Ein Blättchen fürs Schneckchen – Wundervolles am Wegesrand rund um Neroth

JUlia_bearbeitet-1Nun, nach einer wundervollen Woche mit meiner 2 1/2 jährigen Enkelin, fühle ich mich wie Omas sich fühlen, wenn sie solch eine Zeit in sich aufsaugen wie ich es tue. Zoo, Wildpark, Bauernhof, Sandkasten und Tobespiele in den „Pausen“ versüßen die Tage. Traumhaft war diese Zeit, das sei erwähnt.

So brauche ich nach ihrer Heimkehr erst einmal 2 Tage Erholung für die müden Knochen.

Das Wetter macht es mir leicht es etwas ruhiger angehen zu lassen, denn Deutschland riecht Gewitterluft. Mittwoch, mein letzter Urlaubstag, fordert aber geradezu eine Wanderung heraus. Der Tag startet zwar sehr diesig und regional wolkig, aber das soll sich im Tagesverlauf ändern.

Die Wegefinder von Natur Aktiv Erleben bieten auf ihrer Webseite eine Tour mit dem Namen „Nerother Kopf und Umgebung, ein Juwel der Vulkaneifel“ rund um Neroth an. Mit rd. 17 km und ca. 500 Hm eine schöne ausgedehnte Wanderung. GPS Track

Anders als gewöhnlich verläuft diese Rundwanderung überwiegend über befestigte Wege, somit wenig Gefahr sich im Schlamm verregneter Pfade wieder zu finden. Die Wassermengen, die in den vergangenen Tagen den Weg zu uns hinunter gefunden haben waren beachtlich, teils eine ganze Monatsration.

Ich parke an einem Gebäude für Weihnachtsbaumverkäufe. Es macht Sinn im Navi die Koordinaten:   N50.21407°;  E6.74079° einzugeben.

_EBL4062NerotherKopfMein Auto steht mal wieder ganz allein auf dem Parkplatz, ein Umstand der mich jedes Mal beunruhigt und die Tatsache, dass ich beim Zurückschauen feststelle, dass sich dort nun ein zweites Fahrzeug und ein dort herum geisternder Herr befindet, macht mich nicht ruhiger.
Später sollte sich heraus stellen, es war „nur“ ein Wanderer 🙂

Die Witterung ist noch sehr trübe, die Wege sind, von mir ja selbst gewählt, sehr hart und unnachgiebig. so richtig möchte sich eine Verbundenheit zum Weg nicht einstellen, auch wenn ich froh bin wieder ungezwungen an der frischen Luft zu weilen.

Spike läuft immer ein paar Meter vor mir und erreicht so auch vor mir nach einer Biegung eine Wiese auf der die beiden Jungrehe äsen. Spike hat sie wohl zum schauen und überlegen veranlasst, den Fluchtreflex entwickeln sie aber erst als ich sichtbar werde.
_EBL4087NerotherKopf_EBL4104NerotherKopfWir wandern hier durch ein Gebiet, dass von vulkanischen Zeugnissen geradezu strotzt, heißt ja auch Vulkaneifel. Überall entdecke ich Gestein, dass sicher mal von Menschenhand in den Wald getürmt wurde, denn der Mensch hat schon früh die unterschiedlichen Gesteine die ein Vulkan hervorbringt, als Baumaterial zu nutzen verstanden.

P1010574_bearbeitet-1NerotherKopfAuf den feuchten Wegen tummeln sich zahlreiche Schnecken unterschiedlichster Couleur und Rasse. Noch nie ist es mir gelungen einer Schnecke beim Fressen zuzuschauen.

Diese hier verrenkt sich extrem, um dieses zarte Blättchen zu zermahlen. Eine tolle Studie zum Thema Schneckenfrass 🙂

Blick auf den Mittelpunkt der heutigen Wanderung, den Nerother Kopf. Bald werde ich auf ihm herum streunen.

_EBL4161NerotherKopf_EBL4218NerotherKopfIm Februar 2010 kommen in Westeuropa 53 Menschen durch das Sturmtief Xynthia ums Leben. Hier in der Eifel hat Xynthia stellenweise große Verwüstungen angerichtet. Die Verbandsgemeinde Daun hat die umgestürzten Bäume dort liegen lassen und führt den Eifelsteig über eigens errichtete Stege über dieses Gebiet.

Wild-romantisch präsentiert sich die kleine Region.
_EBL4221NerotherKopf_EBL4230NerotherKopf_EBL4245NerotherKopfDer Wald hier und die Stimmung ist für mich das heraus ragende Highlight der heutigen Runde. Ich mag gar nicht voran gehen, so schön ist es hier. Doch irgendwann erreiche ich, nach nur wenig Wegstrecke, die Burgruine Freudenkoppe.
_EBL4259NerotherKopf_EBL4269NerotherKopf_EBL4286NerotherKopf1919 gründete sich hier an der Mühlsteinhöhle die Nerother Wandervogelbewegung, eine Abspaltung der 1900 entstandenen Wandervogel e.V.

Es ist irgendwie gruselig hier, aber solche Gemütsbewegungen ereilen mich schon mal, wenn ich so allein vor dunklen Höhlen stehe. Irgendwie passen sich selbst die knorrigen Baumstümpfe, die vermoost hier überall zu finden sind, dieser Atmosphäre an. Es ist aber auch unglaublich schön, schon allein weil die Sonne erfolgreich den Weg durch den Dunst und die Restwolken findet und den Wald mit ihren Lichtspielereien bereichert.

_EBL4292NerotherKopfDen folgenden Wegeverlauf zeige ich hier mit Fotos, ich wandere weiter um das Örtchen Neroth herum. Ich treffe zwei Wandererinnen auf Mehrtagestour, ebenfalls mit Vierbeiner, der sein Futter selber tragen darf. Eine kleine Unterhaltung bereichert diese Begegnung.
Später muss ich an einer Standortschießanlage vorbei, die Schüsse sind weithin zu hören und das über viele viele viele Kilometer. Wirklich schade, denn ansonsten war es hier sehr still.

Mich hat dieser Weg, bis auf die Passage am Nerother Kopf, nicht aus den Schuhen gehauen. Es liegt mir nicht auf Schotter zu laufen, die Pfade waren da hin und wieder eine wahre Erquickung 🙂

6 Kommentare

  1. Hallo liebe Elke,

    genieße deine Oma-Freuden, denn sie Enkel werden viel zu schnell groß
    und ich weiß wovon ich rede 😉

    Deine Fotos sind einfach sowas von schön und brillant, dass ich sie mir immer mehrmals anschaue.

    Danke für’s mitnehmen und einen herzlichen Gruß zu dir

    Uschi ❤

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    • Ja liebe Uschi,
      ich sauge diese Zeit sehr in mich hinein, weiß ich doch wie schnell die Kleinen flügge werden.
      Du kennst es und ich werde es nach meinen Jungs nun auch wieder kennen lernen 😉

      Einen ganz lieben Gruß nach München
      Elke

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  2. Hallo Elke, interessant über dieses mir fehlende Stück Eifelsteig zu lesen; wir sind damals nur von Gerolstein bis Neroth (Mausefalle) gekommen, sodass das Teilstück bis Daun (Gemünden) noch aussteht. Da ich gerade mit dem Fahrrad in und um Daun unterwegs war, wurde die Lust, dort zu wandern, wieder lebendig. Na ja, erst mal wieder gesund werden. LG, Guido

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    • Hallo Guido, alter Fahrradnasenbremser 🙂

      also meiner Meinung nach hat die Eifel erheblich schönere Regionen zu bieten, diese hier ist auch schön aber eben nicht so hervorragend, wegen der furchtbar vielen Wirtschaftswege.

      Erhol dich gut, damit du wnigstens vor Schulbeginn noch ein wenig auf Tour gehen kannst.
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. hallo Elke,
    komisch. das ist so ganz und gar NAE-untypisch, Wege über Schotter zu führen! Aber auf alle Fälle hast Du wieder schöne Bilder mitgebracht, schön verpackt in einem ansprechenden Bericht! Als wir im Frühling den Karolingerweg gemacht haben, fielen uns auch die vielen breiten Schotterwege auf und dachten, dass sei mal wieder typisch Eifelverein( der manchmal wenig Hemmungen hat, Wege über Aphalt etc zu legen…).

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    • Hallo Ursula,

      in dem Umkreis herrschen Wirtschaftswege vor. Wer den Nerother Kopf in eine Wanderung mit einbeziehen möchte wird quasi gezwungen diese auch zu bewandern.

      Die Beschreibung von NAE war absolut korrekt, ich wusste also schon einigermaßen auf was ich mich einlasse 🙂
      LG Elke

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