Herbstliches im Wodantal

Heute Nacht haben mich die Nachtgeister aufgesucht und wach gehalten. Senile Bettflucht nennt man das wohl 😀 Nachdem etliche Wendemanöver, Schäfchen zählen und selbst der Gedanke an arbeiten  keine einschläfernde Wirkung zeigen, beschließe ich gegen 3 Uhr die Fotos der gestrigen Wanderung weiter zu sichten und für diesen Blogbeitrag aufzuhübschen.

Das Ergebnis ist hoffentlich nicht einschläfernd. Und für Ungeduldige hier auch gleich der GPS Track und ein riesiges Fotoalbum bei Picasa (106) Aufnahmen. Ich war nicht nur im Wanderflow, sondern auch vom Fotografenvirus infiziert. Julia

Montag ist Schontag, denn die Tage zuvor war meine kleine, sehr aktive und außerordentlich redselige Enkelin bei mir. Kurz vor ihrem 3.  Geburtstag musste sie dringend noch einmal nach Leverkusen reisen, um mir mein Wochenende zu versüßen.

Wer Kinder liebt und dieses Alter schon einmal erlebt hat, der weiß dass es kaum etwas bezaubernderes gibt, als ein aufgewecktes kleines Wesen mit all seinen Fragen und Antworten 🙂 und den unzähligen Versuchen Sprache zu erkunden und anzuwenden. Sie hat nun raus, dass Oma auch Elke heißt und andere Menschen „Frau Bitzer“ zu mir sagen.

Das sind Abenteuer im Kinder – Omaland.

Ja, ja ich berichte hier über Wandern, ich fange jetzt mal an! 13 km und rd. 400 Höhenmeter sind wirklich nicht viel, also kann ich die Tour in aller Ruhe genießen. Sicherheitshalber habe ich mir den Montag frei genommen, denn erfahrungsgemäß kommt Spike zu kurz, wenn die kleine Maus bei mir ist.

Die Elfringhauser Schweiz, nur rd. 50km entfernt, erscheint mir genau die richtige Wandergegend zu sein und so packe ich alle nötigen Utensilien nebst Spike ins Auto und erreiche 45 Minuten später den riesigen Parkplatz in Sprockhövel, Wodantal!

Wodantal Teil 1_0393

Ganz unverhofft hat sich im Laufe der Fahrt die Sonne durch das nasse Wolkenzelt gekämpft und scheint so kräftig, dass der herbstlich gefärbte Wald im Nu gülden leuchtet. Wer hätte das gedacht, denn heute morgen hätte ich daheim noch eine Freilanddusche nehmen können, so hat es geschüttet.

Der Wald, in den ich vom Parkplatz aus sehr schnell eintauche, schimmert in den schönsten Herbstfarben. In diesem Jahr gibt diese Jahreszeit wirklich alles und ein um das andere Mal könnte ich hüpfen vor lauter Freude über diesen geschenkten Tag und Spike geht es auf seine Weise ganz genauso! Wodantal Teil 1_0403Ich werde heute nicht viel zu berichten haben, die Zahl der Fotos werde ich trotzdem beschränken, da sie die Ladezeiten der Seite stark verlangsamen, also besser das o.g. Album ansehen.

Wodantal Teil 1_0421

Ich berühre auf der Tour den Berger Hof. Hier besteht ebenfalls die Möglichkeit die Rundtour zu starten, um am Ende dort einzukehren und sich ggf. mit Gemüse und Obst einzudecken. Ich war mit Julia im Sommer dort und ihr hat die Umgebung sehr gut gefallen, weil sie sehr Kind gerecht ist, aber auch sehr gut besucht.

Ich melde es auch gleich vorneweg, Asphaltallergiker sollten auf anderen Pfaden wandern. Jetzt im  Herbst sind viele der geschotterten Wege mit Laub bedeckt und sehr sanft zu Wanderfüßen, es bleiben aber Landstraßenabschnitte und geteerte Wirtschaftswege.

Matschwege gibt es nach Regenzeiten auch reichlich. Trotzdem kann ich nur beide Daumen hoch halten, weil die Aussichten einfach das Herz weiten. Und mit diesem Eindruck bin ich nicht allein.

Wodantal Teil 1_0431Die Natur wehrt sich standhaft und erfolgreich gegen die Blüten- und Blattlose Zeit. Unbeschreiblich, was hier noch an den Bäumen hängt.

Wechselhaft präsentiert sich die Landschaft, wobei die Waldabschnitte überwiegen. Wodantal Teil 1_0519Solche Kreuze lassen doch stets neugierige Fragen in mir aufsteigen. Ärgerlich, wenn niemand Antworten geben kann!     Hier gibt es Lammfelle zu kaufen Wodantal Teil 1_0521Dekorative Kletterbäume, die Spike locker überspringt und ich mühsamer überwinde. Wodantal Teil 1_0529Wodantal Teil 1_0533Wodantal Teil 1_0525Einige Berichte über angreifendes Weidevieh haben in mir ein wenig Grummeln im Magen verursacht. Diese Exemplare lassen sich allerdings in keinster Weise von ihrer wichtigen Tätigkeit, den Rasen kurz zu halten, stören. Gefährlicher sind die unter Strom stehenden Zäune, die mich empfindlich zwacken als ich eine Kuhschnute aus der Nähe fotografieren möchte.

Übrigens streiten sich die Sprockhöveler und die Hattinger ebenso scherzhaft, wie die Düsseldorfer und die Kölner :-).

Wie gesagt, zum Streckenverlauf gibt es aus meiner Sicht nicht all zu viel zu berichten. Hofschaften gibt es dort so viele, dass ich sie nicht korrekt bezeichnen könnte, sofern ich sie auf den Chip gebannt habe. Eines ist sicher, wer diese Landschaft einmal kennen und lieben gelernt hat, wird an jeder Wanderung dort einen Gefallen finden. Karte

13 Kommentare

  1. Als Hattinger und begeisterter Wanderer habe ich mich sehr über Ihren Beitrag und die vielen tollen Fotos aus dem Wodantal gefreut. Ich selber bin auch gerne dort unterwegs und genieße die tolle Landschaft. Als Ruhrpottler bin immer wieder fasziniert, wie nah diese Idylle am dichtbesidelten Revier liegt Es gibt übrigens auch sehr schöne Wege ohne Asphalt, vor allem westlich vom Berger Hof in Richtung Felderbachtal/Nizzatal.
    Übrigens ist Friedrich Uebelgünn von einem psychisch kranken Nachbarn mit einen Schwert erschlagen worden. Keine schöne Geschichte, die eigentlich gar nicht zu diesem romantischen Flecken passt.

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    • Danke Herr Rogall,

      Hattingen ist für mich eine der schönsten Ecken in der Region und im Felderbachtal war ich ebenfalls schon unterwegs. Überraschend immer wieder diese herrlichen Fernblicke

      Leben und Sterben liegen auch auf Wanderschaften immer nahe beieinander. Zahlreiche solcher Kreuze findet man mitten im Wald, wenn Wanderer bei ihrem schönen Hobby versterben oder die dunkele Geschichte unser aller Vergangenheit berührt wird.
      Vielen Dank für den netten Kommentar, ich habe mich sehr darüber gefreut. Einen guten Rutsch ins Jahr 2015 🙂
      Elke Bitzer

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  2. Da hattest du wirklich ein Bilderbuchwanderwetter erwischt! Also über den vergangenen Herbst können wir uns wirklich nicht beschweren, gell? Gerade ist das Wetter bei uns sehr düster, grau und nasskalt, aber an Arbeitstagen ist das nur halb so schlimm. Und zwischendurch gibt’s dann schöne Blogberichte zu lesen 😉

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    • Du musst aber morgens in der Früh durch dieses kalte, nasse Grau. Ich muss erst los wenn es schon deutlich hell ist und habe allenfalls 11 Minuten Fahrt 🙂

      Zum lesen komme ich momentan kaum, bin abends meistens vollkommen erledigt.

      Bei der Wanderung hatte ich Königswetter, absolut 🙂

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  3. Das sind ja wieder wunderschöne Bilder. Wir waren vor kurzem das erste Mal in der Elfringhauser Schweiz unterwegs. Hier: http://einblognamenswander.de/elfringhauser-schweiz/ Ganz nahe deiner Route.
    Haben es genauso empfunden, wie du es beschreibst. Bemerkenswerte Aussichten, aber viel Asphalt.
    Dennoch: Wäre die Region näher an unserem Zuhause, wären wir dort wohl häufiger unterwegs.
    Viele Grüße
    Alex

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    • Ja Alex, diese Gegend ist tatsächlich wunderschön. Ich habe noch einige Routen, die ich gehen möchte.
      Im Sommer möchte ich Wald- und Wiesenböden, im Winter ist mir hin und wieder Asphalt ganz recht 🙂

      Dann schaue ich jetzt mal, welchen Weg ihr beschritten habt.
      LG Elke

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  4. Liebe Elke,
    ich hab dir lange nicht mehr geschrieben, lese aber inzwischen wieder öfters mit bei dir. Die Sinne auf Aufnahmemodus stellen, lohnt sich dabei nach wie vor. Ich spüre wieder, wie sehr du die schöne Wanderung genossen hast. Deine Fotos zeigen es auch. Und wenn du von deinem Enkelchen berichtest, geht mir sowieso immer das Herz auf. (Bei mir ist leider nach wie vor nichts in Aussicht 😀 )
    Ich hoffe sehr, es geht dir gut, und ich wünsche dir weiter wunderschöne Herbst-Wanderungen!
    Ich drücke dich, liebe Grüße
    Katrin

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    • Liebe Katrin,

      ich danke dir. Ja, im Moment geht es mir tatsächlich ziemlich gut und dieser bunte Herbst, die Tatsache mittags mit Spike eine ausgedehnte Pause machen zu können, Stress abgebaut, das alles wirkt positiv.
      Ich drücke dir feste die Daumen, dass du das Omasein auch irgendwann genießen kannst. DAS ist eine Wonne, einfach…hach 🙂
      Einen lieben Gruß auch an deinen Begleiter schickt dir
      Elke

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  5. Ja, wenn das Wetter schön ist und man sich mal wieder so richtig wohlfühlen will, sollte man in die Elfringhauser Schweiz fahren und dort wandern oder spazierengehen. Und alle Sinne auf Aufnahmemodus stellen! 🙂
    Sehr schöner Bericht und Fotos!

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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