Westerwälder Basaltbogen und die Frage „Macht wandern glücklich?“

Heute verbinde ich zwei Themen miteinander, nämlich den Wanderbericht zu meiner Freitagfeierabendrunde im Westerwald und die Frage von Wellness-Bummler, die da lautet: „Macht wandern glücklich?“

KatjaKatja Wegener, die sich mit dem Thema Wellness befasst und dabei flexibel auch aktive Wellnessbereiche einbezieht, stellt diese Frage an uns WandererInnen.

Dazu später mehr!
In Frühjahr, Sommer und Herbst ist es für mich möglich, Freitagsmittag nach Feierabend noch ein entferntes Ziel anzusteuern und dort zu wandern. Genügend von Sonne beleuchteter Stunden stehen zur Verfügung, um auch längere Wanderungen anzugehen.

Nach dem Wandermarathon in den Westerwald

Heute, eine knappe Woche nach dem Wandermarathon in Bernkastel-Kues, bin ich noch nicht wirklich richtig wach und fit, also reichen 13km vollkommen, um da draußen bei genüsslichem Schlendern der Frühjahrsnatur meine Aufmerksamkeit zu schenken und Spike den erforderlichen Auslauf.
Hier der GPS Track

Basaltbogen_0002An der Wiedhalle in Roßbach parke ich mein frisch durch den TÜV geschlüpften und mit Sommerreifen versehenen Flitzer. Spike kann es kaum erwarten und hält begeistert seine Nase in den Wind, um ja alles was da kreucht und fleucht rechtzeitig wahrzunehmen.

Für mich fängt hier Wellness und Glücklichsein schon an – nein bereits die Anfahrt weckt in mir dieses Gefühl!

Basaltbogen_0008Ich war schon einmal hier, habe jedoch nur einen Teil der Gesamtstrecke gewandert. Heute möchte ich den Rest kennen lernen. Es geht gleich bergan, wollen wir doch zum Roßbacher Häubchen. Hierfür müssen wir ein wenig die Muskeln spielen lassen.

An der Wiedbrücke geht es rechts und ein Stück durch Roßbach. Die St.Michaelskapelle ist ein wunderschönes Gemäuer mit langer und streitintensiver Entstehungsgeschichte.
Basaltbogen_0013Oberhalb der Kirche führt eine kleine Anliegerstraße an wunderschönen Häusern vorbei, die sich wie  Farbtupfer in die grüne Landschaft rundherum einfügen. Solche Aussichten sind es, die so oft mein Herz hüpfen lassen.

Basaltbogen_0025Basaltbogen_0032Direkt hinter diesen Häusern verläuft der Waldweg, dessen Bäume hin und wieder mit dem bekannten Symbol des Westerwaldsteigs geschmückt sind.

Der schattige Weg gefällt meiner vierbeinigen Begleitung ausgesprochen gut. Sein dichtes Fell lässt ihn doch ziemlich schnell schwitzen.

Durch die Baumreihen erhasche ich immer wieder Blicke auf Roßbach. Leute, was habe ich das Frühjahr herbei gesehnt, es ist daaaaaahaaaaa. Ja, wandern, Natur und überhaupt sehen können, macht glücklich.

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Läuft und ist glücklich

Da läuft kein Wandermodell, aber glücklich ist sie trotzdem, die Frau mit dem blauen T-Shirt des Bloggerwanderwochenendes an der Mosel.

Die Natur unterscheidet nicht zwischen jung und alt, zwischen dick oder dünn, arm oder reich. Die Natur gibt uns allen die Möglichkeit sie zu sehen und zu genießen.

Hier haben wir alle die gleichen Chancen zu entspannen, und wohl zu fühlen, im eigenen Tempo und der uns gegebenen Intensität. Ob LangstreckenwandererInnen oder LiebhaberInnen kurzer Wegstrecken, wir alle können uns ein Geschenk machen, das nichts kostet und so viel gibt.

Überall hat die Natur uns Geschenke hinterlassen. Dem Einen ist es ein moosiger Holzstumpf, dem anderen ein Fabelwesen aus dem Hobbitland.

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Basaltbogen_0057Der Westerwald ist steinreich, Basalttagebau gab es hier reichlich. Das Roßbacher Häubchen (ein abgetragener Vulkankegel ist mein Ziel und dafür muss ich ganz hoch hinauf.

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Basaltbogen_0066Unterhalb dieses hohen Zieles ist es aber schon so schön, dass ich eine Weile bleibe, einfach so, Pause machen, sitzen staunen, mich der Lebendigkeit meines knuffigen Begleiters erfreuen.

Nachdem diese Genusspause verstrichen ist, klettern wir hinauf, teils mit Seilen gesichert ist der Anstieg nicht ohne, neben mir japst auch Spike ein wenig nach Luft.

Wie immer, erwartet uns nach dem anstrengenden Aufstieg eine großartige Aussicht auf die umliegende Landschaft. Habe ich schon einmal erwähnt, dass wandern glücklich macht?

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Der Aufstieg zum Roßbacher Häubchen …..

ist nicht in der Streckenführung des Basaltbogens enthalten, da müsst ihr euch den Weg hinauf suchen, Schilder sind ja vorhanden oder ihr nehmt meinen Track, siehe oben.

Es gibt zweifelsfrei auch etwas langweilige Passagen, die mir aber oftmals einfach das Ausruhen im Kopf ermöglichen. Die Kamera baumelt ungenutzt an meinem Hals und ich schalte ab, schaue lediglich Spike zu, wie er die Ohren hoch stellt, wittert oder einfach nur die Nase am Boden hält.

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Kurz vor der viel genutzten Paraglider Aussicht treffe ich auf ein Paar, das in 12 Tagen den Westerwaldsteig erwanderte. Die übliche Frage mit Blick auf Spike “ Was will das denn für einer werden“ beantworte ich wie stets “ Er ist schon beinahe 13 Jahre alt“ Wie immer Staunen in den Gesichtern.

Basaltbogen_0114Hier oben tummeln sich auch heute die Paraglider, die aber kurz nach meiner Ankunft einpacken, weil die Sonne für die Thermik fehlt. Schade, denn von unten und vom Roßbacher Häubchen hatte ich sie gesehen.

Ein kurzes Stück durch den Wald und bald erreichen wir wieder Wiesenwege. Spike wälzt sich wo er eben eine Pause dafür findet. 🙂

Basaltbogen_0117So langsam wandern wir wieder unserem Startpunkt entgegen. Der Wiedweg gesellt sich zu uns, wir erreichen das schon recht gut besuchten Hotel Wiedfriede in Arnsau mit Biergarten. Von da an begleitet uns die munter plätschernde Wied. Wurzelige und super schöne Pfade haben wir unter unseren Füßen. JA, wandern macht glücklich!

Und nicht nur ich bin glücklich, meine Begleitung ist es auch.

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Basaltbogen_0177Basaltbogen_0190Als wir diesen Streckenabschnitt hinter uns lassen zeigt der Wald, was Sturm Niklas ihm antat. Der Wiedweg ist über einen großen Streckenabschnitt unbegehbar geworden, da riesige, quer liegende Bäume ihn verzieren.

Links das dunkle Gestrüpp ist eine riesige Tanne, die beim nächsten Sturm ohne weiteres den Weg auf den Weg finden wird. Also bei Sturm und starken Wind jetzt besser keine Waldgebiete aufsuchen.

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Blick auf Gut Oberbuchenau

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Basaltbogen_0198Nachdem der wunderschöne Waldabschnitt hinter uns lag erreichen wir erneut die Wiedbrücke, überqueren diese und wandern an der Wied entlang zum Parkplatz zurück.

Irgendwie habe ich, toi toi toi, stets Glück mit dem Verkehrsaufkommen auf den von mir gewählten Autobahnen, ohne nennenswerte Behindung erreichen wir nach einer Stunde wieder Heimatboden.

Fazit zur anfänglich gestellten Frage nach dem Glück beim Wandern:

JA, wandern macht glücklich, sofern man sein eigenes Tempo wählt, die individuell angepasste Streckenlänge und die Beschaffenheit der Wege.

Wandern auf sehr langen Strecken mag unterwegs manchmal zermürbend sein, aber das Hochgefühl nach erfolgreichem Abschluss ist auf jeden Fall ein sehr lang andauerndes und sehr gutes Gefühl.

Ich persönlich bevorzuge Strecken mit anspruchsvollerem Profil, weil ich da einen großen Teil meiner Muskeln einsetze. Seit ich Trekkingstöcke nutze werden sogar meine Oberarmmuskeln aktiviert.

Wer unter Rückenschmerzen leidet, mir passiert das nach einer Woche Büroarbeit sehr oft, ist mit einer Wanderung sehr gut beraten. Gerade die anstrengenden mit einigen Anstiegen versehen Touren, aktivieren die Muskeln, lassen sie gut durchbluten und fördern damit die Regeneration und damit Heilung. – Das sind meine Thesen, die sich für mich als real darstellen.

Versucht was für euch passt, das wäre meine Empfehlung, aber tut es! smilie-out-112

Westerwald (c)IdeemediaEinen Wanderführer „Wandergenuss Rhein/Westerwald – Schöneres Wandern Pocket“ Autoren: Wolfgang Todt und Ulrike Poller

vom Ideemedia Verlag

sowie das Buch

 

1524_Wanderlust_im_WesterwaldWanderlust im Westerwald von Karl-Georg Müller aus dem Droste Verlag

16 Kommentare

  1. Super, liebe Elke 🙂
    Was für ein schöner Bericht, tausend Dank. Über die Auswahl des Bildes (mit dem Wellness-Bummler) müssen wir nochmal reden 🙂
    Nach dem Artikel ist aber absolut klar, ich werde dich in den Club der Genusswanderer aufnehmen. Wer wenn nicht du, kann so schöne Genießergeschichten schreiben und Genießerbilder liefern 🙂

    Liebe Grüße Katja

    Gefällt 1 Person

      • Katja… man erkennt Dich doch kaum … das Bild muss natürlich größer sein 🙂 !
        Elke… Du machst echt sehr schöne Fotos und Deinen Spike muss ich Dir mal klauen, so süß ist der. Schöne Ecke da, wo Du unterwegs warst. Und schön, dass Du glücklich warst/bist. LG, Karin

        Gefällt 1 Person

  2. Hallo Elke

    Danke für den schönen Wanderbericht und die tollen Fotos 🙂 Auf jeden Fall macht Wandern glücklich, wenn man sich auf die Natur einlässt und sie einfach genießt 😉 Ob nun im Wald oder auf der Wiese, ich setz mich auch gerne einmal hin und rieche und lausche einfach in die Natur hinein. 🙂

    Ab und zu schlafe ich dabei dann auch einmal ein, während mein Hundewurm neben mir liegt und aufpasst 😀

    Liebe Grüße

    Klaus

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    • Ach heute gab es wieder so viel zum riechen. Viele Rapsfelder, die einen betörenden Duft ausstrahlen und sehr viel Sonne. Spike war gut drauf und so haben wir tatsächlich 23,5 km VOLLgenießertour erlebt 🙂
      Dir auch einen sonnigen Gruß
      Elke

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  3. Wenn mir auch beim Wort „Wellness“ sich der Magen dreht, so ähnlich wie bei „den Kids“ stimme ich dir gerne zu: Wandern macht glücklich. Deshalb bin ich auch heute recht unglücklich, weil die Wettervorhersage für heute tagelang nicht gestimmt hat 😦 Ich war für die heute geplante Strecke auf Mitwanderer angewiesen (2 Autos) und musste deshalb schon vorgestern entscheiden, ob wir gehen oder nicht. Nun ja, fröhlich winkt der SHS, auch wenn die Wetteraussichten nicht so doll sind 🙂

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  4. Hi Elke,
    zunächst einmal: Spike ist soooo niedlich. Ich freue mich immer über Bilder von ihm. Hoffentlich wird er dich noch lange auf deinen Wanderungen begleiten können.
    Zu der Frage, ob wandern glücklich macht: definitiv! Für mich gibt es wirklich nichts besseres, als einen ganzen Tag mit Cabo in der Natur zu verbringen. Leider nehme ich mir dazu momentan zu wenig Zeit.
    Eine schöne Wanderung, die du da gemacht hast. Die vielen Ausblicke gefallen mir richtig gut.

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    • Liebe Silvana,

      unsere Fellnasen sind einfach nur süß, die können herrlich gucken und sind der lebendige Ausdruck ihrer Zweibeiner.
      Ich wünsche dir bald wieder die nötigen Stunden Freiraum, damit du wieder Tageswanderungen genießen kannst.
      Ganz liebe Grüße
      Elke 🙂

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  5. Ja, natürlich kann Wandern glücklich machen. Sehr sogar. Da sich Glücksgefühle aber nun nicht bei jeder Wanderung einstellen, würde ich das ganze lieber etwas tiefer aufhängen und mit dem Namen eines lesenswerten Blogs antworten: „Wandern tut gut!“ Das stimmt garantiert immer. 🙂

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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