Von der Urfttalsperre hinauf zur Hirschley

Drei Talsperren sind es, die mir heute auf die ein oder andere Weise begegnen und sie erscheinen mir wie eine, wie so oft bei Talsperren.

Heute wandere ich, wie in der letzten Zeit so häufig, ohne Spike. Die Wärme setzt ihm zu und ich muss schon aus gesundheitlichen Gründen wieder richtig in Bewegung kommen. Also wähle ich für meine heutige Runde den Nationalpark an der Urfttalsperre, die 1905 fertig gestellt wurde.

Der heutige Ausflug wird meine Muskeln wieder etwas mehr fordern, denn es geht gut hinauf! Auf zwölf Kilometer einen Anstieg von über 300 Metern ist nach monatelanger Flachlandwanderei eine wirkliche Herausforderung.

  • Start/ Ziel Parkplatz am Staudamm der Urfttalsperre/ Straße „Am Rurseezentrum“
  • Streckenlänge: 12 km
  • Höhenmeter: 327 Meter
  • GPS Track
  • Strecke aus dem Rother Wanderführer Eifel
  • Einkehrmöglichkeiten auf der Staumauer des Urftsees und bei Rückkehr am Parkplatz, rechts abbiegen über die Stauanlage Eiserbach, dort ist eine Reihe an Lokalitäten vorhanden. In den Ferien und an sonnigen Wochenenden ist dort allerdings eine Menge Betrieb,

Ihr könnt mir glauben, meine Kamera zappelte schon ungeduldig in ihrer Tasche, sie will Sonne sehen, Wasser und all die schönen Ansichten, die die Eifel nun mal bietet.

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Rurberg_0017Nach Überqueren der Staumauer zieht mich der vorgegebene Wegeverlauf, dem ich dem Rother Wanderführer Eifel entnommen habe, hinauf und durch den Wald.

Vorher sichte ich jedoch das kleine, flinke Kerlchen hier. Begegnungen dieser Art werde ich heute noch viel öfter haben.

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Solche Waldwege finden meine absolute Zustimmung. Schmal, pfadig, felsig verläuft er und zwingt mich immer höher hinauf. Über die folgenden 1,5 km überwinde ich satte 220 Höhenmeter. Schweiß perlt, Muskeln werden aktiviert. Keine Mühe, sondern pure Freude.

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Wenn ich über längere Zeit auf solche Erlebnisse verzichten muss, verkümmert etwas in mir, obwohl ich wahrlich in der Lage bin Kompromisse zu finden. Spürbar wird das vor allem, wenn ich es dann wieder erleben darf. Da kommt Demut auf, vor der Natur, der Schöpfung und den Menschen, die uns Wanderern die Wege immer wieder so bereiten, dass wir sie mit Freude gehen können.

Und wenn ich dann so liebevoll bereitgestellte und gepflegte, barrierefreie Wege vorfinde, dann kann ich sicher sein auch im Falle einer Unbeweglichkeit im höheren Alter, erlebnisreich weiter leben zu können.

Zitat der Webseite Nationalpark Eifel – Barrierefrei unterwegs

Der Barrierefreie Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter befindet sich mitten im Nationalpark Eifel auf dem Bergrücken Kermeter. Dort können alte und junge Besucher mit und ohne Behinderung das „ökologische Herzstück“ des Nationalparks erleben. Auf dem Bergrücken zwischen Rursee und Urftsee wachsen auf großer Fläche heimische Rotbuchen-Mischwälder. Mittendrin gelegen umfasst der Wilde Kermeter ein barrierefreies Wegenetz und Panormamablick auf die Seenlandschaft (>> zur 360-Grad-Ansicht des Felsvorsprungs „Hirschley“). Seit Juli 2014 erweitert der barrierefreie NaturerkundungspfadWilder Weg den Wilden Kermeter. Zehn meist interaktive Stationen informieren über Wildnis, Waldentwicklung und die biologische Vielfalt im Nationalpark Eifel. Ein Holzsteg durch die Waldwildnis ermöglicht besondere Einblicke in die Natur.

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Rurberg_0074Ich erreiche die Aussichtsplattform Hirschley – natürlich auch barrierefrei. Rechts im Bild seht ihr eine ertastbare Bronzedarstellung dieses Plateaus, für blinde Menschen. Auch als Sehende können wir die Augen schließen und per Berührung sehen lernen.

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Diesen Platz zu verlassen fällt mir ungeheuer schwer. Es ist noch so ruhig hier und diese Ausblicke einfach zu bezaubernd.

Ich bleibe im Wald, weiter auf barrierefreien Wegen und ich bin, anders als so oft, froh dass sie so breit und angenehm zu gehen sind, einfach weil ich weiß warum sie so sein müssen.

Doch dann werde ich wieder auf schöne, schmale Pfade gelenkt, die ich natürlich sehr genießen kann. Überall treiben sich die stechwilligen Mücken und Bremsen herum, aber energisches Abstreifen verschont mich vor zu reichlichen Stichen.

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Rothalsbock (Stictoleptura rubra)

Der Wald lebt, er schenkt so vielen kleinen und großen Lebewesen eine Heimat. Es geht deutlich und konsequent bergab und bald erreiche ich den Urftsee, dem ich jetzt über eine laaaange Weile folge.

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In der Ferne, von Dunst angehaucht, erkenne ich die Ordensburg Vogelsang, die ich schon öfter, auch im Blog, vorgestellt habe. ⇒  Kulturwanderwochende Eifel – Samstag und  Wintergrün auf der Dreiborner Hochfläche – Von Vogelsang über Wollseifen zur Urftseemauer

Auch der verlassene Ort – die Wüstung Wollseifen ist ein ausgesprochen lohnendes Ausflugsziel.

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Die Staumauer des Urftsees ist mein nächstes Etappenziel. Die Gastronomie hat geöffnet, aber noch immer gelingt es mir nicht, den daheim wartenden Spike zu vergessen und mich genussvoll zu einem Kaffee nieder zu lassen. Ob ich das wohl lerne?

Lautes Geschrei der Wasservögel am felsigen Urftseeufer ist deutlich vernehmbar. Ohne Super-Tele ist es mir aber nicht möglich einen näheren Blick darauf zu erhaschen.

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Ein Blick auf die Navi-Uhr treibt mich weiter.  Ich umwandere nun die Schleife des Rursee Obersees. Zumindest die vielen Schleifen erinnern an die Mosel, jaaaaa der Vergleich hinkt gewaltig, ich weiß 😉

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Auf dem Rursee/Obersee schippern die  Rursee Schiffe. Deutlich hört man, dass jemand dem interessierten Zuhörer Geschichten und Anekdötchen zur Region erzählt.

Am Ufer spielen Wolken und Geäst „Hasch mich“ skurille Bilder entstehen, Fantasie wird angeregt, insbesondere beim Betrachten der mystisch schimmernden Gewächse im Wasser. Was halten die Äste gefangen, wann treibt es wieder an die Wasseroberfläche 😀

Ja, Frau hat Fantasie

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An Land gibt es aber auch Sehenswürdiges

Immer wieder entstehen neue Perspektiven auf den See, ich nähere mich meinem Ziel. Eigentlich schade! So schnell verging die Zeit.

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Eine Sumpfmeise!!!!!

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Das war ein Geschenk, eines das sich im Ergebnis länger wirksam zeigt, als ich es vermutet hatte.

9 Kommentare

  1. Tolle Gegend zum Wandern, Elke. Ist für mich schon wieder viel zu lange her. Deinen Weg bis zur Staumauer bin ich noch nicht gegangen; ist eine gute Idee für eine künftige Wanderung. Ohne Einkehr ist eine Wanderung für mich irgendwie nicht vollständig, zumal es am Rursee so viele Möglichkeiten gibt – ich erwähne nur „Zur Post“ in Einruhr 😉 Liebe Grüße, Guido.

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