UnverDHÜNNt 2 – die Zweite

Das Bergische Wandervolk hat in den letzten Wochen immer wieder mal diesen hübschen Wanderweg unter die Stiefel genommen, das war bei Facebook an Hand von Fotos gut zu verfolgen.

Wie das dann so ist, irgendwann hat Frau die Nase voll vom Fremdbilder gucken und macht sich selber auf den Weg und wie der Titel schon sagt, es ist eine Wiederholung.

Vor drei Jahren habe ich die kleine 12 km Runde kurzerhand auf 19 km gestreckt, den Bericht könnt ihr hier lesen: UnverDHÜNNt2  

Informationen

Über die L 409 erreiche ich den auf den Stadtgrenzen von Wermelskirchen und Kürten liegenden Wanderparkplatz Neumühle. Der Parkplatz liegt etwas versteckt, wer lieber näher der Zivilisation parkt starte „Wanderparkplatz Hutsherweg, 51515 Kürten„, Wanderweg ist dort über einen kleinen Zuweg erreichbar.

Die Dhünntalsperre

Um 1962 hatte man bereits die heutige Vorsperre Große Dhünn gebaut, deren Volumen jedoch schnell an Grenzen stieß. In den Jahren 1975 – 1985 baute man an einer riesigen Talsperrenerweiterung, die überwiegend der Trinkwasserversorgung dient, die Versorgung auch tatsächlich sicher stellt.

Das Besondere an dieser Talsperre ist, dass sie sozusagen Wasservorräte bilden kann, die sich nach regenreichen Jahren sammeln und in regenärmeren Zeiten verbraucht werden können.

Wir sind zum wandern hier….

und zum fotografieren und da bietet sich so manches an, wenn alles, inclusive der Finger und Ohren, tiefgefrostet ist. Da meine Finger und Ohren niemanden interessieren werden, wende ich mich anderen schönen Dingen zu:

Es wird wohl niemanden wundern, wenn mein Wandertempo auf den ersten Kilometern unterirdisch ist. Das Licht, die tanzenden Nebel auf der Wasseroberfläche, Glitzersternchen in Form von Sonnenstrahlen, lassen mich innerlich förmlich niederknien. Und nein, ich konnte nicht alles perfekt auf den Kamerachip bannen.

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Ich wandere dicht am Wasser am nördlichen Rand der Vorsperre, nur durch die das kostbare Wasser schützende, aber lichte  Baumgrenze am direkten Zugang gehindert. Das ist gut so, dass es diese Baumgrenze gibt, denn der Mensch ist leider sehr unvernünftig.

Ich werde euch nicht all zu viel erzählen, wir wandern einfach und schauen Bilder. Einverstanden? Und hin und wieder gerät mein Erwachsenes Ich in Wallung und spielt mit den Farben.

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Da passt doch nun wunderbar ein Einhorn ins Bild? 😀

Es macht insbesondere für Fotograf/innen Sinn am frühen Morgen die von mir gewählte Gehrichtung zu wählen. Wenn die Sonne ihre ersten Strahlen über die Baumwipfel schickt, die Wassertiere noch still über das blaue Talsperrenwasser ziehen, möglicherweise in die Gespinste von Frühnebel getaucht, dann schlägt die Stunde der Fotografie (am besten mit Stativ)

Ich war einen Hauch zu spät unterwegs und trotzdem, es war göttlich!

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Jogger nutzen die breiten und gut begehbaren Uferwege sehr gerne in den frühen Morgenstunden
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Frühnebel schon in der Auflösung

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Ein Schwanenpaar entzieht sich meinen Blicken
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Immer wieder treffe ich auf Rastplätze und Informationsstelen. Reichlich Information zur Region und zur Talsperre werden angeboten.
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Ehrlich gesagt interessieren mich mehr die grandiosen Ausblicke

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Bald ist die Staumauer mit dem Wasserentnahme-  dem Hochwasserentlastungsturm und dem Überfalltrichter erreicht, ein erster Blick wird gewährt.

Staudamm Vorsperre

Mein Kamera tickt aus, als sie die blaue Wasseroberfläche sieht. Der Laufsteg für die Mitarbeiter des Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper muss von allen Seiten mit und ohne Sonne auf den Chip.

Während ich mich mit einem älteren Herren unterhalte wälzt Spike sich ausgiebig auf den frostigen Wiesen. Der verrückte alte Kerl 😉

Von der anderen Staudammseite nähert sich eine junge Frau, die mich prüfend anschaut und vorsichtig fragt „Bist Du nicht die Elke?“ Ja klar bin ich die Elke, die mit dem Hund. Niemand erkennt mich ohne Spike, aber der schwarze Wuschelbär ist einfach zu identifizieren.

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Ela kenne ich von Facebook. Dort veröffentlicht sie ihre Fotos und Wanderbeschreibungen, auch auf der Facebookseite „Wanderlust“

Nachdem ein paar Fotos für die Nachwelt geschossen sind, ziehen wir beide ein Stück gemeinsam des Weges. Doch schon bald trennen sich unsere Wege, da Ela für heute ihren Wandertag bereits beendet hat.

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Blick zurück auf den Staudamm

Von jetzt an wird die Talsperre nicht mehr deutlich sichtbar sein. Der südliche Teil verläuft parallel zur B 506, deren Verkehr jedoch glücklicherweise nur selten zu hören ist.

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Waldwege wechseln mit
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Feldwegen

Tief gefrostet bleiben die Wege nur dort, wo die Sonne noch nicht hin gelangen kann. Es tut gut unter freiem Himmel so dahin zu spazieren. Welch ein Gnade, solch ein Tag!

Spike ist übrigens super gut drauf, hat eine Menge für die Nase auf diesen Wegen ;-), vor allem als wir erneut in ein Waldstück eintauchen. Und wieder bin ich überwältigt von den farblichen Eindrücken, die mit da begegnen.

Wenn frostige Bäume auf der Schattenseite stehen und die noch mit welkem Laub geschmückten Buchen in Kontrast mit dem Weiß gehen, dazu auch noch Läufer und Radfahrer ins Bild geraten, dann ist das Fotografinnenherz im Hüpfmodus.

Aber wie alle schönen Wanderungen, neigt sich auch dieser schöne Weg dem Ende zu. Aber nein, was ist das? Es knackt im Unterholz, es knackt lauter und hektisch brechen drei Rehe aus der Deckung.

Eins davon habe ich noch gerade so erwischt und ganz ehrlich, so wie Spike sich gebärdet, bin ich froh ihn an der Leine zu haben. Selten ist er so triebig, heute steht er straff in der Leine.

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Der Moment geht, der nächste kommt und wieder ein Bild 😉

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Wir wandern hinauf Richtung L 409

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Dürfen dann aber noch eine kleine Weile erneut im Wald entschwinden, nur für mich für einige frostige Fotos.

Am Wanderparkplatz angekommen zieht es mich noch ein Stück auf einen kleinen Weg, über eine Brücke hinweg.’Hier befindet sich die ……….

Sülzüberleitung

Durch einen 3.100 Meter langen Überleitungsstollen mit einem Durchmesser von 3,35 m ist die Große Dhünntalsperre mit dem Flusssystem der Kürtener Sülz verbunden. Durch diese Zuleitung vergrößert sich der jährliche Zufluss von 44 Mio. m³ um weitere 12 Mio. m³ auf 56 Mio. m³. Der Überleitungsstollen beginnt bei der Kürtener Ortschaft Häcksbilstein und mündet in die Stauwurzel der Große Dhünn Vorsperre.

Aus der Kürtener Sülz wird im Durchschnitt nur an 200 Tagen im Jahr übergeleitet, da Wasser nur bei einer minimalen Durchflussmenge der Kürtener Sülz von 0,435 m³/s entnommen wird. Die maximale Überleitung beträgt 25 m³/s. Das Gefälle zwischen Einlass und Auslass beträgt 10 m, der Höhenzug zwischen den Bachtälern der Großen Dhünn und der Kürtener Sülz erhebt sich 90 m über dem Überleitungsstollen. Wikipedia

Nach dem kleinen Abstecher fahren wir endgültig heim. Im Sinn habe ich „Hier möchte ich noch mehr Wege erkunden“

Wer Spaß am Video schauen hat:

7 Kommentare

  1. Zwischen Mitte März und Mitte Oktober ist seit ein paar Jahren auch der südliche Uferweg der Vorsperre Große Dhünn für Wanderer und Spaziergänger geöffnet. Im Winterhalbjahr wird der Weg aus Naturschutzgründen gesperrt. Die Öffnung ist nach wie vor davon abhängig, daß sich die Leute an die „Spielregeln“ halten. Wenn das nicht klappt, wird man den südlichen Uferweg möglicherweise irgendwann wieder komplett schließen. Näheres dazu in diesem Link: http://www.wupperverband.de/internet/mediendb.nsf/gfx/MED_IWER-99UFZK_414ADF/$file/Wandern_Vorsperre_GD.pdf
    Übrigens finde ich den ganzjährig begehbaren Höhenweg auf der Südseite (wie Du ihn gegangen bist) durchaus genauso schön wie den Uferweg.

    Gefällt 1 Person

    • Ich bin den südlichen Teil ja auch schon gewandert und fand ihn jetzt nicht überragend besser. Stören tun leider die Unvrbesserlichen, da habe ich sowohl Hunde am Wasser gesehen, als auch Wildstreuner mitten durch den Wald. Drum hatte ich zunächst diesen Teil nicht erwähnt, habe das aber jetzt nachgeholt.
      Danke für Deinen Kommentar, ich freue mich immer besonders, wenn Du Dich hier mal verewigst.

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