Heimkehrermahnmal Friedland

Da trödele ich so gen Osten, hin zu meinen Söhnen und Enkelkindern und lese Hinweisschilder auf „Grenzdurchgangslager Friedland“

Bei dem Namen, dem Begriff, schimmert etwas in meinem Gedächtnis auf. Also nichts wie hin!

heimkehrermahnmalfriedland-2

Geschichte

Das Grenzdurchgangslager Friedland wurde im September 1945 auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht zur Durchschleusung und ersten Betreuung von Evakuierten und Flüchtlingen eingerichtet. Friedland wurde gewählt, weil es an der Schnittstelle der britischen-, amerikanischen- und sowjetischen Besatzungszone lag.

Das Grenzdurchgangslager an einer wichtigen Bahnstrecke zwischen Hannover und Kassel (Bahnstrecke BebraGöttingen) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst für vertriebene Deutsche aus den ehemals deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland geschaffen. Auch Hunderttausende ehemalige Kriegsgefangene kamen in Friedland an, im Jahre 1955 zuletzt aus der Sowjetunion.

In späteren Jahren wurde ein Übergangslager für Übersiedler aus der ehemaligen Deutschen Demokratische Republik eingerichtet, danach ein Aufnahmelager für Spätaussiedler.

In der Folgezeit wurden neben den heimkehrenden Kriegsgefangenen die unterschiedlichsten Flüchtlingsgruppen aufgenommen. Darunter waren z.B. Flüchtlinge aus Ungarn, die während des Aufstands 1956 kamen, „boat people“ aus Vietnam in den 1970er Jahren und heute jüdische Zuwanderer. (Wiki

Gut 20 Jahre später ließ man aus Spendengeldern das Mahnmal errichten, das  über Friedland auf dem Hagenberg platziert wurde. Konrad Adenauer legte den Grundstein im Mai 1966, erlebte die Fertigstellung jedoch nicht mehr. Er verstarb im April des darauf folgenden Jahres im Alter von 91 Jahren.

Mein Besuch………………

führt mich unterhalb des Denkmals auf einen geräumigen Parkplatz. Der Weg hinauf ist für den älteren Herren vor mir recht beschwerlich. Bei Eis und Schnee sicherlich keine Option für ältere oder gehbehinderte Menschen.

Spike ist auch ein älterer Herr und zockelt gemütlich bergan. Wir erreichen das Plateau und haben jetzt, da das Laub von Busch und Bäumen geweht ist, freie Sicht auf das Mahnmal.

Inzwischen ist der ältere Herr auch hier oben angekommen und eine rege Unterhaltung über die derzeitigen Unruhen im Land und die damaligen Einreisenden, denen man oft ebenso kritisch gegenüber stand.

Es ist ein wenig bedrückend hier oben, auch wenn der wunderschöne Blick in die Region wieder besänftigen kann.

Die Säulen ragen hoch hinauf, die Inschriften auf den Kassetten regen zum Nachdenken an. Ein paar Bilder noch, dann verabschiede ich mich und ziehe mit Spike wieder hinunter zum Auto.

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Ich weiß, es sind viele Fotos von nur einem einzigen Platz, aber die Erinnerung soll auch später, wenn ich diesen Blogartikel erneut sichte, scharf und prägnant sein.

  • Ein Pilgerweg führt hier durch die Region, der Pilgerweg Loccum-Volkenroda
  • Unten in Friedland lockt das Museum Friedland  mit dem Thema Migration damals und heute und die Dynamik, die sich in Deutschland entwickelt/e. Ohne Spike hätte ich diesen Besuch ganz sicher eingeschoben.Über Friedland, so schreibt man auf der Seite, kommen von 1945 bis heute vier Millionen Menschen nach Deutschland. Eine beachtliche Zahl………

6 Kommentare

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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