Mit meinem Welpen die Welt entdecken“Was schreibt sie denn nun schon wieder, ist das nicht ein Wanderblog?“ fragen sich meine Leser nun vielleicht? Keine Sorge,  der Schwerpunkt liegt auf dem Thema Wandern, aber Nebenströmungen erlaube ich mir.

Karin Joachim kennen viele von euch sicherlich aus den Sozial Medien wie Facebook und Google, dort schreibt sie über Hunde, erwachsene und kleine Hunde und mir gefällt ihr Schreibstil und ihre Herangehensweise an die Thematik.

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(c)Ulmer Verlag

Nicht nur die Tatsache, dass mein Sohn seit Kurzem einen Welpen in die Familie geholt hat, sondern auch mein Interesse an weiteren Veröffentlichungen der Autorin haben mich dazu angeregt, mir das Buch „Mit meinem Welpen die Welt entdecken“ aus dem Ulmer Verlag für eine Besprechung zu erbitten.

Schon der Buchtitel zeigt mir, dass Karin mit mir auf der gleichen Wellenlänge tickt. MIT meinem Welpen……., ich bin also nicht nur Lehrer, sondern ich erlebe gleich mit, fühle mich hinein, schaue zu und erlebe, lenke, führe, setze Grenzen, während wir gemeinsam gehen, ich und mein Welpe.

Ein bisschen Theorie

Sozialisation ist ein Prozeß, den alle Lebewesen, die in Gemeinschaften leben durchlaufen sollten, damit das Miteinander funktioniert. Der Welpe, und das war mir bisher nicht so bewusst, muss sich schon sehr früh mit Regeln und Umweltreizen auseinandersetzen, damit er zu einem charakterfesten erwachsenen Hund heranwächst.  Welche Rolle wir dabei spielen, warum es wichtig ist unserem Welpen gegenüber ein Fels in der Brandung zu sein, das wird im Buch sehr anschaulich beschrieben.

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(c)Ulmer Verlag

So ist der Schongang für unseren kleinen Vierbeiner genau die falsche Haltung, auch das ist relativ neu für mich. Schon sehr früh heran mit ihm an Umweltreize, die ihm Angst einflößen könnten.

Mit uns als Beschützer und Richtungsgeber wird sich der kleine Wildfang nach anfänglichem Erschrecken, ganz schnell an alles gewöhnen, was die Umwelt zu bieten hat.

Wie das im praktischen Leben geht, welche Entwicklungsphasen unser neuer Hausgenosse durchläuft, schreibt Karin Joachim in einer Art, die es leicht macht zu begreifen. Auf der Verlagsseite ist ein Blick ins Buch möglich.


Bevor es losgeht

„Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Fahrstunden? Sie waren unsicher, ob Wie alles bewältigen würden: Brems- und Gaspedal nicht zu verwechseln war Ihre größte Sorge……“

„Und dann saß da der Fahrlehrer an Ihrer Seite, dem Sie vertrauen mussten. Welcher Typ Mensch war er……..“ „Bei wem haben Sie besser gelernt, sich sicherer gefühlt? Sind Sie heute der souveräne Autofahrer oder doch eher der vorsichtig und ein wenig ängstlich?“

Diese Sätze haben mich beeindruckt und inhaltlich schildern diese Worte das Gefühl, dass ein Welpe haben muss, wenn er in seine neue Umgebung kommt und dort hinein wachsen möchte und soll.

Spike Nachwuchs
Welpe von Spike aus 2010

In einem kleinen „AHA“ Kästchen auf der Buchseite steht dann noch einmal eine wichtige Botschaft, nämlich dass Hundchen auch Ruhepausen braucht, um seine Erfahrungen verarbeiten zu können.

Die Fotos sind übrigens zauberhaft, sie zeigen Situationen und Gesichtsausdrücke von Welpen, die so typisch sind, ich muss immer wieder lachen, bei den Anblicken 🙂


Umweltabenteuer daheim

Schritt für Schritt zeigt der Buchinhalt an Beispielen aus dem Alltag,  sei es der böse Staubsauger, die stachelige Bürste oder der leckere Schuh von Frauchen, wie diese Dinge im Leben des Welpen Platz finden können. Kennen lernen, Angst verlieren, Respekt zollen und Grenzen akzeptieren und vor allem Vertrauen haben, für all das sind wir als Welpenbesitzer zuständig.

Für mich positiv ist die Vielfalt der Situationen, die hier im Buch vorgestellt werden, je vielseitiger die Erfahrungen eines Welpen sind, umso angstfreier wird er sich auch als erwachsener Hund gebärden.

WällertourBaerenkopp_0234Und dann ist da noch die Sache mit dem Futter, auch hier gibt es reichlich Anregung wie wir unserem gefräßigen kleinen Freund Disziplin auch bei diesem Thema beibringen können. Eine wichtige Grundlage, wenn ich an Giftköder & Co denke.

Regel 4 würde ich mir als Erziehungsregel auch für manche zweibeinigen Welpen wünschen. „Sobald der Welpe sich vom Futter entfernt, ist die Fütterung zu ende. Gefüttert wird erst wieder zu nächsten geplanten Uhrzeit“ 

Eine ganz tolle Methode meinen Welpen (gilt auch für erwachsene Hunde) daran zu gewöhnen, dass er bereits gesichertes Futter wieder hergibt, ist das Tauschen. Danke Karin Joachim, für diesen Tipp. Mein Sohn hat diese Methode bei Julia erfolgreich praktiziert.

Körpersprache wird hier auch immer wieder deutlich hervor gehoben. Ich trainiere mit Spike in letzter Zeit immer wieder, dass er auf Handzeichen und Körpersignale reagiert, weil sein Gehör stark nachlässt. Solch ein Training kann lebenswichtig sein, also besser früh damit beginnen.

Der Garten, die tierischen Mitbewohner, all diese wichtigen Themen für meinen Welpen  werden mir nahe gebracht, ohne sich in irgendwelchen Nebensächlichkeiten zu verlieren. Es gibt Bücher die sind dick und klein geschrieben, geben mir teilweise aber weit weniger Information als diese knapp 100 Seiten starke, mit zahlreichen Beispielfotos gefüllte Informationsquelle.


Umweltabenteuer unterwegs

Die ersten Spaziergänge draußen in der großen weiten Welt sind für ein so kleines Wesen sehr anstrengend. Deshalb rät die Autorin und diese Regel hörte ich schon öfter, pro Lebensmonat 5 Minuten am Stück, mehr nicht.

Hier in der Nachbarschaft beobachte ich einen Welpen, der zielstrebig dort hin läuft, wo es ihm gefällt, ohne Leine. Das Einfangen bei Gefahr ist ein „Hasch mich, ich bin schneller“. So soll es ganz sicher nicht sein und deshalb rät Karin Joachim zu einer Schleppleine, die größtmöglichen Freiraum, aber auch Kontrolle des Hundehalters erlaubt.

Nun sind die Aktivitäten draußen auszudehnen. Dazu zählen Tierarztbesuche, Auto, Bus und Bahn fahren. Draußen gibt es unzählige Abenteuer zu bestehen, die unserem kleinen Freund langsam und in kleinen Häppchen serviert werden sollten.

Das ist die immer wieder auftauchende Aussage der Autorin „Spiele, Sport und Spannung immer in kleiner Dosierung und mit den nötigen Ruhezeiten durchsetzt.“

Ihr Tipp: „Setzen Sie sich in einen Park oder auf eine Bank in der Fußgängerzone. Hunde lernen durch beobachten.“

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn ein Hund gewohnt ist, dass Menschen dicht oder weiter weg an ihm vorbei laufen, und er dabei ruhig liegen bleibt, dann ist das Miteinander erheblich angenehmer. Spike legt sich, wenn ich mich mit Menschen längere Zeit unterhalte, einfach hin und wartet, bis es weiter geht. Das empfinde ich als ausgesprochen angenehm.

Wie für kleine Menschenkinder gibt es auch Welpenspielgruppen, welchen Sinn solche Einrichtungen haben und was dort passiert, erfahre ich im Buch.

Spaziergänge in Wald und Feld bringen dem Welpen weitere Anregung für sein späteres Leben, Dexter der Welpe meines Sohne, findet Pferde total spannend. Je früher der Vierbeiner die großen Vierbeiner kennenlernt, um so besser. In dieser Umgebung kann auch der Jagdtrieb unterbunden werden.

Außergewöhnliche Abenteuer

Das letzte Kapitel befasst sich mit den Schauplätzen, die wir selber auch nicht so oft aufsuchen. Fähre oder Schifffahrten usw.

Ich finde die Autorin hat sich eine Menge einfallen lassen, damit die ersten Monate mit einem kleinen Welpen auch lehr- und erfahrungsreiche Monate werden und für die vielen gemeinsamen Jahre ein tragfähiges Gerüst gebaut wird, in dem Vertrauen eine große Rolle spielt.

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(c)Ulmer Verlag

Mit meinem Welpen die Welt entdecken – Fit fürs Leben drinnen und draußen
Karin Joachim – Ulmer Verlag

95 Seiten,
77 Abbildungen,
ISBN 978-3-8001-7993-0


erhältlich als
Klappenbroschur 16,90 Euro
E-Book 12,99 Euro

Direkt beim Verlag oder im örtlichen Buchhandel
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