Wanderschnecken auf dem Gerolsteiner Felsenpfad

Es ist mal wieder so weit. Die Wanderschnecken treffen sich, dieses Mal in der Eifel, um ein Wanderwochenende miteinander zu verbringen, eine Gewohnheit, die sich schon ein paar Jahre hält.

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Aufgrund meiner noch immer bestehenden Bewegungseinschränkung (Schnecken rasen im Vergleich) , werden Conny, Tanja und Iris allerdings vorwiegend alleine unterwegs sein. Lediglich am Anreisetag verbringe ich den Tag, zusammen mit Conny, auf einem kleinen Wanderrundweg, dem Gerolsteiner Felsenpfad.


  • Start/ Ziel:  Bahnhof Gerolstein (Parkplatz kostet nur 1 Euro für das Tagesticket)
  • Streckenlänge: 10, 8km
  • Höhenmeter: 440 m lt. meinem Outdoornavi
  • GPS Track
  • Informationsseite Eifelverein

Dieser Partnerweg des Eifelvereins, der mir schon einmal in leicht abgewandelter Form sehr viel Wandervergnügen bereitet hat, soll uns heute durch helle freundliche Flächen führen und die berühmten Gerolsteiner Dolomiten zeigen. Die Kasselburg besuchen wir nicht, sehen sie aber und tief im Wald verbirgt sich eine Höhle, in die wir hinein klettern können.

Also mächtig was los, auf den paar Kilometern. 😉

Abfahrt in Leverkusen kurz nach 8 Uhr, erreichen wir Gerolstein bereits um 9:45 Uhr und wandern nach Erwerb des günstigen Parktickets, sofort los.

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Gerolsteiner Bahnhof
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Die 1888 gegründete Firma (Gerolsteiner Sprudel) heute Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co KG  profitiert aus der besonderen Lage der Quellen. Das Wasser wird durch vulkanische Tätigkeit mit Kohlensäure versetzt und fließt dann durch den Dolomit, löst Calcium und Magnesium aus dem ansonsten unlöslichen Gestein und fördert dadurch gutes Mineralwasser zu Tage.

Den etwas trostlosen Anfang der Wanderung legen wir mit dem Gang in Nähe der Hauptstraße als erstes zurück und landen nach gefühlt einem Kilometer an der Kyllbrücke, die sich hübsch anzusehen über die Kyll und die Bahngleise schwingt.

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Nachdem die Brücke überquert und die Schautafeln flüchtig gelesen wurden, dürfen wir ein erstes Mal einen Aufstieg genießen. Gut, dass wir unsere Stöcke dabei haben, die wir auch flugs vom Rucksack nehmen.

Ein kleiner Abstecher zur Hustley muss sein. Wirklich erstaunlich, was vor 350 Millionen Jahren hier entstanden ist. Damals gab es hier ein s.g. Flachmeer. Durch abgelagerte Kalke entstanden Kalkmulden; Korallenriffe und Kalkmuschelbänke, hier handelt es sich um ein Korallenriff. Gewaltiger Druck durch Erdkräfte falten dieses Gestein zu einem Gebirge auf. Irre, diese Vorstellung, dass all das hunderte von Millionen Jahre her ist.

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Unter bestimmten, den Naturschutz beachtenden Voraussetzungen, kann hier geklettert werden. Die Erlaubnis kann in Gerolstein erworben werden.

Wir ziehen nach gebührendem Staunen weiter, der Abstecher hat sich gelohnt, finden wir.

Waldwege wechseln nun mit offenen Flächen. Die Farbe Grün dominiert noch immer mit frühlingshaft hellem Ton. Für mich die berauschenste Zeit des Jahres.

Eine erste kleine Rast halten wir am alten Juddekirchhof ab. Nein, das ist kein Judenkirchhof, auch wenn der Name es vermuten lässt. Es handelt sich hier um eine römisch-keltische Kultstätte. Zitat aus Wikipedia:

Der Römer Marcus Victorius Pellentius ließ diesen Tempelbezirk im Jahre 124 nach Christus errichten. Die Mauerreste der Kultstätte haben eine Größe von ca. 63 mal 46 Metern. Innerhalb dieser Ringmauer sind die Fundamente mehrerer Gebäude erhalten, zu denen auch zwei Tempel gehören, von denen der eine Herkules, der andere der keltischen Göttin Caiva geweiht war. 1927/28 wurden Überreste des Tempelbezirks ausgegraben.

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Der Ort wirkt so ruhig und verträumt, dass ein Bleiben praktisch unumgänglich ist. Einige Fotografien müssen her, heute aber von den Blümchen in der näheren Umgebung.

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Durch ein lichtes Waldstückchen wandern wir an den Rand des Akdolit-Werkes. Aufbereitung von Wasser ist das Unternehmensziel, na ja erstrangig sicher eher das Firmenkonto dicker zu machen.

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Die Wiesenwege  werden von herrlich blühendem Ginster gesäumt, ein Anblick der Tanja in Entzücken versetzen wird. Wir sind also zum richtigen Zeitpunkt hier.

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Die Getreidefelder streben in die Höhe, ich stelle mir vor, wie die goldgelben Ähren in ein paar Wochen im Winde wogen werden. Zunächst genießen wir jedoch das helle grün, das auf den Wiesen mit den gelben Blüten des Löwenzahn verziert wird.

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Manche Wege werfen einen glatt um, so schön sind sie

Die Kasselburg ruft, nicht sehr laut, denn nach innen werden wir nicht gehen, aber immerhin so, dass wir uns in ihre Nähe begeben.

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Die Kasselburg bietet für Menschen ohne tierische Begleitung eine Menge Amüsement.

Die Kasselburg aus dem 12 Jahrhundert beherbergt ein Wolfsrudel, das größte in Westeuropa. Ich habe Bilder gesehen, die haben mich tief beeindruckt. Irgendwann möchte ich da hin, allerdings geht das nur ohne Hund. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag kann man mit einem Wildhüter ins Gehege und diese Tiere hautnah erleben.

Daneben gibt es eine Adlershow und zahlreiche Veranstaltungen, auch speziell für Kinder. Schaut auf die Webseite, ein gezielter Besuch lohnt sich aus meiner Sicht.

Für solche Besuche habe ich in ein paar Jahren Zeit genug, so ziehen wir für heute wieder einmal weiter und landen bald an einem Geoacker aus Kalkstein und Dolomit. Spannend die Gesteinsschichten zu sehen, die durch starken Druck sehr hart geworden sind.

Und rund herum die schönste Eifellandschaft, der Kontrast ist unglaublich.

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Da schleicht sie dahin, mit ihrem kompakten Häuschen auf dem Rücken. Tapferes Schneckchen

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Herrliche Wege führen uns an riesigen steinernen Wänden entlang. Eine leicht gruselige Landschaft, wenn Nebel durch die Felsen wabbert.

Die Buchenlochhöhle entstand in der Eiszeit und wurde von Neandertalern genutzt. Knochenfunde lassen den Rückschluss zu, dass  hier Höhlenbären, Mammut, Wildpferd und Ren lebten. Sie ist dauerhaft frei zugänglich, wobei es uns gruselte und ein tieferes Eindringen in die dunkle Höhle von uns zweistimmig abgelehnt wurde.

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Tja 10 km sind nicht lang, obwohl auf den letzten Kilometern dieser Eindruck für mich entstand. Wir nähern uns schon wieder Gerolstein, dürfen auf weichen aber auch Wurzel durchzogenen Wegen wandern. Sehr schön abwechslungsreich.

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Immer wieder so herrliche kleine Begegnungen, wie dieses Kreuz hier.

Nun bleiben wir überwiegend an der Hangkante der Munterley mit Blick auf Gerolstein. Aussichten gibt es reichlich, die wir ausgiebig nutzen.

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Ich muss sagen, bei solchen Wegen ist das Wetter nicht das aller wichtigste. Sie faszinieren durch ihre besonderen landschaftlichen Vorkommnisse. Was ihr diesen Bildern nicht entnehmen könnt ist die Tatsache, dass es sehr windig wird und das der sich anhört, als wolle er uns kurzfristig mit Regen beglücken.

Conny in ihrem der Umgebung angepassten Outfit macht sich doch richtig gut in dem Grün 😉

Leider ist unser Abenteuer Felsenweg aber schon zu Ende. Wir sehen den Bahnhof, mein Auto und schniefen innerlich ein wenig vor uns hin.

Dankbar nehmen wir das Angebot eines Eiscafe´s an, deren Auslagen uns geradezu verführerisch mit leckerer Eiscreme winken.

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Wir reisen weiter nach Stadtkyll, um dort im Landal Greenpark Wirftal unser wunderschönes Ferienhaus zu beziehen. Anschließend kurz noch für die gesamte Truppe einkaufen und am Ende gab es noch eine Einkehr in dem Park nahegelegenen Balkan Land.

13245409_10206105496747662_7948642568388847561_nAm Abend treffen auch Tanja und Conny ein, ein Glas Sekt mit Erdbeeren lässt dann den Gute Laune Pegel auch schnell sprunghaft ansteigen.

Verrückter Haufen, aber es passt gut mit uns und das ist immer wieder schön festzustellen.

Unter lautem Geplauder und Gelächter erzählen wir uns gegenseitig die neuesten Entwicklungen in unserem Leben und gehen (für meine Verhältnisse) spät ins Bett.

Tanja hat uns allen eine kleine Stoff-Wanderschnecke mitgebracht, die künftig an unser aller Rucksäcke baumeln wird. Eine so süße Idee.

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Im Landalpark Wirftal war ich mit Tanja schon einmal. Damals gab es lediglich Winterbilder. Ich habe, während die drei anderen Wanderschnecken anständig wandern waren, eine kleine Hausrunde gedreht in deren Verlauf ich auch den Park mit eingebunden habe. Darüber wird es einen gesonderten Bericht geben.

 
Ein Buch mit einer Reihe sehr schöner Wandervorschläge kann ich euch empfehlen. Den Schlenderer kennen ja viele und dass er Wanderbücher schreibt, ist auch bekannt, gelle?

Wandern für die Seele

 

Eifel. Wanderungen für die Seele: 20 Wohlfühlwege

von Karl-Georg Müller

192 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-7700-1566-5
März 2016

16,99 € inkl. MwSt.

 

4 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    schöne Fotos, wie immer. Und für die nächsten Tage wünsche ich Euch noch recht viel Sonne und Spaß bei Eurem Wanderwochenende. Ich freue mich auf die Berichte, dann fühlt sich das ein bisschen so an, als ob ich auch in der Eifel gewandert wäre. 😉

    Gefällt 1 Person

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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