Vor mehr als einem Jahrzehnt hat Rüdiger einmal eine Tour durch die Vulkaneifel entworfen. Ich habe sie den heutigen Wegeverläufen geringfügig anpassen müssen. Diese Route berührt einige Maare in der Gegend von Gillenfeld. Wer im Frühjahr die rd. 24 km lange Tour geht, wird von fast betäubenden Düften der Rapsfelder begleitet. Gelber Raps, gelber Ginster, unzählige Wiesen mit dem jetzt gelb blühenden Löwenzahn und Klee blenden fast das Auge, lassen immer wieder verharren.

Aber wieder auf Anfang. Hier erst einmal der GPS Track

Maare (abgeleitet aus dem lateinischen mare =Meer)  gibt es in der Vulkaneifel reichlich (ca. 75 Stück). Diese schüssel- oder trichterförmige Mulden sind vulkanischen Ursprungs und entstehen wenn Grundwasser und heißes Magma aufeinandertrifft und es zu Wasserdampfexplosionen kommt. Maare sind oval oder kreisrund und oft von Auswurfmaterial umgeben. Die meisten Maare sind Trockenmaare also verlandet. Lediglich 12 Maare sind noch mit Wasser gefüllt. 

Meine heutige Tour beginnt in Gillenfeld, in der Nähe des Eifler Scheunencafe´, das mir als Einkehrziel dienen soll. Eine Weile schlendern wir gelassen durch die Straßen mit ihren schönen Einfamilienhäusern, landen jedoch zügig auf Feld- und Wiesenwegen.

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Ohrgeflüster

Maarrunde_0009Das Wetter ist zum knutschen und unsere Laune prächtig – Ja Spike sieht man an, ob er zufrieden ist, sogar sehr gut.
Maarrunde_0013Bevor wir uns dem ersten Maar nähern, wandern wir eine ganz Weile nur durch Felder und das im Hinblick auf Vollfrühjahrsschmuck an Bäumen und auf den Wiesen, eine Wonne.

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Dürres Maar, vor rd. 25.000 Jahren entstanden und inzwischen verlandet. Nur nach starken Regenfällen drückt sich das Wasser aus der leicht erhobenen Mitte an den Rand (hier auf dem Bild zu sehen)

Maarrunde_0015Maarrunde_0020Maarrunde_0046Oben auf dem Foto sieht man ein Trockenmaar. Das Dürre Maar entstand vor rd. 25.000 Jahren und ist schon lange verlandet. Lediglich nach starken Regenfällen entsteht rund um den leicht erhabenen Mittelpunkt ein Ring aus Wasser. Im Maarkessel befindet sich ein Übergangsmoor, das nicht nur vom Regenwasser, sondern auch von Quellen gespeist wird.

Maarrunde_0043Wir wandern hier sowohl auf dem Maarpfad als auch auf dem Vulkanweg. Es gibt etliche Schautafeln mit Stichworten zu dem, was sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Hier hat der Ginster offenbar alles was er braucht, um fleißig und knatsch gelb zu blühen. Ich muss an Tanja denken, die den Ginster so sehr liebt und immer ihre Nase in die Büsche steckt.

Maarrunde_0051Maarrunde_0056 Maarrunde_0060Endlich sind die Bäume grün angestrichen :-), innerhalb von nur zwei Wochen hat die Natur einen Quantensprung getan. Solche hellen Wälder wie hier, mag ich, sie wirken aufgeräumt, hell und freundlich. OK, ich mag auch die unaufgeräumten, die aber eher im Herbst.

Maarrunde_0070Zu diesen beiden Liebes-Buchen steht auf Tafeln in niederländischer und deutscher Sprache  eine Geschichte geschrieben, die mich berührt. Die ist aber erheblich zu lang, um sie hier aufzuschreiben, drum geht hin und schaut selber.

Das nächste Maar, das wir erreichen, ist das Holzmaar. Ein wunderschöner Platz und fast vollständig von Wald umgeben. Zahlreiche, sehr scheue Wasservögel brüten dort. Das Holzmaar wird von einem Quellbach des Sammetbaches gespeist, der das Maar durchquert. Ja Wikipedia macht schlau!

Maarrunde_0082Maarrunde_0089Nun gibt es eine Galerie, in der ich bis zum nächsten Maar den Weg beschreibe. Ich kann es euch versprechen, trotz gelegentlicher Teerwege, ist die Umgebung unglaublich  entspannend, bunt und schön.

Links von uns liegt Gillenfeld mit der hübschen Kirche. Und schon jetzt erhalte ich einen Wink, doch schon vorzeitig im Scheunencafe einzukehren. Ich widerstehe jedoch und schlendere weiter mit Spike durch dieses himmlische Landstück.

Wie sehr meine fellnasige Begleitung dies hier genießen kann, seht ihr in der nachfolgenden Galerie

Wir näheren uns dem Strohner Maarchen, ein verlandetes kleines Maar, das hier so bezaubernd in einer kleinen Senke liegt. Dieses winzige Maar liegt zusammen mit dem Pulvermaar im Naturschutzgebiet: „Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Märchen“

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Strohner Märchen oder Strohner Maarchen

Maarrunde_0174 Maarrunde_0181Kurze Zeit wandern wir auf dem Feldweg, der von trockenen Ästen und Totholz gesäumt ist, dazwischen immer wieder Büsche, absolut blickdicht.

Plötzlich höre ich (Spike hat nichts gehört, weil er inzwischen schon recht schwerhörig ist) ein lautes, und ganz offensichtlich verärgertes Grunzen und Knacken im Gebüsch ganz dicht neben mir.

Ich kann euch sagen, das war so plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung,, der Schock wich die nächsten hundert Meter nicht von mir. Mißtrauisch äuge ich sorgfältig in die Büsche neben mir, aber das Borstenvieh war wohl ein Einzelgänger.

Maarrunde_0183Der Duft der großen weiten Rapswelt! Aber da ist doch noch ein Maar, das wir erreichen möchten,
Das Immerather Maar ist ca. 40.000 bis 70.000 Jahre alt und mit Wasser gefüllt. Um 1750 wurde das Maar trocken glegt, indem man das Wasser über einen künstlichen Bach ableitete und nutzte es als Weide.

In der Zeit von 1914 und 1918 verwilderte der Bach und staute sich wieder auf, Bis heute ist der Wasserstand sehr flach.

Maarrunde_0202Ein Feldweg führt bergan und uns auf die Höhe oberhalb der Maars, mit einer großartigen Sicht auf dasselbe.

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Der Kasten fügt sich ja farblich gut ein, aber was da drin ist, habe ich nicht herausfinden können
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Blick auf das Immerather Maar

Maarrunde_0204 Maarrunde_0207 Maarrunde_0226 Wir nähern uns nun dem Pulvermaar. Witzig ist, während der gesamten Wanderung war ich mit jemandem im Feriendorf Pulvermaar per Twitter unterwegs.

Von der Anlage zeige ich hier mal nichts, den überall waren Menschen unterwegs, die sicher nicht mit auf die Fotos wollten.

Der Link zur Webseite zeigt ja einiges und mich haben vor allem die Holzcaravan sehr an frühere Zeiten erinnert. Sehr empfehlen möchte ich die regelmäßig angebotenen Wanderungen und Führungen über dieses Feriendorf. Schaut auch unter Aktuelles

Maarrunde_0242Maarrunde_0246Bald hinter dem Feriendorf, dass trotz guter Belegung sehr ruhig und friedlich erscheint, wandern wir wieder eine Weile durch Wald. Das tut gut, Sonne hatten wir reichlich und bald geht es hinab zum Pulvermaar, das letzte auf meiner Reise.

Es gibt nur wenige in Deutschland vorkommende natürliche Seen, die das Pulvermaar an Tiefe übertreffen. Das trichterförmige Maar hat heute eine Tiefe von  72 m. Man vermutet, dass es ursprünglich rd. 200 m tief war.

 Wie auf den Bildern zu sehen ist, wird das Maar als Badesee genutzt und ist am Kraterwall von Wald umgeben.

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Unsere kleine Runde neigt sich dem Ende zu und wir erreichen hierfür wieder Felder und Wiesen. Allmählich wird es für Spike doch warm, das mitgebrachte Wasser bekommt er und er nimmt reichlich.

Bei diesen Aussichten kann es einem nicht lang genug dauern, bis das Auto wieder in Sicht ist, die letzten Schritte hier genieße ich sehr.

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Da steht schon so manch nobles Häuschen in Gillenfeld, das wir nach knapp 24 km wieder erreichen.

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Aus einem  Geschäft „Das Jagdhaus“ ertönt ein „Oh wie süß ist der denn?“ Gemeint ist Spike, der dem Ruf auch sofort folgt und dem Rufenden entgegen flitzt (Alter Charmeur). Neben einer ordentlichen Ladung „Leckerchen für Jagdhunde“ erhält er ausgiebige Streicheleinheiten und ich noch eine Tüte des guten Stoffs für Spike in die Hand gedrückt.

Ich hoffe nur dass das Futter Spike nicht zum Jäger macht 😀

Ein paar Häuser weiter kehren wir dann im Eifler Scheunencafe ein. Fotos kann ich keine machen, denn der Cafegarten ist rappelvoll. Der Kaffee ist köstlich, der Kuchen auch und Spike bekommt seinen Napf mit Wasser gefüllt. Also alles perfekt.

Maarrunde_0307Wir fahren wieder ohne Stau nach Hause!

Ein herrlicher Tag ist zu Ende und wir zu recht müde und glücklich!

Schaut einmal hier, wenn ihr weitere Wanderrouten sucht: Wanderwege Vulkaneifel

Es grüßen euch

Elke + Spike

11 Kommentare

  1. Als alter Gillenfelder bin ich täglich in unserer schönen Heimat unterwegs. Bilder und Texte sind gut getroffen.

  2. Hallo Elke,
    habe wie immer, deinen Bericht mit den tollen Fotos genossen und bin froh das Spike wieder dabei ist. Eifel pur, da werden Erinnerungen wach. Ich bin diese Strecke in verschiedenen Variationen mehrfach gewandert und war immer von der Eifellandschaft fasziniert. Diese Runde sollte man allerdings nicht im Hochsommer gehen, was ich einmal gemacht habe, war eine hitzige Angelegenheit.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag, Rüdiger

    1. So allmählich sollte ich eine Kategorie „Rüdigers Streckensammlung“ aufmachen. Lieber Rüdiger es ist immer wieder herrlich deine Strecken nachzuwandern.
      Ich danke dir für eine erneute Wohlfühlrunde, auch im Namen von Spike, der jetzt endlich wieder mit mir unterwegs sein kann.
      Liebe Grüße und auch dir einen tollen Tag
      Elke

  3. Hallo Elke

    Das war ja eine richtig tolle Wanderung, danke für´s mitnehmen und die tollen Fotos 🙂 Ich kann im Moment leider noch immer nicht wandern gehen, da ich gerade beim Renovieren gleichmäßig Farbe an der Wand, dem Boden und auf mir verteile 😀

    Lg. Davy & Klaus

    1. Hi hi Klaus,
      jetzt bist du mit dem Wald fertig und malst nun deine Wohnung an.
      Hoffentlich hast du dann, wenn du fertig bist, anständiges Wanderwetter 🙂

      Einen lieben Gruß an die und deinen Hundewurm
      Elke

  4. Ein wunderbarer Bericht, Elke. Du beschreibst die Gegend so liebevoll, da geht mir das Herz auf. Übrigens das „Eifelgold“ (Ginster) ist nun voll erblüht rund um’s @FDPulvermaar und der „Kasten“ ist ein Logistikzentrum. 😉

    1. Guten Morgen Herbert,
      für Eifelwanderung fahre ich gerne auch ein paar Kilometer mehr. Die sanften Hügel, die Felder….. wer hier nicht zufrieden wandert, den verstehe ich nicht 🙂
      Ich danke dir für deinen Kommentar und wünsche dir noch ein wunderbares Wochenende.
      LG Elke

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