Überraschungen im Lampertstal

Es war ein rabenschwarzer Tag. Ich hatte den Eindruck, dass alle meine Vorsätze für die Zukunft scheitern würden. Solche Tage gibt es eben, vor allem wenn Veränderungen anstehen und sich diese zäher entwickeln als die flotte Elke möchte.
Schwarze Löcher nenne ich diese Stunden oder Tage.

Kurz entschlossen bastele ich mir heute eine kleine Runde zusammen, die mich durch schöne Landschaften bei Alendorf führen wird, einen Besuch des Kalvarienbergs eingeschlossen.

Ich hatte keine Erwartungen an irgendwas, ich wollte nur raus in die Stille, die Natur spüren und meine Schultern frei bekommen, die sich unheilvoll verkrampft zusammen gezogen hatten und bis in den Kopf hinein schmerzten.

Nun zum Weg, der mir an diesem Tag so viele Geschenke gemacht hat, dass mein Herz am Ende voll war mit Begeisterung und Dankbarkeit. Habt ihr das schon erlebt, dass ihr nach oben geschaut habt, ungläubig dass es so viel Glücksempfinden geben kann und „DANKE“ gemurmelt habt?

Lampertstal und Kalvarienberg (63)Der GPS Track über die knapp 14 km kurze Wanderung gibt Auskunft über den Streckenverlauf. Die folgenden Fotos über das, was mir dieser Nachmittag geboten hat. Ich starte an der alten Kapelle St. Agathe in Alendorf, dort ist ein kleiner Parkplatz. Schnell sind wir auf dem Weg direkt auf den Kalvarienberg und damit am ersten Eifelblick.

Lampertstal und Kalvarienberg (9) Lampertstal und Kalvarienberg (10) Lampertstal und Kalvarienberg (11)

Hier oben höre ich ein Brummen, als wenn kleine Propeller drehen. Verwundert suche ich nach den Verursachern und entdecke…… JAAAAAAAAAA  Maikäfer, die aller aller ersten seit vielen zig Jahren.
Unfassbar, sie sind so ruhig und friedlich und lassen sich ganz hervorragend ablichten. Ich kann mein Glück kaum fassen.

Und über mir, ich hatte darauf gehofft, kreisen beide hier immer wieder anzutreffenden Milane. Innerhalb einer knappen halben Stunde werde ich mit diesen Schönheiten überhäuft, wenn das kein Grund ist alle Sorgen zu vergessen? Lampertstal und Kalvarienberg (16)Ich fotografiere noch ein paar Blümelein, die sich aber in folgenden und vorigen Blogberichten immer wieder finden, also lasse ich die hier weg.

Wir wandern durch diese herrlich sommerliche Frühlingsluft weiter, über uns immernoch in regelmäßigen Abständen die kreisenden Greifvögel. Heute wandere ich viel auf weichen Wiesenwegen und nur wenig auf geteerten Bereichen. Spike freut sich, der hoppelt auf diesen Böden immer sehr glückselig herum.

Lampertstal und Kalvarienberg (23)Der Eifelverein ist mit viel Energie damit beschäftigt die Wege neu auszuschildern und dabei die Wegeführung zu überdenken. Bzw. das funktioniert ja eher anders herum, erst planen, dann entscheiden und im Anschluss tun. So finde ich Hinweise auf neue Streckenführungen mit einem freundlichen Gruß vom Eifelverein.

Auch die Schilder sind moderner geworden, enthalten gut sichtbare Wegenummern. Die Wandervereine sind sehr aktiv, das ist häufig zu lesen. Die aktuelle Zeitschrift des Eifelvereins z.B. hat dies in der 2. Ausgabe des Jahres 2014 zumThema erklärt.

Lampertstal und Kalvarienberg (28)

Das Lampertstal, wie oft bin ich hier schon durch gewandert. So und weiter geht es mit Fotos von meiner schönen Runde, die mir noch weitere Überraschungen bieten sollte. Dazu gibt es gesondert Fotos zum Schluss.

“Ich berühre den Rand von Dollendorf, streife Ripsdorf und wandere eine lange Weile am Lampertsbach entlang.  Das nächste Mal würde ich hin und wieder die Bachseite wechseln, um nicht nur geradeaus zu laufen.

Am Ende möchte ich noch die kleinen, für manchen Wanderer oftmals nicht erkennbaren Kostbarkeiten zeigen. Der Standort wird aus Naturschutzgründen nicht verraten.

Ich kann allen Menschen, die unter Stress, Burnout, Depression oder sonstigen Krankheiten leiden, nur empfehlen „Geht raus!  Nehmt euer Sorgenpaket mit und lasst es in die grünen Wiesen fallen. Schaut euch um, was für Herrlichkeiten die Natur zu bieten hat und bald, bei mir meist nach spätestens einer Stunde, verschwinden Alltagssorgen hinter dem was JETZT ist.

Das funktioniert übrigens auch im Winter, der trotz seines grauen Charakters doch einiges zu bieten hat. Genauer hinsehen lohnt sich.

Für mich hat in solchen Situationen  einen hohen Stellenwert, dass ich alleine unterwegs sein kann. So habe ich keine Hemmungen während einer Tour wie dieser meine Sorgen zu besingen oder Witze drüber zu machen, manchmal rede ich auch mit mir oder Spike darüber. Eine eigenwillige Methode, aber was hilft hat recht, oder?

23 Kommentare

  1. Ach liebe Elke,
    allein dein Bericht und deine Fotos ist Seelenerholung und -nahrung. Ich finde das wunderschön und mutig von dir, dass du uns alle öffentlich daran teilhaben lässt. Dankeschön!!
    Ehrlich gesagt, mir kommen immer mal die Tränen, wenn ich an einem besonders schönen Ort überwältigt bin. Dann setze ich eine Sonnenbrille auf – wie blöd. 😀
    Wie gut die Natur, so viele kleine Details unserer Seele tun, wird seit vielen Jahrhunderten beschrieben und besungen. Wir haben das nur vergessen zwischenzeitlich in unserer druckigen technisierten Welt, wo alles schnell gehen muss und alles und jeder perfekt sein muss. Immer mehr Menschen werden seelisch krank!
    Dabei ist es so einfach… eigentlich. Man muss sich darauf einlassen und hinschauen, und schon hat man für ein paar Momente das Gefühl, alles wird gut. Solche Momente brauche ich regelmäßig. Gut dass wir ein Gegenmittel für uns gefunden haben.
    Ich wünsche dir von Herzen immer wieder Kraft, dir Wege zu suchen und solche Tage zu erleben, die dir so gut tun und dich wieder aufbauen.
    Ganz viele liebe Grüße an dich von Herzen
    und von Katrin 🙂

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    • Liebe Katrin,

      ich kann nur sagen ja ja ja
      ein perfektes Mittel für Seele, Körper…für den ganzen Menschen 🙂

      Ich schicke dir ganz viele Knuddelsgrüße und viiiel viel Glück für deine Zukunft 🙂

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  2. Schön, dass dir die Natur so helfen konnte (oder du dir selbst). ‚Danke‘ sage ich auch öfters – wenn ich auch nicht genau weiß, wem ;-), erst am Montag wieder in der Eifel oberhalb des Ahrtales. – Den Kalvarienberg kenne ich; er hat irgendwie etwas Magisches.
    Ich wünsche dir noch viele solche Glücksmomente,
    Franka

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  3. ja das habe ich ebenso schon erlebt. dann strömen einen einfach so die glückshormone durch den körper und man strahlt die natur an und sagte „danke, dass ich hier sein kann.“
    🙂
    ein schöner bericht von dir mit tollen eindrücken aus der natur
    liebe grüße
    conny

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  4. Ach Elke, einen schönen Bericht hast du wieder gemacht und du hast soooooo recht. So gerne ich ab und zu mit Freunden unterwegs bin, wenn ich den Kopf frei kriegen will oder einfach nur alles zu viel wird, geht das am Besten, wenn ich alleine die Natur genießen darf. Wobei ich letztes Wochenende mal wieder darin bestätigt wurde, dass für mich das Beste eine Mischung aus Square Dance und alleine Wandern ist. Beim Tanzen wird der Kopf frei, weil nichts Anderes Platz hat als die Konzentration auf die Kommandos und während ich allein unterwegs war lösten sich die Probleme im Kopf und der Blick wurde wieder klar :-). Die Leute, die mich im Park gesehen haben, haben mich allerdings garantiert für ziemlich verrückt gehalten, soviel wie ich mich mit nicht wenigen Gesten mit mir selbst unterhalten habe.
    Ganz liebe Grüsse
    Elke

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    • Liebe Elke,

      es ist so unglaublich schön, dass es doch einige gibt, die meine Empfindungen teilen.

      Ich bewundere deinen körperlichen Elan, für dieses Tanzen, das liegt mir so garnicht. Eher setze ich mich auf mein Rad und rase los 🙂

      Hauptsache wir haben Methoden, die uns helfen. Das ist mehr wert als viele andere Dinge, die einem das Leben so anbietet 🙂

      Einen ganz lieben Gruß ins Siegerland und auf bald
      Elke

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  5. Ich lese immer wieder mit Genuss deine Berichte und bewundere deine herrlichen Fotografien. Auch ich habe das Wandern nach meiner Scheidung und fast gleichzeitigem Übergang in die Pension oftmals dazu benutzt, meinen Kopf frei zu bekommen und alle Nöte und Sorgen hinter mir zu lassen. Die Wunder, die in der Natur zu entdecken sind, geben mir immer wieder sooooooooooooo unendlich viel …… letztendlich Freude, Kraft, innere Ruhe ….. Seelenfrieden, um mich gelassen durch schwierige Zeiten zu bringen. Ohne meine Wanderungen mit meiner Kamera „bewaffnet“, um die Schönheiten auf die Linse zu bannen, wäre ich nicht die Anne, die ich jetzt bin. LG an dich und hab weiterhin so viel Freude in der Natur wie ich … Anne

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    • Anne,

      du sprichst mir mit deinen Worten so in die Seele 🙂

      Auszeiten für ein ausgeglicheneres Wesen, genau das ist meine Motivation.

      Einen ganz lieben Gruß und dir wünsche ich ebenfalls ganz viele schöne Wanderungen mit Fotos für die Seele

      Elke

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  6. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie Du die Schönheit von Landschaft und Natur zur Überwindung von Sorgen und Kummer einsetzt und das auch in Wort und Bild mitteilen kannst. Vorbedingung dafür ist allerdings, das man auch die kleinen Dinge sehen und bewundern kann. Das können übrigen die wenigsten Leute. Ich bin früher in einen Wanderverein eingetreten, in der Annahme dort viele Gleichgesinnte zu treffen. Dieser Glauben war falsch, hier suchen die meisten Bewegung und Gesellschaft, was ja sehr positiv ist. Entspricht aber nicht meiner Art durch die Natur zu wandern. Ich brauche Zeit um Dinge zu bewundern und diese auch im Foto festzuhalten, genau wie Du. Auch das tiefe eintauchen in Gedanken, geht eigentlich nur, wenn man alleine unterwegs ist. Allerdings macht wandern und Unterhaltung mit Freunden auch viel Spaß.
    Viele Grüße aus Koblenz und Dir noch einen schönen Tag

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    • Vielen Dank lieber Rüdiger für deine eindeutig verstehenden Worte.
      Ich bin mir selber dankbar dafür, dass meine manchmal vollkommen nutzlosen Sorgengedanken beim wandern so gut verschwinden.

      Aufraffen fällt mir manchmal trotz dieses Wissens, unglaublich schwer.
      Die Belohnung wenn ich dann losziehe ist aber jedesmal dieses Glücksgefühl, mein Kopf weiß das 🙂 und das Herz folgt!

      Einen ganz lieben Gruß nach Koblenz

      Elke

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  7. Oh jaaaaaaaaaaaaaa liebe Elke,
    dieses DANKE ‚gen Himmel kenne ich auch !!!

    Ich freue mich mit dir, dass dein Tag noch so wunderschön wurde und die tollen Fotos sprechen allein schon Bände.

    Vielen Dank für den schönen Wandergenuss von einer tollen Gegend ❤

    und einen herzlieben Gruß zu dir

    Uschi

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  8. Oh wie schön !!! Der Kalvarienberg mit Eifelblick und das herrliche Lampertstal. Ich war erst einmal
    dort. Es ist leider etwas zu weit von mir entfernt, aber es auf jeden Fall ein Ort um Sorgenpakete verschwinden zu lassen.
    Liebe Grüße aus Kierspe

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