Vincent und der Waschkobold

Es war einmal……

So beginnt manch ein Erzähler eine Kindergeschichte, nicht so der Verfasser des Kinderbuches „Vincent und der Waschkobold“, der platzt mitten rein, in die Geschichte des kleinen Vincent, der allabendlich Terror schiebt, wenn es um Körperreinigung geht.

RB_Cover_Waschkobold_200pxWolfgang Wegner schildert in „Geschichten für´s Bad“ die vielfältigen Möglichkeiten mittels Fantasie und Kreativität aus einem unangenehmen Ereignis etwas spannendes zu machen und dabei bedient er sich verschiedener Figuren, die einem Kind im Alltag das Leben erleichtern können.

Ein neuer Freund für Vincent

Wie jeden Abend verzögert der kleine, vierjährige Vincent die für ihn unangenehme Waschprozedur. An diesem besonderen Abend jedoch wird er überrascht, Besuch erwartet ihn im Bad und wie kleine Jungs so sind, wird er neugierig, schnappt sich seinen Detektiv Ausweis (selbst hergestellt) und pirscht sich an.

Ihn erwartet der Waschkobold,den er jedoch erst entdeckt, nachdem dieser ihn auffordert ganz feste an Kobolde zu denken. Ich weiß von Julia, meiner Enkelin, dass die Fantasie in dem Alter so groß ist, dass restlos alles möglich ist, so eben auch bei Vincent. Der Waschkobold wird Realität.

So findet der Autor mit seiner Fantasiefigur Eingang in das Vorstellungsvermögen unserer kleinen Zuhörer.  Zeichnungen gibt es im Buch nur wenige und wenn sind sie nur andeutungsweise erkennbar. So bleibt für Fantasie über das tatsächliche Aussehen des abendlichen Badbesuchers genügend Raum.

Das End vom Lied ist ein Lied, dass der Waschkobold trällert, während er Vincent der notwendigen Reinigung unterzieht. Das ganze Prozedere ist für den kleinen Bengel so spannend und lustig, dass die Abneigung vor Wasser & Co schnell vergessen ist und er sich vergewissert, dass der Waschkobold auch am folgenden Abend zu ihm kommen solle.

Der Zweite Abend und ein weiterer Besucher

Am nächsten Abend kann Vincent es kaum erwarten ins Bad zu dürfen. Dieses Mal bring der Waschkobold einen weiteren Gast mit, das Pustetier, ein praktischer Helfer in Notsituationen, den Vincent sich gerne zum Freund macht.

Die Reise beginnt

Nachdem der Besucher an drei aufeinander folgenden Tagen pünktlich erschienen ist und Vincent die Angst vor der abendlichen Reinigung vollständig vergessen hat, weiß der kleine Junge schon eine ganze Menge aus dem Leben des Koboldes. Nun möchte er aber wissen wie man in das Koboldland gelangt und wie es dort aussieht.

Der Waschkobold erzählt von Vogelscheuchen, die als Wegweiser herhalten sollen, aber manchmal ihre Aufgaben vermischen, weil sie ja auch Vögel verscheuchen sollen. So kann es passieren, dass die Koboldlandbesucher dem falschen Weg folgen, wenn sie dem Tipp des Koboldes nicht Folge leisten.

Ihr ahnt es, diese Geschichte entwickelt sich, ohne dass man vorausahnen kann wie, immer weiter. Ganz so erwartet es meine Enkelin, die es liebt, wenn ich Geschichten erfinde.

Julia hat nur die ersten Kapitel gehört, da sie nur wenige Tage bei mir war. Sie stellte aber kritische Fragen und erklärte ernsthaft ein Pustetier gäbe es nicht, davon hätte sie noch nie gehört. Gleich im Anschluss ließ sie verlauten „Ich habe aber auch nie danach gefragt“….

Wenn ich dieses Buch besprochen habe, wird es in Julias Kinderzimmer landen, denn vorlesen lassen ist eine für sie wunderschöne Gewohnheit vom Trubel des Tages Abschied zu nehmen und nach dem Ende einer dieser Teilgeschichten noch ein wenig darüber nachzudenken, um dann sanft in den Schlaf zu fallen.

Mir persönlich gefällt dieses Buch sehr gut, weil es reichlich Raum für die kindliche Fantasie lässt, Themen aufgreift die im Alltag eines Kindes und der Erwachsenen eine Rolle spielen und beider Vorstellungswelt einander näher bringt.

Dem Kind werden Möglichkeiten geboten verschiedene Situationen selbstständig zu bewältigen, wie zum Beispiel Fantasiefiguren um Rat oder Trost zu fragen. Es gibt aber auch die schlauen Helfer, die eben nicht sofort eine Lösung wissen und sich selber erstmal schlau machen müssen. Für mich eine wichtige pädagogische Botschaft, ebenso wie die Botschaft „nicht aufgeben, immer weiter nach Lösungen suchen“

Das Ende

Das Ende dürfte schwerer Tobak sein, denn nachdem Vincent seine Lehrstunden alle erfolgreich beendet hat und aus dem Kleinkindangsthabalter fast heraus ist, verabschiedet sich der Waschkobold und erklärt ihm, dass es jetzt Oliver gibt, dem er dringend helfen muss seine Angst vor dem Badezimmer zu verlieren.

Vincent sieht ein, da er jetzt alleine duschen kann, dass er den Kobold gehen lassen muss. Er ist stolz darauf jetzt so groß zu sein, das macht es leichter.

Der Anfang

Nein ich beginne jetzt nicht von vorn, aber die Entstehungsgeschichte dieses Kinderbuches möchte ich euch nicht vorenthalten.

Der Autor hat nämlich seiner duschunwilligen Tochter und dem Sohn Vincent diesen kindlichen Fortsetzungsroman erzählt, als diese ungefähr drei Jahre jung war. Diese schriftlich festzuhalten war eine logische Schlussfolgerung.

Das 78 Seiten starke Büchlein lässt sich prima über einen längeren Zeitraum erzählen, sind doch die Geschichten in sich abgeschlossen, knüpfen aber immer an die vorangegangenen Geschichten an.

Die Sprache ist kindgerecht, nicht zu kindlich, nicht zu intellektuell. Aus meiner Sicht genau richtig für Kindergartenkinder.

Meine Enkelin liebt selbst erfundene Geschichten, aber sie hört auch gerne zu, wenn Mama, Papa oder Oma aus Büchern vorlesen. Ich denke da sind sich nahezu alle Kinder sehr ähnlich!


Das Buch „Vincent und der Waschkobold“ aus dem Verlag Monika Fuchs, habe ich als Rezensionsexemplar erhalten und möchte mich ganz herzlich dafür bedanken.

80 Seiten | 15 x 20 cm | Hardcover, durchgehend farbig, mit Fadenheftung | mit Waschkobold-Würfelspiel

Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2011

ISBN 978-3-940078-23-0
14,90 EUR

 

 

 

 

 

 

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