Digital fotografieren lernen – Schritt für Schritt zu perfekten Fotos

Und wieder hat ein Buch den Weg in meine Hände gefunden und wieder ist es eines, das uns „Fotografen“ den Weg zum spannenden, ausgewogen belichtetem, scharfen, gelungenen und vorzeigbaren Foto weisen möchte.
„Digital fotografieren lernen – Schritt für Schritt zu perfekten Fotos“

Dietmar SpehrDietmar Spehr – leidenschaftlicher Fotograf und Buchautor, hat sich in diesem Werk dem Thema gewidmet. Er schreibt in seinem Vorwort zu seinem Ziel, er wolle den Leser nicht nur die Technik nahe bringen, sondern auch und vor allem Hinweise zu geben, wie ein fesselndes Foto entstehen kann.

Der Klappentext bringt den Leser gleich auf Spur, indem ihm grundlegende Informationen zum Buchinhalt aber auch gleich Tipps präsentiert werden. Er zeigt Alternativen zu den Motivprogrammen auf und das mit jeweils rd. 11 Worten. Schon ein genialer Einstieg 🙂

Eine meiner Meinung nach wichtige und nützliche Information bekomme ich, indem jedes Beispielfoto mit den Aufnahmedaten versehen wird. So kann ich ohne den Text durchstöbern zu müssen, an immer der gleichen Stelle die für mich wichtigen Informationen finde, die für die Nachahmung erforderlich sind.

INHALT

16 Kapitel umfasst dieses Buch:

  1. Die digitale Kamera: von A bis Z erklärt
  2. Ohne Licht kein Bild: die richtige Belichtung
  3. Scharfe Bilder: den Fokus gezielt setzen
  4. Schwierige Lichtsituationen meistern
  5. Klares Weiß und schöne Farben
  6. Das Objektiv: so wichtig wie die Kamera
  7. Sinnvolles Zubehör und Kamerapflege
  8. Motive sehen und Bilder gestalten
  9. Menschen fotografieren
  10. Action- und Veranstaltungsfotos
  11. Natur- und Landschaftsbilder
  12. Mit der Kamera in der Stadt unterwegs
  13. Tiere fotografieren
  14. Nah- und Makrofotografie
  15. Panorama und HDR
  16. Die digitale Dunkelkammer

Ich kann nicht zu jedem Kapitel intensiv Stellung nehmen, deshalb wähle ich die oben fett gedruckten Kapitel als beispielhaft aus.

Das 1. Kapitel ist für den Neuling in Sachen Fotografie sicher eines der wichtigsten. Es werden die grundlegenden Unterschiede der verschiedenen, heute auf dem Markt erhältlichen Kameras erklärt. Es gibt schon einen riesigen Unterschied zwischen Kompakt-, Bridge-, System und DSLR Kameras. Je nach Anspruch an das Bildergebnis, bzw. des Einsatzbereiches, wird der Fotografierende seine Kamera wählen können und somit Fehlkäufe vermeiden können.

Für mich ist dieses Kapitel ausgesprochen logisch aufgebaut und gut lesbar und begreifbar geschrieben.  Vorzüge und Nachteile einzelner Kameratypen werden erklärt ebenso auch Stärken bestimmter Sonderprodukte.

Kapitel 2 bringt Licht auf den Sensor. Da gibt es allerhand zu beachten, u.a. ISO Werte, Blendenöffnung, Verschlußzeit und Entfernung zum Motiv.
Eine Weile kann man sich mit den Motivprogrammen begnügen, aber irgendwann erwischt es die meisten Vielfotografierer, dass sie in besondere Situationen geraten und ihr Nichtwissen verfluchen. Das ist der Anstoß, sich dieses Kapitel näher anzuschauen.

Der Autor macht es mir leicht seinen Gedankengängen zu folgen, indem er anschauliche Beispiele zur Erklärung wählt. Hier bekommen Sie vom Einstieg über die Programmautomatik bis zur vollkommen manuellen Fotografie, das grundlegende Fachwissen, um genügend Licht für ansprechende Fotos auf den Sensor zu bekommen.

In Kapitel 3 kommt es auf die Abbildungsschärfe an und hier wird mir, nicht zum ersten Mal, wieder etwas klar, dass ich immer wieder vergesse – nämlich die Auswirkung eines ausgefahrenen Kameraobjektives auf die Belichtungszeit, u.a. Dieses Kapitel will ich aber hier nicht vertiefen.

Kapitel 4 beschreibt an Hand besonders schwieriger Lichtsituationen, wie mit Änderungen z.B. der Belichtungszeit, das perfekte Fotos entsteht. Anpassungen dieser Art können auch an vielen Kompakten vorgenommen werden. Das Histogramm wird erklärt, anhand dessen ich z.B. erkennen kann ob ein Foto über- oder unterbelichtet ist.

Hier wird auch gleich der Vorteil der RAW – Fotografie erklärt. Früher haben wir unsere analogen Fotos in Filmröllchen zum Entwicklungslabor getragen und haben es dort entwickeln lassen. Heute habe ich das gleiche – unentwickelte Bild, wenn ich im RAW Format fotografiere. Welche Vorteile mir das bietet, erklärt Dietmar Spehr an verschiedenen Stellen und Beispielen im Buch, so auch hier.


Aufnahmesituationen

Nachdem sich die ersten 7 Kapitel mit der Kamera und der Handhabung derselben  beschäftigen, folgen nun diejenigen, die sich mit speziellen Aufnahmesituationen beschäftigen. Hier wird auf Besonderheiten eingegangen, die sich nicht nur mit den Kameraeinstellungen befassen, sondern auch mit dem eigenen Auge, das ja zunächst das Motiv sieht und zu einem Bild komponieren soll.

Kapitel 8 bringt es auf den Punkt. Motive werden gesehen und müssen dann zu einem Bild gestaltet werden. Hierfür beziehen wir die Umgebung des Motivs nahezu regelmäßig mit ein. Wir entscheiden dann wie wir das Motiv passend und für den Bildbetrachter attraktiv in die Umgebung platzieren. Hier gibt der Autor etliche Tipps, die auch ein Brechen der üblichen Gestaltungsregeln beinhalten.

Mich begeistert hier, dass der Autor mit zahlreichen Beispielfotos (immer mit Aufnahmedaten versehen) seinen erklärenden Text stützt. So braucht es verhältnismäßig wenige Worte, das macht für mich das Lernen angenehm.

Menschen fotografieren“, das Thema in Kapitel 8
Auch hierzu gibt Dietmar Spehr unzählige Tipps und Beispielfotos.
Diese Kapitel, und das ist das schöne an solch gut strukturierten Büchern, kann man aufschlagen und lesen, wenn eine bestimmte Aufnahmesituation ansteht. Kaum jemand wird die ganze Palette der Fotografie abdecken, meist beschränkt man sich auf 1-2 Schwerpunkte, wie bei mir vor allem die Naturfotografie und das Fotografieren von Kleinkindern.

Die Naturfotografie wird im 11. Kapitel behandelt.
Hier kommen wieder Kapitel 2 und 4 ins Spiel, denn ohne passendes Licht erscheinen Landschaften und Motive in der Natur oft kühl, zu schattig, überbelichtet etc. …..

Wenn ich auf Wanderschaft bin, kann muss ich mit dem Licht leben, das ich zu diesem Zeitpunkt habe. Auch hierfür bekomme ich Hinweise, wie ich problematische Licht-Situationen für mein Foto günstig beeinflussen kann. Auch gibt es Zubehör für Objektive, die z.B. bei Gegenlicht eingesetzt werden können. Hierzu erhalte ich Kauf- bzw. Nutzungsempfehlungen.

In diesem Kapitel werden sowohl die verschiedenen Lichtsituationen der Tageszeiten, als auch der Jahreszeiten besprochen. Bildergebnisse der besonderen Art entstehen bei extremen Witterungsverhältnissen, auch hierauf wird im Buch eingegangen.

Wie fotografiere ich, wenn der Himmel langweilig blass ist, Antworten gibt der Autor auch hier. Wer schon einmal im Winter bei Schnee und Eis fotografiert hat weiß wie grau eine solche Aufnahme wirken kann. Wer hier gelesen hat, weiß wie sich solche Pannen vermeiden lassen.

Als Schmankerl gibt es dann noch ein paar nette Spielereien, mit denen sich z.B. ungünstige Lichtverhältnisse zu Gunsten eines spannenden Kreativfotos nutzen lassen.

Für Wanderer wie mich, ist so ein Kapitel Pflichtprogramm. Auch hier werde ich mit Fotos wunderbar durch die Welt der Naturfotografie geführt. Ein sich bewährendes Konzept, wie ich meine.

Kapitel 14 für Wanderer mit Hang zur Makrofotografie genau das Richtige.
Ich denke, ich habe mit der Angewohnheit meine Kompakte für mich arbeiten zu lassen, die richtige Entscheidung getroffen. Es gibt aber auch für die Spiegelreflexkamera Alternativen um ohne großen Aufwand die Naheinstellungsgrenze (geringster Abstand zum Motiv) zu verringern.

So befasst sich dieses Kapitel zu einem guten Teil auch mit technischen Möglichkeiten die Kamera, bzw. vorhandene Objektive  Makro-fähig zu machen.

Das letzte, nämlich Kapitel 16 befasst sich zum Abschluß mit der Verwaltung und Endbearbeitung unserer Fotos. Ein wichtiges Kapitel, vor allem wenn viel fotografiert wird, ist die Bildverwaltung, die ich leider sehr vernachlässige. Struktur in den Ordnern ist ja nicht alles, die Verschlagwortung ist ein wesentliches Ordnungsprinzip bei, wie bei mir rd. 800GB Fotomaterial.

Die Bildbearbeitung findet hier nicht so viel Beachtung, es werden aber einige grundlegende Tipps gegeben, wie auf die Schnelle ein Foto optimiert werden kann.

Glossar und Stichwortverzeichnis setzen den Schlusspunkt dieses Buches.

Fazit:

Aus meiner Sicht hat hier der Autor Dietmar Spehr ein vollständiges Anfänger Buch erstellt. Wer sich hier Stück für Stück durch arbeitet und in die Praxis umsetzt, wird mit seinem Hobby ganz sicher auf ein höheres Niveau gelangen. Nutzbar ist der Inhalt für Anwender aller Kameramodelle ob DSLR oder Kompakte, der Buchinhalt ist allgemein genug gehalten, um sich hier nicht an speziellen Modellen aufzuhängen.

Dietmar SpehrKäuflich erwerben können Sie das Buch zu einem Preis von 19,90€ im örtlichen Buchhandel oder auf der Verlagsseite, dem Vierfarben Verlag, übrigens ein Kind von Galileo Press GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Kommentare

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