Merino – So unterschiedlich kann Herstellung sein

Wie ihr euch sicherlich erinnert, durfte ich kürzlich eine ganze Serie an Kleidungsstücken aus dem Progamm eines Herstellers testen. Mit dabei war ein Unterwäsche Set aus Merinowolle.

P1060384Ich war begeistert von dem Material, dem angenehmen Gefühl auf der Haut und den ausgesprochen klimaregulierenden Eigenschaften.

 

 

Mich hat interessiert wie diese Kleidungsstücke hergestellt werden und stieß dabei auf Seiten über die Haltung der Schafe, deren Wolle genutzt wird und war geschockt.

Schafe denen ohne Betäubung die Schwänze abgeschnitten werden, ebenso Kastrationen sind schon fast als „normal“ in der Tierprodukteverwertungsindustrie zu nennen (grausam zu was Menschen fähig sind)

Die Tatsache, dass den Merinos aber tellergroße Fleischstücke aus dem Hinterteil geschnitten werden, während sie mit ihren Beinen festgeschnürt an einem Zaun hängen, das ist ein Verfahren, das mir schlicht das Essen hoch kommen lässt und Wut entfacht, aber auch Hilflosigkeit!!!!!

Dieses Verfahren nennt man Mulesing und wird angewandt, um das sehr faltige Hinterteil, Genitialbereich der Schafe von Madenbefall freizuhalten. Die Schafe sind unnätürlich in wärmeren Regionen gehalten, bei Kälte entsteht dieses Problem nicht.

Wer sich informieren will schaue sich den schon älteren Artikel auf: http://hugsforhikers.com/blog/2012/01/06/merinowolle/  an.

Trotz Nachfrage bei der PR Firma zum Produkttest, bekam ich keine konkrete Antwort auf die Frage, ob dieses grausame Verfahren auf bei der Herstellung der getesteten Produkte angewandt wird. Meine eigenen Schlussfolgerungen behalte ich jetzt mal für mich, auf jeden Fall war diese Nichtantwort ein Grund nach Herstellern zu suchen, die auf Ihren Webseiten Auskunft über das Herstellungsverfahren geben und eine tierfreundliche Haltung garantieren.

Nachtrag vom 15.12.2015:
Die PR GmbH, die den Test seinerzeit betreute hat sich heute bei mir gemeldet und mir ein Zertifikat der Australian Wool Testing Authority zugeschickt. Da ich selber mit den dort enthaltenen Informationen nicht so viel anfangen kann, zitiere ich den Teil der Mail, der sich mit dem Herstellungsverfahren befasst.
Für die Herstellung der McKINLEY Produkte wird nur Merinowolle von Schafen verwendet, die nicht mulesiert sind. Um das zu gewährleisten, arbeitet die INTERSPORT International Corporation GmbH mit der Australian Wool Testing Authority zusammen.

Auf der Seite von Kaipara erhalte ich all die Informationen, die ich auf vielen anderen Herstellerseiten vermisse und ich bekomme einen Eindruck von dem, was diesen Hersteller ausmacht.

Kaipara, so wird mir auf der Webseite erklärt, bedeutet: „Sportlicher Wettbewerb“ und die Definition „Sportlich“ kommt mir so sympathisch rüber, dass es mir warm ums Herz wird. Sportlich interpretiert der Hersteller mit „anständig, aufrichtig, ehrlich, fair“  (Schade, dass diese Begriffe heute oft so einen kleinen Stellenwert beim Sport haben)

Ich erlaube mir einen Textteil zu zitieren, der da lautet:

Von Anfang an war die oberste Maxime, in der gesamten Herstellungskette allen Aspekten der Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung uneingeschränkt Rechnung zu tragen. Damit stand der Anspruch, eine grüne Philosophie ‚fühl- und erlebbar‘ zu machen. Es ging nicht nur darum, sich grün anzumalen, sondern grün zu sein. Und es sollte in Deutschland produziert sein, also „Made in Germany“

Der Hersteller garantiert im Herstellungsprozess die Einhaltung höchster ehtischer Prinzipien. Die Herstellung erfolgt in kleinen Serien im Allgäu und die aufgenähte Aplikation (Schriftzug Kaipara) wird über regionale Handwerksbetriebe geleistet.

Ich bin der Meinung mit dem Kauf meines Shirts, habe ich eine von mir gewünschte Richtung unterstützt. Ein volles Ja, sowohl zum Produkt, als auch zum Herstellungsverfahren.

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Auf den Seiten von https://kaipara.de/  gibt es hierzu reichlich mehr Information!

 

2 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    danke für den Tipp! Diese Firma kannte ich bisher nicht. Ich überlege schon seit längerem mir so ein Wollshirt zuzulegen.Auf Grund des hohen Preises hab ich es noch nicht gewagt, da ich nicht sicher bin ob es sich lohnt. Von dieser Art der schlechten Tierhaltung habe ich aber gehört. Ich möchte daher auch ein tierfreundliches Produkt kaufen und ich denke der Preis ist dann schon gerechtfertigt. Vielleicht leiste ich mir ja ein Shirt zu Weihnachten.
    LG sendet Ulrike

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    • Hallo Ulrike

      prima, mir war diese Firma nämlich auch vollkommen unbekannt.
      Das Shirt trägt sich super angenehm, ist sehr dünn und trotzdem sehr wärmend, so empfinde ich es.
      Durch das dünne Material lässt es sich auch ganz toll unter allen Pullis tragen.
      Der Preis ist aus meiner Sicht, im Vergleich zu vielen anderen Herstellern, noch wirklich moderat.

      Einen lieben Gruß und noch eine wundervolle Weihnachtszeit
      Elke

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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