens förderte die Rissbildung, die bei den sonst gefundenen „devonischen Meeresböden“ eher selten zu finden sind.

Grafen_und Moenchsweg (118)Spannend ist diese Gegend, sag ich doch 🙂

Grafen_und Moenchsweg (124)

Bevor das Gebäude gastronomisch genutzt wurde, beherbergte es mal eine Ziegelei, mal ein Sägewerk. Noch in den 50ern Jahren befand sich hier die Poststelle.
Bevor das Gebäude gastronomisch genutzt wurde, beherbergte es mal eine Ziegelei, mal ein Sägewerk. Noch in den 50ern Jahren befand sich hier die Poststelle. Die Grundmaunern stammen aus dem 18ten Jahrhundert

Grafen_und Moenchsweg (127)Hier am Hotel-Restaurant Wisskirchen hätte ich normalerweise parken sollen. Wer am Ende der Wanderung einkehren will, kann hier im Sommer sehr schön auf der Außenterasse mit herrlichen Ausblicken auf die weiten Wiesen sitzen und Kaffee und Kuchen oder eine Mahlzeit einnehmen. Auch im Innenraum lässt sich in rustikaler Atmosphäre gemütlich sitzen.

Grafen_und Moenchsweg (131) Grafen_und Moenchsweg (130)Auch im Herbst und Winterzeit schön geschmückt, die Aussparungen in der Mauer auf der Dhünnbrücke in Odenthal. Zurück am Altenberger Dom und seinen Nebengebäuden schiebe ich noch eine kurze Besichtigung des Doms ein.

Grafen_und Moenchsweg (133) Grafen_und Moenchsweg (139) Grafen_und Moenchsweg (142) Grafen_und Moenchsweg (144)Die Orgel lässt Schauer über den Rücken laufen, sie hört sich großartig an. Sie erfüllt den Dom und den Zuhörer mit der unglaublichen Macht und Fülle der gespielten Töne.

Fazit für die heutige Tour:
Viel Asphalt, aber immer im Wechsel auf für mich sehr schönen Wald- und Wiesenwegen. Spannender Verlauf durch viele Informationen und herrliche Anblicke. Nach der Tour habe ich mich 100% besser gefühlt als zum Start der Wanderung. Also ein voller Erfolg.

6 Kommentare

  1. Habe die Wanderung am 16.02.14 gemacht. Das Wetter war bis auf kleine Schauer sonnig und ich wollte schöne Fotos machen. Am Altenberger Dom kam das böse Erwachen – die Batterien waren leer und ich hatte keinen Ersatz. Ich habe die Wegabschnitte auch wie Himmel und Hölle empfunden. Das trifft es wirklich total gut. Vielleicht gehe ich den Weg zum 2.Mal. Aber den Dom werde ich auf jeden Fall wieder besuchen. Es gibt dort ja auch noch andere schöne Wege. Freue mich übrigens sehr, daß ich auf deine Seite gestoßen bin.

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    • Hallo Ulrike,

      mich freuen Rückmeldungen jedes Mal sehr und vor allem, wenn so ein wenig meine Einschätzung zum Weg ähnlich ist 🙂

      Altenberg ist voll mir schönen Wegen, manchmal ist es am schönsten einfach drauf los zu wandern, gute Karte vorausgesetzt. 🙂
      Der Batterieschwund ist ein übles Übel, ist mir auch schon passiert.
      Einen lieben Gruß
      Elke

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  2. Ja,der Dom …. ich weiß gerade gar nicht ob ich ihn jemals von innen sah. Ich verbinde damit in erster Linie den Märchenwald und die Wasserspiele. Die kleinen Häuskes an der Steiner Mühle sind ja wirklich herzallerliebst.
    Für mich steht ja immer noch die Wasserroute an.;) Mal schauen ob sich das gut verbinden lässt.

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  3. Hallo liebe Elke, das ist doch eine schöne Runde, auch wenn ihr mitunter auf Strassen wandern musstet. Du hast wieder tolle Fotos gemacht. Die Bilder mit den Regenwolken sind auch sehr schön. So etwas mag ich besonders gern.
    Ich wünsche dir, liebe Elke, und deiner Familie alles Liebe. 🙂 Komm gut ins neue Jahr.
    Viele liebe Grüße
    Frieder

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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