Tanja möchte erstmals in ihrem Leben über eine derartig lange Brücke gehen, testen wie es sich anfühlt über eine Brücke, 100 Meter über dem Erdboden zu gehen und das auf einer Länge von 360 m. Die Geierlay ist also heute fällig.

Klar, dass wir die gemeinsame Urlaubszeit im Landalpark Sonnenberg, an der Mosel oberhalb von Leiwen dazu nutzen, Tanja dieses Abenteuer zu ermöglichen.  Obwohl der Hunsrück sein waldiges Patschehändchen in Richtung Urlaubsort reckt, bemisst sich die Anfahrt auf rd. 80km.

Hängeseilbrücke Geierlay

Brücke Mörsdorf Geierlay (1)Wir erreichen Mörsdorf bereits gegen 9:20 Uhr und parken am Besucherzentrum. Dort werden wir im Anschluss an den kleinen Ausflug noch einkehren.Moersdorf_Geierlay-Hängeseilbruecke (1) Besucherzentrum

Der Tagessatz in Höhe von 2,00 Euro für einen Parkplatz ist sehr moderat und natürlich folgen wir der Bitte der Betreiberseite diesen Parkplatz auch zu nutzen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie übel es sich anfühlt nicht mehr in die eigene Anwohnerstraße zu gelangen, nur weil Wildparker alles zugestellt haben.

Ebenso sinnvoll ist es die Toiletten im Besucherzentrum aufzusuchen und nicht die Felder und Büsche am 1,8km langen Zuweg zuzumüllen.

Moersdorf_Geierlay-Hängeseilbruecke (15)Mit diesem Symbol werden wir zuverlässig auf den Weg gebracht, hinaus aus dem Ortsinneren, an Feldern vorbei.

Momentan wirkt alles ein wenig trostlos, das wird sich in einigen Wochen ändern, dann sprießt auf den Felder das zarte Grün des Getreides.

Moersdorf_Geierlay-Hängeseilbruecke (20)

In der Ferne drehen sich langsam und gelassen die Windräder, die auch im Hunsrück immer mehr Raum einnehmen. Leider zeigt sich auch der Himmel von seiner dunkelsten Seite und der Wind bringt unser Haupthaar in Schwung.

Unvermittelt taucht die Brücke vor uns auf und neben mir ertönt ein tiefer Seufzer, endlich!

Moersdorf_Geierley-Hängeseilbruecke (21)

Nun folgen ein paar Fotos vor, auf und hinter der Brücke, sowie unterhalb der Brücke, Rundumsicht also und hin und wieder mit Spike, Tanja und mir geschmückt, damit es auch lebendig wird.

Vandalen am Werk

Moersdorf_Geierlay-Hängeseilbruecke (50)Leider findet man auf diesem schönen Bauwerk Unzivilisierter, wer diese Brücke nicht ohne Bier überqueren kann, sollte es vielleicht ganz lassen. Ja, da bin ich streng, vor allem wenn man zahlreiche Scherben einer zerbrochenen Flasche auf dem „Laufsteg“ findet.

Die Mörsdorfer Seite ist deutlich kahler, weil hier das dichte Gedränge der Nadelbäume fehlt. Bald zaubert das Frühjahr wieder ein grünes Kleidchen, dann macht ein Besuch der Brücke doppelt Freude.

Moersdorf_Geierlay-Hängeseilbruecke (51)

Tanja ist in Kraxellaune, also gibt es hier und dort noch ein paar schicke Ansichten, Spike möchte nun nicht mehr weiter Modell spielen und drängt zum Aufbruch, in seiner deutlichen und wenig sensiblen Art (Zerren an der Leine)

Wir biegen gerade auf die Zielgerade Richtung Besucherzentrum ein da hören wir ein Rufen. Hinter uns taucht ein schlanker Herr mit Käppi auf und begrüßt Spike wie einen alten Freund, nennt ihn auch beim Namen.

Herbert

Ratlos stehen wir, fühlen uns ertappt als Blindhühner, die ein bekanntes Gesicht nicht erkennen, wobei dieses Gefühl von mir sicher deutlicher wahrgenommen wird.

Brücke Mörsdorf Geierlay (43)

Es ist Herbert, der uns erkennt, dem ich regelmäßig bei Facebook mit etwas Neid folge und mir seine Fotos zu den gewanderten Traumschleifen anschaue. Wenn ich mich recht erinnere hat er nunmehr 98 der 111 Traumschleifen erwandert. Bei mir sind es….nein darüber schweige ich ;-)

Nach einem angeregten Plausch ziehen wir Richtung Besucherzentrum. Dort sitzen wir bei einem kleinen, schmackhaften Imbiss noch eine Weile zusammen. Gesprächsstoff gibt es reichlich. So trennen sich unsere Wege mit einem aus unserer Sicht sehr angenehmen Kennenlerngefühl.

Herbert zieht es heute zur Traumschleife Dünnbachpfad und wir werden uns der Altlayer Schweiz widmen. Dazu gibt es später im Blog noch einen Bericht.

Die Geierlay eine Attraktion

Nun noch ein paar Informationen zur Hängebrücke und den dort möglichen Wanderungen. Hier empfehle ich die Webseite der Brücke. Hier können auch Pauschalen gebucht werden.

Der Saar-Hunsrück-Steig startet in Mörsdorf und verläuft unterhalb der Brücke. Von dort aus ist ein Abstecher hinauf kein Problem, bitte ausreichend Atemluft für den Aufstieg mitnehmen.

Vor einigen Jahren wanderte ich die Traumschleife Maasdascher Burgherrenweg. Sie führt zwar nicht an der Brücke vorbei, lässt sich jedoch auf einem Wanderweg am nördlichen Zipfel der Traumschleife verlängern. Man wandert dann auf gleichem Weg hin und zurück.
Hier der GPS Track, die Karte, mein Wanderbericht und am Ende einige Bilder

 

 

3 Kommentare

  1. Ach ja, selbst habe ich sage und schreibe eine (1) Traumschleife auf dem Wanderkonto ;-), allerdings schon 6 Etappen auf dem SHS-Steig; ich freue mich auf die nächsten 4, bald :-)

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