Der Collis Klettersteig – Herausforderung für ältere Damen

Der Collis Klettersteig sollte in diesem Urlaub die Herausforderung des Jahres darstellen, gerechnet hatte ich damit allerdings nicht. Ich, die den Mittelrheinklettersteig erfolgreich überwinden konnte, wird sich doch auf so einem kleinen Steig zurecht finden. Na ja, inzwischen sind ein paar Pfündchen auf meinen Hüften kleben geblieben und so fit bin ich auch nicht mehr, aber stur, stur bin ich 😉

Informationen zur Tour

  • Start/Ziel: Zell, Moselpromenade
  • Streckenlänge: 7,2 km Rundwanderweg
  • Höhenmeter: 240 m
  • GPS Track

Collis Klettersteig (1)Günstig ergibt sich, dass Spike einen Ruhetag benötigt. Die letzten Tage haben deutlich an seiner Kondition geknabbert. Also reise ich am „frühen“ Morgen – meine Güte es ist inzwischen 10 Uhr, nach Zell.

Die Mosel liegt still in der Morgensonne, die Sonne, die diese Herbsttage so verzaubert, meinen Urlaub so reichlich beschenkt und wärmt. Welch ein Glück habe ich, hier zu sein!

Collis Klettersteig (4)Dort oben hängt der Banner, der mir unmißverständlich klar macht, dass es jetzt zur Sache geht. Nur eine kleine Weile durch die Straßen und das Eingangsportal zum Steil-Kletterpfad ist erreicht.

Collis Klettersteig (7)Hier kann ich mich endgültig entscheiden ob ich klettern oder gemütlich wandern möchte.

Natürlich entscheide ich mich für die Klettervariante und erklimme den schmalen Steilpfad, hinein in die Weinberge.

Collis Klettersteig (10)Ich vermisse ein wenig meine große Nikon, die ich der Bequemlichkeit wegen im Ferienhaus unter die wachsamen Pfoten von Spike gelagert habe. Später sollte ich noch froh sein, mich nicht mit dem Gebaumel der DSLR belastet zu haben.

Collis Klettersteig (15)Einen Blick zurück genieße ich noch, Zell eingebettet zwischen Weinbergen, die jetzt noch belaubt sind, wo die Winzer jetzt hart arbeiten um die süßen Erträge in Bottiche zu bringen und dem Weingenießer später als flüssige Gold auf den Tisch zu bringen.

Der runde Turm mitten drin, als Wahrzeichen von Zell, 14 Meter hoch und neben dem eckigen Turm ein Rest der Stadtbefestigung, die im Jahre 1848 nach einem Großbrand zerstört wurde und deren Überreste zum Hausbau verwendet wurden.

Collis Klettersteig (16)Ein ungläubiger Blick nach oben, da ist eine Leiter, gaaaanz weit weg. Da soll ich hin?

Liebe Leserinnen……………. und Leser

Collis Klettersteig (17)

Es geht loooooos

Collis Klettersteig (18) - Kopie

Bitte wagt euch dieses Abenteuer nur, wenn ihr euch ganz sicher seid, festes Schuhwerk an den Füßen habt und NICHT nervös seid!

Ich muss ehrlich sagen, obwohl der Mittelrhein Klettersteig recht lang und wahrlich nicht leicht ist, empfinde ich diesen kurzen Steig als schwieriger.

Die Eisen liegen recht weit auseinander, sodass kurzbeinige Menschen Mühe haben werden dort hinauf zu gelangen.

Collis Klettersteig (19) - KopieAber nun genug der Panikmache, ich leg dann mal los und klettere. Die folgenden Bilder werden sicher einigermaßen veranschaulichen welche Anforderungen an den Kletterfreudigen gestellt werden.

Collis Klettersteig (33) - KopieDie Leiter war aus meiner Sicht die einfachste Übung, und es geht ja immer hinauf, herunter fällt mir deutlich schwerer.

Hier treffe ich auf einen Wanderer, mit dem ich mich eine Weile unterhalte. Er wandert den normalen Pfad, der als Umgehung der Kletterstellen angeboten wird. Irgendwie beruhigt mich seine Anwesenheit, sein Angebot einfach laut zu rufen, falls ich in Bedrängnis gerate, würde ich glatt annehmen – naja ich würde wohl brüllend in die Tiefe sausen.

Collis Klettersteig (35)Collis Klettersteig (37)Zur Entspannung ein gelöster Blick hinab nach Zell und auf die leckeren Trauben in den Weinhängen. Ja, der Moselsteig führt auch hierher. Auf die Etappe freue ich mich schon.

Vorher habe ich aber noch diesen Steig zu beenden, erneut warnt ein Schild vor der Gefahr.

Collis Klettersteig (39)

Collis Klettersteig (40)

Collis Klettersteig (41)

Collis Klettersteig (42)

Collis Klettersteig (45)

Collis Klettersteig (46)Es mag dem Ein oder Anderen albern erscheinen, aber hier sende ich ein Stoßgebet nach oben, dass er mich heil über die letzten Hindernisse führt.

Leichtsinn kurz vor dem Ziel ist nämlich regelmäßig  dümmlich, finde ich 🙂

Collis Klettersteig (47)Ein paar letzte, nicht mehr so heftige Eisen sind zu bezwingen und dann kommt auch schon der Collisturm in mein Sichtfeld, ebenso verschiedene Aussichtsplattformen, die die Bezwinger der Wege und des Steiges regelmäßig in die Landschaft verteilen.

Es ist vollbracht…..

Collis Klettersteig (51)

Collis Klettersteig (54)

Collis Klettersteig (55)

Collis Klettersteig (60)

Irgendwie ist mein Energiepegel so hoch geschossen, dass ich leichtfüßig über die Wege schwebe :-), ich habe es wieder einmal geschafft eine schwierige, selbst gestellte Aufgabe zu bewältigen, mit Ruhe und Konzentration und das macht stolz 🙂

Das Glöckchen darf  bimmeln wer den Steig geklettert ist, oder auch nicht 😀

Collis Klettersteig (67)

Collis Klettersteig (68)Entspannt, erlöst betrachte ich die Weite der Landschaft. Ist das schön hier, welch ein Geschenk, hach was geht es mir gut!

Collis Klettersteig (69)Ich möchte weder auf gleichem, noch auf dem Wanderweg wieder hinab nach Zell. So entscheide ich mich den Collis Rundwanderweg zu wandern.

Dieser führt mich zunächst auf wunderschönen Wegen über Lönshöhe hinunter nach Zell.
Von hier oben kann ich bis zur Doppelbrücke Bullay sehen, dort möchte ich auch noch einmal hinüber gehen, das alte Ding hat es mir wirklich angetan 🙂
Collis Klettersteig (70)

Collis Klettersteig (71)

Collis Klettersteig (75)Hier an dem kleinen Pool zu sitzen ist ja mal genial. Andererseits könnte auch eine Art Gewöhnung eintreten und diese lustvollen Momente weniger werden lassen. Also dann doch lieber im Urlaub hier her fahren. um sich immer wieder an den Erinnerungen laben?

Schmale Pfade beherrschen den weiteren Weg, die Mosel immer wieder im Blick. Dann erreiche ich die Löhnshöhe und erfreue mich an diesem riesigen Raum, der heimelig mit Bäumen und Büschen geschmückt ist.  Viele Bänke und Rastplätze, auch an versteckten Plätzen, werden dem Ruhesuchenden geboten. Welch ein herrlicher Platz.

Collis Klettersteig (86)Langsam wandere ich bergab und nähere mich dem Moselufer.

Collis Klettersteig (89)

Collis Klettersteig (90)

Eine kleine Weile muss ich an unattraktiver Strecke marschieren, bis ich die Moselpromenade erreiche, der ich bis zum Ortskern Zell folge.

Ein Blick nach oben und der Collisturm lässt sich noch einmal bewundern.  Hier unten gibt es jedoch auch Interessantes zu sehen. Ich frage mich, ob diese Eisenstützen zum Hochwasserschutz gehören? Sieht so aus, als wenn man dort ein Tor einhängen könnte

Collis Klettersteig (108)Hier am Alten Bahnhof in Zell genehmige ich mir ein als Mittagsmahl das Bahnhofspfännchen = Käsespätzle mit Röstzwiebeln.

Zwischendrin ertönt aus Lautsprechern das Geräusch einer Dampflokomotive, wohl in Erinnerung an die ehemalige Funktion des Gebäudes, das in den Jahren 1905 bis 1962 als Bahnhof der Moselbahn diente.  Von Bullay bis Trier entlang aller Moselschleife führte das s.g. Säuferbähnchen und diente in der autolosen Zeit als Transportmittel für Güter und Personen.

Ich empfinde die Atmosphäre als unglaublich gemütlich und wer mag, kann sich dort auch mit Wein aus dem Weingut Peter Lehmen versorgen.

Collis Klettersteig (109)So war der Aufenthalt in Zell wirklich lohnend, wenn auch die Gesamtlänge der Wanderung etwas kurz geraten war. Da denke ich mir für das nächste Mal etwas anderes aus 🙂 oder ich wandere die Moselsteig-Etappe Zell – Neef.

Es wäre auch die zusätzliche Begehung des Liebesschluchtweg möglich.

Entspannt und froh fahre ich zurück nach Kröv, befreie Spike aus dem Ferienhaus und wandere mit ihm noch ein paar Stündchen locker um das Feriendort herum, dazu aber später in einem separaten Bericht. Die Reihenfolge der Blogbeiträge purzelt etwas durcheinander und ist nicht identisch mit der Reihenfolge der Wandertage. 🙂

Also erwartet mit Spannung, so hoffe ich, was ich/wir weiter erlebt haben.

Einen liebe Gruß
Elke und Spike

27 Kommentare

  1. In Ürzich gibt es auch ein Klettersteig. Den haben wir schon mal geschaft. Aber diesen geht an mich vorbei da ich kürze Beine habe und die Bilder geben einem guten Eindruck wie weit die Eisen aus an ander stehen. Trotzdem eine schöne Beitrage von Ihnen. So können auch Andere mitgeniessen.

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  2. Hach Elke 😀

    Nun übertreibst du aber doch ein wenig 😉 😀 Du bist doch sportlicher unterwegs als viele Zwanzigjährige, die doch häufig keine Natur und schon gar keine Klettersteige oder gar Bewegung in der frischen Luft mehr kennen. 😀

    Ich finde deinen Bericht und wie du den Klettersteig angegangen bist richtig klasse und die Fotos sprechen auch wieder einmal für sich selbst 🙂

    Übrigens bin ich letzte Woche an Kröv vorbei gefahren und war ca. 40 Km südlich von dir an einem meiner Lieblingsorte 😀 Bei mir stapeln sich gerade die Wandererlebnisse und Fotos auf dem Rechner, da ich meist kein Netz habe um online zu gehen … 😉

    Warst du schon einmal in einem Kletterwald? Sagenhaft, kann ich dazu nur sagen – einfach machen, während Andere noch darüber reden 🙂

    Liebe Grüße, Klaus

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    • Danke dir Klaus, hi hi ja ich weiß, dass nur wenige Damen meines Alters und die Jüngeren erst recht, so in der Natur unterwegs sind, viell. ein Glück für uns!
      Im Grunde ist doch der schlechte Internetempfang ein Segen, so kann man die Landschaft und den Urlaub auch wirklich genießen.
      Während der zwei Wochen habe ich so gut wie nichts für den Blog getan 🙂
      Kleterwald fehlt mir in meiner Erlebnisliste noch, das würde ich dann wohl am liebsten mit Tanja und Conny gemeinsam tun 🙂
      Ich bin gespannt, wo du dich wieder herum getrieben hast
      Liebe Grüße ins Nirgendwo
      Elke 🙂

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  3. WOW Elke, Puh…. nach dem Lesen muss ich erst mal tief durchatmen!

    Heftig, den Steig würde ich schon wegen meiner Höhenangst nicht schaffen. So eine Kondition wie Du habe ich nicht, man könnte meinen du bist erst Anfang zwanzig.

    Eine sehr schöne Tour mit noch schöneren Bildern, für alle waghalsigen Kletterer.

    Liebe Grüße aus dem Westerwald

    Ulrike

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  4. Hallo, vielleicht erinnern Sie sich an uns. Mein Freund und ich hatten Sie auf der Ruine in Spakenburg getroffen. Wir hatten uns übers Wandern unterhalten und Sie haben uns ein paar Tipps gegeben. Gestern haben wir also den Jahrhundertwanderweg in Monschau bewandert. Es war sehr schön, vor allem die Strecke am Ende durch den Wald entlang der Rur. Vielen Dank für die Empfehlung. (Und die Tour zum Collisturm sind wir auch zum Schluss noch gewandert. Sie sprechen uns aus der Seele. War schon eine Herausforderung und wir toll die Belohnung mit der Aussicht! Die Mosel war in dieser Woche bei dem Traumwetter was ganz Besonderes)
    Viele Grüße
    Mirjam Schmerschneider und Benjamin Edery

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  5. Toll, Elke!
    Respekt, dass du dich das getraut hast und auch noch den Kopf dafür hattest, Fotos zu machen. Ich bin ganz ehrlich: Deinen Beitrag habe ich mit Genuss gelesen und die Bilder mit Freude angesehen. Aber ich weiß definitiv, dass ein Klettersteig nichts für mich ist. 😀

    Ganz liebe Grüße
    Silvana mit Cabo

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  6. Ich brauche da keine Fragen stellen. Mit einem ausgewachsenen Bandscheibenvorfall und sonstiger Wehwehchen – ists schön zu lesen – aber klettern nicht mehr.

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  7. Ui, oh, cool, Wahnsinn! Den kenne ich noch gar nicht, aber da muss ich hin! Danke für den Bericht. Warte zwar schon seit längerem, dass ich wieder genug Mut zusammen habe, um den Bopparder Klettersteig ein zweites mal zu gehen, aber dann verbrate ich den bisher gesammelten Mut eben hier. 😀

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    • Hui hui, also das überlege dir gut.
      Aus meiner Sicht war der Bopparder zwar anstrengend, aber nicht so schwierig zu klettern, außerdem kann man da eine Sicherung leihen.
      An mancher Stelle hatte ich schon gewisse Bedenken, aber zur Not kann man ja ausweichen 🙂

      Falls du ihn gehst, wäre ich auf deine Eindrücke sehr gespannt 🙂
      LG Elke

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      • Diese komische „Felsquerung“ um die Ecke ist eigentlich das einzige, was mich von einer Zweitbegehung des Bopparder Steigs abhält, alles andere war nicht so schlimm.
        Und ich glaub, mit der Sicherung würde ich mich eher verheddern, denn sichern, außerdem ist sowas „für Mädchen“. 😉 😀

        Ich werde berichten, vom Collis-Steig, nur schade, dass meine Wandersaison 2015 wetterbedingt beendet ist. Aber an nem trockenen Frühlings- oder Sommertag ist sowas eh sicherer, als im feuchten Herbst. Habe also noch ne lange Vorfreude…

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