Die Traumschleife Hahnenbachtaltour – Imposant – Natur Pur – Urlaubsfeeling

Es ist Freitag – mein erster Urlaubstag. Bevor ich die gemietete Ferienwohnung in Kirn in Beschlag nehme, möchte ich natürlich wandern. Der Koffer ist gepackt und all die Utensilien die ich in den paar Tagen zu benötigen glaube, füllen meinen Kofferraum. So etwas nennt man wohl hecklastig 🙂

Ich trödle und hadere mal wieder mit der gewählten Tour für den heutigen Tag. All zu lang soll sie nicht sein, denn die neuen Wanderschuhe wollen ja erst noch eingelaufen werden.
Irgendwann habe ich die Nase voll, Kaffee habe ich inzwischen genug inhaliert und Spike in Erwartung toller Ereignisse wieselt ständig um meine Füße.

P1070723Also entscheide ich mich für die recht kurze Traumschleife Hahnenbachtaltour. Dank meiner Neugierde auf alles was am Wegrand herum steht, werden es gut 12km, GPS Track
Die Anfahrt gestaltet sich vollkommen unproblematisch und ohne Stau, so beginnt mein Urlaub genau richtig, entspannt.

Große Teile der Hahnenbachtaltour, im Jahr 2012 zum schönsten Wanderweg gekürt, berühren den Soonwaldsteig, der sich von Kirn bis nach Bingen wandern lässt. Übrigens wurden im Soonwald Wildkatzen gesichtet, auch in dem Bereich, den ich hier durchwandere. Außer einem richtig großen Dammwildexemplar ist mir aber vierfüßiges Getier für mich sichtbar, nicht über den Weg gelaufen. Hier übrigens ein komplette Diashow zur Wanderung.

_EBL5769Ich starte am Besucherbergwerk Herrenberg und Fossilienmuseum. Schon von hier aus habe ich den ersten Blick auf die riesige Schmidtburg.

Wer Zeit und Lust und keinen Hund dabei hat, kann an einer Führung  durch das Bergwerk teilnehmen. Schon auf dem Parkplatz oben wird klar welches Thema diese Region am stärksten bestimmt, nämlich der Schieferabbau. Die einzigartige Grube kann sogar von Rollstuhlfahrern besucht werden. Besondere Erwähnung findet der Hunsrückschiefer weil in ihm besonders gut erhaltene Fossilien gefunden werden. Nebenan im Fossilienmuseum sind viele schöne Exemplare zu besichtigen.

Das Naheland, in dem ich gerade meinen Urlaub verbringe, ist voll mit Schätzen, die Devon- und Karbonzeit und spätere vulkanische Ereignisse uns hinterlassen haben. Schon bei der Einfahrt in die Region konnte ich die hellen Steilwände der Quarzite bewundern.  Wer sich für die geologischen Schätze interessiert ist hier ganz sicher gut aufgehoben. Idar Oberstein ist in diesem Zusammenhang vielen Touristen ein Begriff. Im Jahr 1774 gab es am Nebenfluß der Nahe, dem Iderbach, 26 meistens Achat-Schleifereien.

Also starte ich jetzt noch einmal 🙂 nicht ohne einen weiteren Kaffee getrunken zu haben.

_EBL5777Auf schmalen Waldpfaden leiten mich die regelmäßig angebrachten Wegweiser der Traumschleife zu meinem ersten Etappenziel, einer Rekonstruktion der Keltensiedlung Altburg. Wächter auf dem Zuweg sollen wohl unliebsame Eindringlinge abschrecken. 😀

Leider sind die Pforten des Geländes noch verschlossen, sodass ich nur wenige Aufnahmen machen kann.

Diese Höhensiedlung wurde in den Jahren 1971 bis 1975 ausgegraben und der Rest rekonstruiert. Es handelt sich hier um eine Siedlung der Treverer, ein keltischer Volksstamm, der hier um das Jahr 170 v. Chr bis 50 v. Chr. gesiedelt hat.

Für die Besichtigung dieser schönen Anlage, die während der Öffnungszeiten auch zur Einkehr einläd, muss der Wanderer kurz die Traumschleife verlassen. Lohnt sich aus meiner Sicht auf jeden Fall. Wer mehr über die Kelten erfahren möchte dem sei der Sirona Weg empfohlen. Sirona, eine Gefährtin des Apollo, war die Göttin der Heilkräfte im östlichen Frankreich, Moselraum und im Oberrheingebiet. Meine Güte, es gibt so unglaublich viel Interessantes 🙂

Nach einem kurzen Stückchen Wald wandern wir bald unter der morgendlich zaghaft blinzelnden Sonne auf der Höhe, mit herrlichen Aussichten. Welch ein Geschenk ist es doch immer wieder so unbeschwert durch die Natur zu streifen. Schaut selber wie abwechslungsreich es hier zugeht

_EBL5822Aber auch das Lebensende begegnet uns, in Form eines toten Marders. Spike zeigt erhebliches Interesse an dem Tierchen und schnüffelt eine Weile daran herum. Irgendwie sieht es so friedlich aus 😦

Solche Erlebnisse berühren mich und ein wenig Trauer mischt sich in die Wanderfreude, Fragen nach dem warum und wie beschäftigen mich. Ja ich weiß, das ist Natur, der wir aber in unserer zivilen Welt so deutlich selten begegnen.

Die Schieferhalde Sinsenbach ist die nächste Station. Herrliche Ausblicke genießen heißt es auch hier. Etliche Bänke laden zum verweilen ein. Kleine Steinhaufen zeugen von den verspielten Besuchern dieses schönen Ortes.

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Bald darauf erreichen wir den Rennwald, wuuuunderschön, der uns schnurstraks zu einer schönen Brücke über den Hahnenbach führt.

P1070738Hier erlaube ich mir die neuen Schuhe von Keen auf wasserdichte zu prüfen. Hey, das macht Spaß 🙂 und die Füße bleiben trocken. Test bestanden.

Ich erzählte bereits, dass ich diesen neuen Keen Durand zum testen erhalten habe, wobei das Outdoor Magazin eigentlich mehr über meine Wanderung erfahren möchte, wohl wissend, dass ich die Stiefel dabei am Fuß trage. Also nicht wundern, wenn hin und wieder meine beschuhten Füße zu sehen sein werden. 🙂

Spike zeigt mir den weiteren Weg, indem er zielsicher zur Brücke läuft. Da bin ich doch mal schnell hinterher 🙂

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_EBL5866Nach einem kräftigen, aber kurzen Anstieg, erreiche ich die Ruine Hellkirch. Von hier aus habe ich wieder ein grandiose Aussicht auf die umgebende Landschaft und Bänke gibt es auch reichlich, so dass wir eine kurze Rast einlegen um Wasser und Nahrung zuzuführen.

Über die Ruine ist im Grunde nichts bekannt, außer dass sie wohl sehr alt sein dürfte und evtl. eine Kapelle war.

Wieder geht es ausgesprochen abwechslungsreich, zunächst ziemlich steil bergab. Ist das nicht schön hier? Marion hätte ihre pure Freude an den Biotopen gehabt, ich hatte sie aber auch. Und eine ganze Weile verbrachte ich an diesem idyllischen Gewässer mit dem Versuch die Prachtlibellen zu fotografieren. Natürlich gibt es auch hier einen passenden Weg, den Wassererlebnisweg, der sich zusammen mit dem Soonwaldsteig bis zur Schmidtburg zieht.

Der Hahnenbach kann auch anders, als einfach nur so dahin fließen. Bei Starkregen füllt er sich rasant und macht so auch diesen Wegabschnitt unbegehbar – außer vielleicht für Wanderschnecken. 🙂 Noch ein paar Eindrücke, ich bin wirklich hin und weg. Wer mehr Fotos sehen möchte, schaue sich das Album bei Picasa an: ALBUM
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Puh, ich sehe schon, dies hier wird ein Roman.
_EBL5911Schaut euch die Faltung des Gesteins an, welche Kräfte müssen gewirkt haben, um massives Gestein so zusammen zu schieben.

Aber nun endlich erreiche ich den Höhepunkt der heutigen Wanderung, die Schmidtburg. Schon der berühmte Räuberhauptmann Schinderhannes hat sich hier versteckt.
Ein wenig zur Geschichte der Burganlage, die eine der bedeutensten der Region war

Als Fluchtburg im Jahre 926 errichtet wurde sie später zum Wohnsitz der einiger Grafen. Wie bei vielen Burgen gibt es hier eine Unter- und eine Oberburg, getrennt durch einen Graben. Im Laufe des 19. Jh ging die Burg in den Besitz der Gemeinde Schneppenbach über und geriet mehr und mehr in Vergessenheit. Erst in den 1980ger Jahren wurde durch Restaurations- und Sicherungsmaßnahmen die Zugänglichkeit wieder ermöglicht. Sie dient heute als Rastziel der zahlreichen Wanderer und als Fotomotiv 🙂

Schaut euch das große Album an, es lohnt sich wirklich. Mein Speicherplatz reicht nicht aus, um hier die tollen Eindrücke wieder zu geben. Dort oben habe ich mich richtig lange aufgehalten, weil die Stimmung umwerfend war. So kann Frau aus 9 – 12km Wanderung ein Tageserlebnis machen.

Nicht mehr weit und wir queren wieder den Hahnenbach und erreichen die ehemalige Reinhardtsmühle, die heute als Forellenhof Gästen Quartier und Gastronomie anbietet. Ein idyllisches Plätzchen, das wir gerne als Einkehrmöglichkeit wählen. Dieser Tag ist soooo rund, einfach genial!

_EBL6014Nach ausgiebiger Rast, die nicht nur dem Konsum dient sondern auch das Auge erfreut und meine Nikon beschäftigt. Aber irgendwann raffe ich mich doch auf, um den Rest des Weges anzugehen, der zunächst durch einen dunklen Tunnel führt

Die Burg immer wieder mal im Blickfeld wandern wir weiter, müssen noch eine letzte, deftige Steigung über traumhafte Pfade bewältigen und erreichen etwas erschöpft, nach einem kurzen Ausflug zu noch einem Aussichtspunkt, den Wanderparkplatz am Schinderhannesbrunnen.

P1070826Das war der erste Tag und der bleibt positiv, als ich meine Ferienwohnung beziehe und mich sofort sehr wohl fühle. Etwas aufgedreht von all dem Erlebten geht der Tag zu Ende.

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Ich verweis hier auf meinen Trailer zum Urlaub und damit auf die Informationen z.B. zur Ferienwohnung. > Trailer

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12 Kommentare

  1. Endlich Zeit, deinen neuesten Blogbericht zu lesen 🙂 Ist sehr schön geworden; man merkt, dass der Wanderurlaub dir richtig gut getan hat. Bekomme sogar Fernweh nach dem Hunsrück (muss leider noch 2 Jahreszeiten warten). Scheinst auch Glück mit dem Wetter gehabt zu haben. Was mir auch gefällt, sind die schmalen Pfade auf deinen Bildern; auf meiner letzten Ardennenwanderung (die ich übrigens auch sehr genossen habe) waren es meist doch breitere Forst- und Landwirtschaftswege. Ja, die Hunsrücktraumschleifen haben es in sich 😉 So, jetzt guck ich mir noch dein Album an. Lg, Guido

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    • Guido ich danke dir erst einmal ganz herzlich für deinen Kommentar und JA, der Urlaub hat mir sehr gut getan, endlich mal wieder ein paar Tage ganz raus aus der Heimat. Komisch und genau dann geschehen oft ganz entscheidende Veränderungen und ich hoffe sie halten ein Weilchen.
      Der Hunsrück ist wunderschön und der Hochwald ganz besonders, dort möchte ich das nächste Mal unterkommen.
      Einen ganz lieben Gruß nach Belgien
      Elke

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  2. Das war ja ein toller Einstieg in deinen Urlaub liebe Elke und hat mir sehr gut gefallen.

    Du beschreibst immer alles so toll, dass man direkt dabei und mittendrin ist.

    Deine Dia-Show habe ich mir auch lange und ausgiebig angeschaut und bin auch immer begeistert von den Tollen Fotos, wo Spike drauf ist. Muss ein schönes Gefühl sein, mit solch einem treuen Begleiter unterwegs zu sein.

    Danke für’s mitnehmen und liebe Grüsse
    Uschi ❤

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    • Ich danke dir liebe Uschi,
      es war wirklich ein toller Einstieg in den Urlaub.

      Es grüßt dich ganz herzlich
      Elke aus dem Rheinland
      und in Kürze werde ich auch wieder mehr Zeit in anderen Blogs verbringen, das hat nun doch sehr gelitten.

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  3. Liebe Elke, in diesem Beitrag zeigst Du sehr schön den Unterschied zwischen einer wortlosen Diaschau und einer kommentierten Fotostrecke. Letztere macht viel Arbeit, ist aber für Leser und Betrachter informativer und schöner. Gut, dass es solche Romane hier gibt. Vielen Dank fürs Erarbeiten und Herzeigen sowie herzliche Grüße aus München, Josef

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  4. Toller Block aus dem Hunsrück mit wunderschönen Fotos. Habe gerade mal nachgeschaut, es ist schon 22 Jahre her, das ich den Hunsrück ausgiebig erwandert habe (Kinder wie die Zeit vergeht). Schloß Wartenstein z.B. war eine verfallende Ruine. In dem Jahr bin ich dort einige hundert Kilometer, in großen Rundtouren und Strecken gelaufen. Allerdings habe ich heute noch in Erinnerung, das die Waldanteile sehr hoch waren und das habe ich nicht so gerne. Die längste Tour war von Martinstein (also fast Kirn) bis nach Bingen, rund 50 km. Was waren das für Zeiten. In diesem Jahr lässt meine Gesundheit nur noch bergabwandern auf kurzen Strecken zu, leider, aber auch das genieße ich. VG Rüdiger

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    • 50km wandern, das habe ich noch nie gekommt. Du bist da wirklich dran geblieben und hast 1000de von schönen Wandertagen genossen.
      Ich wünsche dir, dass du weiterhin auch in den kürzer werdenden Touren ebenso viel Freude findest, wie früher in den langen Wanderungen.
      Einen lieben Gruß
      Elke

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  5. Ja, so ist es mir seltsamerweise auch gegangen: Ich habe für diese Runde deutlich länger gebraucht als sonst für Wanderungen dieser Länge. Ich habe nur wenige Wege kennengelernt, auf denen ich mich so rundum wohlgefühlt habe wie auf diesem. Eine wirkliche „Traum“schleife! Streßabbau pur.

    Erwähnen möchte ich noch, daß der Lehrpfad im Tal (Wassererlebnispfad) ungewöhnlich fantasievoll gestaltet ist. So kann man an vielen Objekten selbst Hand anlegen, um Wissenswertes zu erfahren.

    Am Parkplatz am Besucherbergwerk befindet sich übrigens noch ein kleiner Aussichtshügel (mit einer steilen und einer sanften Aufstiegsmöglichkeit), von dem aus man einen weiteren tollen Blick auf die Schmidtburg hat.

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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