Wieder einmal treffen wir Wanderschnecken uns zu unserem jährlich stattfindenden Wanderwochenende. Mittags bin ich als erste vor Ort, da ich nur wenige Stunden zu arbeiten hatte. Mittags gestartet, durfte es dann auch nur eine kleine Runde sein, meine Wahl fiel auf die in Mastershausen beginnende und in einem schönen Bogen um den Ort herum führende Traumschleife: Masdascher Burgherrenweg.

Idee Media TraumschleifenIn meinem kleinen, aber sehr feinen Wanderführer „Traumschleifen Wandern“ Saar-Hunsrück Band 3, verlegt vom Ideemedia Verlag, wird mir einiges zu diesem Weg näher gebracht.

Mich erwartet eine typische Hunsrückwanderung, mit Bachtälern und Mühlen oder deren Ruinen und die schon auf dem Weg zum Startpunkt gestreifte Burgruine Balduinseck. Das Deutsche Wanderinstitut hat entschieden, dass dieser Weg mit all seinen Herrlichkeiten 81 Erlebnispunkte verdient.

Masdascher Burgherrenweg (445)In der Ortsmitte von Mastershausen stelle ich mein Auto ab und begebe mich auf den
13,9 km (15,6 km hatte ich am Ende)  kurzen Rundweg mit nur rd. 400 Hm.  Hier mein GPS Track. Zunächst sehe ich die orangenen Zuwegezeichen, die mich über  700m durch kleine Ortstraßen, auf Wiesenwegen zum Startplatz führen.

Masdascher Burgherrenweg (8)Am Hallgarten und einem Kinderspielplatz staretet die Traumschleife und führt uns sogleich auf weichen Wiesenpfaden durch das Mautzbachtal. Der Himmel hat noch gewaltige Löcher, durch die er den Regen entlässt.

Spike hat Fell und ich habe auch ein dickes Fell – zumindest was Regen betrifft. So lassen wir uns von dem bißchen Duschwasser nicht irritieren und ziehen fröhlichen Mutes dahin, links und rechts die Schönheiten der Landschaft bewundernd.

Masdascher Burgherrenweg (10)

Masdascher Burgherrenweg (18)Über uns eben so ungebremst, fliegen die Flieger Richtung Süden. Immer wieder verschwinden sie hinter den Regenwolken, dann tauchen sie wieder vollständig auf.

Aber auch dieses Geräusch sollte uns bald erspart bleiben. Wald und Feld nimmt uns gefangen und schenkt uns in schneller Folge Abwechslung für die Augen. Weite Blicke in die Landschaft gehören dazu.

Masdascher Burgherrenweg (13)

Masdascher Burgherrenweg (14) Masdascher Burgherrenweg (20)

Masdascher Burgherrenweg (25)An einem ersten großen Rastplatz biegen wir in den Wald ein, der mit seinen hohen Stämmen viel von dem wenigen Tageslicht herein lässt.

Nicht lange und wir biegen auf einen Forstweg ab, der durch ein Windbruchgebiet führt. Viele Hektar Wald wurden hier durch schwere Stürme einfach flach gelegt. Die Wiederaufforstung wird viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen und trotzdem sieht das Gebiet für mich ansprechend aus.

Masdascher Burgherrenweg (44)Hier am großen Fels stelle ich mich ein wenig unter, um ein durch den Regen zu fotografieren, zu spannend sind die Motive, wie zum Beispiel die schöne Sinnesbank am Dolsberg und die filigranen Gräser auf dem Stein.
Rahmenfoto
Wir sind nicht aus Zucker, also ziehen wir dann auch bald weiter. Nun gerate ich in die typischen Hunsrückwälder. Ich erinnere mich an die Brücken, Bäche und alten Mühlen   am Baybach, das Gefühl war dort ähnlich. Mystisch erscheinen sie mir, die grünen Wälder mit bemoosten Steinen in den munter fließenden Gewässern.

Eine Truppe mit schweren Hölzern kommt mir entgegen. Sie erzählen, dass sie den Bau einer Brücke in Angriff nehmen.Masdascher Burgherrenweg (108)

Und dann erreiche ich sie, die Burgruine Balduinseck. Erst in diesem Frühjahr wurde sie, nach 6 Jahren Sanierungszeitraum und einem Finanzierungsaufwand von 1,5 Millionen Euro wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unter Burgenkennern ist die um 1325 entstandene Burganlage von großer Bedeutung. Sie soll die best erhaltenste Burg des Fürstbischofs Balduin sein und beispielhaft für den Burgentyp Donjons.

Der Aufwand war groß, denn man hat auf Flora und Fauna der Umgebung und auf dem Mauerwerk Rücksicht genommen und sich den jahreszeitlichen Bedingungen angepasst, Bauarbeiten entsprechend terminiert. So berichtet die Regionalzeitung.Masdascher Burgherrenweg (121)
Masdascher Burgherrenweg (127)Wir haben es gewagt über die für Hunde sehr beschwerliche Treppe aufwärts zu steigen, ich habe das aber bereut, denn Spike muss das meiner Meinung nach als schmerzhaft empfunden haben.

Nach einer ausgiebigen Betrachtung und einer kleinen Rast, ziehen wir wieder abwärts und tauchen auch schnell wieder in die Natur ein.

Masdascher Burgherrenweg (122)

Durch diesen Tunnel geht es auf schmalem Randstreifen in einen wunderschönen Auenwald
Durch diesen Tunnel geht es auf schmalem Randstreifen in einen wunderschönen Auenwald

Masdascher Burgherrenweg (147)Masdascher Burgherrenweg (155)Dann nehme ich mir die Zeit ein paar Langzeitbelichtungen durchzuführen. Das werde ich an anderer Stelle noch wiederholen. Ich liebe diese Art Aufnahmen, wenn ich sie bei anderen Fotografen sehe. Ohne Stativ ist das aber nun halb so gut.
Ich zeige nun einfach mal ein paar Fotos für den weiteren Eindruck, ich merke der Bericht wird arg lang und noch zwei weitere Wanderberichte aus diesem Wochenende, warten auf mich.
Masdascher Burgherrenweg (170)Masdascher Burgherrenweg (182)Masdascher Burgherrenweg (196)Spike nutzt heute viele Gelegenheiten um sich im Gras zu wälzen. Der Knubbel, sieht dann immer herrlich aus.

Und der Wind trägt ihm offensichtlich einige sehr verführerische Gerüche zu.

 

Masdascher Burgherrenweg (217)

Auf dem Burgberg und seiner herrlichen Rasthütte treffe ich auf ein Rentnerpaar. Schnell sind wir in anregenden Gesprächen vertieft. Eine sehr bereichernde Begegnung war das.
Auf dem Burgberg und seiner herrlichen Rasthütte treffe ich auf ein Rentnerpaar.
Schnell sind wir in anregenden Gesprächen vertieft. Eine sehr bereichernde Begegnung war das.

Ein römischer Brunnen stellt sich uns in den Weg, ebenso wie der alte Stollen der Grube Appolon. Eine Informationstafel, die übrigens an den Standorten vieler Mühlen auch zu finden sind, erfahre ich einiges über diesen Standort der Erzgrube. Auf einem Zick-Zack-Pfad  — so steht es auf einem hölzernen Wegweiser – kämpfe ich mich dann endgültig nach oben auf die Freifläche. Vorher könnte ich mich auf einer weiteren großen Holzbank niederlassen, um neue Kräfte zu schöpfen. Brauche ich aber nicht, also ziehen wir wieder weiter.

Wenig später erreichen wir den römischen Galgenturm, unweit der mächtigen Eiche, die als Galgenbaum diente. Oh finstere Vergangenheit.

Masdascher Burgherrenweg (341)

Masdascher Burgherrenweg (344)
Von hier oben habe ich Aussicht bis nach Köln, z.B.
Masdascher Burgherrenweg (369)
Einen kleinen Abstecher zur Kapelle gönne ich mir noch. Die Sonne geht langsam in die Knie, aber sie scheint, wie man gut sehen kann 🙂

Masdascher Burgherrenweg (371)_bearbeitet-1

Die Pferdchen kommen rasch angelaufen und folgen mir getreu Monty Roberts auf Schulterhöhe. Das war schon echt lustig. Irgendwann hatten sie die Nase voll, von meiner Knipserei und drehten wieder ab

Mein getreuer Weggefährte steuert immer wieder zielstrebig die Bänke an, die auf dieser Traumschleife in großer Anzahl herum stehen.
Mein getreuer Weggefährte steuert immer wieder zielstrebig die Bänke an, die auf dieser Traumschleife in großer Anzahl herum stehen.

Nachdem ich kurz vor Ende meiner Tour noch den beeindruckend schönen Hallgarten durch schlendere, kehre ich auf gleichem Weg wie heute morgen, wieder zurück zum Auto. Die Umgebung erscheint jetzt im Sonnenlicht nochmal ganz anders als heute Morgen.

Es war eine wunderschöne, abwechslungsreiche Tour.  Die 81 Erlebnispunkte sind absolut verdient. Und wieder ist eine Traumschleife in mein Wandernetz gefallen, wunderbar.

12 Kommentare

  1. Hallo Elke,

    ich gucke nicht nur gerne Bilder, ich lese auch gerne Wanderblogs. Besonders wenn diese so gelungen sind, wie es in deinen Fällen meist der Fall ist.
    Man spürt quasi mit jedem Wort, jedem Satz, wie verbunden Du mit der Natur bist und was sie für dich bedeutet. Das macht Deine Berichte jedesmal besonders.
    Na und natürlich nicht zu vergessen, dass Spike als treuer Weggefährte an Deiner Seite weilt. Ja….die Sommermonate spüre auch ich allmählich, was in den kommenden Wanderungen natürlich Berücksichtung finden muss. Aber dafür denkt Herrle jetzt daran, uns auch zwischendurch öfter mal Wasser zu reichen 😉

    Lieben Gruß
    Indy

  2. Wieder Klasse Bilder und welch ein Zufall: auch ich darf mich auf den Hunsrück freuen. Noch ein wenig durchhalten und dann geht’s los in Trier an der Porta Nigra mit Etappe 15 des HRS. Oder das Pferd von hinten aufgezäumt 😉

  3. Das ist wirklich eine wunderschöne Traumschleife und deine Fotos, liebe Elke, sind ein noch grösserer TRAUM <3

    Spike macht es ja genau wie Gina *grins…da sind ganz sicher besondere Düfte !

    Die Langzeitbelichtungsaufnahmen gefallen mir auch super und ich habe mir jetzt ein Stativ zugelegt
    und werde das auch mal probieren ;).

    Vielen Dank für die schöne Wanderung
    und einen lieben Gruß in den Abend

    Uschi <3

  4. Hallo Elke,
    wunderschöne Bilder und Eindrücke – Spike ist so ein Wandergenieser wie meiner 😉 so schön immer zu sehen wieviel Spaß die dabei haben – oder ?
    Euch Beiden weiterhin viel Freude und tolle Erlebnisse.
    Liebe Grüße
    Angelika + Erik

    1. Ja liebe Angelika, er zieht so gerne mit mir los. Allerdings merke ich an wärmeren Tagen auch, dass ich vermehrt Waldwege aufsuchen muss.
      Es ist herrlich mit ihm, aber das weißt du ja aus eigener Erfahrung 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Elke

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