Rund um den Laacher See – Es war ruhig am Vulkankrater

Vor einiger Zeit berichtet Hans-Eberhard Peters vom Eifelverein in seinem Blog „EifelSüchtig“ über den NaturFreundeweg am Laacher See. Er und seine Gattin haben seinerzeit einige sehr schöne Fotos präsentiert, die mich dazu veranlasst haben mich erneut nach Maria Laach zu begeben. Den Originaltrack der Tour finden Sie im Eifelpfadfinder. Die verlängerte, von mir etwas abgeänderte Version hier: GPSTrack Der Laacher See ist der größte seiner Art in Rheinland Pfalz. Ein riesiger See, der rund herum von einem Wall umgeben ist. So hat man nur auf der Klosterseite einen ungehinderten Blick auf den See, da der Rest stark bewaldet ist.  Der Laacher See ist ein interessantes Gewässer, gehen Sie an der Ostseite entlang, werden Sie das Blubbern der Mofetten sehen können, ein Hinweis darauf, dass es dort unten, tief im See arbeitet. Ich starte am Parkplatz unterhalb des Hotel Waldfrieden, muss hier noch ein kleines Stück an der Straße entlang. Direkt gegenüber gibt es einen weiteren Parkplatz, dort entfällt ein Straßenkontakt. LaacherSeeNaturFreundeweg (2)Die Wege rund um den Laacher See haben allesamt einen recht ähnlichen Charakter, breit und gut ausgebaut. Der größte Teil der Strecke ist matschfrei, weil die Böden das Wasser gut absacken lassen. Forst Arbeiten machen eine Teilsperrung des Weges nötig, Ausweichmöglichkeiten gibt es jedoch reichlich. Die Forstarbeiter haben netterweise das Schild von einem gefällten Baum herunter genommen und hier platziert 🙂 LaacherSeeNaturFreundeweg (3) Ich wähle ja normalerweise lieber schmale Pfade, auf denen ich auch den Matsch gerne in Kauf nehme. Heute weiß ich, auf was ich mich eingelassen habe und nehme die Übersichtlichkeit in Kauf. LaacherSeeNaturFreundeweg (8)Blicke auf den Laacher See gibt es im ersten Teil meiner Wanderung nur durch die kahlen Bäume, im Sommer wird er total verwehrt. LaacherSee (14)Auf solchen Wegen, die weniger Ablenkung bieten, finde ich am Boden meist die interessanteren Aussichten, wie hier dieses einsame Blümchen, das einzige seiner Art zu dieser Jahreszeit und in dieser Umgebung. LaacherSee (17)Die Moose sind von frischem Grün und strahlen Frühjahrsstimmung aus. Die sind schon seit Wochen sehr aktiv im Wachstum. LaacherSee (9)Pilze in verschiedensten Varianten sind zu finden, hier natürlich auf Totholz angesiedelt. Aus der Ferne wirken sie oft uninteressant, geht man näher heran, eröffnen sich die verschieden farbigen Strukturen und schönen Formen. LaacherSeeNaturFreundeweg (12)Dieser zum Kloster Maria Laach gehörige Steinbruch wurde seit dem 11. Jahrhundert bis ungefähr 1930 betrieben. Teile des Klosters, wie z.B. das „Paradies“ wurde aus diesem Stein gestaltet. LaacherSeeNaturFreundeweg (21)Nach einigen Kilometern dieser Waldwege geht es hinab und damit dichter an den Laacher See heran. Der Traumpfad    Pellenzer Seepfad hat mich schon einmal auf diese Wege geführt. Heute biege ich aber links ab in die Felder, um dort noch ein Hochkreuz zu suchen. LaacherSeeNaturFreundeweg (24)Zum greifen nah, scheint mir das Kloster, dem ich mich aber heimtückisch von hinten nähern werde. Das bedeutet, mein Weg ist noch lang. LaacherSeeNaturFreundeweg (25)Erstmals am heutigen Tag erreicht mich das Tageslicht ungehindert, keine Bäume über mir, nur ein paar an den Wiesen entlang aufgereiht machen das Bild zu einer Kreation.

LaacherSeeNaturFreundeweg (26)Ein kleiner Anstieg und ich erreiche das Hochkreuz am Wingertsberg.

Auf schmalem Pfad und einigen Treppen hinauf und auf der anderen Seite hinab führt der Weg und ein Blick zurück zeigt mir ein winziges Stückchen Sonnenlicht, das ungehindert durch die Bäume blinzelt.

LaacherSeeNaturFreundeweg (28)

LaacherSeeNaturFreundeweg (35)Bald erreiche ich den Parkplatz an der Lacher See Strasse. Spike bekommt Wasser und ich tausche Softshelljacke gegen Weste. Inzwischen sind die Temperaturen ein wenig gestiegen und Wind fegt hier unten auch nicht so stark.

Alles steht im Zeichen der Vulkangesteine, so auch dieses steinerene Kreuz hier. Das wird nun auch erst einmal so bleiben. An der Klostermauer werden die unterschiedlichen, aus der Vulkantätigkeit entstammenden Gesteinsarten erklärt und exemplarisch dargestellt. Der Geopfad Laacher Rundweg  (Laacher See) (Route L), der nah am See entlang führt, hält viele Informationen zur geologischen Entstehungsgeschichte dieser Umgebung für Sie bereit.

Nun wird es arg matschig
Nun wird es arg matschig

Die Wege hier sind nun doch sehr seifig. Meine bisher von Schmutz verschonte Hose holt sich jetzt schnell wieder das schon bekannte lehmbrauche Muster, von meinen Schuhen ganz zu schweigen.

Und endlich erreiche ich die Klosteranlage Maria Laach. Sie fasziniert mich immer wieder und so trete ich zum x-ten Male eine kleine Besichtigungsrunde an.

LaacherSeeNaturFreundeweg (60) LaacherSeeNaturFreundeweg (63) LaacherSeeNaturFreundeweg (70) LaacherSeeNaturFreundeweg (71) LaacherSeeNaturFreundeweg (73)

LaacherSeeNaturFreundeweg (74)
Verführung pur. Frauen, die ihr Heim gerne mit dekorativen Einzelstücken schmücken, werden hier nur sehr schwer vorbeikommen, ohne das Portemonnaie erheblich zu erleichtern

LaacherSeeNaturFreundeweg (76) LaacherSeeNaturFreundeweg (81)Diese Figuren finden meine Aufmerksamkeit allerdings viel eher. Sie wirken so romantisch und schmücken Gärten und Vorgärten sicher ganz herrlich.

LaacherSeeNaturFreundeweg (85)Zurück auf meinem Weg erblicke ich hier auch noch einige Kunstwerke, teilweise so abstrakt, dass der Betrachter seine eigene Fantasie bemühen muss, um etwas daraus zu erkennen.

LaacherSeeNaturFreundeweg (86)LaacherSeeNaturFreundeweg (90)Nach einer Weile durch den Wald, erreiche ich Felder und Wiesen am Waldrand, mit Blick auf die A61, die hier auch zu hören ist. Nichts desto trotz genieße ich die offene Landschaft. Ginster säumen die Wege und ich stelle mir vor, wie es in ein paar Wochen hier aussehen mag. Alles wird gelb sein 🙂

LaacherSeeNaturFreundeweg (93)LaacherSeeNaturFreundeweg (96)Der Endspurt führt dann wieder über frisch aufgewühlte Wege. Nach ein paar Metern passiert dann das Unvermeidliche. Ich leg mich lang hin, dem erstaunten Blick von Spike ausgesetzt. Allerdings war das das kleinere Übel, denn meine lieben zeitweiligen Mitwandrerinnen erklärten etwas boshaft, dass sie es bedauern nicht anwesend gewesen zu sein, um diesen Fall fotografisch fest zu halten. Wer solche Freunde hat……. :O

LaacherSeeNaturFreundeweg (98)LaacherSeeNaturFreundeweg (99)Kurz vor dem Endpunkt meiner Wanderung erreiche ich den Lydiaturm, den ich heute erstmalig besteigen werde. Der Turm, ehemals aus Holz gebaut, wurde erstmalig 1896 eröffnet. Der Turm wurde nach der Gründers Dr. Hans Andreae benannt, die sich stark für den Bau einsetzte.

1925 wurde der Turm geschlossen, weil er baufällig war. 10. Juli 1927 wurde der heutige Turm eröffnet und während des Krieges von deutschen und allierten Truppen zur Aufklärung genutzt. Später musste der Turm um 7 m erhöht werden, da die hoch wachsenden Bäume rings herum eine Aussicht unmöglich machten. (Ich hatte mich schon gewundert, dass der Aufbau oben so ganz anders ausschaut)

LaacherSeeNaturFreundeweg (103)Noch einmal ein Blick auf den Laacher See, der heute einfach nicht mit Sonne beschienen werden soll. Es ist arg windig hier oben und Spike hat den Aufstieg auf der schmalen Wendeltreppe auf Gitterrosten, auf den letzten Metern verweigert. Also steige ich zügig wieder hinab.

Am Hotel- Restaurant Waldfrieden vorbei wandern wir wieder zu unserem Parkplatz. Übrigens, das Hotel und Restaurant sind derzeit geschlossen. Ein neuer Besitzer ist derzeit damit beschäftig das Haus bis zur Saisoneröffnung fertig zu sanieren und in Betrieb zu nehmen.

Nach 15,6 km erreichen wir den Parkplatz und fahren wieder heim. Spike ratzelt zufrieden und müde vor sich hin und ich stelle fest „Mal wieder alles richtig gemacht“ Es regnet nämlich jetzt recht heftig und ich habe unterwegs nicht einen Tropfen abbekommen.

Übrigens berichtet auch Thomas vom Wanderblog von einer Wanderung auf ganz ähnlichen Wegen in seinem Wanderblog und Mungo hat den NaturFreundeweg ebenfalls schon bewandert und in seinem Blog „Unterwegs mit Hunden“ bereits darüber berichtet.

25 Kommentare

  1. Keine Ahnung, wie viele Runden ich jetzt schon um diesen See gedreht habe. Aber man sieht einfach (fast) immer etwas neues, das einem zuvor entgangen ist. Gut, dass Laach nur einen Katzensprung von meiner Wohnungstür entfernt ist 🙂

    Gefällt mir

  2. Hihi Elke, ich wollte nicht deinen Sturz sondern nur deine farblich veränderte Hose fotografisch festgehalten wissen. Wir könnten ja mal eine Galerie der Ergebnisse unserer „Wanderunfälle“ machen. Wären bestimmt lustige Erinnerungen.
    Die Idee mit der Erhöhung des Turms finde ich klasse. Das wäre an so manch anderem Aussichtsturm auch nötig. Ist ja leider oft so dass das Wachstum der Bäume beim Turmbau nicht eingeplant wurde.
    Wenn ihr im Sommer an den Laacher See wollt, dann macht terminlich um die sonnigen Wochenenden einen großen Bogen. Sowas von Überfüllung hab ich wirklich selten erlebt und ich bin ja meist Sonntags unterwegs. Vielleicht ein Tipp für Tanja und dich: Wenn ich den Pellenzer Seenpfad das nächste Mal im Sommer gehe werde ich Schwimmzeug einpacken und am Waldschwimmbad starten statt in Nickenich. Da kann ich mir am Ende der Tour ein schönes Bad gönnen :-).
    Und nicht zuletzt: Ein schöner Bericht. Wie immer :-). Danke dir dafür.
    LG Elke

    Gefällt mir

    • Ha ha, liebe Elke ja das wäre es.
      Ich könnte schon einen Roman schreiben, über die Wanderunfälle, Irrungen und Wirrungen in den 3 Jahren Wanderzeit.
      Ich wünsche dir ein tolles Wochenende und freue mich auf eine nächste Tour mit dir
      Liebe Grüße
      Elke

      Gefällt mir

  3. Hallo Elke!
    Ich bin ihn ja auch schon vor einiger Zeit gegangen.
    Tatsächlich hatte ich das gleiche „Problem“. Durch das Buschwerk war der See fast nicht zu sehen 😉
    Ansonsten wieder schöne Bilder.

    Gefällt mir

  4. Der Laacher See hat wohl irgendeine geheimnisvolle Anziehungskraft. Ich bin da auch gerne. Herumgewandert bin ich allerdings nur mal untenrum. Ich wollte das Geblubber sehen, die Mofetten (hab‘ ich auch). Und in die Klosterkirche muss ich dann auch immer mal. Oben rum, ja, das wäre mal was Neues. Aber dass alles so zugewachsen ist und man keine Aussicht mehr hat, ist schade.
    Liebe Grüße, Franka

    Gefällt mir

    • Als ist das erste Mal dieses Geblubber in dem kleinen Tümpel bei Wassenach sah, konnte ich kaum glauben, dass die nicht künstlich hergestellt wurden 🙂
      Eine interessante Gegend, die Eifel und es dauert lang sie vollständig zu begreifen 🙂
      Liebe Grüße
      Elke

      Gefällt mir

      • Sie birgt allerlei Geheimnisse und ist voller Geschichten, ganz anders als andere Mittelgebirge. Wenn man nur mal bedenkt, dass die Vulkane nicht erloschen sind, sondern nur ruhen … Und dann die ganzen Kunstschätze dort. Am meisten liebe ich die Weitsicht.
        Ein schönes Wochenende wünsch‘ ich dir.

        Gefällt mir

  5. Hallo liebe Elke,
    wenn man um diese Jahreszeit wandert, hat es stets Vorteile und Nachteile.

    Dein Vorteil war wohl, dass alles kahl war und du wenigstens ein wenig freien Blick hattest.
    Die teilweise doch sehr matschige Strecke ist natürlich weniger schön und sich hinsetzen schon gar nicht *grins…
    du hast aber wieder alles so super geschildert, dass man meint, dabei zu sein.

    Das Kloster schaut richtig toll aus und die Figuren im Garten sind besonders hübsch.

    Ich freue mich auch schon darauf, wenn ich endlich wieder los kann und es vielleicht sogar ein bissel Schnee im Bayerischen Wald gibt !!!

    Liebe Grüsse zu dir
    und danke

    Uschi

    Gefällt mir

    • Na liebe Uschi,
      du wirst doch jetzt hoffentlich ganz schnell wieder fit sein. Denn mit eingewickelter Hand würde ich, gerade im Schnee, sicher nicht unnötig unterwegs sein wollen.
      Mein Wandertag war trotz Matsch, richtig schön 🙂 und über meine Landung konnte ich auch lachen.
      Liebe Grüße nach Bayern
      Elke 🙂

      Gefällt mir

  6. Hallo Elke, der Laacher See gehört einfach zu unserem Grundrepertoire . mal „obenrum“, mal „untenrum“, je nach Zeit. Deine Variante ist auch schön, werden wir uns merken! Am liebsten kehren wir übrigens im Blockhaus ein, es gibt da einen sehr guten Salat oder Kaffee und Kuchen.
    Lieben Gruß Ursula

    Gefällt mir

    • Am Blockhaus war ich auch schon Ursula,
      im Frühjahr und Sommer bin ich gerne mal auf Wegen rund um den See unterwegs. Die Kormorane beim Campingplatz sind immer nett zu beobachten.

      Ich wollte ja eigentlich noch zum Lorenzfelsen runter, habe aber abgebrochen, weil mir das an dem Tag zu steil und rutschig war 🙂
      Liebe Grüße
      Elke

      Gefällt mir

      • Im Blockhaus war ich zum Mittagessen, nachdem ich den Pellenzer Seepfad gegangen war und in Nickenich nichts offen hatte. Hat mir nicht so sehr zugesagt, zumal es sehr voll war (Samstag).
        Ein paar Wochen später ging ich den Höhlen- und Schluchtensteig Kell und fuhr danach zum Essen nach Wassenach: http://www.restaurant-mueller.de/ Dort saß ich in der Außengastronomie, in Gesellschaft einer neugierigen und gar nicht scheuen Katze. 🙂 Ein ruhiger und beschaulicher Ort mit einem einfachen, aber angenehmen Restaurant, das ich dem bekannteren (direkt am Weg liegenden) „Jägerheim“, vorzog. Ich hatte nicht den Eindruck, daß dies eine schlechte Entscheidung gewesen wäre.

        Gefällt mir

  7. Hallo Elke, schöne Bilder trotz des trüben Tages. Der N-Weg war viele Jahre meine Lückenfüller-Runde, ich kenne dort jeden Baum. Ich bin den ungezählte male gewandert. Heute gefällt er mir nicht mehr so gut, weil freie Ausblicke doch sehr selten geworden sind. Viel Kahlschläge, die es zeitweise gab, sind wieder zugewachsen..Freien Ausblicke auf den See und in die Eifel hat man nur am Südufer und am Waldrand entlang Richtung Wehr und Autobahn, den du auch gegangen bist. Aber das Entscheidende ist die Bewegung in der Natur. VG Rüdiger

    Gefällt mir

    • Ha ha Rüdiger,
      mich würde wundern wenn es überhaupt einen Baum geben würde, dem du nicht schon einmal guten Tag gesagt hast. 🙂
      Mir haben die Ausblicke auch gefehlt. So schön Wälder sind, wenn sie jegliche Sicht nehmen, ist es schade.
      Ich wollte ihn kennen lernen, den N-Weg und die Bewegung hatte ich so auch.
      Einen lieben Gruß an dich
      Elke

      Gefällt mir

  8. Auf der Suche nach Informationen zum Rheinsteig bin ich auf Ihren wunderbaren Blog gestoßen. Seitdem schaue ich fast täglich, ob es etwas Neues gibt 🙂
    Heute möchte ich mich endlich einmal bedanken für die anschaulich geschilderten Wanderungen und die tollen Fotos! Vielen Dank, das macht große Lust zum Nachwandern – selbst im Winter!

    Gefällt mir

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s