Klammwandern bei Usselswetter und mit dem inneren Schweinehund

Heute wandere ich alleine, mein treuer Weggefährte Spike und ich gehen heute getrennte Wege. Die geplante Klammwanderung mit nahezu 28km,  rd. 750 Höhenmetern und durch die Baybach und Ehrbachklamm wären für ihn sicherlich eine Überforderung. Mein GPS Track, bitte den Bericht lesen, bevor ihr diese Strecke nachwandert, die ist nicht unkompliziert.

Den Track habe ich von Rüdiger erhalten, der stets besondere Wege wählt und lange bevor es die Premiumwege gab schon diesen Pfaden folgte. Ich verweise deshalb noch einmal und gerne auf seinen Videokanal bei YouTube

_FRW6296Schon auf der Anfahrt fehlen mir die braunen Augen, die immer wieder zu mir rüber schielen. Am Parkplatz in Gonderhausen an der L206 angekommen springt kein aufgeregter Vierbeiner aus dem Auto und wuselt um mich herum, ungeduldig wartend bis ich alles gerichtet habe.

Der Himmel über mir ist dermaßen einheitlich grau, dass ich nicht einmal Regen befürchten muss. Also ziehe ich die Gurte straff und laufe zunächst auf Teerwegen durch die Felder. Dem Trübsinn ein Schnippchen schlagend pfeife ich stumm vor mich hin, zücke meine Kamera relativ lustlos. Das sollte sich rächen, eine Kamera lässt sich so nicht behandeln 😀

Rabenlay (136)Recht flott lande ich auf Waldwegen, die mich bald auf die Traumschleife Rabenlay führen werden. Heute sollte einiges schief gehen, naja kein Wunder so ohne Spike.

Zunächst finde ich einen Abzweig nicht, dann verstellt sich durch weiß der Himmel welche Zauberhand mein Kamera von RAW auf JPG, erhebliche Qualitätseinbußen und gar nicht lange danach verabschiedet sich das neue Gurtsystem samt Kamera bodenwärts.

Glücklicherweise endete die Reise meiner teuren Nikon auf Kniehöhe. irreparabel, da Teile fehlen, stecke ich das Ganze in den Rucksack, natürlich auch die Kamera, die ich nicht in der Hand halten möchte, während ich später über die sehr nassen Steine in der Klamm klettere. Die kleine Lumix muss nun herhalten, ein besonderes Unterfangen, bei der Witterung und dem schlechten Licht.

Rabenlay (179)Sei es drum, ihr bekommt einige wenige Fotos aus vorherigen Wandertagen auf diesen Wegen und den Verweis auf die Erlebnisberichte zu den Traumschleifen Rabenlay, Baybachklamm und Ehrbachklamm hier im Blog.

Die Wanderung möchte ich, bei besserer Wetterlage auf jeden Fall wiederholen, er führt zum größten Teil über traumhafte Wege, birgt Abenteuercharakter, da besonders eine Passage durch starken Windbruch vollkommen mit Bäumen und Sträuchern verziert ist. Das kann passieren, wenn man sich auf aufgegebenen Wanderwegen bewegt.

Den Wanderern, die die drei o.g. Traumschleifen kennen werden nachvollziehen können, dass es geradezu ein Geschenk ist vor allem auf den Klammabschnitten unterwegs zu sein.

Ganz große Teile meiner Strecke gehört seit kurzer Zeit zum Saar-Hunsrück Steig – Östlicher Teil. Die Ausschilderung war nicht gänzlich abgeschlossen, Wegweiser fehlen noch, an den Bäumen hingen jedoch schon alle Schilder.

Ich gebe zu, ich habe alle Kraft aufgewendet, nicht einfach eine Abkürzung zu wählen und die Tour abzubrechen, Wetter, fehlende Kamera und auch einen kleinen Teil ungewohnte Ängste, wenn es im Wald knackt, haben es mir ziemlich schwer gemacht. Zum krönenden Abschluss gab es auf den letzten 7km Regen, der später in Schneeregen überging.
Herzlichen Glückwunsch auch 😀

_EBL7860Dazwischen aber liegen die Baybach- und die Ehrbachklamm, Wegabschnitte die so reizvoll sind, dass Trübsal so gar keinen Platz finden kann. Erinnerungen steigen auf, an die abenteuerliche Tour mit Anita und Tanja, was hatten wir Spaß.

 

_EBL7829
Wassertreten3

Am Ende bin ich stolz die fast 28 km gewandert zu sein, wieder eine Barriere überwunden. Das macht stark, finde ich. Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass dieser Bericht heute, nicht so positiv klingt, wie viele der voran gegangenen. :-). Das war einfach nicht mein Tag.

So nun hier eine kleine Auslese an Fotos dieser Wanderung 🙂

Drei Bücher zu den Traumschleifen und 2 Bücher zum Saar-Hunsrück Steig sind beim Ideemedia Verlag erhältlich.

 

16 Kommentare

  1. Hallo Elke, das du diese Strecke wählen würdest, hätte ich nicht gedacht. Die Wetterlage war doch sehr ungünstig für diese Strecke. Ich möchte dir meine Hochachtung ausdrücken, für deinen Mut und deine Ausdauer. Ich gehe mal davon aus das du ziemlich allein warst, in diesen wilden Tälern. Mit etwas Neid habe ich deinen Bericht gelesen, ich bin diese Runde so oft, bei jedem Wetter und jeder Jahreszeit gewandert, und sie wurde mir nie überdrüssig. Viele Grüße Rüdiger

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    • Dankr Rüdiger, einmal für die Strecke und den Kommentar hier.
      Ja ich war sehr einsam unterwegs, lediglich in der Ehrbachklamm war eine kleine Grupp Unverdrossenener unterwegs.
      Meine letzte Runde auf diesen Wegen, wird das nicht gewesen sein. 🙂
      Ich habe kein Video gefunden, hast du zu dieser Wanderung keines angefertigt?
      LG Elke

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  2. Also aber alle Achtung, 28 km und dann noch das Wetter dazu, da kannst schon stolz auf dich sein liebe Elke.
    Ich habe zu Beginn beim Lesen ein richtig trauriges Gesicht gemacht, weil du ohne Spike unterwegs warst 😉

    Über deine kleine Kamera musst du dich aber wirklich nicht beklagen, denn die Fotos sind doch Spitze.

    Danke dir und grüsse dich ❤ lichst,

    Uschi

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  3. Hut ab!!!!28km ganz alleine….ich gehe hin und wieder die Baybachklamm von Thörlingen aus bis zur Schmausemühle.Wirklich bei jeder Jahreszeit etwas besonderes!
    LG Edith ein Gummersbacher Hunsrücker:)

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    • Du Gummersbach, ich Nümbrecht 🙂
      Ich finde auch, die Baybachklamm ist unglaublich schön, aber auch die Ehrbachklamm.
      Wege, die ich sehr gerne öfter beschreite.
      LG rüber in den schönen Hunsrück

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  4. Hört sich nach wunderbarem Naturerleben an. Die Natur ist halt nicht immer lieblich und himmelblau. Die Erlebnisse eines solchen Wandertages können aber nachhaltiger sein als die einer Alles-easy-Sonnenrunde. Merkt man manchmal erst später.
    Und Respekt für die Ausdauer in diesem Terrain! 🙂

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  5. Super Elke! Die Tour hat es schon in sich. Ich habe es am Samstag in der Brexbachschlucht nur auf 16 km bei Nieselregen gebracht… ok dann noch der Lauf am Sonntag, aber das sind doch andere Muskeln. Ich glaube, wir sind gut gewappnet für das #bloggerwandern. Und es ist ja noch was Zeit. LG, Karin

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    • Na du bist mir was Sportlichkeit betrifft in jedem Fall überlegen, aber wir konkurrieren ja nicht 🙂
      Ich bin total überrascht was mir hier gelingt und hoffe alles bleibt gesund bis zum Tag X.
      Meine Freude wächst mit jedem Tag
      Dir wünsche ich auf jeden Fall am kommenden Wochenende viel Erfolg und Freude auf dem Rheinsteig.
      LG Elke

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  6. Respekt, Elke! 28 Km bei den Verhältnissen; der neue Teil des SHS scheint es dir angetan zu haben 🙂 und die Landschaftsbilder zeigen eine abenteuerliche Wanderung, die sich lohnt, nachgewandert zu werden. Danke für den Beitrag 🙂

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  7. Und schon wieder muss ich herzlich lachen 😀 Heute war dein Wanderbericht zwar ungewohnt kurz aber doch wieder mit viel Humor über dein „Schicksal“ geschrieben. 😉 Tröste dich, du bist mit deinen Erfahrungen nicht alleine. Mehr erzähle ich dazu nicht, sonst blamiere ich mich gaaaaanz fürchterlich 😀

    Ansonsten war das eine ganz tolle Leistung, bis auf die Rabenlay (kommt demnächst bei mir noch) kenne ich die Strecke und die ist bei solch einem Wetter und den von dir geleisteten Kilometern nicht ohne! Toll gemacht 🙂

    Dann wünsche ich dir noch schnell einen schönen Abend 🙂

    Lg. Klaus

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    • Wenn wir Wanderer/innen mal so richtig auspacken würden, da kämen schon einige lustige Anekdötchen zusammen.
      Lieben Dank für deinen herzlichen Kommentar, jetzt wäre ich ja doch gespannt von deinem Erlebnis zu erfahren 😀
      Dir ebenfalls einen schönen Restabend
      LG Elke

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