Mittelrheinische Farbenpracht trotzt dem Winterblues

Es sollte an die Mosel gehen, an diesem schönen Wochenende und wie so oft werde ich morgens wach und mein Plan erscheint mir ungünstig, ohne Begründung. Tja, das ist das wechselvolle Leben der Elke B. aus L.

Für Samstag ist das ideale Wander- und Fotowetter angesagt, klar dass ich schon am Vorabend den Rucksack gepackt und alles Nötige bereit gelegt habe. So entscheide ich kurzfristig um, einer Wanderroute von Rüdiger zu folgen, der Zeit seines Lebens gerne auf seinen Wanderfüßen unglaublich viele Regionen erkundet hat.

Rüdiger Born ein Wanderheld

Einen großen Teil seiner Wanderungen hat er in Form einer musikalischen Diashow bereit gestellt: Videokanal Rüdiger.  Oft sind es Wege, die noch keinen Namen tragen oder erheblich später einen bekommen, wie zum Beispiel Moselsteig oder Saar-Hunsrück-Steig-Ost. Also ein findiges Kerlchen der liebe Rüdiger 🙂

Lange Einleitung, verzeiht mir, aber das musste aus meiner Sicht jetzt so sein.

Anspruchsvolles Wanderkino im Vorderen Hunsrück

Dieses Mal wähle ich eine Strecke oberhalb Boppard, (16,4 km und so wie wir gewandert sind 740 Höhenmeter hinauf ) die mich sowohl über den Rheinburgenweg, als auch über längere Strecken parallel der Traumschleife Elfenlay führt. Am Ende treffen Spike und ich dann sogar auf einen Teil des noch nicht eingeweihten Saar-Hunsrück-Steig-Ost (Einweihung und Eröffnung findet am 11. April 2015 in Morshausen statt). Programm

Den GSP Track habe ich soweit verändert, dass er wanderbar ist: GPS Track, dadurch schrumpfen auch die Höhenmeter

Wir starten in Boppard

Elfenlay_und_SHS_OSt_0037Wir starten bereits 8:30 Uhr in Boppard, Mühltal und erwischen einen der kostenlosen Parkplätze schräg gegenüber dem Wirtshaus Anders. Das ist echt früh und die Quittung bedeutet für mich, keine Aussicht von den sonst sehr schönen Aussichtspunkten „Somborns Ruh und „Kurt Alich Blick“

Elfenlay_und_SHS_OSt_0028Ersatzweise für göttliche Aussichten platziere ich Spike auf dem Felsen und warte ab, bis er den Blick mir wieder zuwendet. Er ist ein sehr scheues Model 🙂

Es dauert aber nicht sehr lange und die Sonne kämpft sich durch den Nebel, erst zaghaft, dann immer deutlicher, bis sie weite Teile meines heutigen Wanderweges mit ihrem Strahlen beglückt. Herrliche Eindrücke durfte ich genießen, die auch auf Fotos nur kläglich wieder gegeben werden können. Ich versuche es trotzdem:

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Elfenlay_und_SHS_OSt_0082Elfenlay_und_SHS_OSt_0089Wir haben Blick auf die Hubertusschlucht und an der Liesenfeldhütte eine besonders schöne Aussicht auf das Hubertusviadukt. Hier habe ich mich im September 2014 schon kaum losreißen können. Zu der Zeit war die hier wachsende Heide in voller Blüte, ein toller Kontrast.

 

Spike ist heute sehr gut drauf, sein Tempo ist erstaunlich, er hüpft wie ein Hase mal links mal rechts herum und erfreut sich sichtlich des kommenden Frühlings.

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Ich kann mich nicht satt sehen an diesen herrlichen Winterfarben und es kommt noch besser. Denn beim Herabsteigen ins Mühlbachtal geraten wir in ein sich sehr schnell verflüchtigendes Nebelfeld. Es bleiben nur Sekunden, um die Eindrücke festzuhalten. Die Farben, die sich dabei zeigen, sind einfach großartig.

Ich denke einige Wanderer und Wandererinnen werden es verstehen, wenn mein Herz vor lauter Begeisterung lauter klopft. Sekunden, in denen dieser Wald verwunschen erscheint und es nicht ungewöhnlich schiene, würde nun ein kleiner Gnom mit Zipfelmütze aus einem Astloch gucken. Das sind die Glücksmomente, die mich immer wieder dazu bewegen meinen Rucksack zu packen.

Elfenlay_und_SHS_OSt_0127Wenig später ändert sich die Situation schon wieder, denn wir nähern uns dem Mühlbach, dessen verdunstende Feuchte über die moosigen Steine wabbert.

Hier hält sich die Stimmung noch länger und eine Weile können wir dem fast reißenden Mühlbach folgen.

Elfenlay_und_SHS_OSt_0141vElfenlay_und_SHS_OSt_0171Wir überqueren die Straße „Mühltal“ an dessen Ende mein Auto steht, aber unsere schöne Wanderung ist noch lange nicht zu Ende.

Es folgt jetzt zwar eine ganze Weile etwas eintöniger Forstwege, aber ich weiß ja, dass wir die Ausblicke auf den Rhein noch vor uns haben und darauf freue ich mich jetzt schon sehr. Dafür müssen wir aber aus dem Tal noch einmal ganz nach oben kraxeln und das gibt Muckis für Mensch und Tier.

Wir erreichen als nächstes Etappenziel den Hexentanzplatz. In der Walpurgisnacht sollen sich hier die Hexen der Region versammelt haben 😀

Elfenlay_und_SHS_OSt_0172Und da entdecke ich ein Wandersymbol, mit dem ich zum jetzigen Zeitpunkt hier noch nicht gerechnet habe, nämlich das des Saar-Hunsrück-Steig.

Noch jungfräulich, ohne Schmutzspuren die ersten Zeichen dafür, dass der SHS in der Region Boppard angekommen ist.

Der weitere Wegeverlauf führt über einen Teil der Wege, die der Steig künftig nehmen soll und anfänglich sieht auch alles ganz toll aus
Elfenlay_und_SHS_OSt_0175Doch dieses Vergnügen währte nicht lange, denn dann—–

versperren uns dicke, gefällt Bäume und einiges an dichtem Geäst den Weg. Sowohl hier als auch auf dem höher liegenden Parallelweg ist ein Fortkommen unmöglich.

 

So kämpfen wir uns, und für Spike war dies eine wirkliche Herausforderung, eine Weile vorwärts, in Ermangelung anderer Möglichkeiten. Irgendwann scheint es dort oben besser auszusehen als hier. Ein letzter wirklich anstrengender Tripp befördert uns hinauf, wobei auch hier an die Seite gelegte Baumstämme das Erklimmen den Weges erschweren.

Elfenlay_und_SHS_OSt_0176Wir sind beide echt platt. Spike lässt erstmalig seine Rute herunter hängen.
Wer aber denkt das bliebe so, der hat sich getäuscht. Nur wenige 100 Meter und die nächste Spur und der treue Weggefährte hüpft wieder über die Wege. Er scheint zu lachen so schaut er zu mir hoch 🙂

Ich suche einen Ausweichweg, denn auch der weitere Teil des Tracks ist derzeit unbegehbar. So finden wir uns im Hinterland wieder und der Gedanke an „Hier möchte ich auch mal wandern“ steigt in mir hoch.

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Elfenlay_und_SHS_OSt_0179Elfenlay_und_SHS_OSt_0187Heute sind wohl so ziemlich alle Wege meiner Route verstopft durch Holzernte- und rückearbeiten, denn auch hier der Weg zur Engelseiche ist gesperrt.

OK, das ist nicht tragisch, denn einen Grund zum Wiederkommen muss es ja schließlich geben 🙂

Im folgenden gibt es nun den Wegeverlauf über Köhlerhütte, Vierseenblick und Gedeonseck und den Weg über den felsigen Felspfad wieder hinunter ins Tal, der mich aufgrund einiger Schmerzen in den Knien, recht viel Zeit gekostet hat.

Fast am Ende gibt es noch einen kleinen Sturz, der mich lehrt, mein Bein geht weiter nach hinten als ich dachte. 😀 Keinen Schaden, ganz im Gegenteil, die immer wieder ausgerenkte Hüfte, hat sich auch ohne meinen Herrn Doktor wieder an Ort und Stelle begeben. Wozu Wanderungen so alles gut sind 😀

Ein Stopp
Ein Stopp für Kaffee

Am Ende kehren wir noch im Wirtshaus Anders ein. Dort bekomme ich einen stärkenden Kaffee und Spike sein Wasser.

Jetzt noch ein paar Fotos zum Rest der Wanderung:

Wieder einmal geht ein wunderbarer Wandertag zu Ende. Die Pannen waren Bereicherung und so sollte es immer sein. Nun noch ein paar Vorschläge für Wanderungen ab Boppard:

Von hier können die Traumschleife Elfenlay, die Etappe Boppard- St. Goar des Rheinburgenweg, der Hunsrückbahnwanderweg  der Mittelrhein Klettersteig erkundet werden. Informationen zu allen Touren erhalten Sie auf der Touristik Seite Boppard

Bücher zum Rheinburgenweg und den Rheinschleifen, die teilweise auch den Rheinburgenweg tangieren, sind beim Ideemedia Verlag erhältlich.

Im März erscheint auch der neue Wanderführer zu dem neuen Streckenabschnitt des Saar-Hunsrück-Steig Teil Ost im gleichen Verlag

IdeemediaRheinschleifenRhenBurgenWeg

 

 

SHS OSt

20 Kommentare

  1. Hallo Elke, da hast du ja wieder einmal einen tollen Bericht und tolle Fotos auf die Beine gestellt 🙂 Ich dachte eigentlich, dass ich die Gegend dort ein wenig kenne aber den Hexentanzplatz kannte ich bisher noch gar nicht? Das sollte ich dann wohl bei nächster Gelegenheit einmal ändern 😀

    Lg., Klaus

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  2. Liebe Elke, ich schließe mich allen Vorkommentatoren an. Die wirklich schöne Wanderzeit kommt ja jetzt bald, und dafür sammele ich schon Anregungen. Diese Tour hier steht definitiv auf der Liste. Wie gut, dass wir Dich als Vorwanderin haben! Finde ich übrigens toll, dass der Förster so ausführlich geschrieben hat!
    Liebe Grüße Ursula

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    • Hallo Ursula,

      ich war überrascht und erfreut über die Anmerkung von Herrn Nass.
      Die Route würde ich dann, aber April, über den SHS gehen, ich habe ja jetzt auf den Weg oberhalb verlegt. Und natürlich den schmalen Pfad zur Engelseiche bis zum Vierseenblick, der ist sehr attraktiv zu gehen.
      Einen lieben Gruß
      Elke

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  3. Hallo Elke, toll geschrieben und klasse fotografiert, wie immer. Ich wundere mich jedesmal über Spike, das der noch so toll mithält. Das Herr Nass Deinen Blog gelesen und kommentiert hat finde gut, das die Holzfäller die Wege zuwerfen nicht. Für Deine netten Worte über meine Wander- und YouTube-Aktivitäten bedanke ich mich herzlich. Liebe Grüße Rüdiger

    • Ach Rüdiger, und deine Kommentare erfreuen mich doch jedes Mal ganz besonders :-), bald hoffe ich die nächste Tour angehen zu können. Die sind schön lang und ordentliche Höhenmeter sind auch meist drin 🙂
      Einen ganz lieben Gruß
      Elke

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  4. Liebe Elke, du hast die Stimmung im Wald gebührend eingefangen. Sieht echt verwunschen aus. Durch diesen Beitrag habe ich auch Rüdigers Videokanal kennengelernt (und abonniert) und nochmal bestätigt bekommen, was von Boppard aus alles möglich wäre 😉 An HM sozusehen auch eine stramme Strecke, also Respekt euch beiden 🙂

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      • hallo Frau Bitzer,
        toll, dass Sie sich trotz der Holzerntemaßnahmen mit den durch Holz versperrten Wegen auf dem noch nicht eröffneten Saar-Hunsrück-Steig zw. Hexentanzplatz und Hedwigseiche durchgekämpft haben und sogar noch einen Smiley an den Schluss setzen können. Bedingt durch die nasse Witterung hinken wir mit dem Rücken des Holzes und Freiräumen der Wege ziehmlich hinten nach. Die Rückemaschine hat aber just an diesem Tag mit der Arbeit angefangen. Ich beglückwünsche Sie zu den tollen Aufnahmen an diesem wunderbaren 1. meteorolog. Frühlingstag und hoffe, dass Sie evtl. im späteren Frühjahr die Tour ohne Hinternisse wiederholen können.
        Ihr Förster aus dem Stadtwald Boppard.

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        • Hallo Herr Nass,

          es war eine abenteuerliche Wanderung, an die ich mich sicher lange erinnern werde.

          Ich freue mich auf einen neuerlichen Besuch in der Region Boppard, die ja eine Vielzahl an Wandermöglichkeiten geschaffen hat.
          Vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar und für die nächsten Wochen wünsche ich Ihnen und natürlich uns Wanderern trockenes Wetter.

          Herzliche Grüße
          Elke Bitzer

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