Rheinburgenweg – Bad Salzig – St. Goar – So weit die Füße tragen

Der Wetterbericht verspricht 13 Stunden Sonnenschein, ein Grund sich eine der längeren Strecken vorzunehmen. Ein Wanderfreund, der die Etappe des RheinBurgenWeg: Bad Salzig – St. Goar besonders angepriesen hatte, wirkte am Vorabend noch einmal motivierend auf mich ein. Das war dann der Schlussakord zu meinen Überlegungen.

RucksackMein Rucksack, bereits fertig gepackt, wird noch mit Kaffee, Stullen, Tomaten und Radieschen befüllt, genügend Wasser für Spike und mich dazu und schon konnte es los gehen. Wir haben Glück, staufrei erreichen wir nach rd. 1 1/2 Stunden den Parkplatz am Bahnhof in Bad Salzig.

 

  • 20,7 km werden wir wandern und rd.
  • 800 Höhenmeter auf- und absteigen.
  • Hier mein GPS Track zur Tour, der einen kleinen Irrläufer beinhaltet.

Die Originaldatei kann auf der Webseite des RheinBurgenWegs herunter geladen werden.
Eine Diashow mit allen Fotos gibt es hier: Diashow

Die Witterungsbedingungen sind günstig, morgens noch sehr kühl und im späteren Tagesverlauf gerade so T-Shirt Temperaturen, das wird auch für Spike zu schaffen sein.

RBW_BadSalzig_StGoar (2)Ein Stück werde ich durch das schicke Örtchen Bad Salzig geführt, Fotos Fehlanzeige, ich war noch nicht so weit. Auf weichem Wiesenweg, leicht bergan erreiche ich bald den ersten Aussichtspunkt.

So kann ich gleich einen Blick zurück auf Bad Salzig und gegenüber auf die beiden Burgen der „Die Feindlichen Brüder“ erhaschen.

RBW_BadSalzig_StGoar (8)Jede Windung des kleinen Waldweges, der nun folgt, bringt mich an einen schönen Punkt mit Aussicht auf die untere Rheinebene. Wie schon so oft, stehe ich an solchen Punkten und kann nicht fassen, dass es solche Schönheiten in unserem Land gibt und dass ich mich aufgemacht habe diese zu erkunden.
EB (5)Oben der Aussichtsturm, der die Traumschleife Fünfseenblick attrakivieren soll, noch mit Gerüst. Von dort aus erscheint Vater Rhein, als würde man auf 5 Seen blicken. Die etwas mehr als 10km lange Traumschleife soll am 4. Mai 2014 eröffnet werden und bis dahin wird auch der Turm fertiggestellt sein.

RBW_BadSalzig_StGoar (13) RBW_BadSalzig_StGoar (14)RBW_BadSalzig_StGoar (22)Ein wenig rückt der Weg nun vom Rhein ab, führt mich durch das Örtchen Weiler mit seinen Streuobstwiesen und Ziegenweiden. In der morgendlichen Stille ertönt ein Astschneider oder irgend ein anderes nerviges Gerät, lautlos verfluche ich dieses Geräusch, das sich so abhebt von der inneren und äußeren Stille, die ich empfinde.
RBW_BadSalzig_StGoar (23) RBW_BadSalzig_StGoar (29)Hier an diesem Rastplatz und an der Betenden Nonne, war ich vor gar nicht so langer Zeit mit Tanja, denn ich befinde mich hier auf der Traumschleife Fünfseehnblick, von dem wir ein kleines Stück der Traumschleife Rheingoldbogen zugeführt hatten, um länger auf Wanderschaft sein zu können. Bericht hier

EB (17)

RBW_BadSalzig_StGoar (32)Weiter am Rand von Weiler und später Weilerbach entlang, wandern wir nun durch ein abwechslungsreiche Waldlandschaft. Der Pfad, den Tanja und ich hinabsteigend so wunderschön fanden und uns bergauf das „fluchen“ lehrte, steht auch hier auf dem Programm.

Die wunderschönen, sicher steinalten Krüppeleichen, die sich mit ihren Wurzeln in den felsigen Boden krallen und dort nach den wenigen Nährstoffen lechzen, geben dem Weg das Besondere.

Eine Weile vorher habe ich ein Paar getroffen, mit dem ich eine Weile gemeinsam unterwegs war. Leider sind dadurch die Anzahl der Fotos eher gering ausgefallen.

Ich bleibe aber auch wirklich an jeder Ecke stehen

RBW_BadSalzig_StGoar (37)EB (27)Und da ist er wieder, der alte Rhein, der friedlich dort unten fließt. Jetzt wird es für uns steil, der alpine (zeitweise gesperrte)  Abstieg nach Hirzenach hat es in sich. Aber wie mir von Wanderfreund Rainer schon angekündigt, es würde etwas fehlen ohne diesen Abstieg.

Teilweise mit Seilen gesichert steigen wir abwärts. Ich habe das Gefühl ich muss diesen Weg noch einmal gehen, der war trotz abenteuerlicher Wegeführung wirklich toll.

 

Kirche, Pfarrhaus und Propsteigarten in Hirzenach
Kirche, Pfarrhaus und Propsteigarten in Hirzenach

Ein kurzes Stück zwischen Bebauung und Rhein entlang führt uns der Rheinburgenweg auch an der Probstei des Ortes vorbei. Ich schaffe es nicht,  nicht ohne wenigstens ein paar Mal auf den Auslöser zu drückenRBW_BadSalzig_StGoar (41) RBW_BadSalzig_StGoar (42) RBW_BadSalzig_StGoar (43)RBW_BadSalzig_StGoar (44)Nach einem kleinen Plausch auf Hirzenachs Straßen trennen sich unsere Wege wieder, denn der Wandertag ist für das Paar für heute beendet. Spike und ich dagegen genießen nun den Aufstieg, wieder auf die Höhen. Nun ist auch wieder mehr Zeit für die Fotografie.

RBW_BadSalzig_StGoar (45)RBW_BadSalzig_StGoar (46)RBW_BadSalzig_StGoar (49)So wechselvoll präsentiert sich die Landschaft, die sich an der Seite des Rheins über Jahr Millionen gebildet hat. Ein ums andere Mal bleibe ich stehen, nicht nur um vom Aufstieg erschöpft nach Luft zu schnappen, sondern vor allem betört vom Anblick, der sich mir immer wieder bietet.

Es ist merkwürdig, aber entweder überträgt sich die freudvolle Stimmung auf Spike oder er liebt solche Pfade auch. Auf jeden Fall kreiselt seine Rute immer wieder vor Freude. Man ahnt es schon, die nächste Aussicht auf den Rhein erwartet uns.

RBW_BadSalzig_StGoar (51)Am Wilbertskopf haben wir wieder zahlreiche Gelegenheiten Bänke zu besetzen und von dort hinunter zum Rhein zu schauen.

RBW_BadSalzig_StGoar (53) RBW_BadSalzig_StGoar (54) RBW_BadSalzig_StGoar (57) RBW_BadSalzig_StGoar (60)RBW_BadSalzig_StGoar (67) RBW_BadSalzig_StGoar (72)Auf weichen Wiesenwegen, allesamt bereits erstmalig gemäht, an teilweise noch blühenden Obstwiesen vorbei, gelange ich nach Holzfeld. Dort treffe ich auf den Ortsvorsteher Holzfelds, Herrn Karbach, der mir Details zur geologischen Enstehungsgeschichte des Rheintals erzählt, zu den üppigen Kirschbaumplantagen hat und über einige Kenntnisse zur Streckenführung der Traumschleife Rheingold verfügt. Kein Wunder, denn er war maßgeblich an der Entwicklung dieses Weges beteiligt und auch an den aufgestellten Informationstafeln.

Nach diesem kurzweiligen Gespräch ziehen wir weiter, Spike hatte sich indess eine kleine Pause im Schatten eines Baumes gegönnt.

Ein kleiner, eigentlich unbeabsichtiger Schlenker führt mich an dieses außergewöhnliche Häusle. Hat sich gelohnt, finde ich. RBW_BadSalzig_StGoar (78) RBW_BadSalzig_StGoar (80) RBW_BadSalzig_StGoar (81)An einer Ziegenfarm vorbei werde ich durch Holzfelds wunderschöne Wiesen und Rapsfelder geleitet. Der Duft ist berauschend, den der Raps hier verströmt und das empfinden auch die Insekten so, die zahlreich munter hier herum schwirren.

RBW_BadSalzig_StGoar (85) RBW_BadSalzig_StGoar (86) RBW_BadSalzig_StGoar (88) RBW_BadSalzig_StGoar (92)Der nun folgende Abschnitt über eine Forstpiste, ist nicht ganz so attraktiv, aber zu verschmerzen. So können die vorangegangenen, wunderschönen Eindrücke erstmal Platz nehmen und sich in mir festhaken. Eine geistige Pause tut da gut.
RBW_BadSalzig_StGoar (94) RBW_BadSalzig_StGoar (98) RBW_BadSalzig_StGoar (99)

EB (54)Hier erreichen wir eine vollkommen mit Moos überzogene Sitzgruppe, merkwürdig ist der Eindruck, der dieses Ensemble auf mich macht, nämlich einen kuscheligen und einladenden – da werden sich jetzt die Gemüter vielleicht erhitzen, aber es war so.RBW_BadSalzig_StGoar (101)Nach dieser kleinen Auszeit von der Grandiosität nimmt das Schicksal uns wieder abenteuerlich an die Hand, denn die nun kommenen Pfade und Wiesenwege sind so herrlich, dass man ganz schnell die Zeit vergessen kann und die Zivilisation. Immer wieder durchbrochen von Aussichten auf den Niedrigwasser führenden Rhein.
RBW_BadSalzig_StGoar (103) RBW_BadSalzig_StGoar (104) RBW_BadSalzig_StGoar (111)Auf der gegenüberliegenen Rheinseite präsentieren sich immer wieder im schönsten Sonnenlicht, die beiden Burgen Katz und Maus.

Burg Katz auf der anderen Rheinsteit, gleich gegenüber von Burg Rheinfels und somit St. Goar
Burg Maus auf der anderen Rheinseite, oberhalb von  Wellmich/ St. Goarshausen

RBW_BadSalzig_StGoar (121)Wahnsinn, diese Wege und ich kann sie ausgiebig genießen
RBW_BadSalzig_StGoar (126) RBW_BadSalzig_StGoar (128)RBW_BadSalzig_StGoar (132) RBW_BadSalzig_StGoar (135)Spike wird langsam müde. Seine Augen zeigen es ziemlich deutlich
Wir haben aber schon Ausblick auf St. Goar, nicht mehr lang….
Vorher schauen wir uns noch die Rheinfelshütte an.

EB (65) EB (66)
RBW_BadSalzig_StGoar (143)RBW_BadSalzig_StGoar (151) RBW_BadSalzig_StGoar (155)RBW_BadSalzig_StGoar (162) RBW_BadSalzig_StGoar (164)Und dann wandern wir, zu unserem Entsetzen – und hier darf ich sicher für Spike mit sprechen, erstmal wieder hinab auf Rheinebene, um dann einen laaaangen beschwerlichen Aufstieg zur Burg hinauf als logische Konsequenz absolvieren zu müssen. Danach war erstmal Schicht im Schacht, uns hing im wahrsten Sinn des Wortes die Zunge lang heraus 🙂 . Aber die Aussichten von dort oben, die herrliche Burgruine Rheinfels und die schöne Außenterasse, wo man vorzüglich speisen kann, entschädigen ganz schnell für die letzten Anstrengungen.

RBW_BadSalzig_StGoar (166) RBW_BadSalzig_StGoar (168) RBW_BadSalzig_StGoar (169) RBW_BadSalzig_StGoar (170)  RBW_BadSalzig_StGoar (173)Im Burgrestaurant ergeben sich wieder einige Gespräche. Eine Gruppe, die sich erkundigt, wie mir die hinter mir liegende Etappe gefallen hat und wie ich den RheinBurgenWeg grundsätzlich einschätze, ein Vater dessen Tochter Spike soooo süß findet – nicht die einzigen. Auf Spike werde ich andauernd angesprochen, der scheint viele Fans zu haben.

Durch den Reusche Park, über einen Natur- und Erlebnispfad erreiche ich dann bald den Bahnhof von St. Goar. Wie immer zahle ich einen aus meiner Sicht viel zu hohen Fahrpreis  (3,65€ ) für die kurze Strecke. Die Züge fahren alle 30 Minuten, das empfinde ich als ausgesprochen angenehm.

RBW_BadSalzig_StGoar (174) EB (89)EB-(93)Ein wunderschöner Wandertag geht dem Ende zu. Am Auto ergibt sich wieder ein Gespräch, dieses Mal mit den Bewohnern des kleinen Häuschens, an dem ich parke. Viele nette Menschen habe ich kennen gelernt, viele fantastische Wege gesehen und unter meinen Füßen gespürt. Viele Vögel zwitschern gehört, Bienen und Hummeln beim summer gelauscht und Blumen gerochen.

Was braucht ein Mensch mehr, für sein seelisches Wohlbefinden?

RhenBurgenWegZuletzt möchte ich noch auf ein Büchlein verweisen, dass der Ideemedia Verlag aufgelegt hat. Bald werde ich hierzu noch ein wenig mehr Information geben.

Hierin werden die derzeit gültigen Trassenführungen der 13 RheinBurgenWeg Etappen beschrieben und wie von den Autoren Ulrike Poller und Wolfgang Todt überlichen Tipps zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Darüber hinaus gibt es 14 Touren, die den RheinBurgenWeg mit dem Rheinsteig verbinden.

28 Kommentare

  1. Die Etappe is toll was? Die bin ich im letzten jahr auch gegangen, nur habe ich da das Pech gehabt, Hochwasser zu haben, Sankt Goar stande da kurz vor der flutung, und ich kam gerade noch rechzeitig um mein Auto weg zu bekommen, keine 2std später, so sagte man mir einige tage später, wäre das Auto buchstäblich abgesoffen 😦
    Mit dem druck im nacken ließ es sich leider auch nicht sonderlich gut wandern.

    Aber nach deinen Herrlichen Bildern werde ich diese schöne strecke in kürze noch mal gehen 🙂
    Vielen dank auch für den schönen Bericht liebe Elke 🙂

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      • Das wird ja eh meistens gemacht 🙂 Ich bin schon auf den Alpinen pfad sehr gespannt, den ich damals leider nicht gehen konnte 😦

        man braucht diese Auszeiten einfach auch hin und wieder mal, diese Herrlichen Touren sind ja kleine Urlaube, wo man einfach alles vergessen kann 🙂 Ich möchte es nicht mehr missen

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    • Na das geht ja noch. Die Etappe hat es aber in sich, da sollte man fit ein Turnschuh sein, wobei dein jugendliches Alter gibt dir ja deutliche Vorteile 🙂

      Eine sehr schöne und deutlich kürzere Etappe ist die Oberwesel nach St. Goar. Wunderschön zu gehen, mit vielen Ausblicken auf den Rhein

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  2. Klasse Bericht mit schönen Fotos. 🙂 Da steigen auch in mir die Eindrücke dieser Wanderung wieder hoch, auch wenn sie schon fast 1 Jahr zurückliegen. Falles ich mal eine der Rheinburgenweg-Etappen wiederholen möchte: Diese stände an vorderster Stelle!

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  3. Sehr, sehr schöne Fotos! Die Tour kommt auf meine Liste, weil die Wege auch sehr einladend aussehen und direkt Lust zum Wandern machen!
    Wunderschöne und sonnige Ostertrage wünsche ich

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  4. Hallo Elke, ich freue mich immer wenn jemand so begeistert ist wie du, von der Landschaft und der Natur. Dann weiß ich, das es mir nicht alleine so geht. Es sind wirklich nicht so sehr viele, die so empfinden wie wir. Ich beobachte ganz oft, das die Strecke abgewandert werden, ohne viel rechts und links zu schauen.
    Blogs und Bilder wie immer ein Vergnügen zu lesen und anzuschauen.
    VG Rüdiger

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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