Traumschleife Felsenweg – Wer Wasser liebt, geht im Regen

Mein Oktoberurlaub im Hochwald ist ja im wahrsten Sinn des Wortes, ins Wasser gefallen. Selten habe ich es erlebt, dass es so konsequent geregnet hat, wie in dieser Woche. Es hat mich nun Wochen gekostet diesen Beitrag endlich zu schreiben und fertig zu stellen. Es ist vollbracht, wie ihr seht.

Meine Wandertouren schrumpften während meines Aufenthaltes auf kleinere Spaziergänge und Ausflüge in die näheren Umgebung.  An einem dieser Tage fasse ich mir ein Herz und fahre zum Startpunkt der Traumschleife Felsenweg, den auch andere Wanderer mit Hund schon bei Sauwetter gingen, also können wir das auch.

Mit 14km überschaubar von der Länge und auch die Höhenmeter verteilen sich auf angenehme Weise über die Gesamtstrecke. Ein erheblicher Teil dieser Wanderung führt auch über den Saar-Hunsrück-Steig, der wie sicher einige schon erfahren haben, ab Frühjahr 2015 neue Wege geht.

Saar-Hunsrück-Steig/IDEEmedia
Saar-Hunsrück-Steig/IDEEmedia

Die alten Etappen wurden teilweise angepasst, schönere Wege gesucht und gefunden, mit Traumschleifen verknüpft. Ein Buch zu den aktualisierten Etappen habe ich vom IDEEmedia Verlag erhalten. Ein zweites Buch, das sich mit der Verlängerung befasst, wird im Frühjahr 2015 erscheinen.

Die neuen Etappen hingegen verlängern den SHS von Idar Oberstein bis Boppard, eine Region die ich schon reichlich bewandert habe.

Im kommenden Frühjahr werde ich sicher die Gelegenheit haben Teile der neuen Wege zu bewandern, wenn ich mit Tanja und Conny in der Baunhöller Mühle ein Wochenende verbringe.

So, nun aber zurück zu meiner heutigen Wanderung auf dem Felsenweg. Hier mein
GPS  Track. Ich werde heute nicht viel schreiben, da ich die Wanderung bei günstiger Witterung wiederholen möchte. Wunderschön ist die Wegeführung und gerade bei dem Regen waren die Bäche gut Wasser führend.

2014 10 08_0002Unterhalb dieses Portals in Waldhölzbach liegt das Bürgerhaus und dort befindet sich ein großer Parkplatz.

Früh am Morgen sind noch reichlich Plätze vorhanden. Wir starten, nachdem der Rucksack und das Regencape montiert sind.

Schon dieser Aufwand nervt, muss ich ehrlich zugeben. Darunter gut behütet, wartet meine Nikon auf ihren Einsatz. Noch ist der Regen eher ein tröpfeln, aber das sollte nicht so bleiben.

Spike schüttelt sich anfangs noch recht häufig, um das feuchte Fell zu sortieren, später lässt er es…. selbst ein Hund erkennt, dass das zwecklose Mühen sind.

Schon die ersten Eindrücke des Felsenweges sind berauschend. Herrliche Wege führen durch den Wald, zunächst an einer Grotte vorbei, dann über eine kleine Ortstraße hinweg gleich wieder in den Wald. Viel Licht kommt hier vermutlich nicht hinein, denn die Schilder leiden an extremem Moosbewuchs.

Bald erreiche ich die ersten Felsformationen den Teufelsfelsen, sie ragen gewaltig hoch auf, wirken faszinierend. Eine Sinnesschaukel steht hier oben, die ich leider – leider nicht besetzen kann, ohne meine Beinkleider restlos zu durchnässen.
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2014 10 08_0018 2014 10 08_0023 2014 10 08_0024Hier wandere ich bereits auf dem Saar-Hunsrück Steig und eine Weile noch auf dem Dreitäler Weg, der uns aber schon bald verlassen wird. Lauschige Wege und unter dem noch reichlich vorhandenen Blätterdach regnet es auch weniger stark.

2014 10 08_0027Wasser gibt es nicht nur von oben, sondern auch reichlich, bis zum überlaufen in den Bächen. Wobei die Färbung hier an dieser Stelle, durch die fast rosa farbenen Steine einen bleibenden Eindruck hinterlässt und mich trotz Feuchte zu etlichen Fotos veranlasst.

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Inzwischen habe ich mich mit dem Wetter soweit abgefunden, dass ich es genieße in dieser herrlichen Landschaft unterwegs zu sein. Froh diesen Tag für mich auf diese Weise gestaltet zu haben, wandern wir fröhlich weiter, fast ein wenig beschwingt 🙂
2014 10 08_0052 2014 10 08_0082 2014 10 08_0108Wieso leuchtet das Wasser so gülden? Ich habe keine Ahnung, denn Sonneneinstrahlung gibt es hier keine.

Für mich sind solche Bachtäler, kleine Wasserstufen und viel Moos ein wenig mystisch und errinnern mich an Kindheitsträume vom Zauberwald mit Gnomen, Elfen mit Zauberstäben und Kobolden, die sich aber sicher heute auch nicht zeigen werden, sondern in ihrer muckelig warmen Höhle sitzen bleiben, sich kaputt lachen über das Menschlein mit der Schnüffelnase daneben.
2014 10 08_00792014 10 08_0078Bevor jetzt die Pferde vollends mit mir durchgehen erzähle ich doch lieber weiter von der Wanderrealität, die uns bald zu den Bärenfelsen führt.

Vorher aber schlendern wir Regen-nass auf der Grenze zwischen Saarland und Rheinland Pfalz.

Unten am Felsenfuße des Bärenfelsen erwartet mich ein Warnschild, die Felsen bei Regen nicht zu begehen. Nach einem Blick auf die riesigen Felsbrocken, die wir zu beklettern haben, die aber aus meiner Sicht ein abrutschen nicht gefährlich werden lassen, erklimmen wir den Felsen.
2014 10 08_01192014 10 08_0121Da das Wasser von oben nun ein Fotografieren zu einer ernsthaften Gesundheitsschädigung meiner teuren Kamera werden lässt, verzichte ich beim Aufstieg auf weitere Fotos, schon deshalb muss ich dort wieder hin.

Spike sieht nun schon erbarmungswürdig aus, aber mir erschien er recht fröhlich.

So wie es hier hinauf ging, mussten wir auf der Rückseite des Bärenfelsen auch wieder hinab. Dort treffen wir auf eine Wandergruppe, die ebenso tapfer hinauf wollen und sehr gut gelaunt durch die Natur zogen.

2014 10 08_0129Kaum, dass wir den Bärenfelsen hinter uns gelassen haben, erreich wir nach kurzem, etwas steileren Aufstieg die Reste einer alten Römerburg. Wieder mystisch, die bemoosten Steine, die vielen Mauerreste, die andeuten wo die verschiedenen Burgteile gewesen sein müssten.

Einfach schön, immer wieder herrliche Eindrücke. Genuss geht bei jedem Wetter. Ein Stück weiter erreichen wir erstmals so etwas wie freies Feld, vorbei an Viehweiden.
Die Kälber trotten angstfrei sofort auf uns zu und die Altkuh kommt angerannt und schirmt die Kinderschar gegen die vermeintliche Gefahr ab.

Schaut euch das zweite Foto an, da ist gut zu sehen, dass es wahrhaftig Bindfäden regnet.

2014 10 08_0173 2014 10 08_0183Bald darauf erreichen wir eine Anhöhe, die für gewöhnlich herrliche Aussichten bietet, heute aber im Dunst der aufsteigenden Feuchte im Nichts verschwindet.

2014 10 08_0211Und dann die nächste tierische Begegnung. Auch die Reittiere nähern sich zügig und frei von Ängsten dem Zaun und ziehen zeitgleich mit uns den Weg hinab.

Eine Herde von schätzungsweise ein- und zweijährigen Pferden recken uns neugierig ihre Nasen entgegen.

2014 10 08_02122014 10 08_02182014 10 08_0242Und Spike sieht jetzt so aus.

Wer ihn nicht kennt muss denken es wäre ein armer, vernachlässigter Streuner. Erbarmungswürdig, dieser Zustand 😀

Nun ja und jetzt komme ich mal zum Ende, obwohl ich noch stundenlang weiter schreiben könnte. Dabei dachte ich, das werde ein kurzer Bericht, mit nur wenigen Fotos. Klappt bei mir nicht!
Wir rasten kurz in dieser schönen Gedenk- und Betanlage, bevor wir den kleinen Rest unseres Wandertages in Angriff nehmen.

Barfußweg, Kneipanlage, all das kann ich dieses Mal nicht in aller Deutlichkeit zeigen. Da hat man sich wirklich Mühe gegeben, den Weg abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Meinen herzlichen Dank wieder einmal an die, die diese Idee mit den Traumschleifen aus der Taufe gehoben haben und jene, die sich der Umsetzung widmen.

Trotz der großen Anzahl dieser premierten Rundwanderwege, ist es mir bisher immer sehr gut bekommen, sie zu erkunden.

Traumschleifen/IDEEmedia
Traumschleifen/IDEEmedia

Zum Abschluß möchte ich noch einmal auf die kleinen Wanderbegleiter aus der Serie „Schöneres Wandern“ vom IDEEmedia Verlag hinweisen. Ich hatte passend zum Weg den Band 1 mit dabei.

 

 

Karte

9 Kommentare

  1. Nur gut, dass dir das nicht gelingt liebe Elke, dich kurz zu fassen *lächel.

    Eine ganz toller Bericht und die Fotos dazu, einfach traumhaft schön.

    Ich freue mich, mit dir wieder unterwegs gewesen zu sein und trotz Regen, war es einfach nur schön….DANKE ❤

    Liebe Grüsse und komm gut ins Wochenende
    Uschi

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    • Hi hi, wenn ich alleine unterwegs bin kann ich ja naturgemäß nicht all zu viel quatschen, Spike guckt dann immer so erstaunt. Dafür schreibe ich dann eben ausführlicher 🙂

      Dir auch einen super schönen Wochenendgruß
      Ein Besuch in deinem Blog ist auch dringend mal wieder fällig. Die Zeit rennt momentan wieder so 🙂

      Alles Liebe dir
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    da ward ihr ja echt tapfer, Respekt! Die Gegend und die Traumschleifen sind einfach wunderschön. Auf der Schaukel oben und dem Felsen hab ich auch schon 2-mal gesessen! 🙂
    Der Länge deines Berichts und deinen Fotos ist anzumerken, dass es dir im Nachhinein (vom trockenen Schreibtisch aus!), doch total gut gefallen hat. Du bist ja bald wieder da und kannst die Tour nachholen.
    Viele liebe – trockene und warme – Grüße an euch
    Katrin

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    • Liebe Katrin,
      die Tapferkeit war nur am Anfang und auch ein Hauch Verzweiflung. Der Weg hatte mich aber so schnell gefangen, dass der Regen nur noch selten wirklich lästig war. Ich war auch eine Ecke stolz auf mich, dass ich es angepackt hatte 🙂

      Einen lieben Gruß und dir auch ein wundervolles Wochenende
      Elke

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  3. Also, die Gegend lohnt sich allemal für einen Kurzurlaub. Wir planen ein Sommerwochenende in Kell am See (für gemütliche Spaziergänge) und einige Wandertage im Frühling für ein paar HRS-Etappen. Die Traumschleifen liegen im Nebel der Zukunft 😉 LG

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  4. Liebe Elke, wenn man in der Natur zu Fuß unterwegs ist, dann ist vieles sehr einfach. Das eigene Gehvermögen, die Befindlichkeit und das Wetter sind bestimmend. Bei Deinen Bildern und Texten bemerkt man schnell, dass Dir die Wanderungen eine große Freude machen. Deshalb freue ich mich mitzuwandern und grüße herzlich aus München, Josef

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    • Danke lieber Josef,

      ja mir ist es ein Bedürfnis und eine Freude so viel wie möglich dort draußen herum zu wandern, immer wieder Neues/Altes und immer wieder mit einem anderen Ausgangsgefühl.
      Einen lieben Gruß nach München
      Elke

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