Urwald im Reinhardswald an der Sababurg

Mein Urlaub im Harz ist vorbei und wie am Tag meiner Anreise, möchte ich auch auf dem Rückweg eine kleine Wanderung im Weserbergland erleben. Vor rd. 17 Jahren habe ich den Ort Hofgeismar kennen gelernt, als ich dort über Wochen zwecks Weiterbildung untergebracht war.

FRW_3972_1072Ein wenig möchte ich meine Erinnerungen an diese Region auffrischen und lande nach einer kleinen Weile Anfahrt über Dörfer und Landstraßen an der Sababurg.

So ein richtig schnuckeliges Foto von der Burg habe ich nicht hinbekommen, also werde ich wohl erneut dort anreisen wollen.

Die Sababurg ist eine Burg, mit deren Bau am 19. April 1334 zum Schutz der Pilger des Wallfahrtsortes Gottsbüren begonnen wurde. Nachdem der Pilgerstrom zurück ging verfiel die Burg und wurde 1455 als „wüst“ beschrieben.
1490 wurde auf den Ruinenmauern ein Jagdschloss errichtet, dass 300 Jahre Glanz und Gloria erlebte.
Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss aufgegeben und wucherte vollkommen zu. Efeu rankte sich um das Gemäuer und so entstand so langsam der Eindruck eines Dornröschenschlosses (hach wie romantisch, wieso habt ihr das nicht so belassen) Es kam, wie es kommen musste, das Schloss wird freigeräumt und für Gäste, Hochzeiten u.ä. fein gemacht!

FRW_3975_1075Ein Kaffee geht immer und auch wenn es eine laaange Zeit dauert, bis ich den vor der Nase stehen habe, hier zu sitzen ist wundervoll.

Das Weserbergland ist die Heimat der Brüder Grimm Märchen, überall trifft man hier in der Region auf Gestalten dieses Buches. Leider habe ich aber zum erneuten Erkunden dieser wunderschönen Fachwerkstädte keine Zeit und so beschränken wir uns auf eine kleine Tour, die unter anderem über den Weserbergland Weg  und den Hugenotten- und Waldenserpfad führt. Den Weserbergland Weg kennen sicher einige von euch, der Hugenotten- und Waldenserpfad dagegen, dürfte nur wenigen ein Begriff sein.

FRW_3987_1086Dieser Kulturweg ist ein länderübergreifendes Projekt von Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz. Die Hugenotten wurden in Frankreich vor allem im 15. und 16. JH verfolgt. Unter Ludwig XIV. flüchteten rd. eine Viertelmillion Hugenotten in die angrenzenden protestantischen Länder.

Die Waldenser wiederum sind eher in Italien verbreitet. Der Hugenotten- und Waldenserpfad hat eine Streckenlänge von rd. 1000 km, das ist ziemlich lang, und soll in etwa die Routen der Flüchtling nachvollziehen, nutzt allerdings hierbei möglichst oft bereits vorhandene Wanderwege mit hoher Qualität.

Ich hoffe ich erhalte irgendwann in meinem Leben die Gelegenheit diese Region noch einmal ausgiebiger zu erforschen. So wandere ich heute jedoch nur auf Teilen dieser berühmten Wege.

An den hohen Mauern der Sababurg wandere ich vorbei, streife den Wildpark Sababurg, der gut besucht ist, wie ich den lebhaften Stimmen aus dem Eck entnehme.
FRW_3989_1088 FRW_3990_1089Ich wandere einfach drauf los, hoffe ein paar schöne Ecken zu sehen, lasse das Navi aufzeichnen welcher Wegeverlauf am Ende dabei raus kommt.

FRW_4004_1103Schnell lande ich im Urwald Sababurg und kann mir erst einmal so gar nicht vorstellen, was hier dem Wald einen Urwaldcharakter geben soll. Das sollte sich jedoch bald ändern.

Dieser Urwald steht seit 1907 unter Schutz. Uralte Hutebäume geben dem Wald schon einen besonderen Charakter. Buchen in Hutewäldern habe ich ja in Allrode schon bewundern dürfen. Sie entwickeln ihr Geäst so kreuz und quer, dass sie teilweise skurrile Formen annehmen.

800-1000 Jahre alte Eichen stehen hier, oder verfallen langsam.
FRW_4010_1108FRW_4002_1101Riesiger Farn gibt dem Wald stellenweise ein herrliches, hier noch frisches grün.

Unglaublich wie trocken diese alten Bäume sind und wieviele Hohlräume für Kleinstlebewesen, aber auch Vögel hier entstanden sind.
Meiner Meinung nach kann es hier im Bericht nicht genug dieser Baumriesen geben, schon allein um mich selber an ihr Vorhandensein zu erinnern.
FRW_4014_1112 FRW_4029_1127Hier könnte ich Stunden unterwegs sein, aber irgendwann müssen wir ja nun an die Rückfahrt denken, also ziehen wir weiter, nachdem wir ein ordentlich großes Gebiet erwandert haben.

Der hier folgende Abschnitt gehört nicht mehr zum s.g. Urwald, ist aber auch sehr interessant. Wir nähern uns Gottsbüren und die dortige Freizeitgelände Karl Henze Anlage für Behinderte.

FRW_4046_1143 FRW_4048_1145FRW_4049_1146 FRW_4053_1150Auf Feldwegen ziehen wir über das sehr übersichtliche Land. Alles wirkt etwas trocken, nicht so satt grün wie der Harz, den ich heute hinter mir lassen musste. Doch irgendwie findet sich immer ein Blickfang, sie verbergen sich nur manchmal etwas.

Auch hier liegen die Höfe und Scheunen weit auseinander, die Region scheint über ungeheuer viel Raum zu verfügen.
FRW_4077_1172 FRW_4080_1174 FRW_4082_1176 FRW_4084_1178Wir erreichen den Donnebach, das kleine Rinnsal und die Sababurger Mühle.
FRW_4085_1179 FRW_4086_1180 FRW_4087_1181 FRW_4089_1183Und sehen bald schon auf dem Hügel die Sababurg liegen
FRW_4093_1186FRW_4099_1192Den Rest der Strecke sind wir bereits gelaufen, deshalb hier keine Fotos mehr.
Wir kehren im Gasthaus Thiergarten, unmittelbar am Tierpark Sababurg ein, werden freundlich bedient und nach einem Salat, einem Glas Wasser und den obligatorischen Kaffee ziehen wir weiter zum Auto.
FRW_4102_1195FRW_3986_1085Die Heimfahrt verläuft relativ frei von Stau, so sind wir gegen 20 Uhr zu Hause. Müde, aber zufrieden über den gelungenen Tag falle ich, nach Leerräumen des Autos, auf die Couch. Spike verzieht sich auf seinen Lieblingsliegeplatz und scheint froh über unsere Heimkehr zu sein. 😉

Ich gehe davon aus, dass niemand auf die Idee kommt die Strecke nachzuwandern, der Urwald ist jedoch auch auf der Karte gekennzeichnet, deshalb stelle ich den Track zur Verfügung. GPS Track

5 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    es war wieder wunderschön mit dir zu wandern und die Fotos sind wie immer, traumhaft schön.
    Der Urwald hat mich besonders begeistert und da möchte man bei dieser momentanen Hitze doch gerne verweilen.

    Ganz ❤ liche Grüsse zu dir,

    Uschi

    Gefällt 1 Person

  2. Von der Zeit verlassene Orte mag ich besonders gerne, ob nun ein haufen alte Steine (Burgen usw… 😉 ) oder eine Urwaldlandschaft – da kann ich auch immer wieder die Zeit vergessen 😀

    Toll und danke für´s Mitnehmen 🙂

    Lg. Klaus

    Gefällt 1 Person

    • Hallöle Klaus,
      ich habe auch diese Neigung Faszination zu empfinden, wenn Dinge alt und verfallen sind. Sie bergen Geschichten und genau deshalb hätte ich das Dornröschenschloss so gerne hinter dem Efeu verborgen kennen gelernt.
      Hin und wieder sind mir auf Wanderungen solche verlassenen Gebäude begegnet und ich konnte selten widerstehen zumindest sehr nahe ran zu gehen 🙂
      Einen schönen Abend und lieben Gruß
      Elke

      Gefällt 1 Person

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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