Vitaltour Felsengarten

Satte 3 Stunden Schlaf sind eindeutig zu wenig, um am kommenden Tag Bäume auszureißen oder lange zu wandern. Die erste Nacht im Feriendomizil, das kenne ich schon. Also gibt es auch heute lediglich moderates Wandern.

IdeemediaSchon vor Tagen hatte ich mit dem Büchlein Vitaltouren und Soonwaldsteig vom Idee media Verlag befasst und mir vorgenommen die ein oder andere Tour daraus zu wandern. Auf der Webseite des Naheland Tourismus finden sich noch mehr dieser Touren.

In der Nähe von Kirn liegt das kleine Örtchen Simmertal und dort startet die Vitaltour Felsengarten mit knapp 15 km Lauflänge. Das passt doch sehr gut.

Die gute alte Zeit wird in Kirn geehrt
Die gute alte Zeit wird in Kirn geehrt

Erst steht aber die Notwendigkeit Geld in Kirn zu organisieren auf meiner „to do Liste“ und dort finde ich dies hier!  Ein Relikt aus alter Zeit, tagtäglich in Gebrauch im modernen Kirn. Ich habe zwei Mal geguckt smilie_frech_020.gif

Nach diesem Kulturschock – positiv betrachtet – erreichen wir nach kurzer Fahrt Simmertal.

Dort parken wir am alten Rathaus. Leider habe ich es versäumt das Gebäude zu fotografieren. Immerhin ist es das älteste Rathaus im Naheland (1499).  Am Einstieg zur Traumschleife wurde gebaggert und abgesperrt und da ich ein braves Mädchen bin, laufe ich nicht durch den frischen Beton, sondern suche mir eine Umgehung und nach einem kurzen Trip über die Simmertaler Straßen befinde ich mich in Minutenschnelle auf einem weichen Wiesenweg. Hier mein GPS Track

_EBL6078An Streuobstwiesen und Rinderweiden vorbei wandernd, treffe ich auf ein kleines Mädel, das mir bereitwillig eine schöne Wiese zum Blumen pflücken und Hundespiel zeigen möchte. Ihr Aufenthalt in Kirn bei den Großeltern endet heute und so ist sie unterwegs um Omi einen Abschiedsblumenstrauß zu pflücken. Die Blümchen hat sie, wie einst Rotkäppchen, in einen kleinen Korb gelegt (drapiert). Total niedlich die Kleine. Auf Fotos habe ich natürlich verzichtet.

Während Rotkäppchen weiter versucht mich auf die Wiese zu locken suche ich nach den Wegezeichen, die mich sicher auf meinem Weg halten. Rotkäppchen biegt ab über den munter plätschernde Apfelbach auf ihre Wiese mit den vielen Blümchen, winkt noch einmal und ich ziehe in das kleine Wäldchen im Apfelbachtal.

_EBL6086Nach kurzem, entspannten Schlendern über die naturbelassene Waldwege geht es deutlicher bergan. Die Sonne streichelt den Waldboden und malt ihre typischen Licht- und Schattenbilder. Die Stille ist herrlich, wobei Stille ja relativ ist, wenn Bäche gurgeln und Vögel ihr Morgenkonzert singen….. aber ich finde diese Stille einfach herrlich 🙂
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Kleinere Waldabschnitte wechseln sich zunächst mit Wegen an Feld- und Wiesenrändern ab. Dann bleiben wir auf der Höhe und ich kann mich nicht satt sehen, an den langsam sich auf Herbstfarben umstellenden Wälder. Die Felder wurden schon das erste Mal nach der Ernte umgegraben und wirken sauber und ordentlich.

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Ein erster Blick auf Schloß Dhaun, das ich einige Tage später im Nebel besuche und dabei richtig schöne (meine Meinung) Fotos schießen kann.

Allmählich verdrückt sich die Sonne hinter immer dichter herauf ziehende Wolken. Aus dem anfänglich herrlich blauen Himmel wird ein düster drohendes Dach über mir. Etwas Panik kommt auf, dass die angekündigten Gewitter früher aufziehen könnten, aber abbrechen kann ich immer noch. Frei nach dem kölsche Motto: Et hätt noch emmer joot jejange wandern wir weiter.
_EBL6118P1010991_EBL6121Herbstzeitlose finden sich auf den Wiesen ebenso, wie die dicken Pilze auf den Wiesen. Tellergroß stehen sie dicht bei dicht.

Und immer wieder vergesse ich seinen Namen. Teilweise sind die so hoch wie Spike

Ein wenig eintönig wandern wir nun an den kahlen Feldern entlang. Das wird im Frühjahr und Sommer sicherlich angenehmer sein.
Ein wenig eintönig wandern wir nun an den kahlen Feldern entlang. Das wird im Frühjahr und Sommer sicherlich angenehmer sein.

Obwohl die Licht- und Schattenbilder, die die zaghaft immer wieder durchscheinende Sonne zaubert, doch schön anzuschauen sind.

Solche Wege wiederum, liebe ich sehr
Solche Wege wiederum, liebe ich sehr

Bevor wir uns endgültig dem Felsengarten, Namensgeber dieser Vitaltour, nähern können, müssen wir noch ein Stück am Rande von Horbach vorbei. Nicht berauschend schön, aber schon durch das Weidevieh für mich immer wieder schön. Ich liebe die „sanften“ braunen und weißen Milch- und Fleischlieferanten. Schön, dass sie ihr Leben gemeinsam mit dem Nachwuchs und vor allem auf großen, satt grünen Weiden verbringen dürfen.

_EBL6229Nun erreiche ich endlich den Höhepunkt dieser Tour. Schmale Pfade, die von Krüppeleichen gesäumt sind. Wir erreichen die große Rasthütte Falkenstein, von hier aus führen kleinere Pfädchen zu zwei weiteren Aussichtspunkten, die nicht direkt auf der Route liegen, für mich aber selbstverständlich mit dazu gehören.

Nun habe ich einen schönen Ausblick auf die unter mir liegenden Felsen und gegenüber erblicke ich wieder Schloß Dhaun auf seinem Felssporn. Nun folgen dicht an dicht die Aussichtspunkte Jakobskanzel, Uhublick und am Ende die Rabenkanzel

Nach diesem Finale sind wir recht schnell wieder im Örtchen Simmertal, indem ich von einer Bewohnerin gefragt werde, ob ich den gesamten Tag wandern gewesen sei. Sie hatte mich beim Start gesehen und meine Rückkehr nun auch. So ist das im Dorf, es bleibt nichts verborgen 🙂

Auffällig ist übrigens in der Region hier, dass viele alte Häuser, die noch mit Lehm verputzt sind, wieder restauriert und bewohnt werden. Toll dieser Einsatz solch alte Gebäude zu erhalten. Heute greifen so viele wieder auf diesen natürlichen Baustoff zurück und es sprechen einige Gründe dafür es zu tun!

Nach 15 gewanderten km bin ich zwar dank der kurzen Nacht hundemüde, aber auch sehr zufrieden. Einige Streckenabschnitte waren etwas abwechslungsarm, aber insgesamt hatten wir einen erholsamen Wandertag.

Das Landhaus Felsengarten, Auf der Lay 2, 55618 Simmertal bietet sich zur Einkehr nach vollbrachter Wanderung an.

In Simmertal steht eine barocke Kirche, siehe Foto oben rechts, innen mit einer der berühmten Stumm-Orgeln (1730) bestückt. Eine Traumschleife STUMM-Orgel-Weg  befasst sich ausschließlich mit der berühmten Orgelbauerfamilie Stumm aus Sulzbach, die in 6 oder 7 Generationen rd. 370 Orgeln gebaut haben. Die erste wurde 1717 gebaut und insgesamt 140 dieser Orgeln sind noch intakt.

Am Ende möchte ich noch einige Fotos zum Schloß Dhaun zeigen, das ich vom Felsengarten aus sehen konnte. Ich habe es ein paar Tage später besucht und dieser Besuch hat sich aus meiner Sicht absolut gelohnt. Ein Album mit 22 Fotos zur Burg gibt es hier: Album
Zitat aus meinem Album:
Als Burg im Mittelalter, im 12. JH erbaut war sie im Besitz der Wild- und Rheingrafen. Erst viel später wurd die Burg erweitert und zum Schloß ausgebaut.
Ein höchst interessante Geschichte, finde ich. Zumal die von mir schon am ersten Tag besuchte Schmidtburg Grund für eine Fehde zwischen dem Burgherrn und dem Trierer Erzbischof. Als der diese Fehde für sich entschied bekam er ein s.g. Öffnungsrecht, also das Recht jederzeit die Burg als Stützpunkt zu nutzen.

4 Kommentare

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