Neue Bahnstadt Opladen

Altes und Neues miteinander verbunden, das ist ein Ziel der Neuen Bahnstadt Opladen GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadt Leverkusen, gegründet 2008.

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Leider habe ich mich in der Vergangenheit nie wirklich für diese Gegend interessiert, obwohl die Großeltern meines damaligen Lebensgefährten dort lebten und der Großvater in dem Ausbesserungswerk der DB gearbeitet hat. Hätte ich doch mal….., das denke ich so oft in diesen Tagen.

Einhundert Jahre Bahnausbesserungswerk Opladen, der größte Arbeitgeber Opladens und ein Grund ab Eröffnung im Jahr 1903 in die Region zu ziehen, um dort Arbeit zu finden. Im zweiten Weltkrieg werden große Teile zerstört aber wieder aufgebaut.

2003 wird das Werk von der DB geschlossen, seine Geschichte endet damit. Das Gelände fällt brach. Die heute noch vorhandenen Gebäude, die sowohl den ersten, als auch den zweiten Weltkrieg überstanden haben sind das Kesselhaus, das Hauptmagazin und der Wasserturm.

Die Gebäude werden im Rahmen der Reaktivierung und Neubildung des neuen Stadtteils innerhalb Leverkusens umfangreich und wie mir scheint liebevoll saniert. Die Außenfassaden der Neubebauung, und das ist verpflichtend festgeschrieben, müssen zu 25% mit dem rötlichen Backstein ausgestattet werden, angepasst an die alten Bauten auf dem Gelände.

Auf den 72ha Fläche entstehen Wohnungen, Spielplätze, Einkaufmöglichkeiten, Arbeitsplätze und vieles mehr. Mit der Fertigstellung ist 2020 zu rechnen.

Mehr zum Gesamtprojekt erfahren Sie auf „Neue Bahnstadt Opladen

BahnstadtApril2016 (56) Meine Leidenschaft gilt schon lange dem Verfallenen und Maroden und so wird es Zeit, mich endlich mal auf dem Gelände umzuschauen. Es gibt unendlich viel zu entdecken, viele kaputte Scheiben in den alten Gemäuern erlauben zaghafte Einblicke und die werde ich hier präsentieren.

Ich parke jenseits der Campusbrücke und schlendere Richtung des provisorischen Zuweges zur Brücke. Schon hier fallen die historischen Gebäude im Baustil um 1900 herum auf.

Der Brückenzuweg ist schaurig, das Gewirr aus Stangen, undurchschaubar. Eine Begehung in den späteren Abendstunden würde ich mir nicht vorstellen können.

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Die Campusbrücke schwingt sich dann elegant über die Gleise unter uns, schickt uns auf aussichtsreichem Weg hinüber auf das Baugelände.

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Ich wäre gespannt wann dieses bisher einzige Liebesschloss Gesellschaft bekommt.

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Der erste Bau, den ich erkenne ist das Kesselhaus. Das gesamte Terrain hier zeigt sich gepflegt und schon mit ersten Stauden bepflanzt. Attraktiv strahlt es.
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Restaurant Casa Portuguesa

Erfreut nehme ich links von mir das Restaurant wahr und plane am Ende meiner Tour hier einzukehren.

Das Schicksal des 1948 gebauten Kesselhaus stand eine ganze Weile auf der Kippe. Die Stadt hat es dann für einen obligatorischen Euro verkauft, das Büro Oxen sorgt nun für eine dem Gesamtthema des umliegenden Geländes entsprechende Sanierung und Aufwertung.

Die innen vorhandenen Kessel 1 und 2 bleiben erhalten, ein dritter wird zurück gebaut. Beim Einblick durch die zertrümmerten alten Scheiben entsteht der brennende Wunsch dort drinnen herum zu stöbern.

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1948 erbaute Kesselhaus
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Baukörper aus 1903, das Magazin

Das Hauptmagazin des Ausbesserungswerks wurde 1903 erbaut und unter großem finanziellen Aufwand saniert. Wohnungen, Lofts und Büroräume füllen das alte Gebäude mit Leben. Zum verlieben…..

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Vorne steht der alte Wasserturm, ebenfalls 1903 gebaut

Früher, so steht auf dem Informationstäfelchen geschrieben, befanden sich auf drei Geschossen eine Badeanstalt mit Brause- und Wannenbädern. Heute befindet sich der Turm im Besitz der KG Altstadtfunken Opladen von 1902 e.V.

Inzwischen treffe ich auf einer Wiese vor dem Haus der Jugend zwei junge Frauen mit dem Aussie hier. Also ist ungezwungenes Toben von Hunden hier gestattet, sehr schön ;-). Mein Spike hat es genossen, wenn auch in seiner altersentsprechenden Gemächlichkeit!

Die Freiflächen wirken teilweise noch ein wenig wie aus dem Prospekt, unbelebt und ungenutzt.Ich hoffe das ändert sich noch.

Noch viel zu tun, auf dem Gelände mit den großen Hallen, in die man ebenfalls durch die zerdepperten Scheiben schauen kann.

P1010601KAW UmgebungEinige Tage zuvor war ich im Bereich des KAW – Kulturausbesserungswerk  unterwegs. Innen konnte ich nicht schauen.

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Ein Ort der Begegnung, der schon seit vielen Jahren und unter aller größten Mühen vieler junger Leute erhalten werden konnte. Dieses Projekt hat meine volle Bewunderung, denn einfach hat man es den Aktiven wirklich nicht gemacht. In Eigenregie wurde die ehemalige Bahnhalle  saniert, die Brandschutzbedingungen erfüllt und eine —
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Lärmschutzwand zur Wohnbebauung errichtet.

Das KAW ist anders, angenehm anders und schön anders, weil es eine gewisse Freiheit, aber auch eine Menge Selbstverantwortung übernimmt und verlangt. Es finden viele Veranstaltungen dort statt, ausdrücklich für alle gelebten Ausrichtungen, wie z.B.´(Aufzählung auf der Webseite geklaut ;-))

  • Theater, Kabarett, Kleinkunst, Lesungen
  • Konzerte, Partys, Tanzabende, Musicals
  • Ausstellungen
  • Kneipe
  • Beratungsstelle und Büros für soziale und kulturelle Initiativen
  • Seminare, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, Sprachkurse
  • Filmvorführungen

Auch am KAW vorhanden eine Telefonzelle, die eine ganze Weile als Fairteiler genutzt wurde, bis gesetzliche Vorschriften die Weiternutzung unmöglich machten. Auch hier waren einige sehr aktive junge Leute am Werk, die in einigen Supermärkten nicht mehr verkäufliche Lebensmittel beschafften und regelmäßig hier deponiert haben.

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P1010617KAW UmgebungVor, neben und über dem KAW versammeln sich die Werke einer Schrottkunstgruppe: www.ranzdreckrost.de, deren Erzeugnisse ich am liebsten teilweise mitgenommen hätte. Schade, dass ich nur die Kompaktkamera dabei hatte. Ich möchte da noch einmal hin, um bessere Fotos zu sammeln.

Das Team hat mir erlaubt die Fotografien hier vorzustellen. Dafür danke ich noch mal in Richtung Ranzdreckrost (genialer Name)

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So und nun zum letzten Highlight aus meiner Sicht. Das Restaurant „Casa Portuguesa“ an der Campusbrücke.

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Nebenan wird an einem Cafe´gebaut, das im Mai eröffnet werden soll.

Mich hat besonders die detailreiche Inneneinrichtung beeindruckt. Nach einem Latte Macchiato mit weißer Schokolade habe ich mich innen umgesehen und den engagierten Ausführungen der Dame im Haus gelauscht.

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All die Bilder zeigen Situationen aus Portugal, viele der aufgestellten und hängenden Gegenstände gehörten den Urgroßeltern der Inhaberin. Unter anderem sind die Säulen mit Zeitungen der Urgroßeltern tapeziert, eine davon aus 1929. Die Zeichnungen an den Wänden sind allesamt von Familienmitgliedern hergestellt.

Wunderschön und bei nächster Gelegenheit wird dort gespeist, um zu testen wie lecker die Landesspeisen sind. Da fehlen wir noch einige Erfahrungen.

Insgesamt war das ein sehr gelungener und abwechslungsreicher Ausflug, den ich irgendwann mit Stativ ausgerüstet wiederholen werde.

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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