Was ist Wandern ?

Wer wandert richtig?

In der Facebookgruppe „Wandertipps“ ergab sich kürzlich die Frage nach der Definition für unsere Lieblingstätigkeit „Wandern“.

Es gibt ja durchaus unterschiedliche Auffassungen darüber wie „richtiges“ wandern auszusehen hat. Oft wird es da in Diskussionen auch richtig „laut“, das heißt  die eigene Methode des wanderns wird so oft als die einzig wahre wahrgenommen.

Wandern erfüllt für jeden, der dort draußen unterwegs ist, einen anderen Zweck, ist also etwas ganz persönliches. Das fängt schon bei der Wahl der Wanderbegleitung an.

  • Meine mit Abstand am häufigsten gewählte Wanderbegleitung besteht aus mir, meinem Rucksack, meiner Kamera und meinem Hund. Solange es Spike in meinem Leben nicht gab, ging es alleine auf Tour, überwiegend.
    Hin und wieder wandere ich mit gleicher Leidenschaft und Freude mit Freundinnen.
  • Für die meisten Wanderer und Wandererinnen ist diese Tätigkeit im Alleingang unvorstellbar, hier wird entweder als Paar oder in Wandergruppen, oft auch im Freundeskreis gewandert. Oft werde ich unterwegs gefragt, ob ich keine Angst habe so allein im Wald. Nö, habe ich nicht. In unseren Stadtparks empfinde ich mehr Angst.

Tempo und Wanderdistanz

Die Streckenlänge einer Wanderung ergibt sich meist schon aus dem Tempo. Wer schnell wandert wird auch eher mal ein paar Kilometer mehr laufen. Fotografiere ich eher flüchtig oder gar nicht, benötige ich erheblich weniger Zeit. Sitzt die Kamera jedoch schon aus Gewohnheit meist auf Augenhöhe, wird das Wandertempo gewaltig geschrumpft (Wanderschnecken)

  • Da gibt es die, die unter 30km gar nicht erst losgehen, da steht eher sportliches Wandern an, vor allem wenn dieses Distanz noch mit ein paar ansprechenden Höhenmeterchen gewürzt wird.
  • Der für mich eher „normale“ Wanderer ist auf einer Strecke von rd. 15-20 Kilometern unterweges (gilt für die Sommerzeit) und akzeptiert hier gewöhnlich auch eine sportliche Höhendifferenz. Für mich wird daraus oft eine Tagestour von ca. 7 Stunden, incl. Pausen und Fotostands
  • Schnecken sind im Verband unterwegs, schwatzen und pausieren ständig und bringen es fertig aus einer 10km Wanderunge ein Tagesevent zu gestalten, darin enthalten sind natürlich blamable Fotos.
  • Dann gibt es noch Sigrid *pruuuuust* (ist ein Insider) nö Sigrid???

Eigentlich wollte ich keine Kategorien fürs Wanderverhalten erstellen und sie sind auch kein Maß für irgend jemanden.

Nach meiner Auffassung gibt es kein richtig oder falsch. Es soll uns gut tun und unseren Bedürfnissen entsprechen. Wir gestalten hier unsere Freizeit. Konkurenzdruck und Vorschriften haben wir im Berufsleben genug, das brauchen wir in unserer Freizeit ganz sicher nicht. Na ja, das gilt auf jeden Fall für mich 😉

Bierweg (66)

Ich wandere sehr langsam, seit Spike weniger leistungsstark ist, sehr viel langsamer. Wenn ich mit jemandem zusammen unterwegs bin, der gewöhnlich schneller wandert, dann frage ich vorher an, ob es ein Problem gibt, wenn das allgemeine Tempo niedriger ausfällt.

Es kann für jemanden, der gewohnt ist schnell unterwegs zu sein, eine Qual sein mit einem Schleicher zu wandern, das kann wirklich Schmerzen im Rücken und den Füßen verursachen.

Genauso ist es schädlich für Achilles und Co, wenn jemand erheblich schneller wandert, als es seine Gewohnheit ist, der Gang wird unrund und der gesamte Körper kann danach noch Tage leiden.

Also tut man sich am besten mit Gleichgesinnten zusammen, oder bildet in einer größeren Gruppe Untergruppen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Reden muss man nur darüber!

Sellhorn_Totengrund (88)Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist jede Stunde, die wir in der Natur verbringen, eine wertvolle Zeit. Wie das aussieht, wenn wir unterwegs sind, das kann anderen Menschen doch herzlich egal sein. Niemanden steht da ein Urteil zu, sofern wir die Natur mit dem nötigen Respekt behandeln und unsere Abfälle in Abfalleimer oder Rucksack stecken 😉

In diesem Sinne, viel Spaß weiterhin und bis bald im Wald

Es grüßen euch

Elke und Spike

 

 

 

 

17 Kommentare

  1. „Für die meisten Wanderer und Wandererinnen ist diese Tätigkeit im Alleingang unvorstellbar […]“

    Gott nä, wie furchtbar! Ich wandere generell alleine, weil ich niemandem mein Tempo aufdrücken will und mir mein Tempo auch von niemandem vorgeben lasse (deshalb fahre ich auch am liebsten alleine in Urlaub) – da bin ich ganz eigen.
    Ich bin nämlich gerne ziemlich flott unterwegs und mache mir jedesmal nen Spaß draus, die vorgegebene Ideal-Wander-Zeit eines/r Traumpfades/schleife zu unterbieten.
    Da kann ich keine Tempobremse(n) gebrauchen… 😉 Will das auch keinem zumuten.
    Was aber nicht heißt, dass ich wie von der Tarantel gestochen durch den Wald renne, ich genieße und fotografiere schon.

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  2. Liebe Elke,
    da war wohl gerade kein Wanderwetter, als dies bei Facebook diskutiert wurde? 😀
    Ansonsten würde ich sagen: Rausgehen, sich bewegen und Spaß haben. Ob das spazieren oder wandern heißt, ist doch egal! Ich laufe seit vielen Monaten nicht mehr als 5, höchstens 10 km. Oft auch langsam. Und manchmal wandere ich nachts durch die Wohnung. 😀
    Ich denke, eine Definition braucht es nicht. Mutet auch ein wenig elitär an, finde ich. Das Ergebnis ist ja, dass man anderen Menschen per Definition sagt, dass sie gar nicht richtig wandern. Nö, das brauchen wir nicht, oder?
    Liebe Grüße
    von Katrin

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    • Oh diese Diskussion ist gar nicht so ungewöhnlich.
      Es gibt tatsächlich den Ein oder Anderen, der müde herab lächelt, wenn er uns Schleichern bei erzählen wahrnimmt.

      Aber das ist glücklicherweise nicht die Regel.
      Wir machen in der Freizeit möglichst Dinge, die uns gut tun und damit liegen wir sicherlich haargenau richtig 😉

      Einen lieben Gruß
      Elke

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  3. Hallo Elke

    Ich bin doch erstaunt über was sich Wanderer so alles Gedanken machen können 😀 Ich sehe das genauso wie du, es gibt beim Wandern kein „richtig oder falsch“, sondern nur richtig 😀

    Auch ich bin überwiegend alleine unterwegs, das gibt mir jedoch auch die Zeit, die ich mir einfach für eine Wanderung nehmen möchte. Und ich gestehe auch gerne ein, dass ich aus einer 10 Km Wanderung auch schon ein „Tagesevent“ gemacht habe 😉 😀

    Liebe Grüße, Klaus

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  4. Hallo Elke,
    wir geben dir recht, jeder so, wie er kann – und wie die Mitwanderer können. Wenn wir mit den Mädchen unterwegs sind, müssen wir gewöhnlich nach 2-3 Kilometern die erste Pause machen. Sie genießen es, mit uns zu picknicken. Das gehört für sie genauso dazu, wie die tolle Natur. Wir könnten an mancher Stelle darauf verzichten, aber das macht nichts 🙂
    Wir hoffen, dass du noch viele schöne Stellen mit Spike entdeckst, auch wenn er langsamer wird.
    Liebe Grüße
    Anita und Claudia

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    • Ja, wenn ich mit dem klitzekleinen Mädel unterwegs bin, oder mit Sohnemann, dann geht es auch langsamer voran.
      Bei meinem normalen Durchschnitt also eher robben 😉
      Und ja, ich hoffe auch auf noch einige schöne Momente mit dem Fellknäuel.
      Ganz lieben Dank fürs Hinterlassen eurer Einstellung, so füllt sich der Beitrag mit Persönlichem.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Wo hört Spazierengehen auf und fängt Wandern an? Bei 5 oder 15 Kilometern? Bei welchem Durchschnittstempo? Das sind völlig akademische Fragen. Völlig irrelevant eigentlich.
    Ich bin draußen. Ich gehe, ich sehe, ich rieche, höre und fühle. Und ich genieße. Die Schönheit der Natur kommt über mich, zieht mich mit, erfüllt mich ganz. Das ist Wandern, kann Wandern sein. Nur für mich. Egal, ob 5, 15 oder 30 Kilometer. Für andere mag es etwas ganz anderes sein. Auch gut. 🙂

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  6. Jeder so wie er möchte, für mich gar keine Frage! Und selbst wandere ich sehr abwechslungsreich, mal mit Frau, mal mit Freunden, mal mit Bloggern, mal alleine. Und immer hab ich Spaß daran. Mal freue ich mich an einer 12-km Traumschleife, (ein)mal quäle ich mich über 80 km – auch beides toll.

    Es gibt kein „richtiges“ Wandern.. nur mal so meine Meinung.

    Liebe Grüße, Jörg

    Gefällt 2 Personen

  7. Hallo Elke,
    sehe es genauso wie Du auch.
    Ich schreibe einfach mal auf, wie es bei mir aussieht:
    im Grunde bin ich mit den Hunden die meiste Zeit alleine unterwegs, die Geschwindigkeit ist grundsätzlich dem Schritt der Hunde angepasst, so dass es manche als „Laufen“ bezeichnen würden 😉
    Wenn der jeweilige „Ab und An – Zweibein – Mitwanderer“ dabei ist, kann ich auch langsamer – musste ich interessanterweise aber bislang noch gar nicht. Vielleicht bilde ich mir ja auch nur ein, schnell zu sein 😉
    Ich bin schon fast süchtig nach der Wanderei, wobei ich grundsätzlich eher Strecken so bis 15 km bevorzuge, was sich bald aufgrund des Alters der Hunde reduzieren dürfte.
    Ein paar 20er waren auch dabei, aber meist verliere ich die Lust dann spätestens ab 18 km.

    Da schöne ist: ich bekomme den Kopf frei und bei recht vielen Landschaften und Ecken geht mir einfach das Herz auf.
    Was kann es schöneres für mich und die Wutze geben ?

    LG: Mungo

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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