Wandern geht auch auf Pilgerwegen

Auch gestern habe ich mir nach Feierabend einen der Bergischen Streifzüge gegönnt.

Der Overather  Pilgerweg startet in Overath am Bahnhof und da er eine moderate Länge aufweist, kommt Spike mit.

Ich bekomme einen Parkplatz etwas unterhalb des Bahnhofs, leider ist durch Straßenbauarbeiten die Innenstadt nur einseitig befahrbar, etwas suchen ist angesagt.

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Das Symbol des Bergischen Streifzuges mit der Nummer 16  leitet eine Weile durch den Ort. Über den Marktplatz am Marktplatz vorbei, wie man es gerne möchte 😉

Ich überquere die Brücke über die Agger, lande parallel zur Landstraße, mir erscheint das Treten auf Asphalt dieses Mal unendlich zu sein. Ist das wirklich der gleiche Weg, den ich 2012 so sehr schätzen konnte?

Am Haus Burgfriede vorbei verläuft sich der feste Weg und wird zum Waldweg.

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Nun heißt es tief Luft holen. Es geht steil hinauf, der erste Bildstock, der erste Fußfall steht direkt am Anfang des alten Pilgerweges, den wir nun schwer atmend erklimmen werden.

Die Grotte an diesem ersten Fußfall wurde von Anliegern errichtet, der Stil ist immer wieder mal vorzufinden.

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Spike stiefelt beharrlich wie eine kleine Kampfmaschine den Berg hinauf. Wir erreichen einen weiteren Bildstock.

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Es ist ein kleines Geschenk an den Körper, die Lunge, wenn der Waldweg zu einer moderaten Steigung wechselt. Puh, tief Luft holen, wer weiß was noch kommt.

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Die Geländeform wechselt zu Wiesenweg, ein wenig zu warm für Spike, wie ich feststellen muss.

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Bergischer_Streifzug_Pilgerweg (53)So wälzt er sich auch bei allernächster Gelegenheit tüchtig im Gras, das ihm offensichtlich Kühlung verschafft.

Hier kann ich weit in die Landschaft schauen, wohltuend für die Augen und hier oben auch für die Lungen, die braucht nach der giftigen Stadtluft immer wieder die grüne Auszeit.

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Während ich in die Ferne schaue, sucht Spike den Schatten. Im hellen Sonnenlicht entwickeln sich die Temperaturen auf seinem Fell doch ordentlich, obwohl wir einen der kühleren Sommertage für diese Wanderung gewählt haben.

Noch ein kleines Weilchen die Wiesenwege genießen, die leckeren und besonders gefärbten Himbeeren futtern und schon finden wir uns wieder einmal auf Ortsstraßen wieder.

Die Häuser sind wirklich bezaubernd, ich kann mich kaum satt sehen. Diesen Teil empfinde ich trotz des Bodenbelages als ausgesprochen reizvoll.

Auf einer Bank halten wir eine erste Rast ab, damit Spike etwas Wasser trinken kann.

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Weiter auf festen Wegen streben wir Marialinden und der wunderschönen Kirche zu. Der Baukörper hat mich fasziniert. Während Spike seine Schattenpause genießt und mir etwas verständnislos zuschaut, wie ich in unterschiedlichsten Haltungen vor der Kirche herumzappele. fotografiere ich vor allem die Madonnenfigur mit Kind auf dem Arm viele zig Male.

Und zum guten Schluss noch einige Sonderansichten, von Blümchen, von Spike und überhaupt.

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Gestern ist er 14 Jahre alt geworden, ein charmanter alter Herr, finde ich!

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Nur eine kurze Weile, dann treten wir wieder auf sanften Wiesenpfaden und von nun an ist Spike auch wie ausgetauscht, genießt die weichen Wege, den Schatten und die abnehmende Wärme des Nachmittags.

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Aber auch dieser Teilabschnitt endet viel zu schnell wieder an einer Straße. An einem Kreisverkehr steht ein Landgasthaus. In diesem kehren wir ein.

Sehr sehr freundliche Bedienung, Spike bekommt sein Wässerchen, kaum dass er am Tisch sitzt und ich einen leckeren Milchkaffee. Speisten verkneife ich mir, obwohl sich das Wort „Pflaumenkuchen“ in meinen Ohren festsetzt, sich weiter vor mein geistiges Auge pflanzt und die Magensäfte zum kochen bringt.

Nein, meine Pfunde sollen schwinden, JETZT werden solche Ausnahmen noch nicht gestattet.

Nach einer halben Stunden Pause ziehen wir ziemlich fröhlich weiter. Ja, Spike kann auch fröhlich schauen, er lacht auch hin und wieder!

Es wird gleich wieder grün, das besänftigt mich doch sehr!

Der nun folgende Wald brüstet sich mit haushohen Bäumen und wirkt wie gefegt. Aufgeräumt, sauber gehalten, wer war das wohl? Das Licht verteilt sich ungehindert in nahezu jede Ritze dieser Baumsammlung.

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Auch dieser Wald endet in einer kleinen Siedlung mit schmucken Gärten. Die durchwandern wir relativ schnell und landen wieder auf Wiesenwegen..hach ich liebe das!

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Wieder einmal werfen Bäume mit Früchten und nur knapp können wir einem Dachschaden entkommen, denn die Einschläge waren heftig und recht nah.
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Guckt als wüsste es, was die Bäume dort tun!

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Ich sehe in der Ferne schon die nächste Häusersammlung, die wir wohl auch persönlich kennen lernen werden. Ist ein wenig viel Beton auf dieser Route. Aber wir wollen ja nicht meckern, noch wandeln wir auf fußfreundlichen Pfaden.

Maisfelder stehen schon hoch, die Maiskolben schauen schon vorwitzig aus ihren Hülsen. Die Jungbullen auf der Wiese schauen auch vorwitzig und einer von ihnen würde uns wohl am liebsten auf dem Wanderweg besuchen kommen.

Der Ort heißt „Wasser“ und dort möchten wir auch hin. Zunächst müssen wir jedoch, wenn auch an interessanten Punkten vorbei, über Ortsstraßen.

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Der Pfad entlang der Agger ist herrlich. Selten Gelegenheit für Hunde an das Wasser zu kommen, aber Spike mochte es sowieso nicht. Ob das einen Grund hatte? Der Wasserstand ist niedrig, mag sein, dass die Qualität dann nicht so gut ist?

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Bis zur Aggerbrücke, deren Unbegehbarkeit eine Weile eine andere Wegeführung erforderlich machte, laufen wir in relativer Stille. Die Zivilisation ist weit genug weg.

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Die Verkehrsführung muss aufgrund Straßenbauarbeiten auf Wohnstraßen verlegt werden. Das Resultat ist ein erheblicher, nervender, stinkender Verkehr.

Der Rest des Weges ist für mich einfach nur nervig. Lust die Kirche zu besichtigen habe ich nun nicht mehr. Nur weg hier, das kann ich auch in Leverkusen haben.

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So bleibt mir als Fazit dieses Mal eine deutliche Mischung zwischen Wohlbehagen und absoluter Ablehnung. Es war mir deutlich zu viel Asphalt, zu viel Straßenlärm  und damit zu wenig Ruhe für aufgeregte Gemüter.

Nun ja, wen das Thema des Weges interessiert, der ist hier sicher sehr gut aufgehoben. Da steckt auch in den Informationsstelen eine Menge Mühe, Sorgfalt und Liebe drin.

An der Kirche in Marialinden konnte ich mir Flyer für vier Ortswanderwege mitnehmen:

  • Tour 1 – Die Aggerschleife
  • Tour 2 – Drei-Täler-Runde
  • Tour 3 – Aggertal und Naafbachtal
  • Tour 4 – Die Naafbachrunde

Informationen zu diesen Wegen könnt ihr euch auf der Webseite Marialinden organisieren.

7 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    ich fand die Touren ganz schön, aber ein wenig asphaltlastig. Es war für mich aber noch vertretbar. Mir hat der Naafbachtal Rundweg ein wenig besser gefallen als der Agger- und Naafbachtalweg. Das mag aber auch daran liegen, daß ich mich auf dem zweitgenannten verlaufen habe. Das mit dem Asphalt ist ja immer so eine Sache für sich. Manchmal finde ich es nicht störend, wenn z.B. die Landschaft stimmt. Ich habe die Wanderungen bei Outdooractive mit einigen Fotos eingestellt. Beide lohnen sich aber für eine Wanderung.
    LG Ulrike

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  2. Hallo Elke,
    die Idee mit den Flyern fand ich toll und ich habe schon zwei Touren ausprobiert. Einiges läuft auch auf dem Pilgerweg und kam mir bekannt vor. Tolle Fotos. Die Madonna zwischen den Türmen gefällt mir besonders gut.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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