Burgbrohl Vulkan- und Panoramaweg

Vulkane in der Eifel

Das Brohltal ist voll mit Zeugnissen des Vulkanausbruchs  am Laacher See. Nach den Eruptionen  schossen Lavapartikel durch die Eifel und bauten auf diese Weise bis zu 60 Meter hohe Wände auf. Das Material verhärtet und wird zu Stein. Klar, dass der Mensch schnell herausfindet, dass sich dieses Material gut zum Hausbau eignet.

Die Niederländer nutzten Trass in gemahlener Form um es als s.g. hydraulischem Zement zum Deichbau zu verwenden. Auf diese Weise konnten die heutigen Trasshöhlen entstehen. Trasswänder und die Höhlen sind frei begehbar und faszinieren mich schon seit Jahren.

Im Frühjahr 2017 wird ein neuer Rundweg eingeweiht und in Betrieb genommen, den ich heute bewandern werde. Und ich sage es vorweg, er hat mir gefallen, vor allem da er Wege nutzt, die den dortigen Traumpfad nicht tangieren. So wandert man nahezu ausschließlich Neuland!

Der Burgbrohl Vulkan- und Panoramaweg

  • Start/ Ziel: Wanderparkplatz Burgbrohl, Burgweg oder „Brohltalaue Ost“
  • Streckenlänge: 16 km
  • Höhenmeter: 353 Meter
  • GPS Track (ohne alpinartigen steilen Aufstiegspfad, der „Teufel“)
  • Einkehr: Landgasthaus Rothbrust und Schlossrestaurant Burgbrohl
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Schloss Burgbrohl und Kellnerei

Vom Parkplatz unterhalb des Schlosses finde ich einen Parkplatz, der Zuweg zum Wanderweg beträgt 100 Meter, mühelos zu verschmerzen 😉

Im frühen Sonnenlicht wird das schöne Gebäude auf den Kamerachip befördert, bevor ich mit Spike im Schlepptau leicht bergan ziehe. Eine große Tafel informiert über die Gesteinsschichten des Burgbergs ( Schloss Burgbrohl hockt auf einem Basaltkegel)

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Schloss Burgbrohl

Leider stehen vor dem Zugang zum Schloss PKW und machen ein schönes fotografieren unmöglich. Also hoffe ich auf eine Chance nach der Wanderung.

Über Ortsstraßen, bereits jetzt fleißig bergan. So bekomme ich prima Eindrücke aus der Vogelperspektive auf das im Frühdunst liegende Burgbrohl.

Übrigens, alle Wanderwege sind sowohl links als auch rechts rum begehbar und bewusst auch so ausgeschildert. Ich folge meinem immer wieder bewährten Grundsatz: „Geh einfach der Nase nach“ und meine Nase will wieder einmal entgegen der vorgeschlagenen Gehrichtung unterwegs sein.

Hinter den Häusern beginnt Landschaft pur. Ein relativ lange geradeaus führender Wirtschaftsweg (nicht geteert) verführt zum ständigen Schauen. Der Vulkankrater am Herchenberg fällt sofort ins Auge.

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Ich liebe Bäume, die im Winter Farbe zeigen, und sei es nur durch ihr vertrocknetes Laub.

Um den Baum hier oben bin ich minutenlang herum gegeistert und habe ihn aus allen erdenklichen Perspektiven abgelichtet. Wundert Frau sich über ein gemitteltes Wandertempo von 2,7 km  in der Stunde?

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Bäume, Bäume nichts als Bäume. Immer wieder faszinierend wie verwirrend der Vielzahl von Ästen zu folgen, wunderbar wie sich sich fotografieren lassen.

Buchholz

Buchholz wird, trotz seiner kleinen Dimensionen, wunderschöne Eindrücke vermitteln.

Weinbergstempelchen

Beinahe wäre ich an dem kleinen Pfad vorbei gelaufen, der mich zum alten Weinbergstempelchen führt, das ein wenig vernachlässigt im Wald vor sich hin kümmert. Leider habe ich nichts weiter führendes im Internet gefunden, außer das sie dem Abt Ambrosius Specht gehörte (Quelle: Ich geh wandern)  und dass hier früher Weinberge den Messwein hervor brachten.

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Weinbergshäuschen- oder tempelchen (1768)

Ehemaligen Propstei Buchholz

Ein kleiner Schlenker vom ausgewiesenen Wanderweg führt hinter die ehemalige Probstei Buchholz, ein interessantes Gebäude.

Die Propsteikirchen St. Servatius ist eine romanische Kirchenruine aus dem
12. Jahrhundert. In Rheinland Pfalz einmalig ist die Bauweise als Gewölbebasilika (Dach nach oben gewölbt). Sie wurde am 27. Oktober 189 unter Kulturschutz gestellt.

Wer die Kirche innen besichtigen möchte kann dies nach Voranmeldung tun und sich den Schlüssel beim Buchholzer Hof bei Hermann Seul, Telefon 02636/4722 ausleihen.

Nachdem ich einmal rund herum geschlendert und die Kamera ihre Sucht nach vielen Bildern gestillt hatte, wandern wir gleich gegenüber den Feldweg hinunter. Erst im Nachhinein kommt mir der Gedanke, dass die offene Verbindungstür zwischen Kirche und dem vorgelagerten Hof evtl. doch nicht für Wandererinnen gedacht ist?

Selbst wenn, es ist nun nicht mehr zu ändern, so widme ich mich dem Weg und bleibe stutzend stehen, denn der Zosse auf der Weide hat Sternchen im Fell, trotz des mit Lehm behafteten Fell gut erkennbar.

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Sternchenpferd

Wir verlassen Buchholz und geraten immer mehr in Sicht- und Hörweite der A 61. Die ländliche Idylle büßt hierdurch doch ein, denn diese akustische Begleitung werden wir nun eine ganze Weile akzeptieren müssen.

Bei diesem Wetter, den fantastischen Wölkchen am blauen Himmel und den fast frühlingshaft anmutenden Vogelgezwitscher verlieren sich jedoch ganz schnell die leicht grollenden  Gedanken. Immerhin gibt es ja Bäume, Bäume die gerade durch ihren schiefen Stand so besonders sind.

Über Land nach Weiler

Satt grün ist das gesamte Feld, das vor mir liegt. Keine Ahnung welches Gewächs hier so viel Farbe in die Landschaft bringt. Ist es die Senfpflanze? Bitte um Aufklärung durch kundige Leser/innen.

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Einer der wenigen Waldabschnitte dieser Wanderung
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Ebenso rar sind heute gefrostete Böden. Im tiefsten, sonnenlosen Tal kann das vorkommen

Die im Schatten liegenden Wiesen haben einen Hauch von Frost abbekommen, ein sehr interessanter Eindruck. Auch der Himmel hat ein ausgesprochen interessantes Wolkenbild gezaubert, die Cirrocumulus Wolken kündigen den Wetterwechsel an.

Die Dame mit Hund wandert der Burg Olbrück entgegen, erkennbar an der steil aufragenden Ruine. Ein Besuch ist leider nur ohne Vierbeiner möglich.

Die kleinen Schäfchenwolken lassen meinen Kamera-Arm ununterbrochen zucken. Welch ein Anblick.

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Der offene Vulkankrater rückt immer näher ins Blickfeld.

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Wer hat diesen dekorativ platzierten Hundehaufen so markiert. Ketzerische Stimmen meinten hieraus eine kriminalistische Markierung zu erkennen.

Ob die DNA inzwischen festgestellt wurde?

Noch einmal Landschaft und Wolken in einer wundervollen Einheit festgehalten. s.u.

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Wir wandern hinunter ins Tal, um über eine originelle Querungshilfe über den Bach zwischen Brohltalstraße und Brohlbach Richtung Burgbrohl-Weiler und damit zum Landgasthaus Rothbrust zu gelangen.

Landgasthaus Rothbrust

Die Dame des Hauses erlaubt mir einige Fotos zu fertigen. Mir wird die Zeit zu knapp für eine Einkehr, viel zu langsam sind wir unterwegs. Ein nächstes Mal werde ich dieses wunderschöne Ambiente ganz sicher genießen wollen!

Auf schmalen Pfaden zum Vulkankrater

Unterhalb des Landgasthauses führt der Vulkanpfad auf schmalen Pfaden wieder bergan. Prustend, als hätte ich mir im Gasthaus doch den Bauch voll geschlagen, erreiche ich die Anhöhe. Auch Spike zeigt Schwächen an.

Aus irgend einem intuitiven Grund nehme ich Spike an die Leine und das erweist sich als äußerst kluge Handlung denn…..

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Quer über die Wiese hetzt plötzlich ein Rehmädchen und Spike stellt sich straff in die Leine. Das ist ein Verhalten, dass ich erst in letzter Zeit hin und wieder bei ihm feststelle.

Hektisch, die Nase dicht am Boden, verfolgt er die Spur des schon längst entschwundenen Wildtieres. Immer wieder hebt er die Nase, versucht heraus zu finden, wo der leckere Braten abgeblieben ist!

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Irgendwann beruhigt er sich wieder und seine übliche Gelassenheit kehrt zurück.

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Immer wieder drehe ich mich um, damit ich auch ja alle Eindrücke in einer Rundumsicht für mich aufsaugen kann.

Schaumlava Grube Herchenberg

In Gehrichtung entdecke ich diese einsame Bank. Da möchte ich hin, Füße hochlegen!!!!

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Bank auf dem Herchenberg

Dreifaltigkeitskapelle

Vor dem Päuschen eine kleine stille Einlage an der Dreifaltigkeitskapelle, die im Jahr 1889 durch Johann Schmidgen aus Gönnersdorf erbaut wurde (Quelle: Burgbrohl.de)

Am Aussichtsplatz auf dem Herchenberg wird erstmal Flüssigkeit getankt. Spike, sonst eher zurückhaltend, schlabbert sein Wässerchen gierig auf und erfreut nimmt er eine Handvoll Futterbrocken an.

Wir haben noch genügend Zeit, um die Pause etwas auszudehnen und so lasse ich mir reichlich Raum für einige Fotos hinab in den tiefen Krater mit dem kleinen See. Das Abbaugebiet der Schaumlavagrube Herchenberg ruft Bürgern und Naturschützer auf den Plan, die befürchten, dass das Abbaugebiet erweitert wird.

Für mich bleibt festzustellen, der Blick in den Krater ist spannend, die verschiedenen Gesteinsschichten faszinieren mich.

Über die kleinen Stufen, die leider schon Frostschäden aufweisen, steigen wir wieder hinauf und wandern über die Hochflächen weiter. Noch einmal habe ich Gelegenheit an andere Stelle und aus anderer Perspektive einen Blick in die Abbaugrube zu werfen.

Lützingen

Mit Blick auf die Ortsmitte und Kirche von Lützingen wandern wir weiter auf Feldwegen dem Ort entgegen. Obstwiesen deren Früchte vom Spätsommer an hier wie Teppiche unter den Bäumen liegen und von Wildtieren und Vögeln gefuttert werden, lassen den Gedanken an das nächste Frühjahr aufkommen. Dann werden diese Bäume mit ihren Blüten Farbe in die Landschaft bringen.

Über weitere Feldwege erreichen wir  das Heiligenhäuschen von Oberlützingen. Errichtet von Joseph Wasweiler aus Niederlützingen im Jahr 1870.

Am Ortsrand von Lützingen kommt mir eine Dame mit einer jungen Hündin entgegen. Mein müder, alter Spike, der immerhin schon rd. 12 km hinter sich hat, lässt sich durch die junge Dame so sehr animieren, dass er am Ende werbend um sie herum tanzt.

Wir unterbrechen das neckische Spiel der Beiden, und ziehen weiter, nicht ohne einen lautstarken Kommentar meines liebestollen Rüden gegenüber einem anderen, ebenfalls an der Hündin interessierten Rüden.

Nicht sehr weit entfernt beginnt normalerweise der Aufstieg zu einem weiteren Aussichtspunkt, den wir leider aufgrund der augenblicklichen Sperrung nicht begehen dürfen. Wegegleich verläuft hier der Quellenweg von Bad Breisig.

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Anstelle dessen werden wir auf ebenfalls schmalem Weg durch den Wald geführt, der unten an die Gleisen der Brohltalbahn stößt. Diesen Teil des Weges empfinde ich als ausgesprochen unattraktiv. Unterstrichen wird dieser Eindruck durch die im Winter sehr schattige Lage dieses Wegeabschnittes.

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Der gesperrte Weg – schade – aber nur bis März 2017

Trasshöhlen Burgbrohl

Natürlich  besuche ich die Trasshöhlen, die auch über den Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig  erwandert werden können. Siehe mein Bericht „Ein wirklicher Traumpfad

Wir überqueren die Landstraße und verschwinden im Wald, nun wieder begleitet durch die Symbole des Quellenweg Bad Breisig. Übrigens ist die Beschilderung meines heutigen Wanderweges hervorragend und lückenlos.

Auch hier hat die Sonne wenig Chancen. Das ist im Winter oft, da die Sonne nie den höchsten Stand erreicht und somit über die Baumwipfel oft nicht gelangen kann. An einem Feld voller Basaltgestein vorbei erreichen wir bald eine schöne Rastbank, auf der wir eine kurze Pause einlegen.

Apostelkirche Burgbrohl

Die Apostelkirche erregt noch einmal meine Aufmerksamkeit, ein paar Fotos müssen also sein! Die unterschiedlichen Farben der neuromanischen Kirche aus 1903 ist ein richtig schöner Anblick.

Kurpark Brohltalaue Ost

Wir erreichen den Kurpark mit seinem kleinen Geysir, den ich natürlich ebenso fotografieren muss, wie die hübschen Installationen im Park.vulkan-und-panoramaweg-303

Eine sehr hübsche Parkanlage, die gerade erst fertig gestellt wurde. Die Brücke ist neu, der Brohlbach mit einer Fischtreppe wieder für laichende Fische durchgängig gemacht. Das alte Wehr wurde dort zurück gebaut.

Im Sommer dürfte das hier für Ruhesuchende, aber auch für Familien mit Kindern ein Anziehungspunkt sein.

Ich muss sagen, obwohl der Weg aus meiner Sicht heute ein paar Hänger hatte, bin ich doch begeistert von den Vielfalt und Abwechslung die er bietet.

Wir haben den Startpunkt fast wieder erreicht, wandern nun durch den Ort wieder hinauf zum Schloss, wobei die Josefssäule noch Beachtung verdient.

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Josefssäule 1786, an die Gemeinde verschenkt von Familie von Bourscheidt
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Ehemaliges Hotel „Zur Krone“

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Und dann sind wir wieder am Schloss. Dort treffe ich ein älteres Geschwisterpaar, die sich wundern, dass wir aus Leverkusen anreisen, um hier für einen Tag zu wandern. Sie erzählen mir, dass oben am Schloss jetzt der Weihnachtsmarkt öffnet und dass es dort Futter und Getränk gibt.

DAS lasse ich mir nicht zweimal sagen, denn außer einem Bütterchen habe ich heute nichts gegessen und mein Koffeinpegel ist auch im Keller.

Nach einem Kaffee umkreise ich zunächst den Weihnachtsmarkt und das restliche Schlossgelände, um dann eine Futterschale zu leeren.

Mit diesen letzten Eindrücken meines heutigen Wandertages wende ich mich der Heimfahrt zu, die erstaunlich flott von Statten gehen kann, da die A 3 ausnahmsweise ohne Stau befahrbar ist.

Ich persönlich würde Nachwanderern empfehlen ein wenig zu warten. Im Frühjahr sind sämtliche Arbeiten am Weg abgeschlossen und der Weg eingeweiht. Die Steilpassage wird noch gesichert und damit dem Weg ein erhebliches Higlight hinzu gefügt.

Da zahlt sich etwas Geduld garantiert aus und ich kann aus meiner Sicht nur sagen: „Die Wanderwelt hat einen schönen Weg dazu bekommen“

7 Kommentare

  1. Hallo Elke, dass ist einer der wenigen wege, den man beidseitig gehen kann, ohne was zu verpassen, meist hat es ja einen grund warum sie eine bestimmte Richtung angeben. Mir hatte die runde auch sehr gut gefallen, auch wenn man fast nie richtig ruhe hat, da die A61 teils sehr nah ist, und die Bundeststr durchs Brohltal.

    LG Markus

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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