Hann. Münden – Fachwerk und drei Flüsse

Rückfahrt Leipzig – Leverkusen

Mein Herz hängt noch in Halle und Leipzig bei meinen Kindern und Enkelkindern, mein Auto befindet sich bereits auf der A 38 Richtung Heimat. Schon allein um den Abschiedsschmerz ein wenig zu lindern, aber auch weil unsere 6 Beine nach Bewegung verlangen, schweifen wir ab und steigen in Hann. Müden aus dem Auto.Zugegeben, Spike interessiert der Ort nicht so sehr. Seine Nase hängt aber tief am Boden, um die fremden Gerüche aufzusaugen.

Wer einen älteren Hund mit sich führt wird erfahren, dass nicht nur Hörvermögen und Sehkraft nachlassen. Auch die Erkundung geruchlicher Spuren nimmt mehr und mehr Zeit in Anspruch. Das grenzt schon an Meditation, wird mit Alters entsprechendem Starrsinn möglichst umgesetzt und hindert den vorwärtsgerichteten Gang des Leinenführers  mitunter gewaltig.

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Welfenschloss Münden, erstmal gebaut um 1501 und durch Zerstörung immer wieder andere Baustile erhalten. Kaserne und Kornspeicher und am Ende Gebäude für öffentliche Einrichtungen sind/ waren seine Funktion.

Unmittelbar am Welfenschloss Münden stelle ich mein Auto ab und schlendere Richtung Werra Brücke und ein Stück auf dem Mündener Wasserpfad.

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Blick auf das Werraufer gegenüber dem Schloss, links im Bild die alte Werrabrücke

Die Werra mit historischen Bauten und Dr. Eisenbarth

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Dr. Eisenbarth

Der Packhof ist ein 1840 errichtetes Lagerhaus in Hann. Münden in Südniedersachsen. Es diente gemeinsam mit dem nahe gelegenen Alten Packhof während des 19. Jahrhunderts der Lagerung von Waren des Fernhandels über die Flüsse Fulda, Weser und Werra. Der denkmalgeschützte Packhof liegt am Ufer der Werra an der Wanfrieder Schlagd. Heute wird er für kulturelle Veranstaltungen, wie Theateraufführungen, genutzt. (Quelle Wikipedia)

Die Wandfrieder Schlagd ist ein 130 m langer Straßenabschnitt paralell zur Werra, der früher Warenumschlagplatz und Schiffsanlegestelle diente. Schlagd =Unferbefestigung

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Wandfrieder Schlagd mit Mauerhäusern auf der früheren Stadtmauer. Rechts hinter der Dr. Eisenbarth Figur der Packhof

Dr. Eisenbarth, ein Wander-Doktor ohne Doktortitel, war besonders für erfolgreiche Augenoperationen bekannt. Ein Lied erinnert noch heute an ihn

Ich bin der Doktor Eisenbart,
widewidewitt, bum, bum,
kurier die Leut’ auf meine Art,
widewidewitt, bum, bum.
Kann machen, dass die Blinden geh’n,
widewidewitt, juchheirassa,
und dass die Lahmen wieder seh’n,
widewidewitt, bum, bum.

Auf der Werrabrücke tummeln sich zig Tauben die emsig die Hinterlassenschaften der Passanten aufpicken.

Nach queren der Werrabrücke schlendere ich neugierig zu einer etwas merkwürdig aussehenden Anlage. Schnecken drehen sich und transportieren Wasser und daraus wird Energie gewonnen. Ein Display zeigt derzeit rd. 80 KW Energiegewinn

Und wieder zurück über die Brücke nähere ich mich der historischen Altstadt. Herrliche alte Häuser aus vielen Jahrhunderten stehen dort, leider teilweise ohne sinnvolle Beschäftigung. Die Masse jedoch ist ein einem guten Zustand und stehen damit für eine sehr reiche Vergangenheit dieser Handelsstadt.

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Renaissance Rathaus

Das historische Rathaus zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Weserrenaissance.

Das Erdgeschoss, das sogenannte „Koph-Hus“ (Kaufhaus) hat einst als Börse, das darüber liegende „Hochtiedshus“ den Bürgern zum Feiern gedient. Heute ist das altehrwürdige Gebäude Verwaltungssitz des Bürgermeisters und beherbergt unter anderem das Standesamt und die Tourist-Information.

Dreimal täglich erklingt im Rathaus-Giebel das Glockenspiel mit dem Lied des Doktor Eisenbart. (Quelle: Hann Münden Tourismus)

Das Gewirr von Flüssen (Werra, Fulda und Weser) in dieser Stadt machen mich ganz strubbelig. Also das was jetzt gleich kommt ist die Fulda 😉

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Und weil mir die Brücke über die Fulda so ungeheuer gut gefällt, bringe ich hier Bilder aus allen Richtungen. Das muss jetzt sein. Da müsst ihr durch 😉

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Nachdem ich diesen wunderbaren Anblick ausgiebig genossen hatte, zog es mich in die Innenstadt. Hiervon gibt es dann auch noch ein paar Fotos

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St. Blasius Kirche

Außergewöhnlich ist die Nutzungsform des Kirchengemäuers der Aegidien Kirche.
Sie wird als Cafe genutzt. Ich habe es nicht gewusst, sonst wäre ich hinein gegangen. Also noch einmal besuchen.

Der Gewinn, den der gastronomische Betrieb abwirft, kommt dem Erhalt der Kirche zu Gute. Eine wirklich schöne Art ein altes Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen.

Zum guten Schluss noch ein Tütchen Gemischtes, denn leider kann ich nicht jedes der Gebäude namentlich benennen. Wenn ihr in dieser Region unterwegs seid, macht einen Abstecher in diesen wunderschönen Ort.

8 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    was für ein interessanter Ort und deine Fotos dazu, ein Träumchen ❤

    Was es in unserem Land alles zu entdecken gibt, ist immer wieder unbeschreiblich.

    Danke dir ganz dolle für diesen schönen Ausflug und wünsche dir noch eine besinnliche Adventszeit,
    mit lieben Grüssen verbunden,
    Uschi

    PS: Musste grad an unseren Hugo denken, als du von Spike geschrieben hast,
    denn er baut auch merklich ab *seufzzzzzzzzzz

    Gefällt 1 Person

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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