Der Kräuterweg – Ein gelungener Bergischer Streifzug

Hin und wieder, die Anzahl der Wanderungen belegen es, wandere ich auch im Bergischen Land. Diese vertraute Umgebung ist wie kaum eine andere in der Lage mein Gemüt zu beruhigen. Nicht dass es unbedingt erforderlich gewesen wäre diese Wirkung am heutigen Tag herbei zu führen, wollte ich doch endlich einmal wieder den bergischen Rindern zuschauen, die schönen Fachwerkhäuschen sehen und das satte Grün erleben und diese Gesamteindrücke in mich hinein saugen.

Kräuterweg

Einer der Wege, die mir versprechen viele Naturwege unter den Sohlen zu spüren ist der Kräuterweg vom Bergischen Wanderland. Er beginnt in Neunkirchen Seelscheid, Am Ehrenmal. Dort findet der interessierte Wanderer einen geräumigen Parkplatz, direkt an einem Kindergarten mit Gummistiefeln am Zaun 🙂             

Kraeuterweg_09 Aug 2014_0004Der Kräuterweg hat vom ersten bis zum letzten Moment meine volle Zustimmung und das trotz der Sorge, dass der Himmel doch seine Schleusen öffnet und uns in der Annahme wir seien zarte Pflänzchen oder noch ungewaschen, ordentlich begießt. Diese Sorge ist begründet, aber wird nicht zur Realität. Wir bleiben, zumindest von oben, restlos trocken. Mein GPS Track
Kraeuterweg_09 Aug 2014_0012 Kraeuterweg_09 Aug 2014_0017Das Stück durch den Ort fordert meine Kamera dann auch gleich heraus, denn schnuckelig sind die Häuser hier allesamt. Und die Verglasung oberhalb der Eingangstüre dieses „Häuschens“ ist wirklich ein Hingucker.
Kraeuterweg_09 Aug 2014_0023Kraeuterweg_09 Aug 2014_0026Da dies hier keine Städtetour ist, lande ich flott im Grün, klar dass ich die Frauenstraße dabei betrete.
Ein Wiesenpfad führt an Bauerngärten vorbei und an reich behangenen Zwetschgen- und Apfelbäumen. Schwer hängen die vollen Zweige über den Zaun, wie furchtbar hier zu wiederstehen, um des Mundraubes nicht bezichtigt zu werden.smilie_engel_012.gif

Das war eine laaaange Strecke der Versuchung und deshalb wenden wir uns baldigst den Maisfeldern zu, die verführen nicht so zum klauen und knabbern. Zudem gibt es auf der Informationsstele eine Menge zu lesen. Hier z.B. geht es um die Kamille, die sich so gerne an den Feldrändern, nahe dem Mais ansiedelt. Über den Weg verteilt werde ich weitere Informationstafeln antreffen, die mir den beliebtesten Standort verschiedener Kräuter, sowie deren Wirken auf Körper und/oder Geist erläutern. Sagen und Geschichten, die sich um solche Pflänzchen ranken kommen ebenfalls nicht zu kurz.


Wechselvoll, so ist der Weg beschrieben und so präsentiert er sich auch. Hin und wieder schleicht sich zaghaft die Sonne durch die Bäume, als wenn jemand langsam den Dimmer hoch und bevor es richtig hell wird, wieder zurück dreht.

smilie_engel_057.gifReichlich viel Wasser hat sich dort oben angesammelt, aber dank der stürmischen Windböen werden sie schnell weg geschubst. Tja, wenn Engelchen wandern


Kraeuterweg_09 Aug 2014_0078Nein, dieser Weg besticht nicht durch Mühlen, Burgen oder andere Prachtbauten, sondern einfach und „nur“ durch die Natur und die ist traumhaft schön. So empfinde ich sie. Der Wald, der nun folgt ist so verwunschen, denn überall liegen vermooste Baumreste herum. Was fällt bleibt liegen, herrlich.

Kraeuterweg_09 Aug 2014_0139Aber noch bevor ich mich an Wald satt sehen kann, lande ich wieder in der sonnigen Helligkeit. Inzwischen hat der Wind nämlich Platz für den blauen Himmel gemacht und so wird es warm auf den Feldern. Bauerngärten recken sich meiner Kamera entgegen. :-), wie bunt der August doch ist 🙂

Kraeuterweg_09 Aug 2014_0186 Über sumpfige Wiesen, die Starkregen der vergangenen Wochen haben den Boden satt gemacht, sumpfen wir Richtung Naafbach, dem wir dann eine ganze Weile folgen.

Vorher treffen wir noch auf ein paar junge Leute, die sich hier jährlich sammeln, um sich an vergangene Jahre zu erinnern. Ein schönes Ritual, um seiner Heimat verbunden zu bleiben und ein wenig Erinnerung an die Jugend zu behalten.

Der Weg wird von nun an sehr feucht, heißt also dass nach starken Regenfällen dringend gute, wasserfeste Schuhe zu tragen sind. Teilweise versinke ich bis zu den Knöcheln im Matsch. Spike sieht aus wie ein Schw…..  ;-). Auch die Wuchshöhe- und dichte der Pflanzen ist enorm, der Weg dadurch kaum zu erkennen.

Für mich steht aber fest, meinen Stiefeln, mir und auch Spike ist es völlig wurscht, wie wir nach solch einer schönen Tour aussehen. Wer auch immer sich diese Streckenführung ausgedacht hat, hat nachgedacht und sich alle Mühe gemacht bis zum letzten Meter naturnahe Wege zu finden. Vielen Dank dafür.


7 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    hab mich lange nicht mehr hier gemeldet, ich schau aber immer wieder gern bei dir rein und freu mich wie immer über deine wunderschönen Fotos und Berichte. Dieser hier war auch für mich wunderbar fürs Gemüt.
    Ich schicke dir ein paar ganz liebe Grüße und drücke dich 🙂
    Katrin

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  2. Na ja. Es ist an der Talsperre recht viel Betrieb und es ist viel Asphalt dabei, weil man ja nach Müllenbach hinein geht. Diese Kirche und das Haus der Geschichten ( hat nur So. geöffnet) sind aber sehenswert. Ich war immer so ein wenig hin und hergerissen. Habe Bilder bei Outdooractive. Wenn man Wanderungen bei Marienheide sucht findet man diese Tour auf der Karte und beschrieben.
    Gruß Ulrike

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    • Als Rundweg empfehle ich bei Marienheide diesen hier: http://www.ich-geh-wandern.de/panoramaweg-marienheide-bergisches-land (mit Start und Ziel in Müllenbach). Hat mir trotz eines gewissen Anteils an Hartbelägen gut gefallen.
      An Streckenwanderungen bieten sich die 1. Etappe des Wupperweges oder die (herrlich schöne!) 6. Etappe des Bergischen Panoramasteiges an. Mit der Panoramasteig-Etappe kommt nichts anderes dort in der Gegend mit! ÖPNV-mäßig gibt es hier keine Probleme. Beim Wupperweg sieht es allerdings mit Busverbindungen schlecht aus. Man kann allerdings aus der Etappe relativ einfach einen Rundweg machen.

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  3. Hallo liebe Elke,

    bin wieder hin&weg von deiner tollen Wanderungen und ganz besonders von den tollen Fotos.

    Ich war ganz nah neben dir, hast es es gespürt ? 😉 *lächel

    Die Häuser sind echt wunderschön und ich liebe solche Bauerngärten über alles….
    das war ganz nach meinem Geschmack
    und ich danke dir,
    für’s dabei sein dürfen.

    Herzliche Grüsse
    Uschi ❤

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  4. Schön, diese Streifzüge! Spontan, weil das Wetter gut war bin ich am Samstag auf dem Streifzug Nr.9 Bergischer Fuhrmannsweg unterwegs gewesen. Dank der guten Beschilderung kann man auf diesen Wegen auch mal spontan aufbrechen.( Was eigentlich so gar nicht mein Ding ist.)
    Gruß Ulrike

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