Frühjahrsstimmung am Mittelrhein – Zwischen Burg Rheinfels und Günderodehaus

Das Frühjahr erreicht ausgerechnet am  zweiten Märzwochenende unsere Region.  Damit es mir nicht entwischen kann, buche ich in Boppard ein kleines Zimmer in einer Pension und so habe ich 2 Tage Zeit, nach Herzenslust zu wandern.

Die für Samstag geplante Tour startet in St. Goar und so parken wir (Spike und ich) am Fähranleger in der Hoffnung, dass die Worte Werktags nur für 2 Stunden, nicht für den Samstag gelten. Vorweg genommen, einen Strafzettel habe ich nicht kassiert.

Die heutige Wanderung wird für uns

  • 22,1 km ausmachen mit
  • rd. 700 Höhenmetern.
  • Mein GPS Track beinhaltet auch die etwas wirren Linien der Besichtigung von Burg Rheinfels am Ende. Deshalb verweise ich auf den Original Track von Rüdiger, dessen Strecke bei 18km landet.

Das Wetter für heute ist zwar relativ mild angekündigt, aber die Sonne zeigt sich nur zögerlich und hat Mühe sich durch die dunstigen Wolken zu kämpfen. Für Spike und mich ein Glück, denn ein zu sonniger Himmel in dieser Jahreszeit, kann Fellnasen mit Winterfell schon arg zu schaffen machen und ich bin froh, dass Spike mit seinen 12 1/2 Jahren überhaupt noch so fit ist, dass er diese Strecke schafft.

2015 03 07_St_Goar_Oberwesel_0472AmrumEine kurze Weile ziehen wir über die Straßen von St. Goar, um schon bald hinauf zu wandern und den Rheinburgenweg unter die Füße zu nehmen. Die ersten Aussichten auf dem Rhein, auf St. Goar und die Burg Rheinfels haben wir bis hierher schon lange genießen dürfen.

Unbeschreiblich, dieses Gefühl der Freiheit, sich nicht mehr den mageren Tageslichtzeiten des Winters unterordnen und deshalb Wanderstrecken auf ein Minimum reduzieren zu müssen. Unfassbar schön, endlich wieder das muntere Gezwitscher der Singvögel zu hören, Musik die kaum mit etwas anderem vergleichbar ist.

St_Goar_Oberwesel_St_Goar (38)2015 03 07_St_Goar_Oberwesel_0481AmrumAm östlichen Rand von Biebernheim wandern wir bis zur Aussicht Wackenberg. Ein reichliches Angebot an Bänken zeigt, dass es sich hier um einen sehr beliebten Platz handelt, der sicherlich nicht nur von Wanderer, sondern auch von Anwohnern gerne aufgesucht wird.

Abends den Sonnenuntergang mit Blick auf den Rhein genießen, das ist meine Vorstellung von einem gelungenen Feierabend.

Nun denn, so kurz nach dem Start wollen wir uns doch nicht gleich ins Faulenzen verlieren, „Hurtig meine Dame und ab durch die Mitte“, wie mein Vater zu sagen pflegte.

St_Goar_Oberwesel_St_Goar (43)So trollen wir uns flott wieder auf die Route und streben dem nächsten markanten Aussichtspunkt, dem Loreleyblick zu.

Unter uns wie Spielzeuge, der Campingplatz Loreleyblick, die Statue der Lorely auf dem schmalen Inselchen mitten im Rhein.

Auf der gegenüber liegenden Rheinseite, auf dem Rheinsteig liegt im Gegenlicht die Burg Katz.

2015 03 07_St_Goar_Oberwesel_0483AmrumIch merke schon, wenn ich so weiter mache, wird das wieder ein sehr langer Bericht 😀 aber gerade hier so dicht am Rhein ist es leicht die Zeit zu vergessen und sich in den Details zu verlieren, die man beim Blick hinunter wahrnimmt.

St_Goar_Oberwesel_St_Goar (66)St_Goar_Oberwesel_St_Goar (76)Wir rappeln uns also, bevor der Tag in der Dämmerung versinkt und wir stehen immer noch hier :-). Zwischen den Orten Biebernheim und Urbar schlendern wir gemütlich auf Feld- und Wiesenwegen, teilweise auch auf befestigten Wirtschaftswegen und immer einen  weiten Blick in die umgebende Landschaft und erreichen so schon den nächsten Rastplatz, dieses Mal aber nicht mit Blick auf den Rhein, sondern auf die Felder und die Häuschen von Urbar.

Hier gibt es einen Schluck Wasser für mich und Spike und die erste Stulle wird gefuttert, immer unter dem streng kontrollierenden Blick der braunen, unwiderstehlichen Hundeaugen. Genützt hat es ihm aber nicht 😀
St_Goar_Oberwesel_St_Goar (81)AmrumSt_Goar_Oberwesel_St_Goar (86)Das Bütterchen im Magen geht es dann auch gleich viel besser voran und so streben wir allmählich dem Ort Niederburg entgegen. Hier sind zwei Herren dabei ein Insektenhotel und eine Schutzhütte zu säubern und frisch anzustreichen.

Nach einem kurzen Plausch, geht es aber für uns weiter, immerhin wollen wir ja niemanden vom Arbeiten abhalten 😀
2015 03 07_St_Goar_Oberwesel_0537AmrumSt_Goar_Oberwesel_St_Goar (104)Feld- und Wiesenwegen dominieren nun, bis wir endlich Oberwesel erreichen, das rechts von uns im Gegenlicht der Sonne liegt und so als Fotomotiv nicht so gut geeignet ist.

Oberwesel war Übernachtungsort für unsere Wanderschneckenwanderung im Herbst 2012, schon damals war/en  ich/ wir begeistert vom Ort mit der Wehrmauer mit den vielen Türmen, auf der man auch herum spazieren kann. Damals wie heute schaffe ich den Aufstieg zur Schönburg nicht. Das möchte ich unbedingt nachholen. Wer Fotos einer lustigen Herbstwanderung sehen möchte, der folge dem Link Wanderschnecken 2012.

Kleiner Tip, am 30 April 2015 läd Oberwesel zur traditionellen Weinhexennacht ein. Alle 2 Jahre und erst wieder in 2016 findet ein Mittelalterliches Spectaculum statt, da wird diese wunderschöne alte Stadt ins Mittelalter zurück versetzt. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Webseite der Stadt Oberwesel.

2015 03 07_St_Goar_Oberwesel_0552AmrumFür mich ist jedoch zur Gewohnheit geworden einen ganz besonderen Ort hier aufzusuchen, das Günderodehaus, dem ich jetzt zielstrebig entgegen wandere, Spike munter und vergnügt an meiner Seite. Seht ihr links im Bild oben das kleine Haus?

St_Goar_Oberwesel_St_Goar (114)Dort möchte ich hin, das Haus, das in dem Film Heimat 3 von Edgar Reitz eine so große Rolle gespielt hat. Ein Gebäude, dass man im Hunsrück, genauer Seibersbach abgebaut und an der Stelle am Rhein eins zu eins wieder aufgebaut und diesen Aufbau auch im Film begleitet hat. Mehr dazu lest bitte unter Günderodehaus

2015 03 07_St_Goar_Oberwesel_0563Amrum2015 03 07_St_Goar_Oberwesel_0568AmrumNach einem rustikalen Brot mit verschiedenen Frischkäsesorten schlendere ich noch gemächlich hier oben herum, denn die Aussicht und diese wunderschöne Anlage faszinieren mich jedes Mal auf ein Neues.

Auf schmalem Wiesenpfad und unter dem anscheinend immer lauter werdenden Gezwitscher der munteren Singvögel verlassen wir den historisch anmutenden Ort. Überraschend finde ich hier einige nette Trolle platziert, herrlich humorig.

Wir erreichen die Weinhänge oberhalb des Oelsbergsteigs, den wir Wanderschnecken in 2012 gingen. Hier wird an den Reben gearbeitet und auch hier ergab sich eine wunderbar anregende Unterhaltung mit dem fleißigen Herrn.

St_Goar_Oberwesel_St_Goar (142)Liebe Wanderer und Wandererinnen, die vielleicht den Sinn dieser Gehegetüren nicht kennen.

In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Wildschäden. Rehe, die die frischen Triebe sehr mögen und wenn sie in die Weinberge geraten und heraus getrieben werden sollen, sich in den Drähten verheddern und verletzen. Später im Jahr sind es die Wildschweine, die gerne von den leckeren Trauben naschen. Also bitte schließt die Tore hinter euch immer sehr sorgfältig.

Nun sind wir wieder dem Rhein näher gerückt und Ausblick reiht sich an Ausblick. Ich werde auch nicht müde an jedem schönen Platz ein bis mehrere Fotos zu schießen. Ich zeige sie euch in der Galerie im Anschluß.

Und da wir noch nicht restlos kaputt sind, nachdem wir St. Goar erreicht haben, besuchen wir noch kurz die Burg Rheinfels. Wobei der arme Spike und meine Knie, den Abwärtsweg zur Burg und später wieder auf Stadtebene ziemlich gespürt haben.

Die Burg Rheinfels ist eine der bedeutensten Burgen am Rhein gewesen und sie hat zusammen mit der gegenüber liegenden Burg Neukatzenelnbogen (Burg Katz genannt) eine sehr wirkungsvolle Rheinsperre dargestellt. Mehr dazu lesen Interessierte auf St. Goar- Geschichte der Burg

St_Goar_Oberwesel_St_Goar (207)Das war eine wunderbare und abwechslungsreiche Wanderung, deren Grundidee von Rüdiger stammt, den ich schon im Bericht zuvor ausführlich erwähnt hatte.

Ein letzter Blick auf Vater Rhein und seine Burg Katz, eine Schüssel Wasser für Spike, der gierig schlabbert und dann fahren wir die paar Kilometer nach Boppard zur Pension.

Morgen wandern wir weiter, bis dahin gute Nacht und wir lesen uns

Elke und Spike

 

17 Kommentare

  1. Hallo Elke, schöner Blog von meinem geliebten Mittelrheintal. Ich hoffe es hat die gefallen, obwohl die Bewertung eines Weges von soviel Faktoren abhängt, wie Wetter, persönliche Vorlieben und Tagesstimmung. Du hattest mal wieder das typisches Rheintalwetter, leicht bedeckt und etwas diesig über dem Fluß. VG Rüdiger

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  2. Wir sind doch Schnecken, lieber Rainer und keine Hexen 😀
    Die Schönburg (danke für den Hinweis 😀 ) werde ich sicher irgendwann unter die Sohlen nehmen, den Oelbergsteig erst wieder, wenn…. naja daran mag ich nicht denken.

    Ich danke dir für deinen Kommentar (Rettung wie schon öfter) und wünsche dir einen schönen Tag

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  3. „Weinhexennacht“??? Da sollten Du und Deine Wanderschnecken aber nun wirklich nicht fehlen! 😉
    Vorher aber noch mal über den „pille-palle“ Oelsbergsteig und natürlich auch über den Elfenley-Weg zur Schönburg hoch und dort die tollen Aussichten genießen!

    Wunderschöner Bericht. Da meint man fast, dabei gewesen zu sein. Echt klasse! 🙂

    Wenn Du gerne „abends den Sonnenuntergang mit Blick auf den Rhein genießen“ willst, würde ich Dir dafür den berühmten „Dreiburgenblick“ bei Patersberg auf der anderen Rheinseite empfehlen. Man sieht nicht nur den Rhein und die Burgen Rheinfels, Katz und Maus, sondern man guckt sogar Richtung Westen, was bei Sonnenuntergängen vorteilhaft ist. 😉

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  4. Diese Ausblicke sind ja der Wahnsinn. Und du hast soooo schöne Eindrücke von deiner Tour mitgebracht. 22 km alleine wandern, auch wenn Cabo dabei ist, habe ich glaube ich noch nie ausprobiert. Mal sehen, ob ich mir das zutraue. Ich habe kein Problem damit alleine loszuziehen, aber auf langen Strecken habe ich gerne Ansprache.

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    • Liebe Silvana,
      die ersten Alleingänge waren mit viel Herzklopfen und Verirrungen verbunden, heute ist es für mich selbstverständlich und ungeheuer erholsam alleine unterwegs zu sein.

      Es entspricht wohl meinem Wesen eher zur Ruhe zu kommen, wenn ich alleine unterwegs bin 🙂

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      • Da ich freiberuflich arbeite, bin ich unter der Woche fast ausschließlich für mich. Und am Wochenende freue ich mich dann, mit Freunden unterwegs zu sein. Das Schöne ist, dass sich um mich eine Gruppe zusammengefunden hat, die selbst Hunde habt, gerne in der Natur unterwegs ist und auch noch fotografiert. Das passt sehr gut. Sicherlich gibt es bei mir auch mal Wochenenden, die ich gerne für mich alleine verbringe – dann auch beim Wandern. Aber 22 km bin ich bisher noch nicht alleine angegangen.

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  5. Wunderbarer Bericht von diesem wunderschönen Teil des Mittelrheins , immer wieder traumhafte Aussichten von oben auf den Fluss , der sich zwischen Hunsrück und Taunus durchwindet …und natürlich das Günderodehaus , auf der Bank unter der Kastanie könnte man stundenlang verweilen …

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  6. Das war ja wirklich eine tolle Tour und danke für´s virtuelle „Mitnehmen“ ins schöne Rheintal 🙂 Sobald wieder Blätter an den Bäumen sind, bin ich auch wieder in dieser Gegend unterwegs. Vermutlich sogar zwei mal in diesem Jahr 😉 Das Mittelalter Spectaculum in der Kulisse von Oberwesel ist super schön, da fahre ich nächstes Jahr auch wieder hin.

    Lg. Klaus

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    • Ich mag keine solche Menschenmengen, deshalb bin ich schon lange nicht mehr auf solchen Festivitäten gewesen. Ist aber wirklich schön anzuschauen.
      Zaubern wir mal schnell Grünzeug an die Bäume, dann macht das wandern doppelt viel Spaß 🙂
      LG Elke

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      • Ich fahre immer früh hin, schau mir alles an und sitze dann immer vor der Taverne auf den Strohballen 😉 Wenn dann die Menschenmassen auflaufen, bin ich wieder weg und schaue mir die Wanderwege oder andere Burgen in der Gegend an 😀 So, ich geh dann mal ein wenig Laub vom letzten Jahr grün anmalen 😀

        Schönen Abend noch, liebe Grüße

        Klaus

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        • Oh das ist ein schönes Bild, das du mit Worten malst.
          Das könnte mir auch gefallen.

          Hi hi, ich hoffe du warst gestern abend noch erfolgreich und hast genug Farbe gehabt 🙂
          Einen schönen Mittwoch wünscht dir
          Elke

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